Jess Kidd Der Freund der Toten

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Inhaltsangabe zu „Der Freund der Toten“ von Jess Kidd

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören …

Nicht wie erwartet eine besondere, mystische Geschichte. Alles blieb sonderbar platt. Konnte mich nicht überzeugen.

— Schmiesen

Eine gute Mischung aus Thriller- und Fantasy-Elementen, lesenwertes Buch

— dinatalia85

Eine phantasievolle, etwas verrückte Geschichte, letztlich auch spannend und ganz wundervoll erzählt!

— FrolleinJott

Skurril, spannend, charmant!

— lizlemon

Eine Sprache, die in ihren Bann zieht - dennoch war ich am Ende vom Buch ein wenig enttäuscht.

— MissStrawberry

Wundervoll und schräg

— raven1711

Schaurig schön

— buchernarr

Skurrile Typen und witzige Dialoge

— judosi

Witzig, skuril und spannend. Ein toller Debütroman!

— BloodyTodd

Ein toller Roman, der mit seinem feinen Humor und Leichtigkeit zu überzeugen weiß. Die Toten machen das Buch zu etwas besonderem.

— AnjaSc

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-Leselust-

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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  • Der Freund der Toten

    Der Freund der Toten

    dinatalia85

    18. September 2017 um 14:59

    Der Debütroman 'Der Freund der Toten' von Jess Kidd beginnt im Jahre 1950 mit der Beschreibung eines grausamen Mordes an einer jungen Mutter. Anschließend vergräbt der Täter die Frau und will das Baby auch töten. Doch das Kind wird auf gespenstige Weise von den Pflanzen überwuchert und von Tieren versteckt, auch der Mörder kann es nicht mehr finden. 26 Jahre später, im Jahre 1976, taucht der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony, in seinem Heimatdorf Mulderrig. Von diesem Ort erfuhr er erst seit ein paar Tagen aus dem Brief, der er nach dem Tod einer Schwester aus seinem Waisenhaus bekommen hat. Der Brief lag in seinem Körbchen lag, als er 1950 ausgesetzt wurde. Der junge Mann in Mulderrig etwas über seine Mutter herausfinden, verrät zunächst den Bewohnern nichts über seine Herkunft. In diesem abgelegen Ort erscheinen immer wieder die Tote als Geister, welche Mahony sehen und mit denen er sogar kommunizieren kann. Einige sind farbloser als andere, manche sind aufgebracht, andere sind verwirrt und wissen anscheinend noch nicht, dass sie tot sind. Ab und an passiert etwas Übernatürliches. Diese Geschehnisse werden nebenbei erwähnt, als wäre es nichts Besonderes. Ich fand das Buch unterhaltsam, wenn auch etwas ungewöhnlich. Mir gefiel allerdings die Mischung aus Thriller- und Fantasy-Elementen sehr gut. Der Schreibstil der Autorin überzeugte mich durch die bildhaften und aussagekräftigen Beschreibungen und die flüssige Erzählweise.

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  • Fesselnde Geschichte, die verzaubert

    Der Freund der Toten

    lizlemon

    08. August 2017 um 21:22

    „Der Freund der Toten“ hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Autorin Jess Kidd vereint eine spannende Geschichte um einen brutalen Mord mit magischen Elementen und einem wunderbar poetischen und schwarzhumorigen Stil. Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem die Autorin unmissverständlich klarmacht, dass 1950 ein Mord geschehen ist. Doch die Einwohner des irischen Dorfes Mulderrig verweigern sich der Realität und möchten die Vergangenheit am liebsten vergessen – alle haben dabei ihre eigenen Motive. 26 Jahre später kommt Mahony, der Sohn der Ermordeten, zurück an den Schauplatz des Geschehens, um herauszufinden, was mit seiner Mutter passierte. Er wuchs in einem Waisenhaus in Dublin auf und besitzt nur ein Foto von seiner Mutter, aber keine Erinnerung an sie. Das Besondere: Mahony kann als einziger die Geister der Toten sehen. Diese kommunizieren aber nicht so, wie er es sich wünscht, weshalb er auf die Hilfe der Lebenden angewiesen ist. In Mulderrig trifft er zahlreiche schräge Charaktere. Je näher Mahony der Wahrheit kommt, desto dramatischere Dinge geschehen… Die Geschichte und die vielschichtigen Charaktere haben mich absolut gefesselt. Auch die übernatürlichen Elemente gefielen mir sehr gut, da sie hervorragend zu der düsteren Stimmung des Buches passen. Gleichzeitig finde ich es gut, dass keiner der Charaktere zaubert oder irgendeine andere übernatürliche Gabe hat. So erhält sich die Geschichte trotz der Geister irgendwie ein realistisches Gefühl. Trockener Humor lockert das Buch immer wieder auf und Jess Kidds Stil mit den poetischen Metaphern und dem ungewöhnlichen Sprachgebrauch ist einfach wunderbar. Die Autorin hat mit „Der Freund der Toten“ ein starkes Debut vorgelegt und ich freue mich schon jetzt auf ihre folgenden Romane.

