Jess Jochimsen

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Jess Jochimsen

Lebenslauf von Jess Jochimsen

Jess Jochimsen wurde im Jahr 1970 in München geboren. Jochimsen machte im Jahr 1990 sein Abitur und studierte von 1991 - 1997 Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität Freiburg Seit 1992 tritt er alleine oder im Duo mit Sacha Bendiks als Kabarettist auf allen bekannten Bühnen im deutschsprachigen Raum auf. Er war bereits zu Gast in vielen Fernsehsendungen wie zum Beispiel dem "Quatsch Comedy Club". Seine Freizeit verbringt er gerne mit dem Fotografieren trauriger Dinge, er liebt es diese vorzuführen oder Bücher damit zu bebildern. Jochimsen lebt heute in Freiburg.

Neue Bücher

Abschlussball
 (14)
Erscheint am 26.10.2018 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

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Jess Jochimsen"Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?"
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"Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?"
"Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?"
 (48)
Erschienen am 01.09.2012
Jess JochimsenDas Dosenmilch-Trauma
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Das Dosenmilch-Trauma
Das Dosenmilch-Trauma
 (47)
Erschienen am 01.10.2000
Jess JochimsenFlaschendrehen oder: Der Tag, an dem ich Nena zersägte
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Flaschendrehen oder: Der Tag, an dem ich Nena zersägte
Jess JochimsenBellboy oder: Ich schulde Paul einen Sommer
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Bellboy oder: Ich schulde Paul einen Sommer
Bellboy oder: Ich schulde Paul einen Sommer
 (22)
Erschienen am 01.04.2012
Jess JochimsenAbschlussball
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Abschlussball
Abschlussball
 (14)
Erschienen am 26.10.2018
Jess JochimsenWas sollen die Leute denken
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Was sollen die Leute denken
Was sollen die Leute denken
 (7)
Erschienen am 01.11.2011
Jess JochimsenDanebenLeben
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DanebenLeben
DanebenLeben
 (7)
Erschienen am 01.11.2007
Jess JochimsenLiebespaare, bitte hier küssen!
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Liebespaare, bitte hier küssen!
Liebespaare, bitte hier küssen!
 (3)
Erschienen am 01.05.2013

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Neue Rezensionen zu Jess Jochimsen

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PetrovaFires avatar

Rezension zu "»Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«" von Jess Jochimsen

Spitzzüngig, aber äußerst unterhaltsam
PetrovaFirevor 6 Monaten

Ursprünglich veröffentlicht auf Books on Fire
https://www.booksonfire.de/2018/04/rezi-jess-jochimsen-mama-und-papa-hatte-ich-nicht.html

Zitat
"'Petting statt Pershing!' O Mann! Petting kannte ich, das hatte es ja eben erst gegeben, in der Früh, live daheim. Angesichts dessen musste Pershing etwas Grauenvolles sein. So lief sie ab, meine politische Grunderziehung: Bettlaken einsauen, beschriften und dann stundenlang in der Öffentlichkeit demonstrativ hochhalten." - Kapitel "Friede, Freude, Eiersuchen", Seite 61-62.

Meine Meinung
Bei " »Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«: Das Dosenmilch-Trauma & andere Geschichten eines 68er-Kindes" handelt sich um eine Neuauflage des bereits 2000 erschienenden Buchs "Das Dosenmilch-Trauma: Bekenntnisse eines 68er Kindes"* von Jess Jochimsen zum 50jährigen Jubiläum der 68er Bewegung. Ich persönlich bin allerdings erst durch die Frühjahrsvorschau von dtv auf das Buch aufmerksam und vorallem wegen des Titels neugierig geworden.

Das Buch ist in einem lockeren, aber packenden Schreibstil verfasst. Der Humor kommt sehr gut rüber, was in Schriftform gerne mal daneben gehen kann. Selbst Geschichtsmuffel, die sich nie mit den 68ern auseinandergesetzt haben, kommen hier auf ihre Kosten.

Das Buch teilt sich in mehrere kleine Kapitel sowie einseitige Zwischenschübe mit jeweils einem mehr oder weniger dazu passenden Bild dazu auf. Es gibt immer wieder einzelne widerkehrende Elemente, wie Jess' ewige Jugendliebe, aber an sich wäre jedes Kapitel auch für sich alleinstehend lesbar. Ideal also für den kleinen Schmunzler zwischendurch.

