Der Soundtrack meines Lebens

von Jessi Kirby 
3,9 Sterne bei56 Bewertungen
Der Soundtrack meines Lebens
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (44):
Saphirasiastasss avatar

Jessi Kirby hat es drauf Jugendbücher mit Tiefgang zu schreiben. Aber es kommt leider nicht an „mein Herz wird dich finden „ ran 😊

Kritisch (4):
lovelycrazy03s avatar

2,5

Alle 56 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Soundtrack meines Lebens"

Eigentlich sollte die Zeit zwischen Highschool und Uni für Honor die glücklichste ihres Lebens werden. Doch dann kommt ihr Bruder Finn im Irak um und für sie bricht eine Welt zusammen. Alles, was Honor von ihm bleibt, ist sein Auto und ein Brief mit zwei Tickets für das Abschiedskonzert ihrer Lieblingssängerin. Also macht sie sich gemeinsam mit Finns bestem Freund Rusty auf den Weg nach Kalifornien. Auf ihrem Roadtrip lernen die beiden mit ihrer Trauer umzugehen. Und je weiter sie von zu Hause weg sind, desto mehr finden sie zueinander …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551314376
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:29.04.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Roadtrip durch die USA mit einem trotzigen Teenager und einem sympathischen Draufgänger – was für nebenbei.
    Roadtrip voller Gefühle

    Inhalt: Am Tag nach der Beerdigung ihres Bruders Finn erhält Honor einen Brief von ihm. Einen Brief, den er ihr geschrieben hat, kurz bevor er im Irak gefallen ist. Und ein Brief, der quasi sein Vermächtnis an sie ist. Er schickt ihr Konzertkarten für ein Konzert in Kalifornien und bittet Honor, der Sängerin von ihm zu erzählen. Honor nimmt den Auftrag an und macht sich gemeinsam mit Finns bestem Freund auf die Reise von Texas nach Kalifornien. Ein Roadtrip, bei dem sie über sich, das Leben und ihre Zukunft und natürlich auch ihre Beziehung zu Rusty nachdenken kann.

    Charaktere: Honor hat viel durchgemacht. Nicht nur hat sie bereits ihre Eltern in jungen Jahren verloren, nun ist auch noch ihr Bruder Finn, den sie abgöttisch geliebt hat, gestorben. Kein Wunder, dass sie durch den Wind ist und vielleicht ein etwas schwieriger Mensch. Nichtdestotrotz muss ich sagen, dass ich Honor trotz dieses Hintergrundwissens nicht so besonders mochte. Natürlich ist sie auch tatsächlich noch sehr jung, aber sie hat sich einfach bei viel zu vielen Gelegenheiten wie ein kleiner, trotziger Teenager verhalten und das hat mich tierisch genervt. Insbesondere bei der Geschichte mit dem Auto hätte ich sie schütteln wollen. Anderen Vorwürfe machen, obwohl man selber diejenige ist, die den Fehler gemacht hat. Und dann läuft sie auch noch den ganzen Tag ziellos am Strand herum, statt mal denjenigen zu helfen, die wegen ihr (!) großen Ärger haben.
    Auch Rusty war nicht immer ein Sympathieträger vor dem Herrn, auch wenn ich ihn irgendwie trotzdem mochte. Vielleicht war er eine Spur zu überheblich und draufgängerisch dargestellt und hat bei mir das ein oder andere Augenrollen verursacht, aber trotzdem war er mir auch sympathisch.

    Das hat mir gut gefallen: Ich selbst träume ja immer noch von einem Roadtrip durch die USA, sodass mir dieser Aspekt der Geschichte besonders gut gefallen hat. Auch mochte ich die Entwicklung der Geschichte, dass sich nach und nach gewisse Aspekte aus Finns Vergangenheit aufgeklärt haben und dass Honor langsam aber sicher doch etwas erwachsener wird und erkennt, was im Leben wichtig ist und was sie will.
    Auch ihre Begegnungen mit den unterschiedlichsten Charakteren fand ich höchst amüsant. Zum einen natürlich die spirituelle Mutter und Tochter, aber auch die Taucherfreunde, haben dem Buch noch einmal einen gewissen Pep gegeben, was ich sehr mochte.

