Der Kriegstourist

von Jesper Bugge Kold 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Der Kriegstourist
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L

Eine sehr intensive Lektüre über ein erschütterndes Thema.

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Inhaltsangabe zu "Der Kriegstourist"

Vom Autor des internationalen Bestsellers »Wintermänner«.

Kann man im Krieg nur Zuschauer sein? Ein ebenso fesselnder wie verstörender Roman über den verhängnisvollen Drang, wieder und wieder in aktuelle Krisenherde zu reisen.

Längst empfindet Niels für seinen Lehrerjob und seine Familie nichts als Langeweile. Da ist das Angebot seines alten Freundes Michael, der inzwischen als Kriegsfotograf arbeitet, zu verlockend: Niels kann ihn ins krisengeschüttelte Beirut begleiten. Angst und Abenteuer werden von nun an wie zu einer Sucht: Gemeinsam mit Michael reist er in weitere Kriegsgebiete – in den Libanon, nach Mali, in die Ukraine. Und überall treffen sie auf Gleichgesinnte, die ebenso fasziniert sind von der gefährlichen Mischung aus Gefahr, Gewalt und Adrenalin.
Nach einer riskanten Flucht in der Ukraine glaubt Niels, endlich genug zu haben. Er will zu Hause bleiben, auch wenn ihm die eigene Familie fremd geworden ist. Aber nach einiger Zeit verspürt er wieder die verhängnisvolle Abenteuerlust. Er packt seine Sachen und fasst einen folgenschweren Entschluss.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9782919800926
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:350 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:10.07.2018

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    Leandra_mcvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine sehr intensive Lektüre über ein erschütterndes Thema.
    Wenn der Alltag nicht mehr reicht...

    Niels hat alles, was man für ein gutes Leben braucht: Eine Frau und zwei Kinder (ein Junge, ein Mädchen), eine Wohnung, einen Job… sogar einen Hund. Von außen schon fast die perfekte Idylle. Und trotzdem ist das alles nicht mehr genug. In der Schule versucht Niels mehr oder weniger vergeblich, den Schülern sein Fach näherzubringen und stößt dabei hauptsächlich auf Desinteresse. Zuhause ist die Tochter bereits ausgezogen, der Sohn ist mitten in der Pubertät und kaum ansprechbar und die Ehefrau hat ihr eigenes Leben und nur wenige Berührungspunkte. Vielleicht ist es diese Krise in der Lebensmitte, die Niels zwingt, innezuhalten und festzustellen, dass das alles einmal anders geplant war.

    Hilfe kommt – scheinbar – in Gestalt eines ehemaligen Schulkameraden. Michael ist hauptberuflich Fotograf und an den Krisenherden dieser Welt zuhause. Zunächst soll es nur eine einmalige Sache werden. Niels muss einfach mal raus aus seinem Alltagstrott und ein Kurztrip in den Libanon scheint die perfekte Lösung. Tatsächlich fühlt er sich endlich wieder mal richtig lebendig und kehrt zunächst mit neuem Schwung in den Alltag zurück. Doch das hält nicht lange an.

    Neben Niels gibt es weitere Personen, die an den verschiedenen Kriegsorten auftauchen und sich scheinbar nur wirklich lebendig fühlen, wenn sie möglichst nahe an der Gefahr sind. Während die Einheimischen verzweifelt versuchen, zu fliegen, versuchen die Protagonisten des Buches verzweifelt, in die umkämpften Gebiete hineinzukommen.

    Der Autor schreibt sehr intensiv. Man kann sich die Orte sehr gut vorstellen, auch wenn man selbst nie dort war und nie ähnliches erlebt hat. Die Gedanken von Niels kann man ebenfalls sehr gut nachvollziehen, die Geschichte ist schlüssig aufgebaut und man spürt als Leser, wie das Tempo und die Intensität zunehmen bis hin zu einem verhängnisvollen und blutigen Finale. Während man mit Niels mitleidet und seinen Frust über sein Leben gut nachvollziehen kann, hat man doch auch manchmal das dringende Bedürfnis, ihn zu schütteln und wieder zur Vernunft zu bringen. Bei Michael ist die Sache etwas anders gelagert, er ist schon lange und aus Überzeugung Kriegsfotograf. Sein ursprünglicher Grund, der Welt zu zeigen, was passiert, ist im Laufe der Zeit einer professionellen Distanz gewichen. Er sieht alles, was passiert, durch die Linse seiner Kamera und nimmt so zwar oberflächlich Dinge wahr, lässt jedoch nichts wirklich an sich heran.

    Ich habe bisher noch keine Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen. Dennoch denke ich, dass „Der Kriegstourist“ sich sehr gut eignet, wenn man sich für dieses Thema interessiert. Es gibt einige brutale Stellen, was aber zu erwarten war, immerhin ist der Leser an manchen Orten mitten im Krieg mit dabei. Das Buch macht nachdenklich und traurig zugleich. Nachdenklich, weil ich mich frage, was schiefläuft in unseren westlichen Gesellschaften, wenn die Menschen ihres bequemen Lebens so überdrüssig sind, dass sie lieber an einem Ort sein wollen, an dem ihnen die Kugeln um die Ohren fliegen? Und traurig, weil das Buch auf eine sehr direkte Weise mit dem konfrontiert, was in vielen Gegenden der Welt für die Menschen grausamer Alltag ist, während es für uns oft nur ein Bild in der Abendschau ist, bevor wir wieder zur Tagesordnung übergehen.

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor 3 Monaten
    Süchtig nach Gefahr

    Niels ist Gymnasiallehrer in Dänemark, verheiratet, 2 Kinder und ganz schön gelangweilt von seinem mittelmäßigen Leben. Sein alter Freund Michael hingegen ist ein bekannter Kriegsfotograf, der schon in 80 Ländern war. Er lädt Niels ein, ihn nach Beirut zu begleiten. Ein Erlebnis für Niels.
    Zurück in Kopenhagen verspürt er schnell wieder die Langeweile des Alltags und folgt auch Michaels nächster Einladung nach Lybien und weitere Kriegsgebiete. Das hat auch Auswirkungen auf Niels Familienleben.
    Niels ist auch nicht der einzige Kriegstourist. Mehrere Leute sind ähnlich Getriebene. Arnaud, Nenad, Tara und David. Immer wieder treffen sie an gefährliche Orten wieder auf einander.

    Man muss nicht selbst das Verlangen nach dem Kick verspüren, um sich für diesen Roman zu interessieren. Über dieses Thema hatte ich bisher noch nichts gelesen.
    Die Besuche der verschiedenen Ländern sind spannend geschildert. Die Gefühle von Niels kann man auch verstehen, wenn man selbst keine Drang nach Kriegsgebieten hat. Ich persönlich urteile nicht darüber.
    Aber es ist absehbar, dass das seinen Preis hat und Niels irgendwann an seine persönliche Grenze stossen wird. Das passiert auch, als ein Freund getötet wird.

    Auch der Fotograf Michael hat mich als Figur interessiert. Krieg zu fotografieren ist sein Beruf, aber auch seine Leidenschaft, der Mittelpunkt seines Lebens. Er könnte wohl keinen alltäglichen Zeitungsjob mehr aushalten. Jesper Bugge Kold schafft authentische Beschreibungen eines nicht alltäglichen Berufs, der sehr auszehrend sein kann.

    Der Kriegstourist ist ein gut geschriebenes Buch, das mich aufgrund des Themas und der Art, wie der Leser an die Figuren herangeführt wird, überzeugen konnte.

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