Jerramy Fine konnte mich mit ihrem Buch ‚Mein Prinz wird kommen‘ begeistern. In einem heiteren Schreibstil berichtet sie von ihrem Leben. Sie ist aufgewachsen unter Hippieeltern in einem Kuhkaff irgendwo im nirgendwo der USA. Schon als kleines Kind verstörte sie ihre Eltern mit ihrer Begeisterung für alles Royale, was so gar nicht zu der Erziehung und Lebensweise der Eltern passte. Jerramy wird schnell klar, dass sie bei der falschen Familie aufwächst und im falschen Land. Ihr Herz zieht sie nach England und dort im Land von Jane Austen will sie eine richtige Prinzessin werden. Als sie dann in einem Büchereibuch entdeckt, dass das britische Königshaus sogar einen Jungen in ihrem Alter aufweisen kann, beginnt die Männerjagd.
Und so begleiten wir Jerramy bei ihren verzweifelten Versuchen eine Prise Eleganz in ihr Kuhkaff zu bringen, wie sie nach England reist und wie sie alles dran setzt ihren Prinzen zu begegnen.
Doch der Weg dorthin ist mit küssenden Piraten, psychopathischen WG-Mitbewohnerinnen, möglichen Abschiebungsmaßnahmen, hohen Schulden und vielen Tränen gepflastert.
Jerramy Fine versucht dabei nicht auf den Leser zwanghaft sympathisch zu wirken. Sie gesteht ihre Fehler, Macken und Peinlichkeiten ein. Sie versucht sich nicht ins Beste Licht zu schreiben und lässt einen an ihren Gedankengängen teilhaben.
Besonders positiv empfand ich nicht nur die zahlreichen Fußnoten, wann immer Begriffe dem Leser unbekannt vorkommen konnten oder Unklarheiten aufgekommen sein könnten, sondern auch die passenden Zitate über jedem Kapitel.
Positiv:
- Die Autorin beschreibt glaubhaft ihr Innenleben und lässt einen teilhaben an all ihren Gedanken, Fehlern, Peinlichkeiten und Macken. Sie versucht nicht krampfhaft sympathisch zu wirken, was sie sympathisch macht.
- Begriffe etc. werden in Fußnoten erklärt und machen daher Google bei der Lektüre überflüssig
- Sie hat einen heiteren Schreibstil, der sich schnell weglesen lässt
- Über jedem Kapitel stehen passende Zitate
Neutral:
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Negativ:
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Fazit:
Ein Buch für all die Träumer, die sich nach einem anderen Leben sehnen und die vielleicht ein wenig Ermunterung brauchen ihre Wünsche in die Tat umzusetzen.
Drei Dinge wird man sicherlich nach dem Lesen als Lebensweisheiten verinnerlicht haben.
1. Wenn du denkst es geht nicht, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Also endlich mal loslassen und sich nicht so viele Sorgen machen.
2. Der Weg ist das Ziel und man lernt lieber den Weg zu lieben.
3. Wenn man etwas von ganzem Herzen will, werden sich Möglichkeiten und Wege eröffnen, an die man nicht einmal im Traum gedacht hätte.
Ich habe es sehr gerne gelesen



