Jesper Bugge Kold

 4.4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Wintermänner, Der Kriegstourist und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jesper Bugge Kold

Cover des Buches Wintermänner (ISBN:9781503954700)

Wintermänner

 (16)
Erschienen am 08.12.2015
Cover des Buches Die Mauer zwischen uns (ISBN:9781503943483)

Die Mauer zwischen uns

 (4)
Erschienen am 06.12.2016
Cover des Buches Der Kriegstourist (ISBN:9782919800926)

Der Kriegstourist

 (4)
Erschienen am 10.07.2018
Cover des Buches Wintermänner (ISBN:B07HMLGNQV)

Wintermänner

 (2)
Erschienen am 25.10.2018

Neue Rezensionen zu Jesper Bugge Kold

Neu

Rezension zu "Wintermänner" von Jesper Bugge Kold

Ein authentischer Kriegsroman
NiWavor einem Jahr

Deutschland in den 1930er-Jahren. Die Brüder Karl und Gerhard haben ein gutes Leben. Doch dann reisst sie die Nazibewegung mit. Sie geraten in einen Strudel aus Systemtreue, Faschismus und Krieg, der ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht. 

"Wintermänner" ist ein zeitgeschichtlicher Roman über ein ungleiches Brüderpaar, das durch den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg einen ähnlichen Weg einschlägt. Eindrucksvoll, bedrückend und verstörend schildert Autor Jesper Bugge Kold die Lebenswege von Karl und Gerhard, die als Söhne reicher Eltern, zu stolzen Männern und später SS-Offizieren werden, und auf der Flucht vor ihrem eigenen Dasein sind.

Es gibt viele Romane über den Zweiten Weltkrieg. Meistens beschäftigen sie sich mit den offensichtlichen Opfern der Kriegsjahre. Egal ob es nun Juden, die Zivilbevölkerung oder einfache Soldaten sind - sie und ihr Schicksal werden oft in Erzählungen thematisiert.

Dieser Roman widmet sich zwei Brüdern, die auf den ersten Blick eindeutig Täter sind. Karl und Gerhard, beide SS-Offiziere, haben den Krieg aus einer anderen Perspektive erlebt. Diese Geschichte zeigt, dass auch sie Opfer der Zeit, der Widerlichkeiten und der Umstände sind.

Die Protagonisten lernt man im erwachsenen Alter kennen, genau zu der Zeit, als die Nazibewegung Fahne schwingend durch Deutschland zieht. Karl hat die Textilfabrik der Eltern übernommen, und grämt sich ein bisschen, weil er gegen Hugo Boss den Kürzeren gezogen hat. Wenigstens hat ihm das Regime mit der Produktion der regulären Wehrmachtsuniformen betraut. Hingegen geht Gerhard in seiner Mathematik-Professur auf. Er hat sein Ziel erreicht, und darf an der Universität die Freuden der Zahlen lehren. Allerdings werden die Studierenden weniger, und sein Vorgänger ist in die USA emigriert. 

Daraufhin werden die Brüder in den Sog des Nationalsozialismus gezogen. Einer steht voller Stolz an der Front und kämpft für sein Vaterland. Der andere darf die Mobilmachung überwachen, und addiert im Hintergrund. Auch wenn das Schicksal die beiden Brüder auseinanderreißt, so erleben sie die Schrecken des Krieges gleichermaßen, was aus moralisch einwandfreien Menschen Kriegsverbrecher macht.

Anfangs wusste ich nicht so recht, worauf ich mich bei diesem Roman eingelassen habe. Soll dieses Werk eine Entschuldigung für die verbrecherischen Machenschaften von SS-Offizieren sein? Ich war schon skeptisch, weil von Vornherein klar ist, auf wessen Seite man während des Lesens steht. 

Doch Jesper Bugge Kold zeigt grandioses Gespür für Grauschattierungen. Er zeichnet die Lebenswege von Karl und Gerhard, ihre Hoffnungen, Ängste und die Beweggründe, warum sie überhaupt in diese Position gekommen sind. 

Ich habe mit den Brüdern und ihrer Familie mitgefühlt. Manches Mal hielt ich den Atem an, weil ich den Gestank der Soldatenleiber nicht mehr ertragen habe. Dann musste ich mit den Protagonisten die Augen schließen, weil ihre Taten so grausam waren. Zum Ende hin waren sie und ich wie betäubt, weil wir uns dem Leben und der Rolle darin gefügt hatten.

Für mich ist "Wintermänner" ein unheimlich ergreifender Roman, der die Täter zu Menschen macht. Es gibt kein Pardon für ihre Taten. Trotzdem zeigt der Autor, wie rasch eine falsche Entscheidung den dunklen Weg zum Kriegsverbrecher bereiten kann.

Meiner Meinung nach ist "Wintermänner" ein schonungsloser Kriegs-Roman, der authentisch und absolut glaubwürdig wirkt, und den Leser mit der abscheulichen Realität des Zweiten Weltkriegs in seinen Grauschattierungen konfrontiert. 

Kommentare: 8
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Rezension zu "Der Kriegstourist" von Jesper Bugge Kold

Ein vom normalen Leben gelangweilter Gymnasiallehrer wird zum Kriegstouristen.
sabrinchenvor einem Jahr

Von diesem Autor habe ich noch nichts gelesen.
Die Handlung ist eher eher auf Mann ausgelegt mit dem Kriegsgeschehen und teilweise spürt man beim Lesen den männlichen Einschlag.
Der Klappentext hat mich neugierig werden lassen die Geschichte trotzdem kennenzulernen.
In verständlichen Schreibstil wird auf spannende Erzählweise ein dramatischer Plot erschaffen.
Mit angenehm kurzgehaltenen Kapiteln erleben wir in der Ich-Perspektive den Hauptprotagonist Niels.
Ein vom normalen Leben gelangweilter Gymnasiallehrer wird zum Kriegstouristen.
Es spielt von Dänemark aus in verschiedene Krisenherde wie Libyen oder Syrien was in den Kapitelüberschriften deutlich nachvollziehbar gemacht wird.
Alles ist sehr detailgetreu beschrieben das man die Geschehnisse und die Orte bildhaft vor Augen hat.
Die Handlung ist sehr eindringlich, stellenweise bedrückend und wirkt stark nach.
Das Ende war verständlich aber konnte mich nicht zufriedenstellen da es zu abrupt kam.
Von mir gibt es 4 aufregende Sterne.

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Rezension zu "Die Mauer zwischen uns" von Jesper Bugge Kold

War es tatsächlich so?
lielo99vor einem Jahr

Beim Lesen des Buches fragte ich mich sehr oft, ob die Situation damals tatsächlich so schlimm war. In dem Roman geht es um einen jungen Mann, der sich nach dem Tod des Erzeugers auf dessen Spuren begibt. Die Erzählung ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt. Das ist die Gegenwart und das heißt, dass die Wege des Sohnes beschrieben sind. Die Vergangenheit beschreibt, wie es zur Empfängnis und somit zur Geburt des Jungen kam. 
Der Sohn begibt sich also auf die Suche nach seinem Erzeuger. Das klingt zunächst recht nachvollziehbar. Dieser Mensch entpuppt sich aber als Denunziant und das ist für alle, die in Westdeutschland leben durften, schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar.

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