Jess Walter Schöne Ruinen

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Inhaltsangabe zu „Schöne Ruinen“ von Jess Walter

Im Frühjahr 1962 checkt eine schöne, melancholische junge Amerikanerin in Pasquales kleiner Pension nahe Portovenere ein. Mit ihr kommt die Welt in das verschlafene Fischer dorf: die Verheißungen Amerikas und der Glanz von Cinecittá. Fast fünfzig Jahre später reist Pasquale nach Amerika, um nach der Frau, an die er einst sein Herz verlor, zu suchen.

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  • Das Buch ist eine Ruine.

    Schöne Ruinen
    Petra54

    Petra54

    03. May 2016 um 12:50

    Die Geschichte klingt vielversprechend: Ein junger italienischer Hotelier möchte sein Dorf nahe der Cinque Terre weltberühmt machen, am besten mit Schauspielern aus Amerika. Als sich eine unbekannte Hollywood-Schönheit in sein Hotel verirrt, verliebt er sich sofort in sie. Viele Jahre später sucht er nach ihr in Amerika. Leider erzählt der Autor die Geschichte nicht chronologisch, sondern springt langatmig zwischen verschiedenen Zeiten und Generationen herum. Als auf Seite 101 noch ein unbedeutender Romananfang eines Schriftstellers, der gar keiner war, abgedruckt wurde und zu allem Übel von Hitler handelte, legte ich das Buch genervt zur Seite. mein Interesse war komplett erloschen.

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  • Ein Schatz

    Schöne Ruinen
    Golondrina

    Golondrina

    01. January 2016 um 17:37

    Ein Schatz in meinem Bücherjahr 2015: Wortwitz und Humor, Spannung und unerwartete Wendungen.

    Zu Beginn nicht von den vielen parallelen Handlungssträngen verwirren lassen - es fügt sich alles zusammen.

  • Tolle Geschichte, etwas unterkühlt

    Schöne Ruinen
    Ajani

    Ajani

    28. May 2015 um 20:23

    Hier schreibt ein intelligenter Mann - das war mir schon klar, als ich die Zusammenfassung zu „Schöne Ruinen“ las. Und darum habe ich mich (was sonst nie passiert) ohne vorherige Leseprobe für diesen Roman entschieden. Dass Jess Walter auch von seinen Lesern ein Mindestmaß an Mitarbeit fordert, wurde mir dann zu Beginn von Kapitel Zwei bewusst, dessen erster Satz ganze elf Zeilen einnimmt. Trotzdem bleibt die Erzählstimme angenehm schnörkellos und verständlich, mit geschickt eingesetzten Beschreibungen, die scheinbar mühelos eine Atmosphäre schaffen, die unter die Haut geht. Alleine der Sprache wegen ist dieses Buch schon ein Lesegenuss. Hier schreibt auch ein großartiger Erzähler, der über fünf Jahrzehnte und mehrere Handlungsstränge mit einer großen Besetzung perfekt jongliert. Trotz der vielen Hauptpersonen und unterschiedlichen Zeiten, in denen die Geschichte spielt, war ich niemals verwirrt oder musste zurück blättern. Sehr gut gefallen haben mir die Einschübe in Form von Manuskripten oder Drehbüchern, die einige Hauptpersonen über ihr Leben verfasst haben. Für mich waren das die stärksten Momente im Buch, und sind mir am lebhaftesten in Erinnerung geblieben. Leider war nämlich unter den vielen Hauptcharakteren keiner, der mir so recht sympathisch werden wollte. Jeder einzelne von ihnen war mir zu abgeklärt und egoistisch. Der Einzige, der jemals versuchte, zu verstehen, was die anderen eigentlich wollen, war ironischerweise der Gegenspieler. So kommt es auch, dass die ganze Geschichte mich emotional kaum berührt hat, was ein Jammer ist, wenn man bedenkt, dass es um eine Liebesgeschichte geht. Oder genauer genommen um eine Vielzahl an Liebesgeschichten. Am Ende hatte ich aber viel Spaß mit diesem Buch, habe mich gut unterhalten gefühlt und oft gelacht. Von diesem Autor würde ich gerne noch mehr lesen, vielleicht zu einem anderen Thema. Aufmachung Das Hardcover ist schön dick und hat eine interessante Strukturprägung. Der Schutzumschlag ist ebenfalls strukturiert und von weicher, offener Qualität, die leider schnell Lesespuren in Form von Knicken und Rissen bekommt. Das Layout ist schlicht, elegant, und angenehm für die Augen. Die Verwendung von Initialen, echten Kapitälchen und Mediävalziffern tröstet mich dann auch über den Blocksatz hinweg, der meiner Meinung nach makrotypographisches Augenpulver ist.

