Jesse Bering Die Erfindung Gottes

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Inhaltsangabe zu „Die Erfindung Gottes“ von Jesse Bering

Seit es Menschen gibt, glauben sie. Immer schon sucht der Mensch nach den unsichtbaren Kräften, die sein Schicksal lenken. Jesse Bering geht in seinem provokanten Buch der Frage nach, warum die Menschen glauben: an ein vorherbestimmtes Leben, göttliche Botschaften in Naturkatastrophen oder ein Leben nach dem Tod. Nach Jahren der intensiven Forschung und anhand zahlreicher Experimente kann Bering seine These inzwischen beweisen: Der menschliche Instinkt, an einen Gott oder andere übermenschliche Mächte zu glauben, verschaffte den Menschen in der Frühzeit einen überlebenswichtigen Vorteil. An diesem Punkt hat die Evolution ihr Ziel erreicht. Hat die Religion ihre Schuldigkeit damit getan?

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  • Die ewige Sinnsuche

    Die Erfindung Gottes

    R_Manthey

    09. July 2015 um 10:58

    Wir haben Gott in unserem Geiste erfunden. Das jedenfalls behauptet der Autor in diesem Buch recht wortreich. Bedeutet diese Erkenntnis, wenn sie denn wahr ist, dass es Gott nicht gibt? Selbstverständlich nicht. Leider bringt es der Autor aber nicht fertig, darauf explizit einzugehen. Stattdessen verwirrt er seine Leser mit ausschweifenden Gedankengängen, die die Essenz des Textes leider enorm verwässern und es dem Leser außerordentlich schwer machen, dem Autor zu folgen. In diesem Text geht es also nicht um irgendeine Art von gedanklichem Beweis, dass Gott existiert oder eben nicht. Vielmehr behauptet der Autor lediglich, dass die Menschen im Rahmen ihrer Evolution Gott durch ihren Verstand für sich erzeugt haben. Dies würde aus unserer Fähigkeit folgen, uns in andere Menschen hineinzuversetzen und deren weitere Handlungen vorauszusehen. Diese Gabe zur "Mentalisierung" würde uns wesentlich von anderen Tieren unterscheiden, ähnlich wie der aufrechte Gang oder das Erlernen einer Sprache (53). Ob das so stimmt, kann man zumindest bezweifeln. Offenbar streitet man sich darüber auch unter dem Dach der entsprechenden Spezialwissenschaft. Was uns hingegen tatsächlich von Tieren unterscheidet, ist unser unstillbarer Drang nach einer Sinnsuche. Alles auf dieser Welt, insbesondere unser Leben, muss einen Sinn besitzen, den wir unbedingt erforschen wollen. In diesem Zusammenhang kommt der Autor beispielhaft auf Jean-Paul Sartre zu sprechen, der bekanntlich ein bekennender Atheist war. Doch Sartre erklärt: "Ich fühle mich nicht wie ein in der Welt aufgetauchtes Staubkorn, sondern wie ein erwartetes, hervorgerufenes, präfiguriertes Wesen. Kurz, wie ein Wesen, das nur von einem Schöpfer kommen zu können scheint." (72) Für den Autor stellt eine solche Aussage einen Beweis für die Erfindung Gottes durch unseren Verstand dar. Selbst ein überzeugter Atheist wie Sartre verfügt demnach über eine sehr spezielle Art kreationistischer Wahrnehmung (71). Weil alles für uns einen Sinn haben muss, schließen wir in diesen Sinn einen absichtsvoll handelnden Schöpfer ein, argumentiert der Autor (85). Aus dieser Sinnsuche würde auch unser oftmals absurdes teleofunktionalistisches (der Natur oder "Geschöpfen" eine Funktion unterstellendes) Denken herrühren, das man schon bei Kindern beobachten kann. So kann man beispielsweise oft feststellen, dass die Existenz bestimmter Tierarten damit begründet wird, dass sie einen bestimmten Zweck erfüllen. Dass sie einfach nur da sind, reicht uns nicht aus. Bestimmte Wissenschaftler führen die hartnäckige Vorherrschaft kreationistischer Überzeugungen weitgehend auf die Art zurück, wie sich unser kognitives System entwickelt hat (86). Aus denselben Gründen würden wir auch überall Zeichen und Botschaften vermuten, wo einfach nichts wäre. Auch Begriffe wie "Schicksal" oder "Bestimmung" würden auf dieser Sichtweise beruhen, behauptet der Autor. An mehreren Stellen befasst sich der Autor danach mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gäbe und verneint diese Frage. Der Geist ist ein Produkt der Gehirntätigkeit, so Bering, und folglich müsse er sich mit dem Gehirn verabschieden. Später kommt der Autor dann noch einmal auf den Atheismus zu sprechen, bei dem er oftmals (wie bei Sartre gesehen) versteckte kreationistische Überzeugungen nachweist. Er schreibt dann (220), dass Atheismus darin bestehen würde, "Gott mundtot zu machen". Atheisten hätten also genauso Gott (ob nun wissend oder unbewusst) in der Hinterhand, trafen allerdings irgendwann bewusst die Entscheidung, den Gedanken an einen obersten Lenker zu verwerfen. Kurz vor Ende seines Textes hat der Autor dann die Lacher auf seiner Seite, wenn er schreibt: "Die kognitive Illusion eines stets anwesenden Gottes arbeitete zugunsten unserer Gene, und für die Natur war das ein ausreichender Grund, diese Illusion im Gehirn des Menschen lebendig zu erhalten." Für die Natur war das also ein ausreichender Grund? Da haben wir sie wieder, die liebe kognitive Illusion. Da schreibt uns der Autor einen langen Text und tappt am Ende selbst in die lang und breit beschriebene Falle. Man muss nur "Natur" mit "Gott" gleichsetzen, um das zu sehen. Die Natur kennt keine Gründe - das haben wir nämlich vorher vom Autor gelernt. Fazit. Obwohl dieser Text viele interessante Gedanken enthält, wirkt er eigenartig zerfasert. Dem Autor gelingt es einfach nicht, eine klare und einfache Gedankenführung beizubehalten und seine Argumente ohne große Abschweifungen und die Heranziehung aller möglichen Werke der Weltliteratur, psychologischer Studien oder von Filmen und Fernsehserien vorzutragen. Darüber hinaus sind es natürlich nur Gedanken und Vermutungen, die zwar eine gewisse Attraktivität besitzen, aber nur schwer beweisbar sein dürften.

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