Der Freund der Toten

von Jess Kidd 
4,2 Sterne bei121 Bewertungen
Der Freund der Toten
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Positiv (97):
renees avatar

Skurrile, humorvolle, magische, märchenhafte und sehr spannende Geschichte, teils auch gewalttätig. Wer das Besondere mag ist hier richtig.

Kritisch (7):
naninkas avatar

War leider so gar nicht meins, obwohl die Geschichte sehr vielversprechend tönte und ich skurrile Gestalten liebe. Schade

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Inhaltsangabe zu "Der Freund der Toten"

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Von Anfang an beunruhigen sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht und seine freundliche Art die Dorfbewohner. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ausgesprochen anarchistische ehemalige Schauspielerin. Gebrechlich, furchtlos und unverblümt wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Bewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören…

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832164652
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:13.09.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 07.12.2017 bei Audible Studios erschienen.

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    renees avatar
    reneevor einem Monat
    Kurzmeinung: Skurrile, humorvolle, magische, märchenhafte und sehr spannende Geschichte, teils auch gewalttätig. Wer das Besondere mag ist hier richtig.
    Was geschah damals in Mulderrig ... ?

    Im irischen Mulderrig    sind Fremde nicht willkommen. Auch der sympathisch-abgerissene Mahony nicht, der obendrein etwas beunruhigend Vertrautes an sich hat. Dass er das mysteriöse Verschwinden seiner blutjungen Mutter vor mehr als 20 Jahren aufklären will, stimmt die Dorfbewohner nicht gerade freundlicher. Ganz im Gegenteil. Einzig die exzentrische und scharfzüngige alte Mrs Cauley unterstützt ihn tatkräftig - denn sie glaubt schon lange,  dass jeder weiß, was wirklich geschah … (Klappentext)

    Die Art wie Jess Kidd hier erzählt hat etwas Herzerfrischendes. Da ist eine Prise eines beißenden Humors, der mir sehr gefallen hat. Die Art, wie sie die etwas verschrobenen Bewohner des Dorfes und ihre menschlichen Eigenheiten und auch Abgründe beschreibt, hat schon einen besonderen Charme. Und zeigt das sie die Eigenheiten solcher auf dem Land befindlichen in sich geschlossenen Gesellschaften gut zu zeichnen weiß. Und man darf auch nicht vergessen zu erwähnen, dass der Roman 1976 angesiedelt ist. Da waren noch etwas andere mediale Verbindungen zur Außenwelt etwas völlig Normales. Das ist etwas was man sich heutzutage kaum mehr vorzustellen vermag. Und auch das Charisma, das sie dem Haupthelden, dem Mann mit dem unwiderstehlichen Lächeln, verpasst, hat schon etwas Bezauberndes. Ich habe ihn gemocht diesen Mahony. Und gemocht habe ich auch die Art, wie Jess Kidd die weibliche Umgebung des Mahony zeichnet, hat mich erreicht, der Esprit der Damen Cauley und Doosey, und die Menschlichkeit von Róisín und Shauna. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, kommt das Magische. Mahony kann Tote sehen und mit ihnen kommunizieren. Dies empfand ich als interessant umgesetzt, ist aber meiner Meinung nach noch ausbaufähig. Aber das war ja ein Erstling der Autorin. Mal schauen. Auch erwähnenswert ist die Fähigkeit der Autorin die Natur zu zeichnen. Da kommt eine etwas blumige Art der Beschreibung zum Tragen, fast schon in einer betörenden und poetischen Art, die mir sehr gefallen hat. Und genauso auch Elemente des Phantastischen, die den gesamten Roman hervorheben aus dem ganzen Einerlei. 

    Der Roman hat einen starken Sog und ist spannend geschrieben. Jess Kidd hat die Geschichte in zwei Erzählstränge gegliedert, einmal die Handlung 1976 und zweitens die Rückblicke in die Geschehnisse bis zu Orlas Tod. Eine geschickte Erzählweise, die ich hier auch wieder genießen konnte. 

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbar! Magisch!
    Rezension zu "Der Freund der Toten" von Jess Kidd

    Irland, 1976.