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  • Herrlich skurrile Geschichte mit liebenswerten Charakteren!

    Der Freund der Toten

    leni-klaudi

    07. August 2017 um 23:29

    Auf das Buch aufmerksam wurde ich durch das fröhlich bunte Cover, das aber durch den schwarzen Hintergrund auch etwas dunkles, geheimnisvolles hat. Und genau dieses Cover passt hervorragend zur Stimmung des Buches. Bereits der Anfang der Geschichte konnte mich fesseln. Wir erleben hautnah, wie Mahonys Mutter auf brutalste Weise von ihrem Mann ermordet wird. Mahony ist zu der Zeit ein kleines Baby und erlebt alles mit. Wie durch ein Wunder kommt er mit dem Leben davon. 26 Jahre später, in den 70er Jahren taucht der gutaussehende Mahony in Muldering, dem Heimatort seiner Mutter Orla auf. Den Einwohnern fällt die Ähnlichkeit zu Orla sofort auf. Mahony, der als Kind in einem Waisenhaus in Dublin aufgewachsen ist, hat dort einen alten Brief seiner Mutter erhalten und möchte nun herausfinden, was damals geschehen ist. Die Einwohner des kleinen Dorfes halten sich allerdings bedeckt und so braucht Mahony Hilfe und das nicht nur von den Lebenden, sondern auch von den Toten. Der Schreibstil von Jess Kidd hat mir sehr gut gefallen! Sie versteht es Personen, Orte aber auch Situationen so bildgenau darzustellen, dass man das Gefühl hat mittendrin zu sein. Selbst skurrile Augenblicke erscheinen wie selbstverständlich und machen ihre Geschichte zu etwas Besonderem. Jess Kidd hat einen aus der Masse herausstehenden Roman geschrieben, der vor allem durch seine Charaktere besticht. Mahony, Mrs Cauley und auch die vielen Toten sind zum Teil ziemlich schräg, dafür aber auch umso liebenswerter! Auch die Atmosphäre eines mystischen und und zauberhaften Irlands wurde hervorragend eingefangen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mir gefiel die außergewöhnliche Idee der Autorin und auch die Stimmung, die vor allem durch die Charaktere geschaffen wurde. Sollte Jess Kidd noch ein Buch schreiben, dann würde ich es auf jeden Fall lesen wollen!

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  • Irische Geister in einem außergewöhnlichen Dorf