    Das hat mir nicht so gut gefallen: Honor macht in dem Buch in meinen Augen eine gute Entwicklung durch, die jedoch ganz am Ende wieder stagniert (Auto / Gefängnis / Strand). Und das macht die Entwicklung sehr kaputt, wie ich finde. Auch das eigentliche Ende fand ich blöd. Das hätte nicht sein müssen und war irgendwie sehr unglaubwürdig und unnötig.

    Fazit: „Der Soundtrack meines Lebens“ ist kein überragendes Buch, aber eine nette Geschichte für Nebenbei, die ich gerne gelesen habe. Die letzten dreißig Seiten haben die Geschichte zwar in meinen Augen ein wenig kaputt gemacht, aber nichtsdestotrotz habe ich sie gerne gelesen, auch wenn die Protagonisten mir sehr viel Augenrollen verursacht haben. Von mir gibt es insgesamt gute drei Sterne.

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    Nachtprinzessins avatar
    Nachtprinzessinvor 2 Jahren
    Ein gelungener Roadtrip

    Inhalt:

    Eigentlich sollte die Zeit zwischen Highschool und Uni für Honor die glücklichste ihres Lebens werden. Doch dann kommt ihr Bruder Finn im Irak um und für sie bricht eine Welt zusammen. Alles, was Honor von ihm bleibt, ist sein Auto und ein Brief mit zwei Tickets für das Abschiedskonzert ihrer Lieblingssängerin. Also macht sie sich gemeinsam mit Finns bestem Freund Rusty auf den Weg nach Kalifornien. Auf ihrem Roadtrip lernen die beiden mit ihrer Trauer umzugehen. Und je weiter sie von zu Hause weg sind, desto mehr finden sie zueinander …


    Meine Meinung:

    Ich habe von diesem Buch erst erfahren als es im Carlsen Verlag erschien, allerdings gibt es die Story schon länger und war vorher im Thienemann Verlag angesiedelt. Wobei ich das neue Carlsen Cover schöner finde.
    Das ganze fängt schon sehr bedrückend an, mit der Beerdigung von Honors Bruder Finn. Finn der sich bei der Army verpflichtet hat und im Irak gestorben ist. Und ein einziger Brief, den er vor seinem Tod geschrieben hat, ändert alles für Honor.
    Eigentlich sollte für Honor die Uni anfangen, aber der Brief von Finn bringt sie auf die Idee zu einem Konzert zu fahren um der Sängerin von ihrem Bruder zu berichten. Sie nimmt Rusty mit, eher gezwungen als freiwillig. Aber beide teilen dieselben Gedanken, den Tod von Finn. Je weiter man liest um so mehr musste ich lächeln, wie die beiden immer näher zueinander rücken ist liebevoll beschrieben und man wünscht sich beide zu kennen um hautnah dabei zu sein.
    Der Schreibstil ist schön locker so das es einfach wahr das Buch zu lesen, die Autorin schafft es gut zwischen der Trauer der beiden und der Spannung des Roadtrips zu wechseln. Ihre Art die Umgebung zu beschreiben ist ebenfalls wundervoll. Das Cover passt ebenfalls super zum Buch, denn die Protagonisten kommen aus Texas und Honor trägt gern Cowboystiefel.
    Das Ende war etwas anders als ich dachte, dennoch ein schöner Abschluss.
    4 von 5 Herzchen

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    RaccoonBooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gelungenes Buch für jeden Roadtrip-Fan!
    Rezension: Der Soundtack meines Lebens

    Inhalt:

    Honors Leben zerbricht, als sie die Nachricht erhält, dass ihr älterer Bruder Finn - der wichtigste Mensch in ihren Leben - im Irak gefallen ist. Kurz nach seinem Tod erhält sie jedoch einen Brief von ihm, den Finn Wochen zuvor abgeschickt haben muss. In dem Brief befindet sich ein Geschenk für Honors Schulabschluss - Karten für das letzte Konzert einer Sängerin, die die Geschwister ein Leben lang mit ihrer Musik begleitet hat. Für Honor steht schnell fest, dass sie unbedingt zu diesem Konzert muss, um Finn die letzte Ehre zu erweisen und so startet sie einen Roadtrip quer durch die USA. Jedoch nicht alleine, denn Finns ehemaliger bester Freund Rusty ist auch mit dabei - und der ist nicht nur ziemlich selbstverliebt und derb, sondern tatsächlich ziemlich gutaussehend. Schon bald wird der Trip zu einer Achterbahn der Gefühle, die Honor immer wieder an ihre Grenzen treibt...

    Meine Meinung:

    Auf knapp dreihundert Seiten geht es auf einen sommerlichen Roadtrip quer durch die USA. Gefüllt ist dieser mit Freundschaft, Verlust, Familie, Liebe und Hoffnung und erschafft somit eine schöne Wohlfühlatmosphäre. Dennoch hat mir das gewisse Etwas hier ein wenig gefehlt.

     Honor war mir sehr sympathisch und ich konnte ihren Verlust zwar nachvollziehen, aber irgendwie hat mich das alles nur sehr selten erreichen können. Vielleicht liegt es daran, dass man Honors Bruder nicht kennenlernen durfte. Er wurde zwar immer mal wieder charakterisiert, doch der Bezug fehlte einfach. Meiner Meinung nach sollte man, wenn man solch ein heikles Thema anspricht, dieses auch wirklich ausgiebig behandeln, sodass der Leser sich wirklich in diese Situation hineinversetzen kann. Hierbei hätten vielleicht auch ein paar Seiten mehr nicht geschadet um das Ganze noch ein wenig zu vertiefen und auszuschmücken.

     Mit Rusty konnte ich mich nicht von Anfang an anfreunden. Er ist zu Anfang ein rauer, unfreundlicher und in allem derber Kerl, was sich allerdings im Laufe des Romans noch ein wenig verändert. Die Schlagabtäusche, die sich Rusty und Honor liefern könnte man definitiv als speziell bezeichnen und sie waren teilweise auch ganz lustig.

     Die Nebencharaktere waren mir ausnahmslos sympathisch, vor allem Rustys Mutter und Stiefvater, und sie konnten sich gut in die Geschichte einfügen.

    Ein weiterer Kritikpunkt allerdings war für mich persönlich, die Entwicklung der "Beziehung" von Rusty und Honor. Hier kam für mich einfach keine romantische Stimmung auf und letztendlich hätte ich mir gewünscht die Autorin hätte es bei einer reinen Freundschaft belassen und keine romantischen Gefühle erzwungen.  Dies wäre vermutlich authentischer gewesen.

     Der große Pluspunkt der Geschichte ist am Ende tatsächlich der Road Trip und das Ziel von diesem. Hier gibt es gegen Ende einige wirklich grandiose Szenen, die einfach umwerfend geschrieben wurden. Jessi Kirby gelingt es, die Landschaften, das Auto und die ganze Fahrt unheimlich atmosphärisch zu gestalten und gerade die verschiedenen Stops, die Honor und Rusty einlegen, waren jedes Mal Höhepunkte der Geschichte.

    Fazit:

    Wer Lust auf einen sommerlich Road Trip hat, einige Tränen verkraften kann und nicht unbedingt ein Buch mit großen romantischen Gesten und Gefühlen sucht,  sollte in den Chevy steigen und sich auf eine angenehme Reise mit Honor und Rusty einlassen. Für jeden Roadtrip-Fan ein gelungenes Buch.

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    _bookaholic_vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wirklich schönes aber auch trauriges Buch! Hatte es an einem Tag durch. Meiner Meinung nach absolut Lesenswert!
    Traurig, witzig, süß - mir hats gefallen

    Ich fand das Buch in der Bibliothek und es berührte mich von der ersten Seite an.