    Es ist Frühsommer im verschlafenen Küstenort Mulderrig, als der Herumtreiber Mahony im Dorf aufkreuzt. 
    Die Einheimischen bringen ihm Misstrauen und Scheu entgegen, da er unangenehme Erinnerungen bei ihnen wachruft. 
    Als Mahony dann auch noch verlauten lässt, dass er auf der Suche nach seiner verschwundenen Mutter ist, herrscht schieres Entsetzen. Es muss etwas getan, dem Schnüffler Einhalt geboten werden!
    Doch der junge Mann erhält Unterstützung, von den wohl ungewöhnlichsten Personen am Platz - allen voran die greise Schauspielerin Mrs. Cauley. Gemeinsam kommen sie Mahonys Vergangenheit auf die Spur...

    Dieser Roman ist wahrhaft magisch!

    Zwar ist die Handlung selbst nicht besonders oder überragend, aber die Umsetzung reißt vieles heraus.
    Die Autorin hat einen Schreibstil, wie ich ihn vorher noch selten gelesen habe. Mit einer wundervollen Mischung aus beißenden Humor, Einfühlsamkeit und Mystik, wird hier die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, welcher sich als Waisenkind behaupten musste und nun auf den Spuren seiner eigenen Vergangenheit ist. 
    Der Leser lernt einen besonderen Protagonisten kennen, der eine ganz außergewöhnliche Gabe besitzt. An dieser Stelle möchte ich nicht vorgreifen, um künftigen Lesern die Besonderheit dieses Akteurs UND des Buches nicht zu verraten. :)
    Doch auch die anderen Personen sind sehr schön charakterisiert. Sie wirken plastisch, wenn auch etwas abgedreht und bleiben trotzdem immer auf ihre Art und Weise sympathisch. 
    Jeder der Handelnden ist mir irgendwie ans Herz gewachsen und dies ist für mich von großer Bedeutung beim Lesen.

    Was kann ich zur Grundlage dieses Romans sagen? Nun ja, leider muss ich hier nochmal anmerken, dass es sich nicht, wie eingangs schon erwähnt, um eine innovative und neue Idee handelt. Die Story ist in den Grundzügen schon bekannt: ein junger Mensch macht sich auf eine (gefährliche) Suche nach seiner Herkunft und stößt auf Geheimnisse, Intrigen und Schweigen. Doch, wie ich auch schon geschrieben habe, liegt die Besonderheit hier im Ausdruck der Autorin. Viele treffende und poetische Beschreibungen der Landschaft, von Wind, Regen und Sonne, geben dem Buch eine besondere Note.

    Mein Fazit lautet daher: fünf von fünf Sterne!
    Trotz kleinerer Schwächen in der Geschichte und ein oder zwei offenen Fragen zu den Ereignissen am Ende, war ich begeistert von dieser einzigartigen, mystischen Story, den sympathischen Charakteren und der idyllischen irischen Umgebung, welche dem Buch noch einen weiteren tollen Touch gibt. 

    Kommentare: 2
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    walli007s avatar
    walli007vor 9 Monaten
    Tote Zeugen

    Leichtfüßig kehrt Mahony zurück in seinen Heimatort. Obwohl das Jahr 1976 geschrieben wird, wirkt sein Hippie-Outfit in dem verschlafenen Ort etwas deplatziert. Mahony fällt auf, umso mehr als er anfängt, Fragen nach seiner Mutter Orla zu stellen. Er hat immer geglaubt, sie habe ihn ins Waisenhaus abgeschoben, doch nun hat er eine Nachricht bekommen, aus der etwas anderes hervorgeht. Mahony will wissen, was mit seiner Mutter geschehen ist. Mit etwas Überredungskunst kommt er bei der alten Mrs Cauley unter, eine ehemalige Schauspielerin, die schnell eine gewisse Sympathie für Mahonys Schicksal hegt und ihm bei seinen Nachforschungen hilft.