    Der Freund der Toten

    MissStrawberry

    05. August 2017 um 14:46

    Mahony dachte sein ganzes Leben, seine Mutter hätte ihn aus egoistischen Gründen vor einem Heim abgelegt. Mit 26 erhält er jedoch eine Nachricht, die alles verändert. Also macht er sich auf den Weg ins irische Mulderrig, seinem Geburtsort. Dort sorgt er für ordentlich Wirbel, denn er verfügt, ganz wie seine Mutter, über eine ganz besondere Ausstrahlung – und über eine Fähigkeit, die nicht jedem gefällt. Die alte Mrs. Cauley, die sowieso gern provoziert, nimmt sich Mahony und der Recherche liebend gern an. Und so sind bald alle Einwohner auf irgendeine Art an Mahony interessiert.Das Buch liest sich sehr interessant. Die Sätze sind teils fast schon Poesie. Immer wieder finden sich Passagen, die urkomisch sind, obwohl sie im Grunde einfach nur Tatsachen schildern. Aber auch irrwitzige Stellen finden sich zuhauf. Das ganze Buch ist im Präsens gehalten und schon allein diese Tatsache ist oft ein Grund, warum ein Buch etwas schwerer verdaulich ist. Aber Jess Kidd (was für ein Name! Schon der ist besonders und auffällig, wie sollte dann ihr Buch schnöde und Durchschnitt sein?) hat mich von Anfang bis Ende mit ihrer Sprache in ihren Bann gezogen. Passt dieser Stil zu Irland? Ein wenig schon. Passt er zur Story? Auf alle Fälle! Dennoch … insgesamt verliert sich die Autorin in eine unplausible und arg konfuse Story. Da mir die einzelnen Situationen aber sehr gut gefielen, macht das eine Bewertung ein wenig schwierig.Die Stimmungen wurden wunderschön eingefangen. Auch die Charaktere gefallen mir ausnehmend gut – sowohl die Sympathieträger, als auch die Kotzbrocken. Die einzelnen Aktionen, die sich einige einfallen lassen, sind unterhaltsam und sprühen fast schon märchenhaften Witz aus. Eine Mischung aus wahrem Leben und irischer Mystik eben. Dennoch … meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Schon der Titel hat mich ein wenig auf die falsche Spur gebracht. „Der Freund der Toten“ hat bei mir die Assoziation zweier Personen hervorgerufen: eine Tote und deren Freund. Gemeint ist hier jedoch, dass Mahony der Freund quasi aller Toten ist, mit ihnen kommuniziert und sie wahrnimmt. Der Originaltitel „Himself“ ist nicht wirklich besser getroffen. Nun denn! Die Szenen mit den Toten sind wunderbar. Davon hätte ich so viel mehr lesen können, da steckt viel Potenzial drin. Nur leider … kommen diese Szenen dann doch zu kurz. Und die Frage bleibt: warum sieht Mahony gewisse Tote nicht? Sind die gar nicht tot? Oder hat es einen anderen Grund? Und warum helfen ihm die Toten nicht viel mehr? Zumindest für mich hat sich das im Laufe der Story nicht erklärt.Für mich bleiben am Ende auch einfach zu viele Fragen offen. Mag sein, dass ich die Antworten schlicht einfach nicht erkannt habe, denn hin und wieder ist die Erzählweise doch ein wenig orakelig und verlangt vom Leser doch so einige Gehirnakrobatik. Das ist an sich nicht schlecht, dennoch ist es ein weiterer Tropfen im Fass der Punktabzüge. Warum heißt unser Held eigentlich Mahony? Die Antwort darauf muss mir entgangen sein.Obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen habe und an keiner Stelle gelangweilt (an einigen aber arg geschockt) war, bin ich am Ende etwas enttäuscht. Es fehlt etwas. Es ist nicht befriedigend. Dennoch will ich mehr von dieser Autorin lesen. Und so bleiben am Ende drei Sterne für „Der Freund der Toten“.

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  • Wundervoll und schräg

    Der Freund der Toten

    raven1711

    01. August 2017 um 14:41

    Rezension Jess Kidd - Der Freund der Toten Klappentext:Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören …Meinung:Wir befinden uns in Irland, mitten in den 1970er Jahren und begleiten den jungen Mahony, der in das Dorf seiner Mutter zurückkehrt. Diese verschwand 1950 von einem Tag auf den anderen, Mahony selber wuchs im Waisenhaus auf und nun kehrt er zurück, um herauszufinden, was mit seiner Mutter geschah. Doch seine Ankunft wird nicht von allen Einwohnern gerne gesehen. Und so kommen nach und nach alte Geschichten wieder ans Tageslicht und die Emotionen und unterdrückte Gefühle kommen hoch, nicht immer zum besten der Beteiligten.Ich bin ja eigentlich nicht so der Krimi-Fan. Aber an dieser Geschichte hat mich einfach gereizt, dass es hier nicht um einen typischen Ermittler-Krimi geht, sondern persönlichere Motive im Vordergrund stehen. Hier ist keiner fehlerlos und es gibt keinen klassischen Ermittler, sondern die Geschichte rekonstruiert sich aus den Ereignissen rund um das Auftauchen von Mahony. Alte Gefühle kochen hier hoch, alte Geschichten werden zurück in Erinnerung gebracht und das stimmige Miteinander der Figuren macht richtig viel Spaß beim Lesen.Man merkt dem Roman an, dass er von seinen wirklich gut ausgearbeiteten Charakteren lebt. Hier ist nichts schwarz auf weiß, weder bei den Lebenden, noch bei dem Toten. Und auch wenn die Grundthematik eher tragisch und spannend ist, so finden sich hier aber auch viele verrückte Momente und kauzige Figuren wieder, die die Geschichte auflockern und so das Lesen zu einem spannenden und unterhaltsamen Vergnügen machen. Das Rätseln, wer nun letztendlich für das Verschwinden von Mahonys Mutter verantwortlich ist, fesselt einen an den Roman, der neben den verrückten Figuren auch so manche Überraschung bereit hält. Fazit:Ein rundum gelungener Krimispaß, der ohne nervigen Ermittler auskommt, dafür viel Humor und einigem Spuk bietet und eine gut durchdachte, fesselnde Geschichte bereit hält.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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  • Schaurig schön