Jedoch muss ich mir auch ein wenig Kritik erlauben. Wie bereits erwähnt, trifft der Humor zwar zumeist meinen Zahn, aber er ist auch an einigen Stellen daran vorbeigeschlittert. Hier wirkte es für mich so als würde der Autor sich vom humoristischen ins literarische wegbewegen wollen. Leider scheiterte für mich dieses Experiment. Da aber, wie gesagt, jedes Kapitel einzeln lesbar ist, könnte man theoretisch diese Teile einfach überspringen, wenn sie einem ebenfalls nicht gefallen.

Fazit
"»Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen«: Das Dosenmilch-Trauma & andere Geschichten eines 68er-Kindes" ist ein gelungener, spitzzüngiger, aber durchauch lustiger Rückblick auf Jess Jochimsens - oder sollte ich Jens Joachim sagen? - Kindheit zwischen Althippies und Dosenmilch. Hier und da gibt es kleinere Schwächen über die man aber im Größeren doch hinweg sehen kann.

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Literatur-Universums avatar

Rezension zu "Abschlussball" von Jess Jochimsen

Das gewesene Leben
Literatur-Universumvor 7 Monaten

Marten ist ein junger Greis. Bereits als Jugendlicher träumt er von der Pension. Nach dem Abitur bekommt er seine ersten grauen Haare. Seine groteske Lebenseinstellung führt dazu, dass er weder Freunde noch Ziele im Leben hat. Das stört ihn jedoch auch nicht. Am liebsten würde er den ganzen Tag zu Hause bleiben und im Nichtstun versinken. Nach dem Tod seiner Mutter lernt er Trompete zu spielen, weil es ihr letzter Wille war. Es ist die Einzige Beschäftigung, die ihm kurzfristig eine Geschichte in seinem Leben bringt. Nachdem er seinen Lehrjob als Bibliotheksassistent verliert, weil er die Bücher dem Leben vorzieht, begegnet er Berger. Dieser führt ein Bestattungsinstitut. Der Tod, der Marten immer schon näher war als das Leben, wird nun auch sein neuer Begleiter in seinem Job. Es ist jedoch nicht jener, der ihm Glanz in sein Leben bringt, sondern eine ominöse Todesnachricht: Wilhelm Schocht ist gestorben. Ein ehemaliger Schulkollege, der absoluter Mädchenschwarm war und über Nacht damals reich wurde und verschwand. Wilhelm fragt sich, warum sich er das Leben genommen hatte und nicht ein Loser, wie er es ist. Diese Gedanken und ein plötzliches Lebenszeichen von Wilhelm verändern sein Leben, ja flößen ihm neue Lebensenergie ein.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Diese Beschreibungsform führt dazu, dass man sich noch filigraner in die Deutungspositionen der Figur hineinversetzen kann. Oftmals entwickelt sich der Wille dem Protagonisten zuzuschreien, sich aufzubäumen und eine Perspektive zu schaffen. Der Roman legt keine Utopien vor, sondern erzählt von denjenigen, um die es normalerweise nie geht. Die Figuren fühlen, leben und verfangen sich oftmals im Netz der Nutzlosigkeit. Der Autor Jess Jochimsen hat ein gutes Buch geschrieben über Menschen, die manchmal einen Anstoß ins Leben brauchen, um aus der Apathie aufzuwachen.

Die Sprache ist in keiner allzu großen Bildlichkeit verhaftet. Prägnant und in einfachen Sätzen wird die Handlungsebene behandelt. Die Nebenfiguren spielen eher eine künstliche Rolle. Sie nehmen keine expliziten Formen an, werden auch nicht gesondert beschrieben.


Neben dem großen Schauplatz: Begräbnis, ist ansonsten nur wenig von der Welt zentral und einwirkend. Der Abschlussball als Metapher für etwas Gewesenes ist ein raffinierter Schachzug des Autors. Es fehlt jedoch die stufenweiße aufgebaute Spannung und Hinwendung zur Sinngebung der Anekdote. Oftmals verkommen die Gedanken und bleiben rudimentär, als wüsste der Erzähler nicht mehr, was er erzählen müsste, um noch wieder weiterzukommen. Was äußerst schade ist, weil der Stoff und die Intention der Geschichte eine äußerst gute ist.