    Diese gewitzte alte Frau sprüht vor Ideen, wie man die verstockten Dorfbewohner an den Hammelbeinen packen kann. Mahony selbst ist auch nicht auf den Kopf gefallen, schließlich geht es um seine Vergangenheit. Und dass er die Gabe seiner Mutter, die Toten zu sehen, geerbt hat, erweist sich auch als nicht schädlich. Und so bilden die alte Dame und der junge Unruhe verbreitende Springinsfeld ein echt cooles Team, das erstmal gegen eine Mauer des Schweigens läuft. Hat denn wirklich jeder Dreck am Stecken? Wie kitzelt man da am Besten etwas aus den Leuten heraus, die eigentlich nichts erzählen wollen.


    Mit der alten halb bettlägerigen Merle Cauley und dem vor Energie sprühenden Mahony ist der Autorin ein sich nahezu genial ergänzendes Team gelungen. Nach einem etwas befremdlichen Beginn, da man sich selbst daran gewöhnen muss, mit den Toten zu ermitteln, entwickelt das Buch immer mehr Reiz. Man möchte es nicht mehr aus der Hand legen. Beinahe ahnt man ein fürchterliches Ende voraus und kann doch nicht aufhören. So ein witzig skurriler Fall in einer weltabgewandten Umgebung - es funktioniert, es funktioniert sogar bestens. Wenn man schon immer geglaubt hat, dass es in Irland anders zugeht, wird man hier Bestätigung im besten Sinne finden. Mögen die Toten ihre Hand über Merle und Mahony halten.


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    uli123s avatar
    uli123vor 10 Monaten
    Viele typische irische Elemente



    Der 26jährige Mahony –
    aufgewachsen in einem Waisenhaus – begibt sich in ein kleines irisches Dorf, wo
    er das Schicksal seiner ledigen, jungen Mutter im Jahr 1956 aufklären will.
    Mahony hat eine ungewöhnliche Gabe – genau wie seine Mutter vor ihm kann er Tote
    sehen. Diese besondere Fähigkeit wird ihm von Nutzen sein. Die meisten
    Dorfbewohner begegnen ihm feindselig und verschweigen ihm, was sie wirklich
    wissen. Für sie war seine Mutter die Schande des Dorfes. Einige meinen, seine
    Mutter mit Koffer und Baby das Dorf verlassen gesehen zu haben, andere meinen,
    sie sei gewaltsam getötet worden. Mit Hilfe einer alternden Schauspielerin will
    er die Wahrheit herausfinden.



    Das Buch lässt mich etwas
    zwiegespalten zurück. Der Teil der Geschichte, in der es um die detektivische
    Aufklärung des Schicksals von Mahonys Mutter geht, hat mir gut gefallen.
    Demgegenüber konnte ich mit den übernatürlichen Elementen nichts anfangen.
    Zudem gibt es zu viele, zudem skurrile Romanfiguren, die ich irgendwann nicht
    mehr einordnen konnte. Schließlich wird auch zu viel von der Aufklärung des
    Falles abgeschweift und auf unbedeutende Zwischenszenen eingegangen.



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    dinatalia85s avatar
    dinatalia85vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine gute Mischung aus Thriller- und Fantasy-Elementen, lesenwertes Buch
    Der Freund der Toten

    Der Debütroman 'Der Freund der Toten' von Jess Kidd beginnt im Jahre 1950 mit der Beschreibung eines grausamen Mordes an einer jungen Mutter. Anschließend vergräbt der Täter die Frau und will das Baby auch töten. Doch das Kind wird auf gespenstige Weise von den Pflanzen überwuchert und von Tieren versteckt, auch der Mörder kann es nicht mehr finden.
    26 Jahre später, im Jahre 1976, taucht der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony, in seinem Heimatdorf Mulderrig. Von diesem Ort erfuhr er erst seit ein paar Tagen aus dem Brief, der er nach dem Tod einer Schwester aus seinem Waisenhaus bekommen hat. Der Brief lag in seinem Körbchen lag, als er 1950 ausgesetzt wurde.
    Der junge Mann in Mulderrig etwas über seine Mutter herausfinden, verrät zunächst den Bewohnern nichts über seine Herkunft. In diesem abgelegen Ort erscheinen immer wieder die Tote als Geister, welche Mahony sehen und mit denen er sogar kommunizieren kann. Einige sind farbloser als andere, manche sind aufgebracht, andere sind verwirrt und wissen anscheinend noch nicht, dass sie tot sind. Ab und an passiert etwas Übernatürliches. Diese Geschehnisse werden nebenbei erwähnt, als wäre es nichts Besonderes.
    Ich fand das Buch unterhaltsam, wenn auch etwas ungewöhnlich. Mir gefiel allerdings die Mischung aus Thriller- und Fantasy-Elementen sehr gut. Der Schreibstil der Autorin überzeugte mich durch die bildhaften und aussagekräftigen Beschreibungen und die flüssige Erzählweise.