    Der Freund der Toten

    buchernarr

    01. August 2017 um 13:52

    29.07.2017 – 13:29Von büchernarrEin wirklich lesenswertes Buch mit einem aussergewöhnlichen, besonderen Schreibstil, der Jess Kidd sicherlich zu einer Schrifstellerin ernennen wird über die noch in Zukunft viel gesprochen wird. Mahony, in einem Waisenhaus aufgewachsen macht sich auf der Suchen nach den Spuren seiner Mutter, als er erfährt, dass er aus einen irischen Dorf namens Mulderrig stam. Doch die Dorfbewohner sind alles andere als erfreut über sein Erscheinen. Geheimnisse werden gut gehütet und die einzige die zu ihm hält ist die etwas eigenartige Mrs. Cauley, mit der er sich aber letztendlich anfreundet. Ausser ihr sind da aber boch die Toten, die sich mit Mahony ihre Scherze erlauben, ihm aber doch im Endeffekt helfen. Denn Mahony hat die Gabe mit den Toten in Kontakt treten zu können. Ungewöhnlich, skurril und mit einer Prise schwarzen Humor wird dieses Buch zu einen einmaligem Erlebnis!

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  • Ungwöhnlich und gut

    Der Freund der Toten

    judosi

    30. July 2017 um 23:20

    Das Cover hat mich neugierig gemacht, der Klappentext hörte sich sehr interessant an. Und ich wurde mit einer ungewöhnlichen und guten Geschichte überrascht. Hippie Mahony hat immer geglaubt, seine Mutter hätte ihn einfach aus Desinteresse im Waisenhaus ausgesetzt. Er viele Jahre später bekommt er einen Brief, der alles ändert. In einem irischen Dorf macht er sich mit Hilfe von Toten auf die Suche nach seiner Vergangenheit und den Hintergründen, warum ihn seine Mutter nicht mehr wollte. Der Schreibstil ist gut, bildhaft und Hippie eine symphatische Hauptfigur. Wer einen unterhaltsamen Roman mit skurrilen Typen, witzigen Dialogen für einpaar tolle Lesestunden sucht, ist mit diesem Buch bestens beraten.

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  • Die Vergangenheit der Toten ...

    Der Freund der Toten

    BloodyTodd

    19. July 2017 um 23:17

    Klappentext: Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören … Meine Meinung: Dieser Roman ist das erste Werk der britischen Autorin Jess Kidd, die selbst eine Zeit lang in Irland gelebt hat. Sie zeigt uns das Irland in den späten Siebzigern, wo die katholische Kirche ihren strengen Einfluss hegt und der Aberglaube nicht vergessen ist. Dabei begleiten wir Mahony, einen sechsundzwanzigjährigen Waisen, der seine Wurzeln sucht und dabei in das Dorf Muldering zurück kehrt, in dem er geboren und seine Mutter verjagt wurde. Er will wissen was genau seiner Mutter wiederfahren ist, wer sein Vater ist und was die Dorfbewohner zu verheimlichen haben. Dabei begegnet er vielen Menschen – die einen verschrobener als die anderen. Da haben wir den Barbesitzer Tadgh, der sich unsterblich und ebenso hoffnungslos verliebt hat. Bridget Doosey, die ebenso makaber wie verrückte Haushälterin des Priesters. Den Priester Father Quinn, der ebenso erwünscht ist wie ein Tripper. Und viele weiter Dorfbewohner, die sich gegenseitig das Leben schwerer machen, als es eigentlich ohnehin schon ist. Unterstützt wird Mahony in seinem Vorhaben besonders von der seltsamen Mrs. Cauley, die ebenfalls ein Zimmer in seiner Pension gemietet hat. Sie ist eine ehemalige Schauspielerin, die mit ihrem alljährlichen Theaterstück in Muldering Geld für die Kirche sammelt – auch wenn ihre Stücke nicht immer den frommen Wünschen eben dieser Kirche entsprechen – und von Shauna, die Besitzerin der Pension und (mehr oder weniger) Haussklavin von Mrs. Cauley. Auch wenn sie alle ein seltsamer Haufen sind, so ist Mahony selbst doch das i-Tüpfelchen auf all dem. Denn er ist besonders. Er kann die Toten sehen. So haben wir eine Geschichte, die uns nicht nur über das harte Leben der Iren aufklärt und uns dabei unvermittelt immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wir haben auch einen Schuss Fantasy in dem Buch, der die ganze Geschichte nur noch ein bisschen abgedrehter macht. Jess Kidd versteht sich darauf, immer mehr Fragen aufzuwerfen, immer mehr von ihren Charakteren zu verlangen, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es war durchweg spannend und steigerte sich bis zum Ende hin doch noch immer mehr. Auch wenn dieses Buch ihr erster veröffentlichter Roman ist, so ist ihr Schreibstil nahezu perfekt. Sie benutzt sehr viele amüsante und wunderbare Vergleiche, beschreibt ihre Figuren mit warmen Worten. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte gar nicht mehr hinaus. Fazit: Dieses Buch hat mich daran erinnert, warum ich lesen so liebe. Eine spannende, verrückte und wunderschöne Geschichte über die Toten an der irischen Küste. Zitat:“Wenn die Toten versuchen, sich an etwas zu erinnern, bemühen sich die Lebenden umso mehr, es zu vergessen, das ist eine allgemein uneingestandene Wahrheit.”(S. 200)