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  • Schöne Ruinen

    Schöne Ruinen
    Samtpfote

    Samtpfote

    22. September 2014 um 22:09

    Beschreibung und Inhalt: Ein verschlafener Ort an der ligurischen Küste im Frühjahr 1962: Pasquale hat von seinem Vater eine Pension geerbt, und wenn er nicht gerade in der Brandung steht, um mühsam einen Strand anzulegen, vermisst er ein Felsplateau, auf dem ein Tennisplatz entstehen soll. Denn Pasquale hat eine Vision: Er will aus Porto Vergogna einen glamourösen Ferienort machen, der Touristen aus aller Welt anlockt, am liebsten aus Amerika. Dann checkt tatsächlich eine junge amerikanische Schauspielerin in seiner Pension ein, und Pasquale verliert sein Herz an sie. Mit ihr kommt die Welt nach Porto Vergogna – die Verheißungen des fernen Amerika, der Glamour von Cinecittà und schließlich sogar ein sturzbesoffener Richard Burton. Und als die Amerikanerin wieder abreist, ist für Pasquale nichts mehr, wie es war. Ein Steinchen ist ins Mittelmeer gefallen, das noch Jahrzehnte später seine Wellen an die Pazifikküste spült, als der alte Pasquale in Kalifornien nach dieser längst verlorenen Liebe seines Lebens sucht – zusammen mit einem abgebrühten Hollywood-Produzenten, dessen resignierter Assistentin und einem selbstverliebten Möchtegern-Drehbuchautor, der zufällig Italienisch kann. Ein erfrischender und lebenskluger Roman voller Witz und Dolce Vita um hochfliegende Träume, tiefe Abgründe und die Ironie unserer Existenz. Meine Meinung: Von diesem Buch erwartete ich viel italienisches Lebensgefühl, Hollywood, Witz, Tragik und - wie es der Titel schon sagt - einige traurige und berührende Erinnerungen und zerplatzte Träume. Diese Erwartungen an den Inhalt wurden ziemlich übertroffen und übersteigert. Das Buch beginnt indem es Ereignisse aus dem Jahr 1962 schildert. In Italien steht der junge Pasquale bis zu den Knien im warmen Meerwasser und baut ohne Unterlass an "seinem" Strand. Während dieser Arbeit, die von den anderen Dorfbewohnern belächelt wird, träumt er von einem grossen Tennisplatz über den Klippen und eine amerikanische Touristin reist mit dem Boot bei ihm an. So vermischen sich Wunschtraum und Träumerei und werden zu einer ziemlich plötzlich über Pasqual hereinbrechenden Realität. Trotzdem bleibt dieser in Italien spielende Erzählstrang sehr chronologisch. Immer, wenn die Geschichte angehalten und ins Jahr 1962 zurück geblickt wird, ist Pasquale die Hauptfigur, welche durch die Geschichte leitet. Sowohl an der ligurischen Küste und bei Wanderungen mit der hübschen Schauspielerin als auch in Rom, wenn er verflossenen Träumen nachrennt und reiche Männer zur Vernunft und Einsicht bringen will. Im Jetzt haben wir ganz andere Ausgangssituationen: Ein Hollywood-Produzent, welcher krankhaft versucht, jung zu bleiben oder zumindest so auszusehen verbeisst sich in Ideen, welche zum Scheitern verurteilt sind, hat aber trotzdem immer ein grosses Ziel vor Augen. Dieser Produzent, Michael Deane mit Namen, wird sehr überspitzt und für meinen Geschmack manchmal zu egozentrisch und zu lächerlich dargestellt. Trotzdem finde ich es sehr gelungen, dass man während der ganzen Geschichte merkt, dass er nicht einfach verblödet oder geldgeil geworden ist, sondern durchaus berechnend und intelligent handelt. Seine Assistentin Claire ist da schon viel besonnener, ja sogar penibel und sehr angestrengt und auch anstrengend bei der Sache. Sie zweifelt immer, lässt sich nicht gehen, hat ständig Bedenken und will immer auch irgendwie gross raus kommen oder zumindest jemandem dabei helfen, ganz grosses Kino zu machen. Sie war mir sehr sympathisch, wenn auch ein wenig zu einseitig dargestellt. Shane hingegen zweifelt nicht, sondern glaubt so sehr an sich, dass er es wagt, bei Deane einen Film zu pitchen. Zufällig kann er ein wenig Italienisch, was ihm ein offenes Ohr bei Deane und einige spannende Erkenntnisse verschafft. Er war mir insgesamt zu fade dargestellt. Die Nummer mit dem ewig gescheiterten aber trotzdem von sich überzeugten Lebemann zieht einfach nicht ein ganzes Buch lang. Nicht einmal, wenn seine Einstellung sich noch ändert. Und nun kommt es, wie es kommen muss: die Ereignisse überschlagen sich. Pasquale taucht genau in dem Moment bei Michale Deane auf, als Shane (der ja zufällig Italienisch spricht) seinen Film pitchen will, erzählt von einer amerikanischen Schauspielerin und bringt Leben, Liebe, Vergangenheit und Zukunft durcheinander. Fünfzig Jahre Geschichte prallen auf den Zeitdruck in Hollywood, zersplittern in tausend Teile und müssen von einer ganzen Menge Menschen durchegekaut und wieder zusammen gesetzt werden, dass einige organisatorische Finessen von Nöten sind. Doch gelingt es wirklich, fünfzig Jahre alte Fehler wiedergutzumachen? Und kann eine Liebe so stark sein, dass sie Verdrängungen, falscher Stolz und betrogene Gefühle verzeihen kann? Dieses Buch ist ein wirklich sehr gelungener, unterhaltsamer und auch nachdenklich stimmender Sommerroman über ganz grosse Gefühle und ganz grosses Kino, über Italien, Hollywood, die Liebe und die Fähigkeiten, zu verzeihen und immer wieder aufzustehen. Eine Reihe gescheiterter Persönlichkeiten versucht, sich durchs Leben zu manövrieren und trifft dabei immer mal wieder auf ein Riff an der ligurischen Küste oder ein beschränktes Budget in Hollywood. Fazit: Dieses tiefgründige, nicht zu komplexe und sehr unterhaltsame Buch eignet sich bestens als Ferienliteratur am Strand. Vorzugsweise natürlich an der italienischen Küste. Zusätzliche Infos: Autor: Jess Walter Fester Einband: 444 Seiten  Verlag: Blessing Verlag Sprache: Deutsch Originalsprache: Amerikanisch Übersetzt von: Friedrich Mader 978-3-89667-499-9

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  • Schöne Geschichte!

    Schöne Ruinen
    Ritja

    Ritja

    Was für eine schreckliche Covergestaltung. Es wirkt kitschig und altbacken und macht wenig neugierig auf den Inhalt. Auch der Schrifttyp hätte passender ausgewählt werden können. So wirkt das Cover eher unscheinbar und langweilig.  LEIDER!  Denn die Geschichte ist toll, wunderbar und unterhaltsam. Ganz das Gegenteil von der Covergestaltung. Auch wenn das Auge mitliest ;-), hier darf man sich nicht täuschen lassen. In diesem Buch steckt eine wunderbare Sommergeschichte, die so leicht geschrieben ist, dass man durch die Geschichte getragen wird. Die Charaktere werden mit viel Liebe (für sie) beschrieben und entwickeln sich auch innerhalb der Geschichte weiter. Sie sind symphatisch und ansprechend, in ihrer Art nachvollziehbar und realistisch. Manche Charaktere mag man mehr, andere weniger, aber ich hatte keinen Charakter dabei, den ich nicht irgendwie mochte. Selbst wenn sie einiges in ihrem Leben falsch gemacht haben. So haben sie doch alle auch ihre menschliche Seite behalten. In dieser Geschichte hatte jeder Charakter seine Schattenseiten, sein Säckchen zu tragen und Fehler begangen. Das hat mir gut gefallen, denn so ist es im Leben. Es gibt nicht nur schwarz und weiß.  Es wird auch das harte Leben der Regiesseure und Schauspieler, der Autoren und Assistenten beschrieben und wie schnell man aufsteigen kann und das der Abstieg noch schneller gehen kann. Welche Fäden im Hintergrund gestrickt werden, um unliebsame Personen verschwinden zu lassen, Lügen werden verbreitet und Menschen verstoßen...alles für den Erfolg und kurzen Ruhm.  Aber auch die Liebe und Zuneigung hat ihren Platz in dieser Geschichte gefunden. Nicht kitschig und überladen, sondern teilweise sehr leise und im Hintergrund mit Zweifeln und Nachdenken, mit Fragen und Unsicherheit. Und doch war sie stets in irgendeiner Form präsent und sehr schön in die Geschichte eingebaut. Gut haben mir auch die Beschreibungen der Insel, der Natur und Umgebungen gefallen. Man hat direkt Lust bekommen mal wieder nach Italien zu reisen. Frischen Fisch zu essen, am Wasser die Füße abzukühlen und die Seele baumeln zu lassen. Ein tolles Buch, dessen Geschichte 1962 startet und bis heute geht. Es werden fast 50 Jahre Leben erzählt und es wird dabei nie langweilig.