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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Abschlussball" von Jess Jochimsen

Skurril, makaber, genial
Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr

Marten ist Friedhofsmusikant. Er trompetet bei Beerdigungen und kann sich im Grunde nichts Schöneres vorstellen. Um die zwanzig hat er bereits eine Ausbildung als Bibliothekar und ein „Standardleben“ hinter sich, dem er entflohen ist. Eigentlich könnte alles immer so weiter gehen, wäre da nicht die Beerdigung eines ehemaligen Mitschülers, ein Haufen Geld und eine Unruhe, die ihn nicht so schnell loslässt.
Abschlussball ist ein moderner Entwicklungsroman par excellence. Nach einem Einstieg rekapituliert Marten seine Kindheit und Jugend. Gleichzeitig ist es genau der Gegenentwurf zu einem Entwicklungsroman, denn damals schon fühlte er sich schrecklich alt. Schwermut, Nachdenklichkeit, der Wunsch, Nichts zu tun, wirklich nichts. Er hat Gelenkschmerzen, graue Haare, die Physiologie gleicht sich seiner „alten“ Seele an. Und ja, natürlich steckt da viel dahinter. Schnell wird klar, dass Marten depressiv ist. Er hat Zusammenbrüche, bräuchte Hilfe, alles drum und dran.
Der Leser muss aufmerksam sein, um das zu entschlüsseln. Marten ist sehr introvertiert, er erzählt die Geschichte und blickt ganz anders auf sich, als sein Umfeld das zwischen den Zeilen tut. Während er die Musik als Mittel des Ausdrucks und Verbundenheit zu seiner Mutter nutzt, sich seine Welt in Improvisationen versucht zu erspielen, gibt es nur wenige echte Verbindungen in seinem Leben. Seine Schwester, die eben da ist, sein Vater, der langsam verschwindet.
Jess Jochimsen zeigt einen ungewöhnlichen Helden, der dadurch besticht, dass er gar kein Held sein will. Als Marten Bücher „entdeckt“ verliert er sich in den Geschichten, weil er gar keine eigenen Abenteuer erleben will. Keinen Wundert es mehr, als ihn, dass er durch den Tod des ehemaligen Mitschülers so durchgerüttelt wird. Vielleicht auch, weil Marten zuletzt ihre Verbindung sieht. Wilhelm, in der Schule das Gegenteil von Marten, beliebt, gute Noten, überall dabei – und plötzlich verschwunden. Dass es eine andere Art, eine andre Ausprägung des gleichen Übels ist, wird nie benannt, es ist eine der Feinheiten des Romans.
Eine winzige Handlung ist es dann, die Marten mitreißt. Weil er hofft, dass Wilhelms Geschichte anders verlaufen ist, aber auch, weil er insgeheim immer wieder auf seine eigene schielt. Dass der Leser auch das nicht vor den Latz geknallt bekommt, sondern selbst erlesen muss, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Es steht alles da, wir müssen es nur erkennen. Die vielen Anspielungen, von Romanen über Figuren, von Metaphern über Strukturen, haben mich ehrlich restlos begeistert.
Und natürlich der Inhalt selbst. Marten, der sich plötzlich in einem geheimen Keller wiederfindet, der sich verliebt zum ersten Mal jung fühlt, der das erste Mal die Grenzen von München übertritt. Und alles zirkelt immer wieder um seine Erkenntnis, die ihm bevorsteht. Der Leser ahnt es, sieht es kommen, rätselt dennoch. Dass der Roman selbst zyklisch verläuft, ist ein besonderes Schmankerl.
Es gibt Bücher, die mich begeistern, weil sie mich abholen. Solche, die mich faszinieren, weil sie so dicht sind. Bücher, die mich unterhalten, zum Lachen bringen, zum Nachdenken, zum Nicken. Sehr wenige schaffen das alles auf einmal. Jess Jochimsens Abschlussball gehört definitiv dazu!

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