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  • Tolles Debüt!

    Der Freund der Toten

    Buchliese

    11. July 2017 um 09:37

    Der Prolog führt den Leser ins Jahr 1950. Mahony, der 26 Jahre später aus einem ihm zugespielten Brief erfahren wird, wie sein wirklicher Name ist, ist gerade erst geboren, als seine Mutter brutal aus dem Leben geprügelt wird. 1976 sieht er seine Mutter auf einem Foto. Fast noch ein Kind, hält sie ihn behutsam auf dem Arm. Mahony macht sich mit Sack und Pack auf die Suche nach den Spuren seiner Herkunft. Entspannt macht er sich auf nach Mulderrig, um in Erfahrung zu bringen, warum er und seine Mutter getrennt wurden, und findet in Mrs Cauley rasch eine Verbündete. Die thront in der örtlichen Pension in einem Zimmer voller Bücher und Zeitschriften auf ihrem Bett, das sie nur mit Hilfe ihres Gehwägelchens verlassen kann. Alljährlich inszeniert die alte Dame das unkonventionelle Theaterspektakel im Dorf. Und wie sich das der gemeine Leser vorstellt, halten alle Dorfbewohner auch beinhart zusammen. Ein Verbrechen? In ihrem Dorf? Unmöglich! Aber nach und nach tauchen die Untoten auf, die für Mahony nach und nach die Schleier der Vergangenheit lüften. Jess Kidd erzählt von einem Mann, den man einfach mögen muss. Nach einem brutalen Einstieg in den Roman schlendert Mahony in die Geschichte und mit ihm bekommt „Der Freund der Toten“ genau die Spur Leichtigkeit und Humor, die es braucht, um das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Im ersten Moment haben mich die Untoten etwas verschreckt. Ich mag es eigentlich nicht so gern lesen, bin aber für einen kleinen Sprung über meinen Lesegewohnheitsschatten mit einer großartigen Geschichte belohnt worden. Besonders sympathisch war mir die kleine Ida, die vor vielen Jahren starb und ihr Jojo noch heute vermisst. Und natürlich ist das kleine gelbe Ding eine Spur zu den damaligen Ereignissen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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  • Skurrile Perfektion