    Das Cover sieht jetzt nicht besonders aus, aber dennoch irgendwie schön. Allerdings muss ich zugeben dass ich erst am Ende verstanden habe wie passend es doch ist! Die Stiefel von Honor kommen anfangs nämlich doch öfters zur Sprache als man denkt.  

     

    Zum Inhalt:

    Honors Bruder ist tot. Er ist im Krieg gefallen. Alles was ihr noch von ihm bleibt sind ein Brief, sein Auto und zwei Tickets für das Letzte Konzert von ihrer Lieblingssängerin. Kurzerhand entschließt sich Honor die Orientierungswoche ihrer Uni zu schmeißen und den Weg nach Kalifornien anzutreten um Kyra Kelley von ihrem großen Bruder zu erzählen. Eine totale Schnapsidee denkt sich auch Rusty, Finns bester Freund. Dennoch begleitet er sie quer durch die USA was Honor anfangs gar nicht gefällt. Doch umso weiter sie fahren umso mehr lernen sie mit ihrer Trauer umzugehen und Honor merkt das Rusty vielleicht doch etwas mehr für sie ist als nur der beste Freund ihres Bruders.

     

    Honor ist für mich eine wirklich tolle Protagonistin. Ich fand sie auf Anhieb sympathisch und in die anderen Charaktere habe ich mich auch sofort verliebt. Rusty zum Beispiel konnte mich auf seine charmante und unnahbare Art sofort um den Finger wickeln.

    Die Geschichte an sich fand ich auch wirklich gelungen. Honor hat auf diesem Road Trip so einiges erlebt wo ich selbst am liebsten mit ihr getauscht hätte. Was ich besonders toll fand war das man wirklich merkte wie sie mit jedem neuen Menschen und jedem neuen Ort den Tod ihres Bruders verarbeitete und letztendlich ihren Frieden damit fand.

    Das Ende scheint einem anfangs etwas unvollständig aber meiner Meinung nach war es ein würdiger Abschluss. Und wenn man etwas Fantasie einsetzt kann man sich ja selber ausmalen wie die Geschichte von Honor und Rusty weitergeht.

     

    Für diesen verrückten, traurigen aber dennoch gelungenen Road Trip gibt von mir 4,5 Sterne.


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    _-Cinderella-_s avatar
    _-Cinderella-_vor 2 Jahren
    Leider nicht überzeugend

    Autorin: Jessi Kirby
    Titel: Der Soundtrack meines Lebens

    Preis: 7,99€
    Seiten: 288
    Verlag: Carlsen
    Erscheinungstag: 29. April 2016
    ISBN-13: 978-3551314376
    Teil einer Reihe: -

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    Eigentlich sollte die Zeit zwischen Highschool und Uni für Honor die glücklichste ihres Lebens werden. Doch dann kommt ihr Bruder Finn im Irak um und für sie bricht eine Welt zusammen. Alles, was Honor von ihm bleibt, ist sein Auto und ein Brief mit zwei Tickets für das Abschiedskonzert ihrer Lieblingssängerin. Also macht sie sich gemeinsam mit Finns bestem Freund Rusty auf den Weg nach Kalifornien. Auf ihrem Roadtrip lernen die beiden mit ihrer Trauer umzugehen. Und je weiter sie von zu Hause weg sind, desto mehr finden sie zueinander …
    (Quelle:  Verlag)




    Im Sommer habe ich bereits "Mein Herz wird dich finden" von der Autorin gelesen - welches ich richtig gut fand. Nun war ich umso mehr auf ihren Roman "Der Soundtrack meines Lebens" gespannt, der im April erschien. Der Klappentext hörte sich schon wieder nach einer emotionalen Geschichte an, die ich unbedingt lesen muss.

