Jesper Bugge Kold

 4.3 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Wintermänner, Der Kriegstourist und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Wintermänner

Neu erschienen am 25.10.2018 als Hörbuch bei Amazon EU S.á.r.l.

Alle Bücher von Jesper Bugge Kold

Wintermänner

Wintermänner

 (15)
Erschienen am 08.12.2015
Die Mauer zwischen uns

Die Mauer zwischen uns

 (4)
Erschienen am 06.12.2016
Der Kriegstourist

Der Kriegstourist

 (4)
Erschienen am 10.07.2018
Wintermänner

Wintermänner

 (0)
Erschienen am 25.10.2018

Neue Rezensionen zu Jesper Bugge Kold

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sabrinchens avatar

Rezension zu "Der Kriegstourist" von Jesper Bugge Kold

Ein vom normalen Leben gelangweilter Gymnasiallehrer wird zum Kriegstouristen.
sabrinchenvor 25 Tagen

Von diesem Autor habe ich noch nichts gelesen.
Die Handlung ist eher eher auf Mann ausgelegt mit dem Kriegsgeschehen und teilweise spürt man beim Lesen den männlichen Einschlag.
Der Klappentext hat mich neugierig werden lassen die Geschichte trotzdem kennenzulernen.
In verständlichen Schreibstil wird auf spannende Erzählweise ein dramatischer Plot erschaffen.
Mit angenehm kurzgehaltenen Kapiteln erleben wir in der Ich-Perspektive den Hauptprotagonist Niels.
Ein vom normalen Leben gelangweilter Gymnasiallehrer wird zum Kriegstouristen.
Es spielt von Dänemark aus in verschiedene Krisenherde wie Libyen oder Syrien was in den Kapitelüberschriften deutlich nachvollziehbar gemacht wird.
Alles ist sehr detailgetreu beschrieben das man die Geschehnisse und die Orte bildhaft vor Augen hat.
Die Handlung ist sehr eindringlich, stellenweise bedrückend und wirkt stark nach.
Das Ende war verständlich aber konnte mich nicht zufriedenstellen da es zu abrupt kam.
Von mir gibt es 4 aufregende Sterne.

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lielo99s avatar

Rezension zu "Die Mauer zwischen uns" von Jesper Bugge Kold

War es tatsächlich so?
lielo99vor einem Monat

Beim Lesen des Buches fragte ich mich sehr oft, ob die Situation damals tatsächlich so schlimm war. In dem Roman geht es um einen jungen Mann, der sich nach dem Tod des Erzeugers auf dessen Spuren begibt. Die Erzählung ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt. Das ist die Gegenwart und das heißt, dass die Wege des Sohnes beschrieben sind. Die Vergangenheit beschreibt, wie es zur Empfängnis und somit zur Geburt des Jungen kam. 
Der Sohn begibt sich also auf die Suche nach seinem Erzeuger. Das klingt zunächst recht nachvollziehbar. Dieser Mensch entpuppt sich aber als Denunziant und das ist für alle, die in Westdeutschland leben durften, schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar.

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L

Rezension zu "Der Kriegstourist" von Jesper Bugge Kold

Wenn der Alltag nicht mehr reicht...
Leandra_mcvor 3 Monaten

Niels hat alles, was man für ein gutes Leben braucht: Eine Frau und zwei Kinder (ein Junge, ein Mädchen), eine Wohnung, einen Job… sogar einen Hund. Von außen schon fast die perfekte Idylle. Und trotzdem ist das alles nicht mehr genug. In der Schule versucht Niels mehr oder weniger vergeblich, den Schülern sein Fach näherzubringen und stößt dabei hauptsächlich auf Desinteresse. Zuhause ist die Tochter bereits ausgezogen, der Sohn ist mitten in der Pubertät und kaum ansprechbar und die Ehefrau hat ihr eigenes Leben und nur wenige Berührungspunkte. Vielleicht ist es diese Krise in der Lebensmitte, die Niels zwingt, innezuhalten und festzustellen, dass das alles einmal anders geplant war.

Hilfe kommt – scheinbar – in Gestalt eines ehemaligen Schulkameraden. Michael ist hauptberuflich Fotograf und an den Krisenherden dieser Welt zuhause. Zunächst soll es nur eine einmalige Sache werden. Niels muss einfach mal raus aus seinem Alltagstrott und ein Kurztrip in den Libanon scheint die perfekte Lösung. Tatsächlich fühlt er sich endlich wieder mal richtig lebendig und kehrt zunächst mit neuem Schwung in den Alltag zurück. Doch das hält nicht lange an.

Neben Niels gibt es weitere Personen, die an den verschiedenen Kriegsorten auftauchen und sich scheinbar nur wirklich lebendig fühlen, wenn sie möglichst nahe an der Gefahr sind. Während die Einheimischen verzweifelt versuchen, zu fliegen, versuchen die Protagonisten des Buches verzweifelt, in die umkämpften Gebiete hineinzukommen.

Der Autor schreibt sehr intensiv. Man kann sich die Orte sehr gut vorstellen, auch wenn man selbst nie dort war und nie ähnliches erlebt hat. Die Gedanken von Niels kann man ebenfalls sehr gut nachvollziehen, die Geschichte ist schlüssig aufgebaut und man spürt als Leser, wie das Tempo und die Intensität zunehmen bis hin zu einem verhängnisvollen und blutigen Finale. Während man mit Niels mitleidet und seinen Frust über sein Leben gut nachvollziehen kann, hat man doch auch manchmal das dringende Bedürfnis, ihn zu schütteln und wieder zur Vernunft zu bringen. Bei Michael ist die Sache etwas anders gelagert, er ist schon lange und aus Überzeugung Kriegsfotograf. Sein ursprünglicher Grund, der Welt zu zeigen, was passiert, ist im Laufe der Zeit einer professionellen Distanz gewichen. Er sieht alles, was passiert, durch die Linse seiner Kamera und nimmt so zwar oberflächlich Dinge wahr, lässt jedoch nichts wirklich an sich heran.

Ich habe bisher noch keine Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen. Dennoch denke ich, dass „Der Kriegstourist“ sich sehr gut eignet, wenn man sich für dieses Thema interessiert. Es gibt einige brutale Stellen, was aber zu erwarten war, immerhin ist der Leser an manchen Orten mitten im Krieg mit dabei. Das Buch macht nachdenklich und traurig zugleich. Nachdenklich, weil ich mich frage, was schiefläuft in unseren westlichen Gesellschaften, wenn die Menschen ihres bequemen Lebens so überdrüssig sind, dass sie lieber an einem Ort sein wollen, an dem ihnen die Kugeln um die Ohren fliegen? Und traurig, weil das Buch auf eine sehr direkte Weise mit dem konfrontiert, was in vielen Gegenden der Welt für die Menschen grausamer Alltag ist, während es für uns oft nur ein Bild in der Abendschau ist, bevor wir wieder zur Tagesordnung übergehen.

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