    Der Freund der Toten

    DreamingBooks

    07. July 2017 um 11:43

    Ein großartiges Werk, mit einer so beeindruckenden und schönen Sprache/ Prosa, wie man sie nur selten zu lesen bekommt. Mit diesem Werk beweist Jess Kidd, welches sprachliche Können sie besitzt! Von teilweise unfassbarer Schönheit, in einer ruhigen und dennoch kraftvollen Sprache, setzt sie die Worte in beeindruckende Bilder um und dies in einer solch präzisen Form, dass selbst die trivialsten Geschehnisse Begeisterungsstürme im Leser auslösen, da es die Autorin auf unfassbare faszinierende Art versteht, mit seinem dichten einprägsamen Stil zu spielen. Kidd setzt in diesem Werk zum Teil auf klassische Elemente. Der Protagonist der Geschichte macht eine innere Entwicklung durch, die faszinierend zu beobachten ist, wie er seine Veränderung beobachtet, sie selbst Revue passieren lässt. Jess Kidd spielt mit ihrem Lesern, sie gibt Andeutungen, sprachlich ausgefeilte Bilder, er schließt Brücken zum Ich des Lesers, wirft ihm kleinste Teile von gesellschaftlicher Kritik entgegen, doch das Urteil darüber oder die Interpretation seines Textes, überlässt sie dem Leser selbst. Die Charaktere die die Autorin erschaffen hat, sind in authentischste, präzisester und einprägsamster Art und Weise gezeichnet. In einer Spirale der eigenen Vorstellungen und der Nichtigkeit dieser Vorstellungen und die gerade darin liegende Entwicklung des Protagonisten macht befangen, wütend und traurig zugleich. Doch vor allem lassen sich dadurch Parallelen auf unsere Zeit beziehen, die nachdenklich stimmen, lange nachhallen und den Leser auf intensivste Art befangen machen. Gleichzeitig verfällt Kidd nicht in eine von Gefühlen geprägten Sprache, sondern sie bleibt ihrem Stil treu, authentisch rein und scheinbar ohne große Gefühlsregungen, führt sie den Leser durch die Geschichte und vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der den Leser noch mehr gefangen nimmt und ihn in einen unnachahmlichen Sog zieht. Eine weitere, selten in einer solchen Perfektion erlebten Stärke, liegt in der Kraft der Worte, in seiner Einzigartigkeit, wie sie es versteht Atmosphäre über die Geschichte zu legen, mit der er den Leser in eine andere Welt zieht, sodass dieser sich fast körperlich in der Geschichte wiederfindet. und nebenbei ist dieses Buch noch ein unfassbar guter Thriller  Fazit: Ein Buch, welches von einer unglaublichen sprachlichen und erzählerischen Kraft ist, die einen packt und sehr lange nachwirken wird. Jess Kidd wirft in diesem Roman die monumentalen Fragen des Lebens auf, führt den Leser sanft und routiniert in eine Richtung und lässt ihm doch seine ganz eigene Beantwortung auf die subjektiv wahrgenommene Frage. Ein literarisches Meisterwerk, welches eine Prosa von großer Schlagkraft beinhaltet, die sich doch so sanft auf die Geschichte und deren Leser legt, wie der Schnee über die Landschaft, mit Witz, Humor und herrlich skurrilen CharakterenEin Buch, welches man in diesem Jahr gelesen haben sollte !

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  • Ein wundervolles Buch über die Geschichte eines ermordetem Mädchens

