Jerzy Kosinski Der bemalte Vogel

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Inhaltsangabe zu „Der bemalte Vogel“ von Jerzy Kosinski

'Ich legte mich aufs Bett und blätterte das Buch auf, als die Uhr Mitternacht schlug. Als ich die letzte Seite las, war fünf Uhr morgens vorbei.'
Louis Begley

Dieser Roman, der 1965 zunächst in den USA erschien, hat Millionen Leser auf der ganzen Welt erschüttert. Einer von ihnen ist Louis Begley, dem das Buch 1966 in Frankreich in die Hände fiel. Es war eine Lektüre, die er nie wieder vergaß – und die ihn jetzt bewogen hat, den endlich wieder lieferbaren Weltbestseller mit einem Vorwort zu versehen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wird in Polen ein sechsjähriger Junge zu Pflegeeltern aufs Land gegeben. Er hat olivfarbene Haut, dunkle Haare und schwarze Augen. Die Bauern halten ihn für einen Zigeuner oder einen jüdischen Flüchtling. Bald nach seiner Ankunft stirbt die Pflegemutter; der Junge muss fliehen, er wird zum Ausgestoßenen. Vor ihm liegt eine Odyssee durch eine aus den Fugen geratene Welt, die geprägt ist von den Gräueln des Krieges und der Gewalt der abergläubischen Landbevölkerung.
'Der Junge im ›Bemalten Vogel‹ verkörpert das Drama unserer Kultur: Die Tragik des Verbrechens begleitet die Lebenden. Dieses Drama kann nicht an den Kriegsfronten beendet, in Häusern zerbombt, in Konzentrationslagern eingesperrt werden. Alle Überlebenden des Verbrechens tragen dieses Drama in sich, sowohl die Sieger wie die Besiegten. Der Kern dieses Dramas ist Hass.' Jerzy Kosinski

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  • Rezension zu "Der bemalte Vogel" von Jerzy Kosinski