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  • Schöne Ruinen (Jess Walter)

    Schöne Ruinen
    LieLu

    LieLu

    31. December 2013 um 11:14

    Blessing Verlag Der Autor Jess Walter wurde 1965 in Washington geboren und arbeitete vor seiner Karriere als Buchautor als Journalist. Neben preisgekrönten Kriminalromanen schrieb er gemeinsam mit dem Anwalt Christopher Darden ein Sachbuch über das Rechtssystem in den Vereinigten Staaten, für das er den Pulitzer-Preis erhielt. Jess Walter lebt mit seiner Familie in Spokane, Washington. Sein Roman Schöne Ruinen erschien 2013 bei Blessing. Porta Vergogna 1962 Die Insel ist im Gegensatz zu ihren Nachbarinseln weniger schön und deshalb auch touristisch weniger erschlossen. Pasquale, ein junger Fischer, erbt jedoch von seinem Vater eine Pension in dem verschlafenen Örtchen der Insel. Er beschließt sie nach seinen Vorstellungen umzugestalten und sie zu einem Ferienort zu machen, der Touristen aus aller Welt anlockt. Als eines Tages eine junge amerikanische Schauspielerin auf die Insel kommt und dann auch noch in Pasquales Pension eincheckt, verliebt dieser sich Hals über Kopf in sie. Doch leider reist sie unverrichteter Dinge wieder ab. Jahre später macht sich der alte Pasquale erneut auf die Suche nach ihr und sucht sie in Kalifornien. Zusammen mit einem Hollywood-Produzenten, seiner gelangweilten Assistenten und einem selbstverliebten Drehbuchautor, der zufällig Italienisch kann, sucht Pasquale nach seiner lang verlorenen Liebe... Fazit Leider hat mich das Buch durch seine lang gezogenen und verschachtelten Sätze (sie gehen teilweise über eine halbe Seite) und die vielen Zeitsprünge nicht wirklich überzeugt. Die Geschichte an sich fand ich sehr ansprechend und nach dem Klappentext habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, leider wurde diese Freude schon nach ein paar Seiten getrübt. Nichts desto trotz mochte ich die Protagonisten, die sich im Laufe des Buches weiter entwickelten. Gerade die Geschichte zwischen Dee und Pasquale fand ich sehr berührend. Die Mutter von Pasquale bringt zudem eine gehörige Portion Würze mit ins Spiel. Von den anderen Protagonisten, wie dem abgebrühten Drehbuchautor und seiner gelangweilten Assistentin, war ich weniger angetan. Den Schreibstil habe ich bereits beschrieben, anders wiederum der Erzählstil, welcher mit vom Aufbau her sehr gut gefiel, denn man wollte die ganze Zeit wissen, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Auch die Geschichte von Dee berührt den Leser sehr. Das Dolce Vita und längst verlorene Träume werden mit Witz und Charme dargestellt. Teilweise führt das zu tollen Erzählmomenten, in denen der Leser wiederum das Gefühl hatten mitten im Geschehen zu sein. Leider zieht dies sich nicht durch die ganze Geschichte. Alles in allem ein interessantes Buch mit einer verträumten und wundervollen Liebesgeschichte, deren Potenzial der Autor meiner Meinung nach jedoch nicht genutzt hat. http://immer-mit-buch.blogspot.de/2013/12/schone-ruinen-jess-walter.html

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  • Buchverlosung zu "Die Romantherapie" von Susan Elderkin

    Die Romantherapie
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Es gab in meinem Leben eigentlich kaum eine Situation, bei der Bücher nicht in irgendeiner Weise geholfen hätten. Zugegeben - an manchen Problemen sind sie auch indirekt schuld, zum Beispiel am aktuellen Kontostand - aber: sie waren und sind mir immer eine Lebenshilfe! Die Autorinnen Susan Elderkin und Ella Berthoud haben diese Tatsache einmal von ihrem eigenen Leben in ein Buch übertragen und im Insel Verlag ist soeben mit Unterstützung von Traudl Bünger "Die Romantherapie - 253 Bücher für ein besseres Leben" erschienen. Kaum ein Unglück oder Gefühl, gegen das kein Buch geschrieben wurde - egal ob Liebeskummer, Fernweh, Sehnsucht, Wut, Eifersucht oder natürlich die Schlaflosigkeit und all diese werden in diesem fabelhaften Sachbuch zur unendlichen SUB-Erweiterung empfohlen! Aber Achtung: Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Buchhändler oder den Lieblingsautor!  Wir verlosen gemeinsam mit dem Insel Verlag 10 Exemplare des Bibliophilen-Ratgebers und stellen dafür natürlich eine Aufgabe rund um Buchtipps: Zeigt uns entweder hier auf LovelyBooks oder/und auf Facebook, Twitter, Instagram und Google+ mit einem Bild Euren Buchtipp gegen: a) Liebeskummer oder b) Fernweh oder c) Wut oder d) Schlaflosigkeit oder e) Einsamkeit. Wir wollen die Buchtipps natürlich möglichst breit streuen und freuen uns deswegen, wenn Ihr den Anlass nutzt und entweder zu einem oder zu allen Gefühlen Euer Lieblingsbuch auf den sozialen Kanälen mit dem Hashtag #romantherapie postet. Das Posting dann bitte einfach hier verlinken und schon sitzt Ihr im Lostopf! :-) Hier ein Beispiel meines aktuellen Fernwehbuchs: https://twitter.com/Buchkolumne/status/394783113605550081 und http://instagram.com/p/gAkQBvKwnV/ Die Romantherapie im Netz: Website inklusive Rezept-o-mat + Die Romantherapie auf Facebook + die Romantherapie auf Twitter

