Jesper Bugge Kold Wintermänner

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Inhaltsangabe zu „Wintermänner“ von Jesper Bugge Kold

In den 1930er-Jahren führen die Brüder Karl und Gerhard ein beschauliches Dasein in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Doch dann geraten sie gegen ihren Willen in den Sog der Nazibewegung. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, erlebt Karl als Offizier beim Nachschub das Grauen an der Front sowohl in Frankreich als auch in Russland aus nächster Nähe. Gerhard bleibt in Deutschland, ist mitverantwortlich für den Transport der Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager und steigt schließlich zum Kommandanten eines Konzentrationslagers auf.

Eine Familiengeschichte mit drastischen Erlebnissen während dem 3. Reich!

— Arun

Spannend und bewegend, in einem Rutsch fertig gelesen..

— .Steffi.

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  • Erschütternd und echt

    Wintermänner

    Suska

    18. June 2016 um 16:27

    Die beiden Brüder Karl und Gerhard leben in den 1930er Jahren ein ruhiges Leben in Hamburg. Beide halten nicht viel von der Nazi-Ideologie, ignorieren aber die jüngsten Geschehnisse weitestgehend. Trotzdem geraten sie unaufhaltsam in den Sog der Nazis. Als der Krieg beginnt, kämpft Karl in Russland an der Ostfront. Gerhard organisiert den Transport der Juden aus Hamburg und wird später sogar zum Kommandanten eines Konzentrationslagers. Im Laufe der Geschichte, durch schrekcliche Erlebnisse und sinkende Moral im Kriegsdeutschland, stumpfen beide immer weiter emotional ab und verüben selber Gräueltaten, die sie früher nicht für möglich gehalten hätten. "Karl spürte nichts mehr. Da war nur noch Leere. Nichts bedeutete mehr etwas. Alles war gleichgültig."Authentisch werden die Grausamkeiten an der Front, der unbarmherzige russische Winter, die Unmenschlichkeiten in den Konzentrationslagern und die Zerstörung des Bombenangriffs auf Hamburg geschildert. Das menschliche Leid ist greifbar.In den Kapiteln wechseln die Sichten zwischen Karl, Karls Sohn August, der ebenfalls und ganz entgegen seiner Natur an der Front kämpft, und Gerhard. Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich war zwischenzeitlich auch kurz davor, das Buch wegzulegen. Ich wollte nicht noch mehr Grausames lesen, denn ich wusste genau, was kommt. Und immer wieder habe ich mich gefragt: Wie hätte ich mich verhalten? Es ist einfach, die Menschen und ihre Taten heutzutage im Nachhinein zu verurteilen. Aber wenn man vor der Wahl steht, mitzumachen oder zu sterben, was würde man wirklich tun? Karl und Gerhard haben nicht den Mut, sich gegen die Ideologie, gegen das System zu stellen. Hätte ich ihn gehabt?Es ist ein erschütternder, bewegender Roman, der die Grausamkeiten des Krieges unbarmherzig schildert. Nichts für schwache nerven, aber großartig recherchiert und eine Empfehlung für alle, die sich mit diesem Stück deutscher Geschichte auseinander setzen wollen.

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  • Erschütterndes Stück deutscher Geschichte

    Wintermänner

    buchjunkie

    In den 1930er-Jahren führen die Brüder Karl und Gerhard ein beschauliches Dasein in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Doch dann geraten sie gegen ihren Willen in den Sog der Nazibewegung. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, erlebt Karl als Offizier beim Nachschub das Grauen an der Front sowohl in Frankreich als auch in Russland aus nächster Nähe. Gerhard bleibt in Deutschland, ist mitverantwortlich für den Transport der Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager und steigt schließlich zum Kommandanten eines Konzentrationslagers auf. Zwei Brüder, die nichts von der Nazi-Ideologie halten, und doch unaufhaltsam in den Sog von Hitlers Wahnsinn geraten- diese Geschichte hat mich bewegt. Und oft hab ich mich gefragt, wie ich gehandelt hätte.  Der Autor hat großartig recherchiert. Geschichtliches ist korrekt wiedergegeben und auch die Grausamkeiten des Krieges werden ungeschönt erzählt. Und vieles war so unvorstellbar grausam und brutal, da kann kein Psychothriller mithalten.  Auch Karl und Gerhard verüben Greueltaten, aber man kann ihre Zwangslage verstehen. Und jeder von ihnen hat seine eigene Art, damit umzugehen. Das Buch ist hervorragend geschrieben und erzählt eine Geschichte, die so oder so ähnlich tatsächlich stattgefunden hat.  Die Kapitel wechseln sich ab. Es wird aus Karls und Gerhards Sicht abwechselnd  erzählt, aber einige Kapitel handeln auch von August, Karls Sohn, der an der Front kämpft. Dadurch blieb die Lust zum Weiterlesen fortlaufend bestehen.  Der Autor beschreibt detailgetreu und wortgewandt. Der russische Winter an der Ost-Front, das Lagerleben im Konzentrationslager, das ausgebombte Hamburg- es entstanden deutliche Bilder vor meinem geistigen Auge.  Ein bewegender , erschütternder , sehr guter Roman über die schlimmste Zeit der Deutschen!Ein Buch, das zeigt, was Krieg aus Menschen macht!  Überaus empfehlenswert!

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