    Der bemalte Vogel

    Masklady

    18. September 2011 um 17:19

    Inhalt: "Ich legte mich aufs Bett und blätterte das Buch auf, als die Uhr Mitternacht schlug. Als ich die letzte Seite las, war fünf Uhr morgens vorbei." Louis Begley Dieser Roman, der 1965 zunächst in den USA erschien, hat Millionen Leser auf der ganzen Welt erschüttert. Einer von ihnen ist Louis Begley, dem das Buch 1966 in Frankreich in die Hände fiel. Es war eine Lektüre, die er nie wieder vergaß und die ihn jetzt bewogen hat, den endlich wieder lieferbaren Weltbestseller mit einem Vorwort zu versehen. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wird in Polen ein sechsjähriger Junge zu Pflegeeltern aufs Land gegeben. Er hat olivfarbene Haut, dunkle Haare und schwarze Augen. Die Bauern halten ihn für einen Zigeuner oder einen jüdischen Flüchtling. Bald nach seiner Ankunft stirbt die Pflegemutter; der Junge muss fliehen, er wird zum Ausgestoßenen. Vor ihm liegt eine Odyssee durch eine aus den Fugen geratene Welt, die geprägt ist von den Gräueln des Krieges und der Gewalt der abergläubischen Landbevölkerung. "Der Junge im Bemalten Vogel verkörpert das Drama unserer Kultur: Die Tragik des Verbrechens begleitet die Lebenden. Dieses Drama kann nicht an den Kriegsfronten beendet, in Häusern zerbombt, in Konzentrationslagern eingesperrt werden. Alle Überlebenden des Verbrechens tragen dieses Drama in sich, sowohl die Sieger wie die Besiegten. Der Kern dieses Dramas ist Hass." Jerzy Kosinski (Quelle) Meinung: Zuerst möchte ich eine ernstgemeinte Empfehlung aussprechen. Lest dieses Buch nicht, wenn ihr unter 18 seid. Ich bin mir ziemlich sicher dass dieses Buch Menschen jeglicher Altersklassen erschüttert. Zur Vorgeschichte: Das Buch wurde vom Arche Verlag neu aufgelegt. Erschienen ist es 1965 in den USA. Ein ausführliches Vorwort von Louis Bengley zu Beginn der Neuauflage erklärt mehr über die Entstehung und Geschichte des Buches. Jerzy Kosinski, der Autor des Buches, hatte allesa ndere als ein leichtes Leben. Vor der Lektüre sollte man ein paar Eckdaten kennen: "Jerzy Kosinski, 1933 in Polen als Józef Lewinkopf geboren, wurde von seinem Vater nach dem Überfall der Deutschen 1939 unter falschem Namen bei einer katholischen Familie versteckt. 1957 emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Kosinski wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der National Book Award. 1991 wählte er in New York den Freitod.Quelle" Der bemalte Vogel handelt von einem zunächst 6-Jährigen Jungen, dessen Name und Nationalität nicht erwähnt werden. Seine Eltern wollen ihn vor dem zweiten Weltkrieg bewahren und schicken ihn in ein ländliches Gebiet in Polen, dessen Bewohner die Bildung und Zivilisation noch nicht vollständig erreicht haben. Der Junge hat einen dunklen Teint und wird von den Bauern und Dörflern für einen Juden oder Zigeuner gehalten. Dieser Umstand ist ausschlaggebend für das schreckliche Schicksal, welches ihn erwartet. Nach einiger Zeit stirbt die "Pflegemutter", die dem Jungen Unterschlupf gewährte und so beginnt sein Leben als Ausgestoßener, der von Dorf zu Dorf flieht. Die Bevölkerung ist abergläubisch und so wächst der Junge in dem Wissen auf, er habe den bösen Blick und sei von einem Dämonen gelenkt, da er dunkle Augen habe. Er erfährt keinen Funken Liebe und wächst auf mit der Brutalität, Abscheulichkeit und Unwissenheit der Bauern. Als die Judenverfolgung thematisiert wird, zum Beispiel, sind die Dorfbewohner erfreut darüber und der Junge denkt sich folgende, traurige Sätze: "Ich fragte mich, ob es so vieler Juden bedürfte, um Gott für den Verlust seines Sohnes zu entschädigen. (Der bemalte Vogel)" Dies denkt er voll aufrichtiger Neugier. Das Buch kommt ganz ohne wörtliche Rede aus. Obwohl der kleine Junge der ICH-Erzähler ist, fehlen Beschreibungen von Gefühlen komplett. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf die Abhärtung, die der Junge erfährt. Die ganze Geschichte wird wie aus einer neutralen Distanz erzählt, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Der Sprachstil ist sehr gewandt und gewählt. Die große Erzählkunst des Autors, der gehobene Sprachstil stehen im krassen Gegensatz zum grausamen, erzählten Geschehen. Das Buch verzichtet auf Kapitel und bietet nur vereinzelt Absätze, was ich hinderlich fand, da kaum Platz für Lesepausen bleibt und der Leser sich erst wieder eingewöhnen muss. In seiner Naivität schustert sich der Junge seine ganz eigenen Regeln zurecht, wie die Welt funktioniert. Diese überarbeitet er mit jeder neuen Erfahrung. So werden dem Leser ganz neue Sichtweisen gewährt, die mitunter für einen Klos im Hals sorgen. Der Leser ertappt sich bei dem Wunsch, dem Jungen möge wenigstens einmal etwas Gutes widerfahren. Das Buch bietet viele Lebensweisheiten und Lehren. Oft auch politischer Art. Das Buch schreibt aber keine Meinung vor, sondern bleibt neutral und distanziert. "Mensch- wie stolz das klingt! Der Mensch trägt seinen eigenen privaten Krieg in seinem Innern, den er führen und gewinnen oder verlieren muss - seine eigene Rechtsprechung (S.310, der bemalte Vogel)" Das Ende ist sehr unbefriedigend und plötzlich. In Erinnerung bleibt ein Buch, dass an vielen Stellen Tränen erforderte, das den Leser Wut, Scham, Verzweiflung, Hoffnung, Trauer und Mitleid in all deren Facetten fühlen lässt. Fazit: Der Mensch als Produkt seiner Umwelt und seiner Erziehung. Das könnte die Überschrift für eine Erörterung zu diesem Buch heißen. Ich will es nicht schönreden. der Schreibstil ist gelungen, der Inhalt aber ist sehr harter Tobak. Wer weiss, dass der sich schnell ekelt oder vor Gewaltsbeschreibungen fürchtet, sollte dieses Buch wirklich nicht lesen. Selten hat mich ein Buch so berührt und zugleich wütend gemacht. Der bemalte Vogel dient nicht zur Unterhaltung - dieses Buch zeigt traurige, unglaubliche und lebhaftige Geschichte. Stellenweise wird die Gewalt einfach zu viel. Kann ein Mensch nach so einer Kindheit überhaupt je wieder etwas Gutes fühlen? Ich habe jedenfalls keine Antwort darauf.

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