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    • 107
  • Ein Roman, der zum Nachdenken über verpasste Chancen anregt

    Schöne Ruinen
    Textverliebt

    Textverliebt

    14. August 2013 um 12:12

    Eine Geschichte, die weit in der Vergangenheit liegt und niemanden loslässt. Nach dem Tod seines Vaters kehrt Pasquale Florenz und seiner großen Liebe den Rücken, um das familieneigene Hotel in Porto Vergona, einem kleinen Fischerort inmitten unzugänglicher Klippen im beschaulichen Italien der Sechziger Jahre, weiterzuführen. Doch der junge Hotelier hat einen Traum. Er will aus dem kleinen Fischerdorf einen glamourösen Ferienort schaffen, der wohlhabende Gäste aus aller Welt anziehen soll. Um seinen Traum zu verwirklichen, steht Pasquale in jeder freien Minute in der Brandung, um einen Strand anzulegen oder plant, wie er in die mächtigen Felsen ein Plateau für einen Tennisplatz sprengen kann. Von den wenigen Einheimischen erntet er dafür viel Spott und Hohn – bis eines Tages tatsächlich eine amerikanische Touristin in dem Hotel des jungen Träumers absteigt. Bei der Amerikanerin handelt es sich um die aufstrebende Schauspielerin Dee Moray. Eigentlich sollte sie Teil der Besetzung des epischen Dramas Cleopatra sein, doch das Schicksal wollte es anders, denn der herbeigezogene Arzt hat bei ihr eine schwere Krankheit diagnostiziert. So reist sie in das verschlafene Örtchen, um Kraft und Energie zu tanken. Mit jeder Sekunde, die sie Pasquales Nähe verbringt, zieht sie ihn mehr in ihren Bann. Der junge Italiener ist verzaubert von der außergewöhnlichen Schönheit der Amerikanerin sowie von dem Hauch Glamour, der sie umgibt. Doch Pasquale muss schnell merken, dass Hollywood nicht nur goldene Seiten hat, sondern auch viele tiefe Abgründe. Viele Puzzlestücke ergeben ein Bild. Die Handlung des Romans spielt abwechselnd im Italien der Vergangenheit und dem Hollywood der Gegenwart. Jess Walter verwebt in Schöne Ruinen mehrere Handlungsstränge verschiedener Zeiten und Charaktere zu einem Roman, der seine Leser nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die Charaktere sind ebenso wie die Orte liebevoll ausgearbeitet und tiefgründig. Sie gehen mit Ecken und Kanten durchs Leben und werden auch im Verlauf der Handlung von ebendiesem gezeichnet. Anders als in klischeehaften Liebesromanen ist das Ende dieser Geschichte dank unzähliger Intrigen, Irrwege, aber auch kleiner Hoffnungsschimmer nicht vorhersehbar. Doch Jess Walter hat mit seinem Roman Schöne Ruinen vielmehr als einen gewöhnlichen Liebesroman geschaffen. Er hat gleichzeitig ein reflektiertes Abbild der Medienlandschaft gezeigt. Noch immer wird weltweit ein Kult um die Filmindustrie geschaffen, durch den Hollywood glorifiziert sowie Schauspieler und Regisseure vergöttert werden. In Jess Walters Roman findet ebendieser nicht statt. Beim Lesen schaffte er es stattdessen, meine Emotionen zu wecken und mich zum Nachdenken zu bringen. Welche Chancen verpasste ich vielleicht bereits im Leben? Traf ich bisher immer die richtigen Entscheidungen? "'Dee … Moray', las Pasquale laut. Der Name war ihm nicht bekannt, aber es gab so viele amerikanische Filmstars – Rock, Hudson, Marilyn Monroe, John Wayne –, und sobald er glaubte, alle zu kennen, wurde ein neuer berühmt, fast als gäbe es in Amerika eine Fabrik, in der diese riesigen Leinwandgesichter hergestellt wurden." – Seite 23 – Meine Meinung zu diesem Roman lässt sich in diesem Fall sehr schwer ausdrücken. So sehr ich die Handlung mochte, hat mir das Ende doch wenig zugesagt. Schließlich kann ich wohl trotzdem einfach abschließend behaupten, dass mich lange kein Roman mehr derartig zum Nachdenken brachte. Ich habe einen leichten Sommerroman erwartet und schließlich über meinen Lebensweg, meine Träume und meine Chancen nachgedacht – und das ist wohl am Ende, was zählt.

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  • Eine nie vergessene Liebe

    Schöne Ruinen
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    30. July 2013 um 07:31

    Pasquale ist ein Träumer. Er hat das Hotel seines Vaters geerbt, in dem er mit seiner kranken Mutter und seiner Tante lebt. Das Hotel ist genau wie das Dorf, in dem er lebt, klein und wie von der Außenwelt abgeschnitten und zwischen Felsen eingekeilt. Es ist nur vom Meer aus zu erreichen. Pasquale träumt trotzdem von dem großen Ansturm amerikanischer Gäste. Als dann tatsächlich eines Tages die amerikanische Schauspielerin Dee Moray vor seiner Tür steht, kann er sein Glück nicht fassen. Aber sie scheint schwer krank zu sein. Er verliebt sich in sie ... Nach 50 Jahren macht er sich auf den Weg nach Amerika, um Dee Moray zu finden, seine Liebe, die er auch nach so vielen Jahren nie vergessen hat ... Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, beginnend im Jahr 1962 in Italien in einem kleinen Ort namens Porto Vergogna. Dee Moray, eine kranke amerikanische Schauspielerin kommt irrtümlich auf die kleine Insel. Pasquale fährt für sie nach Rom, um für sie einiges auf den rechten Weg zu bringen. Er kommt mit Richard Burton zurück, kurz darauf verschwindet Dee Moray aus seinem Leben. Im Wechsel der Erlebnisse aus dem Jahr 1962 spielt die Handlung in der heutigen Zeit. Pasquale, inzwischen ein alter Mann, hat sich auf den Weg nach Amerika gemacht, um Dee Moray zu suchen. In der Hand hat er nur eine alte Visitenkarte vom Filmproduzenten Michael Deane, die er ihm vor vielen Jahren in die Hand gedrückt hatte. Gemeinsam mit ihm, seiner Assistentin Claire und einem jungen Möchtegerndrehbuchautoren machen sie sich auf den Weg zu Dee Moray, jeder mit einer anderen Motivation im Kopf. Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Aus dem tatsächlich 1962 gedrehten Film "Cleopatra" mit Elizabeth Taylor und Richard Burton als Ausgangspunkt werden im Wechsel die fehlenden Jahre zwischen 1962 und dem Heute erzählt. Der Werdegang der amerikanischen Schauspielerin Dee Moray mit allen Höhen und Tiefen ist dabei der rote Faden.  Der Leser erhält einen recht interessanten Einblick in die Welt des Films und vor allem der Filmemacher. Da wird teils über Leichen gegangen, nur um Werbung für einen Film zu machen. Die Beziehung Taylor / Burton ist legendär, zumindest meiner Generation sind die beiden ein Begriff, auch wie die Beziehung der beiden ablief. Das hat der Autor sehr gut recherchiert.  Richard Burton wird hier im Roman jedoch eine weitere Liebesgeschichte angedichtet, die durchaus so hätte ablaufen können. Er war ein Frauenheld und Trinker, das hat der Jess Walter auch sehr gut nachvollzogen. Als Leser erhält man aber auch einen kleinen Einblick in die Musikbranche, man erlebt Versuche, ein Buch zu schreiben und ist bei einer Theateraufführung dabei, die ein Stück aus dem Leben spielen.  Der Autor hat sich mit vielen Themen beschäftigt, ist aber nur beim Thema Film etwas mehr in die Tiefe gegangen. Ein wunderbar geschriebenes Buch mit Vergangenheitsbewältigung, Korruption, Liebe, Hoffnungen und begrabene Träume. Ein Buch, das manches mal ein wenig schwermütig ist, aber nie langweilig.