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    lizlemons avatar
    lizlemonvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Skurril, spannend, charmant!
    Fesselnde Geschichte, die verzaubert

    „Der Freund der Toten“ hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Autorin Jess Kidd vereint eine spannende Geschichte um einen brutalen Mord mit magischen Elementen und einem wunderbar poetischen und schwarzhumorigen Stil.

    Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem die Autorin unmissverständlich klarmacht, dass 1950 ein Mord geschehen ist. Doch die Einwohner des irischen Dorfes Mulderrig verweigern sich der Realität und möchten die Vergangenheit am liebsten vergessen – alle haben dabei ihre eigenen Motive. 26 Jahre später kommt Mahony, der Sohn der Ermordeten, zurück an den Schauplatz des Geschehens, um herauszufinden, was mit seiner Mutter passierte. Er wuchs in einem Waisenhaus in Dublin auf und besitzt nur ein Foto von seiner Mutter, aber keine Erinnerung an sie. Das Besondere: Mahony kann als einziger die Geister der Toten sehen. Diese kommunizieren aber nicht so, wie er es sich wünscht, weshalb er auf die Hilfe der Lebenden angewiesen ist. In Mulderrig trifft er zahlreiche schräge Charaktere. Je näher Mahony der Wahrheit kommt, desto dramatischere Dinge geschehen…

    Die Geschichte und die vielschichtigen Charaktere haben mich absolut gefesselt. Auch die übernatürlichen Elemente gefielen mir sehr gut, da sie hervorragend zu der düsteren Stimmung des Buches passen. Gleichzeitig finde ich es gut, dass keiner der Charaktere zaubert oder irgendeine andere übernatürliche Gabe hat. So erhält sich die Geschichte trotz der Geister irgendwie ein realistisches Gefühl.

    Trockener Humor lockert das Buch immer wieder auf und Jess Kidds Stil mit den poetischen Metaphern und dem ungewöhnlichen Sprachgebrauch ist einfach wunderbar. Die Autorin hat mit „Der Freund der Toten“ ein starkes Debut vorgelegt und ich freue mich schon jetzt auf ihre folgenden Romane.

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    L
    leni-klaudivor einem Jahr
    Herrlich skurrile Geschichte mit liebenswerten Charakteren!

    Auf das Buch aufmerksam wurde ich durch das fröhlich bunte Cover, das aber durch den schwarzen Hintergrund auch etwas dunkles, geheimnisvolles hat. Und genau dieses Cover passt hervorragend zur Stimmung des Buches.


    Bereits der Anfang der Geschichte konnte mich fesseln. Wir erleben hautnah, wie Mahonys Mutter auf brutalste Weise von ihrem Mann ermordet wird. Mahony ist zu der Zeit ein kleines Baby und erlebt alles mit. Wie durch ein Wunder kommt er mit dem Leben davon.

    26 Jahre später, in den 70er Jahren taucht der gutaussehende Mahony in Muldering, dem Heimatort seiner Mutter Orla auf. Den Einwohnern fällt die Ähnlichkeit zu Orla sofort auf. Mahony, der als Kind in einem Waisenhaus in Dublin aufgewachsen ist, hat dort einen alten Brief seiner Mutter erhalten und möchte nun herausfinden, was damals geschehen ist. Die Einwohner des kleinen Dorfes halten sich allerdings bedeckt und so braucht Mahony Hilfe und das nicht nur von den Lebenden, sondern auch von den Toten.


    Der Schreibstil von Jess Kidd hat mir sehr gut gefallen! Sie versteht es Personen, Orte aber auch Situationen so bildgenau darzustellen, dass man das Gefühl hat mittendrin zu sein. Selbst skurrile Augenblicke erscheinen wie selbstverständlich und machen ihre Geschichte zu etwas Besonderem.

