Jerry Brotton

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Autor*in von Die Geschichte der Welt in zwölf Karten, Weltkarten und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jerry Brotton ist Professor für Renaissancestudien an der Queen Mary University of London und Experte für die Geschichte der Kartografie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jerry Brotton

Cover des Buches Die Geschichte der Welt in zwölf Karten (ISBN: 9783570011072)

Die Geschichte der Welt in zwölf Karten

(2)
Erschienen am 06.10.2014
Cover des Buches Weltkarten (ISBN: 9783831028290)

Weltkarten

(0)
Erschienen am 24.09.2015

Neue Rezensionen zu Jerry Brotton

Cover des Buches Die Geschichte der Welt in zwölf Karten (ISBN: 9783570011072)
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Rezension zu "Die Geschichte der Welt in zwölf Karten" von Jerry Brotton

M.Lehmann-Pape
Sich ändernde Weltsichten

Sich ändernde Weltsichten

"Die Sicht auf die Welt", zumindest die jeweilige, legt Brotton je seinen Betrachtungen zu Grunde.

So, wie vor 2500Jahren bereits die Menschen eine "Draufsicht" auf eine Keilschrifttafel bannten, so. wie in den Entdeckungsjahrzehnten und Jahrhunderten die Kartographen die wichtigsten Mitarbeiter waren und Schritt für Schritt die "weißen Flecken" auf den aufwändigen Landkarten der Zeit verschwanden (und wo sie noch bestanden höchsten Anreiz für Entdecker boten), so ist die "Draufsicht" auf die Welt immer auch Zeichen und Ausdruck des Verständnisses der Welt und des Umgangs mit dieser.

Wie nun zumindest zwölf maßgebliche Epochen und Gesellschaften ihre Weltsicht je auch durch die von ihnen hergestellten Landkarten und deren Nutzung ausgedrückt haben, dem geht Jerry Brotton sehr interessant und sehr anregend zu lesen in diesem Buch nach.

Die von ihm gesetzten Kapitelüberschriften (z-B Glaube, Wissenschaft, Imperium, Toleranz, Geld) und die dazu genannten Karten (von Al-Idrisi über die Hereford Karte zur Weltkarte des Diogo Ribeiro bis hin zu Google Earth) sagen zunächst dem Leser wenig bis nichts, Was sich umgehend ändert, wenn Brotton in den einzelnen Kapiteln die Zusammenhänge der Gesellschaft in ihrer jeweiligen Ausrichtung mit den entsprechenden Karten zusammenbringt.

So steht Google Earth erkennbar und klar für eine "Gesellschaft der Information", des auch virtuellen Austausches, des "demokratischen Charakters" nicht nur der virtuellen Landkarte, sondern auch des Informationszuganges und gar der Informationszugabe durch den Benutzer.

"Freie Information, wechselseitig getauscht", dafür stehen Bits und Bytes von Google Earth unter anderem.

Oder auf der anderen Seite 1655 die drei Hemisphären der Weltkarte, eingelassen im Boden des Amsterdamer Rathauses (Norden, Süden und der Himmel). Amsterdam war gar nicht explizit verzeichnet, so stark war das Selbstbewusstsein der Amsterdamer Bürger und Händler, der allseits bekannte Mittelpunkt der Welt zu sein.

Eine Karte und eine Form der Darstellung, die Brotton explizit auf die Rolle der Karten bei den vielfachen Handelsreisen und deren sich zuvor stark veränderter Form der Finanzierung zurückführt. Karten, die nun durch neue Techniken stärker vervielfältigt werden konnten.

Mit dem (durch und auf den Karten) erkennbarem Ziel, die schnellsten, sichersten und ökonomischsten Routen anzugeben. Das Geld, der Gewinn, die Ökonomie beherrschtes das Denken jener Zeit, nicht nur in Amsterdam, und das kann man aus diversen Karten jener Zeit deutlich ablesen, wie Brotton vor Augen führt.

Ähnliches gilt für das "Zeitalter des Glaubens" mit der Hereford-Karte, deren Nutzen ausdrücklich für Pilger und gläubige Menschen erkennbar ist.

Oder im Blick auf die "Weltkarte des Gerhard Mercator" von 1569 (auch der "Erfinder" des ersten Atlas), eine Karte, auf der die in der Blüte stehende Aufklärung, der Konflikt Mercators selbst mit den orthodoxen Glaubensansichten und die sich neu entwickelnde "Individualisierung" sich Ausdruck verschaffte.

"Die Menschen machen ihre eigene Geographie......unter unmittelbar vorhandenen, gegebenen und überlieferten Umständen".

Die Stärke Brottons ist es, diese "Umstände" aus den im Buch vorgestellten Karten herauszulesen und sie dem Leser sichtbar zu machen. Bis hin zu den Besonderheiten bei Google Earth, die in Feinheiten der Darstellung die Zentrierung der modernen Welt ebenso hervorhebt.

Ein interessantes Buch, in dem Brotton einen anderen Ansatz der "Weltgeschichte" verfolgt und viel Neues an Informationen und Blickwinkel vermittelt.

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