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  • Jess Walter - Schöne Ruinen

    Schöne Ruinen
    Hasewue

    Hasewue

    26. July 2013 um 10:10

    Ein verschlafener Ort an der ligurischen Küste im Frühjahr 1962: Pasquale hat von seinem Vater eine Pension geerbt, die einzige in Porto Vergogna, einem verschlafenen Dörfchen, aus dem Pasquale einen attraktiven Ferienort machen möchte. Als zufällig dann die eher unbekannte Schauspielerin Dee Moray in seiner Pension landet, wird Pasquales Welt auf dem Kopf gestellt. Für mich ist es sehr schwer „Schöne Ruinen“ von Jess Walter zu bewerten. Es ist nicht das Buch, das ich anhand des Klappentextes erwartet hatte. Aber es hat mir doch gut gefallen. Neben Pasquale stehen noch weitere Personen im Zentrum des Geschehens und dadurch war das Buch dann stellenweise etwas überladen, da deren Geschichte ebenfalls ausführlich geschildert wird. Man bekommt so zwar einen recht guten Einblick in das Leben der einzelnen Beteiligten und gewinnt auch einen gewissen Zugang zu den Charakteren, aber Pasquale gefiel mir am besten. Deswegen habe ich seine Abschnitte mit großer Freude gelesen und die der anderen bereiteten mir ein zunächst paar Schwierigkeiten. Wenn man aber den Einstieg in „deren Leben“ geschafft hat, dann ist die Geschichte nicht mehr ganz so zäh. Trotzdem gefielen mir die Abschnitte über Pasquale und die darin enthaltenen, wunderschönen italienischen Landschaftsbeschreibungen besser. „Schöne Ruinen“ war für mich kein einfaches Buch. Ich habe für die Geschichte mit ihren knapp 450 Seiten deutlich länger gebraucht als das sonst der Fall ist. Es ist definitiv kein Buch für Zwischendurch und erfordert auch eine gewisse Konzentration beim Lesen, weil es einfach so facettenreich und tiefgründig ist. Die Sprache gefiel mir sehr gut, auch die Idee hat mich überzeugt und es gab auch sehr besondere und teilweise komische Momente, nur war es manchmal zu viel des Guten was die Personenvielfalt (Richard Burton bekommt auch einen Auftritt) betrifft. Aber alles in allem war es ein schönes Buch, das schwer in Worte zu fassen ist und das mit Pasquale einen unglaublich sympathischen und liebenswürdigen Menschen aufweist. 4 von 5 Sternen!

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  • Ein charmantes Buch voller Witz, Liebe und interessanter Geschichten

    Schöne Ruinen
    Tami

    Tami

    13. July 2013 um 14:16

    Mein Lieblingszitat “Geschichten sind Menschen. Ich bin eine Geschichte, du bist eine Geschichte …  dein Vater auch. Unsere Geschichten verzweigen sich in alle Richtungen, doch manchmal, wenn wir Glück haben, fügen sie sich für eine Weile zu einer zusammen, dann sind wir weniger allein.” -Seite 88 Genre Ein Roman mit Charme, der mit seiner einzigartigen Story und den lebhaften Figuren überzeugen kann. Was passiert? Porto Verogna, Frühjahr 1962: Pasquale steht auf dem Felsplateau und plant seinen Tennisplatz, der amerikanischen Gästen, sein Hotel schmackhafter machen soll. Mit harter Arbeit will er den verschlafenen Ort zu einem Touristenziel machen. Als dann die hübsche Amerikanerin Dee Moray tatsächlich in seinem Hotel eincheckt, beginnt eine Geschichte, die Pasquales Leben verändern wird. Meine Meinung Was öberflächlich nach einer typischen Sommerromanze aussieht, entwickelt sich schnell zu einer sehr viel weitläufigeren Geschichte. Mit südländischem Charme, einer gewissen Lebenslust und einer wunderbaren sommerlichen Trägheit fließt das Buch vor sich hin. Mit diesem Buch kann man sich wunderbar treiben lassen und ich habe oft die Zeit vergessen, wenn ich mich erst in die Seiten vertieft hatte. Mit Raffinesse und großem Können schafft es Jess Walter, dass die Figuren zum Leben erwachen und der Leser sie auf ihrem Lebensweg begleitet. Ab und an zieht sich das Buch etwas, aber dann kann es auf charmante Art auch wieder überraschen und das Ende rundet das Buch perfekt ab. In einem Satz… Ein sommerlicher Roman, der die Luft mit italienischer Lebensfreude füllt und uns die Geschichten hinter den Figuren erzählt.