    Jess Kidd hat einen aus der Masse herausstehenden Roman geschrieben, der vor allem durch seine Charaktere besticht. Mahony, Mrs Cauley und auch die vielen Toten sind zum Teil ziemlich schräg, dafür aber auch umso liebenswerter! Auch die Atmosphäre eines mystischen und und zauberhaften Irlands wurde hervorragend eingefangen.


    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mir gefiel die außergewöhnliche Idee der Autorin und auch die Stimmung, die vor allem durch die Charaktere geschaffen wurde. Sollte Jess Kidd noch ein Buch schreiben, dann würde ich es auf jeden Fall lesen wollen!

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    MissStrawberrys avatar
    MissStrawberryvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Sprache, die in ihren Bann zieht - dennoch war ich am Ende vom Buch ein wenig enttäuscht.
    Irische Geister in einem außergewöhnlichen Dorf

    Mahony dachte sein ganzes Leben, seine Mutter hätte ihn aus egoistischen Gründen vor einem Heim abgelegt. Mit 26 erhält er jedoch eine Nachricht, die alles verändert. Also macht er sich auf den Weg ins irische Mulderrig, seinem Geburtsort. Dort sorgt er für ordentlich Wirbel, denn er verfügt, ganz wie seine Mutter, über eine ganz besondere Ausstrahlung – und über eine Fähigkeit, die nicht jedem gefällt. Die alte Mrs. Cauley, die sowieso gern provoziert, nimmt sich Mahony und der Recherche liebend gern an. Und so sind bald alle Einwohner auf irgendeine Art an Mahony interessiert.

    Das Buch liest sich sehr interessant. Die Sätze sind teils fast schon Poesie. Immer wieder finden sich Passagen, die urkomisch sind, obwohl sie im Grunde einfach nur Tatsachen schildern. Aber auch irrwitzige Stellen finden sich zuhauf. Das ganze Buch ist im Präsens gehalten und schon allein diese Tatsache ist oft ein Grund, warum ein Buch etwas schwerer verdaulich ist. Aber Jess Kidd (was für ein Name! Schon der ist besonders und auffällig, wie sollte dann ihr Buch schnöde und Durchschnitt sein?) hat mich von Anfang bis Ende mit ihrer Sprache in ihren Bann gezogen. Passt dieser Stil zu Irland? Ein wenig schon. Passt er zur Story? Auf alle Fälle! Dennoch … insgesamt verliert sich die Autorin in eine unplausible und arg konfuse Story. Da mir die einzelnen Situationen aber sehr gut gefielen, macht das eine Bewertung ein wenig schwierig.

    Die Stimmungen wurden wunderschön eingefangen. Auch die Charaktere gefallen mir ausnehmend gut – sowohl die Sympathieträger, als auch die Kotzbrocken. Die einzelnen Aktionen, die sich einige einfallen lassen, sind unterhaltsam und sprühen fast schon märchenhaften Witz aus. Eine Mischung aus wahrem Leben und irischer Mystik eben. Dennoch … meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

    Schon der Titel hat mich ein wenig auf die falsche Spur gebracht. „Der Freund der Toten“ hat bei mir die Assoziation zweier Personen hervorgerufen: eine Tote und deren Freund. Gemeint ist hier jedoch, dass Mahony der Freund quasi aller Toten ist, mit ihnen kommuniziert und sie wahrnimmt. Der Originaltitel „Himself“ ist nicht wirklich besser getroffen. Nun denn!

    Die Szenen mit den Toten sind wunderbar. Davon hätte ich so viel mehr lesen können, da steckt viel Potenzial drin. Nur leider … kommen diese Szenen dann doch zu kurz. Und die Frage bleibt: warum sieht Mahony gewisse Tote nicht? Sind die gar nicht tot? Oder hat es einen anderen Grund? Und warum helfen ihm die Toten nicht viel mehr? Zumindest für mich hat sich das im Laufe der Story nicht erklärt.