    Der Freund der Toten

    AnjaSc

    06. July 2017 um 20:12

    Im Prolog landen wir im Jahr 1950 und erleben mit, wie die junge Orla zu Tode geprügelt wird und das vor den Augen des eigenen Babys. Wir wissen also von Anfang an was passiert ist, aber nicht wer es getan hat. Die Haupthandlung spielt dann im Jahr 1976, als der Mann Mahony nach Mulderrig reist um herauszufinden, was mit seiner Mutter vor 26 Jahren passiert ist. Mulderrig ist eine eingeschworene Gemeinde und Fremde sind nicht gerne gesehen, noch weniger beliebt sind Leute, die ins Dorf kommen, um eine alte Geschichte wieder aufzuwärmen. Geheimnisse sind da, um sie zu bewahren. Darin sind sich die meisten Dorfbewohner einig und versuchen den sympathischen Mahony zu vertreiben. Aber es gibt auch Verbündete, die ihm helfen wollen und diese Menschen oder Toten stehen fest hinter ihm. Eine davon ist Mrs. Merle Cauley. Sie ist ein echtes Unikat, die der Geschichte den nötig Pfeffer verleiht. Ehemalige Schauspielerin, die heute zwar nur noch eine gebrechliche alte Frau ist, aber über einen messerscharfen Verstand und eine scharfe Zunge verfügt, die sie für die Lösung des Rätsels einsetzt. Verschlagen als auch clever hat hier einen Namen. Als Leser begegnet man während der Geschichte einem schüchternen Geist, einem exhibitionistisch veranlagtem Geist (der sein bestes Stück aus Angst vor Vögeln mit einem Hut bedeckt) sowie Trinkern, Müttern, Vätern, Tieren und unter anderem auch Ida. Ida ist ein vor langer Zeit verstorbenes Mädchen, das vorwitzig ist und ihr JoJo vermisst. Völlig selbstverständlich nehmen wir die Anwesenheit der Toten hin und es erscheint uns fast real. Die Toten sind ein Teil der Geschichte, die dieser einen besonderen Reiz verleiht und so anders macht. Dann gibt es natürlich noch den Geistlichen des Ortes... Father Quinn ist ein besonderer Fall und wird gerne mit einem Wiesel verglichen. (Und dieser Vergleich ist so passend.) Eine Episode mit ihm hat mich wirklich herzhaft lachen lassen. Ohne zu spoilern: es geht um Frösche in seiner Bibliothek und dass er glaubt sie schauen in lüstern an... Fazit: Jess Kidd hat die Geschichte mit einem feinen Sinn für Humor und einer Leichtigkeit geschrieben, die das Buch zu etwas ganz besonderem machen und einen wirklich gefangen hält. Hier zwei Textzitate von ganz vielen wundervollen Passagen aus dem Buch: ..."Er betritt den Pub um vierundzwanzig Minuten nach elf. Tadhg räumt gerade Limonadenflaschen hiner der Bar ein. Mahony fragt Tadhgs Gesäßritze, ob er sich den Wagen ausborgen könne. Die Ritze sagt, klar könne er das, aber er sei voll mit Hühnern. Mahony dankt der Ritze und läuft zur Hintertür hinaus." "Worte können fliegen. Sie sausen durch Fenster, über Zäune, zwischen Barhockern hindurch und durch Gärten. Sie bewegen sich schnell von Mund zu Ohr, von Ohr zu Mund. Und Unterwegs gewinnen sie an Tempo und Gewicht und Substanz und Schwerkraft. Bis sie mit einem satten Geräusch landen, wurzeln schlagen und so schnell wachsen wie besonders unbezähmbare Bohnenranken." Das Buch ist zum Niederknien. Unterhaltsam, tiefgründig, voller beindruckender Charaktere und auch der Aberglaube, der in Irland auch heute noch eine wichtige Rolle spielt, hat seinen Platz. Lasst Euch nicht von den Untoten abschrecken, sonder gebt diesem Roman eine Chance, denn die hat er verdient. Ein toller Roman, der die Geschichte eines Dorfes und deren Bewohner erzählt und dabei wird scheinbar nebenher die Geschichte von Mahonys Mutter Orla erzählt. Eine klare Leseempfehlung von mir für eine wundervolle Geschichte.

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  • anders als erwartet

    Der Freund der Toten

    Tara01092012

    05. July 2017 um 12:56

    Wenn ich nach dem Titel des Buches meine Erwartungen oder Vorstellungen hätte aufschreiben müssen, wäre sicher etwas ganz anderes dabei rausgekommen, als nach Beenden dieses Buches...Auch nach dem Lesen der Inhaltsangabe war ich sehr unschlüssig darüber, was mich hier erwarten wird.Irgendwie ging ich von einer Art Krimi aus. Doch nach wenigen Seiten wurde ich von dieser Meinung schon abgebracht.Mahony sieht die Toten und diese helfen ihm zum Teil das aufzudecken, wozu er in dieses Dörfchen mit misstrauischen und sehr zurückgezogenen Menschen gekommen ist.Der Schreibstil ist spannend und lässt sich recht flüssig lesen. Stellenweise etwas skurill, aber dennoch lustig.Ein Buch, das mich gut unterhalten hat und ich weiterempfehlen kann.