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  • Ein wundervoller Roman mit tollen Charakteren und viel "Dolce Vita"

    Schöne Ruinen
    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    10. July 2013 um 10:55

    Jeder hat den Traum von der großen Liebe. Manchmal liegen Jahrzehnte, Kontinente und Richard Burton dazwischen, bevor er sich erfüllt. Ein kleiner Einblick: Der junge Pasquale kehrt nach dem Tod seines Vaters wieder in den verschlafenen und beinahe vergessenen italienischen Küstenort Porto Vergogna zurück, um das Hotel weiterzuführen, dass er geerbt hat. Er glaubt daran, dass eines Tages die Touristen aus Amerika kommen - und so versucht er mühsam, einen kleinen Strand an der schroffen Küste anzulegen und träumt davon, einen Tennisplatz auf einem Felsplateau zu bauen. Plötzlich taucht tatsächlich eine junge Amerikanerin, dazu noch Schauspielerin, in Porto Vergogna auf und Pasquale verliert prompt den Herz an sie. An dem Tag, als er die wunderschöne Amerikanerin zum ersten Mal erblickte, steckte Pasquale bis auf Brusthöhe in Tagträumen, die das schmuddelige kleine Porto Vergogna als aufstrebenden Urlaubsort und ihn selbst als eleganten Geschäftsmann darstellten, einen Mann von unbegrenzten Möglichkeiten zu Beginn einer glorreichen Moderne. Seite 10  Doch mit der jungen Schauspielerin Dee Moray tauchen auch die Probleme auf, zuletzt sogar ihr Geliebter, niemand geringerer als Richard Burton! Das Erscheinen dieser Frau und vor allem die Dinge, die er über sie erfährt, lösen etwas aus in Pasquale und er trifft für sich eine wichtige, lebensbestimmende Entscheidung. Er geht und sieht Dee Moray  nicht wieder. Fünfzig Jahre später allerdings begibt er sich nach Amerika, um diese Schauspielerin wieder zu finden, zusammen mit einem abgebrühten Hollywood-Produzenten, dessen resignierter Assistentin und einem selbstverliebten Möchtegern-Drehbuchautor, der zufällig Italienisch kann. Fünfzig Jahre, in denen alle damals Beteiligten ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen lebten - und deren Leben doch immerwährend auf die ein und andere Art miteinander verflochten war. Meine Gedanken zu dem Buch: Als ich von Jess Walter's Roman "Schöne Ruinen" las und hörte, wurde ich neugierig und beschäftigte mich mit der Leseprobe zu diesem Buch. Nur das Anlesen eben dieser reichte schon für die Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt haben wollte. Wenn man sich das Cover anschaut, denkt man wahrscheinlich sofort an einen etwas schnulzigen Liebesroman. Es ist in der Tat ein Liebesroman, aber schnulzig ist er auf keinen Fall! Was auf dem Cover auf den ersten Blick so idyllisch und romantisch erscheint, stellt in der Tat den verschlafenen Ort Porto Vergogna ( übersetzt: Hafen der Schande) dar, der von Pasquale zwar schöngeredet wird, aber der - wenn er ganz ehrlich zu sich selbst ist - einsam, trostlos und von der Außenwelt vergessen ist. Des Öfteren blätterte ich bei diesen Beschreibungen zurück zum Cover und der erste Eindruck veränderte sich. Doch zurück zum Geschehen: Jess Walter überzeugt mit einem absolut gelungenen und fesselnden Schreibstil. Das Geschehen wurde aus Sicht des allwissenden Erzählers geschrieben und so bekam ich einen sehr ausführlichen Einblick in die verschiedene Charaktere. Die Geschichte begann für mich im April 1962 in Porto Vergogna, doch schon ca 30 Seiten weiter befand ich mich plötzlich in der Gegenwart in Kalifornien, besser gesagt in Hollywood, nur um kurz darauf wieder im Italien zurückkatapultiert zu werden. Weitere Stationen zu verschiedensten Zeiten erwarteten mich - Rom, Florenz, La Spezia, Edinburgh in Schottland ... - nur um ein paar davon aufzuzählen. Aber es sind diese Zeitsprünge, die dieses Buch so besonders machen. Denn all diese verschiedenen Handlungen an diesen Orten von den verschiedenen Personen zu den verschiedensten Jahreszeiten laufen doch zuletzt zu einem großen Ganzen zusammen. Diese Personen, die sich da mehr oder weniger flüchtig im Jahre 1962 in Port Vergogna trafen - diese Personen sind durch scheinbar unsichtbare Bande ihr Leben lang miteinander verbunden. Hollywood mit seinem berauschenden Leinwandleben und seinen exzentrischen Schauspielern und Regisseuren sind ein ganz großes Thema dieses Buches. Hochfliegende Träume und tiefe Abgründe beherrschen diese Stadt und Jess Walters schaffte es hervorragend, mir als Leser einen Einblick hinter die Kulissen zu verschaffen, der mit herrlichem Zynismus und einer großen Portion Ironie durchzogen ist. Mein eigentlicher Lohn waren nicht Ruhm und Geld, die sich bald einstellten. Die Frauen, das Koks oder einen Tisch in jedem beliebigen Restaurant der Stadt. Nein, mein Lohn war eine Vision, die meine Karriere prägen sollte: Wir wollen, was wir wollen. Seite 336, Michael Deane, Hollywood Film und Theater, aber auch die Literatur und die Musik werden vom Autor gekonnt aufgegriffen und verarbeitet. Diese vier grossen "Medien" überdauern die Zeit, die sich sonst doch so schnell verändert. Viel Neues kommt und geht über die Jahrzehnte, aber diese vier menschenverbindenden Medien Film, Musik, Theater und Literatur bleiben die ganze Zeit über bestehen. Und vielleicht sind genau das die unsichtbaren Bande, die die Protagonisten über solche Distanzen, über so viele Jahre ebenfalls miteinander verbindet. Eine junge Schauspielerin, ein etwas durchgeknallter Regisseur und seine resignierte Assistentin, ein ambitionierter Drehbuchautor, der sein Werk pitchen möchte, ein Schriftsteller mit nur einem "unfertigen" Werk, ein scheiternder Musiker, eine junge Frau, die Theaterstücke schreibt ... Kunst in jeglicher Form verbindet ... "Geschichten sind Menschen. Ich bin eine Geschichte, du bist eine Geschichte... dein Vater auch. Unsere Geschichten verzweigen sich in alle Richtungen, doch manchmal, wenn wir Glück haben, fügen sie sich für eine Weile zu einer zusammen, dann sind wir weniger allein. Seite 88  Kurz & gut - mein persönliches Fazit Jess Walter hat mich mit "Schöne Ruinen" vollkommen überzeugt. Dieser inhaltlich wunderbar ausgearbeitete Roman mit seinen facettenreichen Charakteren und genauen Umfeldbeschreibungen, seinen immer wiederkehrenden Zeitsprüngen sprüht nur so voller Witz und unterschwelligem Zynismus. Und doch kommt auch die Liebesgeschichte nicht zu kurz, die auf ihre ganz besondere Art etwas sehr Ergreifendes hat. Ein toller Flair und eine große Portion "Dolce Vita" laden auf eine ganz besondere literarische Reise ein, die eine Zeitspanne von über fünfzig Jahren umfasst. Sehr lesenswert - sehr empfehlenswert! © Rezension: 2013, Alexandra buecherkaffee.blogspot.de