    Ihr Schreibstil gefiel mir eigentlich in ihrem anderen Buch sehr gut, doch dieses Mal wollte der Funken einfach nicht überspringen. Es begann bereits mit der Protagonistin Honor, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Sie hat gerade ihren Bruder Finn verloren und von ihm bleiben ihr nur Tickets für ihre Lieblingssängerin und sein Auto.

    Die Gefühle des Verlustes kamen bei mir nicht an und ich konnte mich auch nicht richtig mit Honor identifizieren und anfreunden. Ihr Roadtrip gefiel mir dabei noch sehr gut. Einfach dem Leben entfliehen und versuchen den Verlust zu verarbeiten.

    Dabei wird sie eher unfreiwillig von Finns ehemals besten Freund Rusty begleitet. Vor Finns Abreise in den Irak verkrachten sich die beiden und haben seitdem kein Wort mehr miteinander geredet. Nun ist Finn tot und auch er muss lernen mit seiner Abwesenheit klar zu kommen. Gemeinsam versuchen Honor und Rusty ihr Ziel zu erreichen und wer weiß, vielleicht sprechen sie sich ja auch endlich mal aus. Notwendig ist es auf jeden Fall.

    Für die Länge der Geschichte gingen mir auch die Gefühle der Protagonistin nicht tief genug. Gerade bei so wenigen Seiten muss der Funken einfach überspringen. Was leider auch nicht geschah. Dabei war die Idee hinter dem Buch genial und ich freute mich wirklich sehr aufs Lesen. Auch die Meinungen die ich gesehen habe, waren durchweg positiv. Deswegen ist es auch so schade, dass es mich nicht überzeugen konnte.




    Honor und Rusty, die Protagonisten dieses Buches konnten mich leider nicht sonderlich von sich und der Geschichte überzeugen. Auch die Gefühle kamen nicht bei mir an. Dabei war die Idee dahinter so vielversprechend. Auch habe ich ein anderes Buch der Autorin schon gelesen und geliebt. Wirklich schade, besonders da ich damit rechnete, dass es mir gefallen würde. Hoffentlich kann mich das nächste Buch der Autorin wieder von sich überzeugen.


    Ich vergebe 2 Punkte.

    Danke an Carlsen für das Rezensionsexemplar.

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    LaLecturevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Süß, aber vorhersehbar
    Süß, aber vorhersehbar

    Inhalt

    Honor ist am Boden zerstört, als sie die Nachricht erhält, dass ihr geliebter Bruder Finn im Irak gefallen ist. Erst am Tag seiner Beerdigung erhält sie seinen letzten Brief an sie - und ein Geschenk: zwei Karten für das letzte Konzert ihrer beider Lieblingssängerin Kyra Kelley. Eigentlich wollte Finn mit ihr dort hinfahren...
    Nun macht Honor sich ohne ihn auf den Weg quer durch die USA und erhält unerwünschte Gesellschaft: Finns besten Freund Rusty, mit dem er seit seiner überraschenden Entscheidung, zur Armee zu gehen, keinen Kontakt mehr hatte, und der sich unglaublich idiotisch verhält.
    Erst auf ihrem gemeinsamen Roadtrip, der mehr als einmal anders verläuft als geplant, kommen die beiden sich langsam näher...


    Meinung

    Wie man an der Inhaltsangabe schon erkennen kann, ist "Der Soundtrack meines Lebens" nicht gerade das überraschendste und spannendste Buch der Welt, dafür aber ziemlich süß und teilweise sehr berührend.

    Die Themen Trauer und Tod aber auch Freundschaft, Liebe und Neuanfang ziehen sich durch diesen bittersüßen, herzerwärmenden aber auch recht vorhersehbaren Roman und wechseln sich dabei ab, sodass das Buch an keiner Stelle zu deprimierend und nur selten zu kitschig wird. Jedoch wird gerade das Thema Trauerbewältigung nicht so intensiv behandelt, wie ich es mir gewünscht hätte, und es fehlt mir allgemein ein wenig an einer Aussage. Die Geschichte plätschert unterhaltsam vor sich hin und ist ziemlich plötzlich zu Ende, doch ich persönlich konnte keinen wirklichen Höhepunkt erkennen, bis auf eine kleine "Auflösung" am Ende, die mich dann doch sehr berührt hat.