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  • Leider nicht mein Buch

    Der Freund der Toten

    eulenmatz

    26. June 2017 um 17:06

    INHALT: Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören … COVER: Das Cover ist mir sofort ins Auge gefallen. Diesem nach zu urteilen, hätte ich eher auf einen anderen Inhalt geschlossen. Es wirkt frisch, naturnah, fast tropisch. Zu dem doch eher düsteren Inhalt mag es gar nicht so recht passen. Für mich eines der schönsten Cover in 2017. MEINUNG: Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart befinden wir in 1976 und in der Vergangenheit in den 1950er Jahren. In Episoden der Vergangenheit lernt man Orla, Mahonys Mutter besser kennen. Gleich zu Beginn des Romans erfährt man was mit ihr passiert ist. Sie nehmen aber den geringeren Teil des Romans ein. Die Autorin bringt eine ganze Reihe von skurrilen Charakteren auf das Tablett. Für meinen Geschmack zu viele, denn bis auf wenige Ausnahmen, prägt sie diese einfach nicht genug aus, sodass der typische Wiedererkennungseffekt erzielt werden konnte. Ich habe jedes Mal aufs Neue überlegt, wer das nun war und in welchen Verhältnis er zu Orla/ Mahony stand. Eine Namensliste wäre auf jeden Fall hilfreich gewesen. Ich konnte mich also mit keinem der Charaktere eine richtige Beziehung aufbauen und somit fiel es mir auch schwer das Buch zu mögen. Sprachlich ist die Geschichte eine sprichwörtliche Wucht. Die Autorin schafft es ihre Geschichte sowohl Düsternis als leichtfüßigen Humor einzuhauchen. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen und ist auch sehr außergewöhnlich. Ich bin auch kein Freund von Tierquälereien, welche aber leider hier häufiger vorkommen und auch recht ausführlich beschrieben werden. Damit muss man also zurechtkommen, wenn man das Buch lesen möchte. Auch wenn ich kein Freund von Übernatürlichem in „normalen“ Roman, als keine Fantasyromane, hat die Autorin diesen Aspekt recht gut verpackt. Mahony hier aber als Freunde der Toten zu bezeichnen, finde es etwas weiter her geholt. Sie helfen ihm auch nicht unbedingt. Es macht den Roman natürlich besonders, aber dieser Aspekt hätte getrost weggelassen werden können, denn es gibt genug andere skurrile Charaktere in diesem Roman. Letztendlich hat mir hier aber einfach die Spannung gefehlt. Natürlich ist es kein Krimi oder Thriller, auch wenn viele Stellen recht brutal sind, aber immer wieder schweift die Handlung von der Aufklärung des Falls ab und verliert in irgendwelchen sinnlosen Zwischenszenen, die die Handlung kein Stück voran bringen. Es fehlte einfach eine stringente Handlung. FAZIT: Leider war es überhaupt nicht mein Buch. Es konnte mich bis zum Schluss nicht für sich einnehmen. Ich habe wenig Drang verspürt weiterzulesen und habe die letzten Seiten nur noch quer gelesen. Ich bin aber überzeugt, dass das Buch viele Fans finden wird, weil es trotz allem außergewöhnlich und ein absoluter Genre-Mix ist. Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

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  • Spannend, humorvoll, skurril!

    Der Freund der Toten

    BuecherDanny

    26. June 2017 um 10:56

    1976 erhält der in Dublin lebende, charmante Hippie Mahony einen Brief, der ihm Anlass gibt in sein Heimatdorf Mulderrig zurückzukehren. Mahony ist als Findelkind im Waisenhaus aufgewachsen. Bis jetzt hat er geglaubt, seine Mutter hätte ihn dort abgegeben, weil sie ihn nicht haben wollte. Doch im Brief, den er von einer Nonne erhalten hat ist ein Foto seiner Mutter und eine Botschaft, die ein ganz anderes Licht auf das Leben seiner Mutter Orla wirft.  In seinem Geburtsort will Mahony das mysteriöse Verschwinden seiner Mutter aufklären. Zusammen mit der alten, ehemaligen Schauspielerin Mrs Cauley, fängt er an, in der Vergangenheit des Dorfes zu forschen. Mrs Cauley glaubt, dass Orla ermordet wurde. Das ungleiche Paar versucht alles, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen, doch die Einheimischen versuchen zu verhindern dass Mahony die Wahrheit erfährt. Aber Mahony bekommt Hilfe von einigen Lebenden und auch einigen Toten.... Mit seiner poetischen Sprache konnte mich das Buch schnell in seinen Bann ziehen. Die Charaktere sind ungewöhnlich, etwas schräg  und die Story bietet eine Mischung aus Krimi, Märchen und Übersinnlichem und ist sehr abwechslungsreich und skurril. Auch der Humor kommt nicht zu kurz!Sogar die Charaktere der Toten, zu denen Mahony bei der Suche nach Orla immer wieder Kontakt hat, sind überzeugend und liebenswert beschrieben. Jess Kidd hat mit ihrer bildlichen Sprache wunderschöne Landschaftsbilder dargestellt.Mir hat es viel Spaß gemacht, die “Ermittlungen” des ungleichen Paares Mahony und Mrs Cauley zu verfolgen. Mrs Cauleys schräger Charakter hat mich oft schmunzeln lassen. Gut gefallen hat mir auch der Wechsel der Zeit zwischen 1950 und 1976. So konnte man Orlas Leben im Dorf genauso erleben wie Mahonys Zeit. Mir hat dieses außergewöhnliche Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne weiter!

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