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  • Entsprach nicht meinen Erwartungen

    Schöne Ruinen
    Wonder_

    Wonder_

    Meine Erwartungen konnte "Schöne Ruinen" leider nicht erfüllen. Von einer herzzerreißenden Geschichte ist das Buch meilenweit entfernt. Komisch? Ja. Verrückt? Ja. Liebesgeschichte? Eher nicht. Der Roman ist gut geeignet um einige Stunden am Strand totzuschlagen, aber für mehr hat es mir persönlich leider nicht gereicht. Das Cover zeigt einen Ausschnitt der Cinque Terre in Italien, wozu auch Porto Vergogna gehören sollte, wenn es nach Protagonist Pasquale ginge. Somit schreibt das Cover geradezu nach Urlaubslektüre. Protagonist Pasquale, sowie die amerikanische Schauspielerin Dee Moray und den Hollywoodproduzenten Michael Dean lernt man in der Vergangenheit als junge Menschen kennen und trifft sie schließlich einige Jahrzehnte später in der Gegenwart wieder an. Die unterschiedliche Entwicklung ihrer Leben ist sehr interessant dargestellt, ihre Charaktere ansich bleiben aber sehr flach. In der jetzigen Zeit kommen zwei weitere Protagonisten hinzu: Deans Assistentin Claire und der stets positiv denkende Shane, der seinen Film Pitch an Michael Dean verkaufen will. Die Figuren bleiben leider überhaupt nicht im Gedächtnis haften und schon kurz nachdem man das Buch zugeschlagen hat, hat man sie bereits wieder vergessen. Was bei diesem Buch im Mittelpunkt steht ist definitiv die Story, die auch ohne schillernde Charaktere auskommt. In dem kleinen Städtchen Porto Vergogna arbeitet der junge Pasquale hart daran, seine Heimat zu einem schillernden Touristenmagneten zu machen. Sein großer Traum ist es, Amerikaner in sein bescheidenes Hotel zu locken. Als schließlich wirklich eine Amerikanerin, und noch dazu eine Schauspielerin, in seinem Hotel absteigt, fallen Pasquale fast die Augen aus dem Kopf. Hals über Kopf verliebt er sich in sie, doch ihnen sind nur wenige Tage vergönnt. Tage voller verworrener Hollywood-Intrigen, die auch Jahre später noch ihre Folgen nach sich ziehen. Als bereits betagter Mann macht Pasquale sich schließlich selbst auf nach Amerika, um Dee zu finden. Dort angekommen trifft er in Michael Deans Studios auf Claire und Shane, der zufällig Italienisch versteht. Und so wird auch dieser in die Suche verstrickt, obwohl er eigentlich nur seinen Pitch verkaufen wollte. Die verschiedenen Handlungsstränge sind geschickt verknüpft und bieten so einige interessante Aha-Momente für den Leser. Allerdings hätte ich mir aufgrund der als herzzerreißend angepriesenen Geschichte deutlich mehr Emotionen gewünscht, die aber so gut wie gar nicht vorhanden waren. Lediglich Shanes Pitch, der sich nur über wenige Seiten erstreckt, konnte mich wirklich packen. Hier finden sich in nur wenigen Worten mehr Gefühle und Dramatik, als im kompletten restlichen Buch. Denn die übrige Story bleibt leider sehr platt und somit für mich persönlich nicht mehr als ein Zeitvertreib bei absoluter Langeweile. Am Stil merkt man deutlich, dass hier ein Mann am Werk war. Die oft flapsigen und schlichtweg "männlichen" Sprüche wollen einfach nicht so recht zu der Liebesgeschichte passen, die ich mir aufgrund des Klappentextes erhofft hatte. Würde sich auf dem Buchrücken dieses eine kleine Wort "herzzerreißend" nicht finden, wären meine Erwartungen völlig andere gewesen und das Buch hätte bestimmt besser abgeschnitten.

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  • Ein wunderschöner Urlaubsroman!

    Schöne Ruinen
    sonjastevens

    sonjastevens

    17. June 2013 um 07:51

    Ich habe extra mit dem Lesen gewartet um den Roman in meinem Urlaub zu lesen und ich hatte recht mit dieser Entscheidung, denn ein Teil des Romans spielt in einem winzigen italienischen Fischerdorf im Jahr 1962. Wenn man dann selber am Meer liegt, dieses Rauschen hört und das Salz auf den Lippen spürt ist es die perfekte Kulisse.   Pasquale kehrt nach seinem Studium in das verlassene Hotel seiner Eltern zurück um dort durch einen über die Klippen ragenden Tennisplatz Gäste anzulocken. Eines Tages kommt ein Boot und bringt tatsächlich einen Gast, die junge und aufstrebende Schauspielerin Dee Moray, welche hier ein paar Tage auf ihren Freund wartet. Kurz vorher hat sie die Diagnose Magenkrebs bekommen und denkt, dass sie wahrscheinlich zu Tode verurteilt ist.   Im Wechsel mit der damaligen Geschichte, wird der Leser ins heute Hollywood geführt, wo Claire, die Assistentin des großen Micheal Deans gerade eine Lebenskrise überwinden muss und an einem Scheidepunkt steht. Soll sie dem Filmgeschäft – ihrem Traumjob, der sich leider nicht als Traumjob erwiesen hat – den Rücken drehen und dazu noch ihrem nichtsnutzigen, drittklassigen Schauspielerfreund, oder soll sie weiter auf ihre Karriere hoffen, einen eigenen Film zu produzieren.   Shane ist auf dem Weg nach Hollywood um seinen Film über die Donner-Party zu pitchen, nach dem Prinzip „Handle!“ ohne groß weiter drüber nachzudenken. Ausgerechnet am letzten Freitag, an dem er seinen Film vorstellen soll bei Michael Deans Assistentin will sie ihre Entscheidung treffen – aber auch ein weiterer Mann will Michael Dean sehen…   Die Handlung springt zwischen damals und heute hin und her, es werden aber auch noch weitere Charaktere vorgestellt, wie Alvis, der ein Buch über seine Kriegserfahrungen schreiben will, aber irgendwie nie über das erste Kapitel hinaus kommt. Das Buch fesselt einem mit den tragisch schönen Handlungssträngen, jedoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass es vielleicht etwas langatmig war – z.B. bei Alvis ersten Kapitel habe ich mich zu Beginn sehr zwingen müssen weiter zu lesen, oder auch der Pitch der Donner Party, war vielleicht etwas zu viel. Sehr gut gemacht ist hingegen, wie sich die einzelnen Handlungsstränge aus den verschiedenen Zeiten über das Buch hinweg zusammenfügen, das Ende ist absolut rund und man kann zufrieden das Buch schließen.   Die Charaktere verbindet eines, das Streben nach ihrem Lebenstraum, Rückschläge und Zweifel, die Suche nach der wahren Liebe – vielleicht sogar der Verlust, weil man zu eigensüchtig handelte oder nicht stark genug war. Auf jeden Fall liest man dieses Buch auch sehr selbstreflektierend – was man daraus macht, oder ob man vielleicht schon Liebe und Lebenstraum gefunden hat, muss jeder selbst entscheiden.   „Schöne Ruinen“ ist ein wunderschönes Buch, das perfekte Urlaubsbuch, und ein absolutes Leseerlebnis! Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen an Leute, die gerne Romane über das Leben und seine Hindernisse lesen.