    Dass diese Auflösung, nämlich der Grund, wieso Finn zur Armee gegangen ist, so spät kam, hat es mir leider ziemlich schwer gemacht, die Trauer um Finn nachzuvollziehen und die Figur zu mögen, da ich die meiste Zeit eher sauer auf ihn war, weil ich, genau wie Rusty und Honor, seine Entscheidung nicht verstanden habe. Damit geht es mir zwar wie der Hauptfigur, mein Lesevergnügen wurde dadurch jedoch etwas getrübt.
    Die anderen Figuren, Rusty und Honor, sind nicht schlecht gezeichnet und nicht ganz so eindimensional wie viele andere Jugendbuchfiguren, aber so aufregend, dass mich ihre Erlebnisse mitgenommen hätten, waren sie auch nicht.

    Am meisten hat mir an diesem Roman der ausführliche, bildreiche und romantische Schreibstil zugesagt, der vor allem bei der Beschreibung von Landschaften und Naturphänomenen zum Einsatz kommt. Auf diese Weise hat man wirklich das Gefühl, Honor auf ihrer Reise zu begleiten, und bekommt glatt ein wenig Fernweh.

    Was ich schade fand, war, dass - entgegen dem deutschen Titel (der englische ist mit "In Honor" da wesentlich passender und nebenbei ein tolles Wortspiel) - Musik in dem Buch kaum eine Rolle spielt. Gerade zu einem Roadtrip, bei dem die Figuren viel im Auto sitzen und Musik hören, hätte ich mir eine kleine Playlist oder zumindest die Erwähnung existierender Künstler gewünscht, damit man sich beim Lesen ein wenig in die Stimmung des Buches "reinhören" kann.


    Fazit

    "Der Soundtrack meines Lebens" ist eine sehr süße und traurige Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen und eine neue Liebe. Besonders der tolle, anschauliche Schreibstil macht das Buch trotz der eher vorhersehbaren Handlung und der nicht wirklich aufregenden Charaktere zu einem netten Lesevergnügen für zwischendurch. Ich vergebe 3 Sterne.

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    buecherblogdanivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr trauriges Das-Leben-ist-schön-Buch. Leuten, die gern Jugendbücher lesen, würde ich es sofort empfehlen.
    Ein sehr trauriges Das-Leben-ist-schön-Buch

    Ich muss gestehen, das Buch lag einige Zeit auf meinem (elektronischen) SUB. Aber gelegentlich kommt es vor, dass ein ewiges SUB-Buch sein Schicksal gar nicht verdient. Hier haben wir so einen Fall.

    Ok, das peinliche Geständnis zuerst: Ich habe auf der ersten Seite angefangen zu heulen und bis zum Ende der Geschichte nur gelegentlich damit aufgehört. Und es war ein Fehler, das Buch partout mit zum Friseur nehmen zu wollen, um es endlich auszulesen. Schließlich wusste ich ja, wie es auf meine Tränendrüsen wirkt ^^

    Gerade das finde ich aber auch toll daran. Das Buch berührt einen. Es klingt zwar nach einer ziemlich vorhersehbaren und patriotischen Geschichte, aber sie hält durchaus Überraschungen parat. Und patriotisch ist sie überhaupt nicht. Dafür traurig, lustig, poetisch, grüblerisch, ... . Vor allem die Sprache hat es mir angetan, weil sie erfolgreich auf dem schmalen Grat zwischen wahnsinnig schön und furchtbar kitschig tanzt, ohne abzurutschen.