    Für mich bleiben am Ende auch einfach zu viele Fragen offen. Mag sein, dass ich die Antworten schlicht einfach nicht erkannt habe, denn hin und wieder ist die Erzählweise doch ein wenig orakelig und verlangt vom Leser doch so einige Gehirnakrobatik. Das ist an sich nicht schlecht, dennoch ist es ein weiterer Tropfen im Fass der Punktabzüge. Warum heißt unser Held eigentlich Mahony? Die Antwort darauf muss mir entgangen sein.

    Obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen habe und an keiner Stelle gelangweilt (an einigen aber arg geschockt) war, bin ich am Ende etwas enttäuscht. Es fehlt etwas. Es ist nicht befriedigend. Dennoch will ich mehr von dieser Autorin lesen. Und so bleiben am Ende drei Sterne für „Der Freund der Toten“.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wundervoll und schräg
    Wundervoll und schräg

    Rezension Jess Kidd - Der Freund der Toten

    Klappentext:
    Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören …

    Meinung:
    Wir befinden uns in Irland, mitten in den 1970er Jahren und begleiten den jungen Mahony, der in das Dorf seiner Mutter zurückkehrt. Diese verschwand 1950 von einem Tag auf den anderen, Mahony selber wuchs im Waisenhaus auf und nun kehrt er zurück, um herauszufinden, was mit seiner Mutter geschah. Doch seine Ankunft wird nicht von allen Einwohnern gerne gesehen. Und so kommen nach und nach alte Geschichten wieder ans Tageslicht und die Emotionen und unterdrückte Gefühle kommen hoch, nicht immer zum besten der Beteiligten.
    Ich bin ja eigentlich nicht so der Krimi-Fan. Aber an dieser Geschichte hat mich einfach gereizt, dass es hier nicht um einen typischen Ermittler-Krimi geht, sondern persönlichere Motive im Vordergrund stehen. Hier ist keiner fehlerlos und es gibt keinen klassischen Ermittler, sondern die Geschichte rekonstruiert sich aus den Ereignissen rund um das Auftauchen von Mahony. Alte Gefühle kochen hier hoch, alte Geschichten werden zurück in Erinnerung gebracht und das stimmige Miteinander der Figuren macht richtig viel Spaß beim Lesen.
    Man merkt dem Roman an, dass er von seinen wirklich gut ausgearbeiteten Charakteren lebt. Hier ist nichts schwarz auf weiß, weder bei den Lebenden, noch bei dem Toten. Und auch wenn die Grundthematik eher tragisch und spannend ist, so finden sich hier aber auch viele verrückte Momente und kauzige Figuren wieder, die die Geschichte auflockern und so das Lesen zu einem spannenden und unterhaltsamen Vergnügen machen. Das Rätseln, wer nun letztendlich für das Verschwinden von Mahonys Mutter verantwortlich ist, fesselt einen an den Roman, der neben den verrückten Figuren auch so manche Überraschung bereit hält.

    Fazit:
    Ein rundum gelungener Krimispaß, der ohne nervigen Ermittler auskommt, dafür viel Humor und einigem Spuk bietet und eine gut durchdachte, fesselnde Geschichte bereit hält.
    Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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    B
    buchernarrvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schaurig schön
    Schaurig schön


    29.07.2017 – 13:29


    Von büchernarr


    Ein wirklich lesenswertes Buch mit einem aussergewöhnlichen, besonderen Schreibstil, der Jess Kidd sicherlich zu einer Schrifstellerin ernennen wird über die noch in Zukunft viel gesprochen wird. 
    Mahony, in einem Waisenhaus aufgewachsen macht sich auf der Suchen nach den Spuren seiner Mutter, als er erfährt, dass er aus einen irischen Dorf namens Mulderrig stam. Doch die Dorfbewohner sind alles andere als erfreut über sein Erscheinen. Geheimnisse werden gut gehütet und die einzige die zu ihm hält ist die etwas eigenartige Mrs. Cauley, mit der er sich aber letztendlich anfreundet. 
    Ausser ihr sind da aber boch die Toten, die sich mit Mahony ihre Scherze erlauben, ihm aber doch im Endeffekt helfen. Denn Mahony hat die Gabe mit den Toten in Kontakt treten zu können. 
    Ungewöhnlich, skurril und mit einer Prise schwarzen Humor wird dieses Buch zu einen einmaligem Erlebnis!

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