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  • Wir wollen, was wir wollen

    Schöne Ruinen
    Bri

    Bri

    12. June 2013 um 21:35

    … „ Alles, was wir haben, ist diese Geschichte, die wir erzählen. Alles was wir tun, all unsere Entscheidungen, Stärken, Schwächen, Beweggründe, unsere Vergangenheit und unser Charakter, was wir glauben – nichts davon ist real; es gehört alles zu dieser Geschichte, die wir erzählen. Aber der springende Punkt ist: Es ist unsere verdammte Geschichte.“ … Italien - 1962 Personen: Pasquale Tursi, dessen Mutter und Tante, Fischer, eine amerikanische junge Schönheit. Ort: das Dorf Porto Vergogna, eine in die Felsen geschnittene Spalte, an die einige Häuser geklebt sind. Gleich neben Cinque Terre. Nichts erinnert an die pittoresken fünf Dörfer der Levante, die gleich nebenan an der Küste liegen und von Scharen von Touristen heimgesucht werden. Aber das soll nach Pasquales Willen anders werden. Warum nicht Seis Terre? Das war schon der Traum von Pasquales jüngst verstorbenem Vater, Porto Vergogna soll ein Hotel bekommen, das den Ort auch für die große Welt interessant macht. Und so schichtet der junge Mann täglich Steine auf, um seinen künstlich angelegten Strand vor dem Meer zu schützen. Amerika – unlängst Personen: Michael (der) Deane, seine Assistentin Claire, ein junger Drehbuchautor, ein älterer italienisch sprechender Herr, Dee Moray. Ort: mal hier, mal dort – von Hollywood nach Idaho. Filmbranche. Michael sucht nach einer Filmidee, die ihn aus einem Knebelvertrag mit dem Filmstudio heraus bringt. Claire sucht die Idee zu einem guten, zu einem wichtigen Film und dieser Freitagspitch soll entscheiden, ob sie ihren Job kündigen wird oder nicht. Der Freitagspitch ist Menschen überlassen, die irgendwann in ihrem Leben eine Visitenkarte mit Unterschrift des Deane erhalten haben. An diesem Freitag erscheinen zufällig – oder will es das Schicksal so? - ein junger Drehbuchautor mit Italienisch Kenntnissen und ein älterer Signore mit nur rudimentären Englisch Kenntnissen Der junge Drehbuchautor pitcht einen Film über die sog. Donner-Party, während der ältere Signore sich als Pasquale Tursi, der Strandbauer, entpuppt. Er ist auf der Suche nach der Person, die alle Geschichten in Walters Roman Schöne Ruinen miteinander verbindet: Dee Moray, eine amerikanische Schönheit und Schauspielerin und Pasquales langersehnter und erster amerikanische Gast in Porto Vergogna … Der Aufbau von Walters Roman erinnert teilweise an den Wolkenatlas und andererseits an Colum McCanns Die große Welt und doch ist er ganz anders. Viele verschiedene Personen, unterschiedliche Geschichten, verwoben miteinander über Raum und Zeit, ohne dass gleich Klarheit über deren Zusammenhang entsteht. Während McCanns große Welt spielerisch leicht daherkommt, die Verbindungen zwar erahnen aber dennoch im Dunkel lässt und diese dann erst ganz zum Schluß grandios preisgibt, schafft Walter diese Leichtigkeit in Schöne Ruinen nur ansatzweise. Zunächst ein wenig zu starr im Aufbau, zu plakativ, vielleicht sogar zu gewollt, plätschert die Geschichte anfangs dahin. Plötzlich aber bekommt sie durch verschiedene Ereignisse eine unerwartete Tiefe. Menschliche Abgründe werden ausgelotet, die Filmbranche in ihrer Berechnung und Unmenschlichkeit gezeichnet und sämtliche Verstrickungen aus der Schublade gezogen, die nur möglich sein können. An manchen Stellen wünscht man sich weniger von den vielen Details. Zumal die wichtigen, die entscheidenden Szenen meist eher sehr kurz kommen. Eindruck hinterlässt das trotzdem. Denn ab und zu blitzt die Lebensklugheit des Autors wie ein kleines Feuerwerk auf. Schöne Ruinen hätte mich ein wenig ratlos zurück gelassen, wäre da nicht der Schluss gewesen. Nicht wegen des Inhalts oder der Auflösung der einzelnen Geschichten, ein offenes Ende hätte ich gut verkraftet. Nein, wegen meiner Meinung zu diesem Buch. Ich habe mich oft gefragt, was halte ich davon und konnte mich nicht entscheiden. Die Erkenntnis aber, dass das „gute“ Leben dem „berühmten“, dem „großen“ Leben vorzuziehen ist, auch wenn man ab und zu voller Wehmut an die vermeintlich verpassten Chancen zurückdenkt, hat mich den positiven Ausschlag gegeben. … „ Sie haben keine Ahnung, ob die Gemälde inzwischen verblasst oder mit Graffiti übersprüht sind, ob der Bunker noch existiert – ob er überhaupt je existiert hat -, aber sie sind jung, und der breite Weg ist leicht begehbar. Und selbst wenn sie nicht finden, was sie suchen, reicht es nicht, draußen im Sonnenlicht herumzustreifen?“ …

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