    Die Hauptfigur Honor ist dabei immer sympathisch, wenn sie auch manchmal Dinge sagt oder tut, die ich nicht nachvollziehen kann. Der Autorin gelingt dabei das Kunststück, dass man für Honor (die die Geschichte erzählt) so empfindet, wie es ihr großer Bruder vermutlich tat. Honor sieht sich selbst nämlich als erwachsen und verantwortungsvoll, aber naja. Man möchte sie auf ihrem Weg begleiten und notfalls beschützen, so wie Rusty es tut. Ihn mochte ich anfangs nicht wirklich, und das ist auch durchaus so beabsichtigt. Man lernt ihn erst nach und nach kennen und folgt Honor, während sie sich in ihn verliebt. Und nein, das ist kein Spoiler, das stand schon im Klappentext ^^

    Die weiteren Figuren wie Verwandte und Freunde von Honor und Rusty, hätten ein klein wenig mehr Fürsorge der Autorin vertragen können. Sie sind nämlich fast ausnahmslos überzeichnet. Aber ein bisschen Klischee tut so einem Jugendbuch ja auch keinen großen Abbruch, und für einen kleinen Lacher hier und da sind sie auch gut. Ansonsten lenken sie möglichst wenig von der emotionalen Entwicklung Honors ab. Die erreicht ihren Höhepunkt, als der Roadtrip endlich ans Meer führt. Der Moment ist irre schön beschrieben und geflennt hab ich auf den folgenden Seiten auch gleich wieder. Gefolgt von einer Wendung, die mich dann doch ziemlich überrascht hat, aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

    Meine liebste Stelle im Buch: Honor erfährt stockbesoffen (Nie wieder Tequila!), dass das geliebte Auto ihres Bruders nach einem Pornosternchen benannt ist.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein warmherziges Buch mit ernstem Hintergrund
    Ein warmherziges Buch mit ernstem Hintergrund

    Ein Brief und eine Mission sind alles, was Honor von Finn nach dessen Tod in Afghanistan bleiben …

    Honors Bruder Finn war Soldat und befand sich im Kampf in Afghanistan. Er war dort stationiert. Heute ist er tot. Während seiner Abwesenheit wünschte sich Honor nichts sehnlicher als einen persönlichen Brief statt der oberflächlichen Mails von der Front. Nun, kurz nach ihrem Schulabschluss und dem Tod ihres Bruders, liegt tatsächlich ein Brief auf dem Küchentisch. Er bedeutet ihr alles und zugleich nichts. Er ist das, was Honor sich all die Zeit so sehnlich wünschte – und gleichzeitig eine Erinnerung daran, dass Finn nie wieder nach Hause kommen und seine kleine Schwester in die Arme schließen wird. Obwohl Honor sich lange dagegen sträubt, öffnet sie ihn schließlich. Die wenigen Seiten können Finn weder ersetzen noch über seinen Tod hinwegtrösten und doch saugt Honor jedes einzelne Wort auf wie ein Schwamm.

    Und noch etwas findet sich in dem Umschlag: Karten für das Abschiedskonzert der Sängerin Kyra Kelley, die Honor und Finn ein Leben lang mit ihrer Musik begleitete. Obwohl ihr Bruder in seinen Augen irgendwann zu cool für diese Art von Musik wurde, wusste er, was dieses Konzert für Honor bedeutet. Ohne zu ahnen, dass ihm das Schicksal übel mitspielen wird, bittet er seine Schwester, der hübschen Sängerin die Abwesenheit ihres Bruders zu erklären. Was einst als Scherz von Finn gedacht war, wird für Honor zu einer letzten Mission für ihren Bruder – auf der ausgerechnet sein bester Freund Rusty sie begleitet. Obwohl sie sich zunächst gegen seine Begleitung sträubt, wird er bald ein bedeutender Teil ihres Roadtrips …

    Draußen wartet die große weite Welt, und die sehe ich jetzt – im Guten wie im Schlechten. Und so wird es auch dir gehen. Erleb ein paar Abenteuer da draußen. Tauch die Füße in den Ozean. Schau zu, wie die Sterne am Morgenhimmel verblassen. Und wenn ich dann zurückkomme, vergleichen wir unsere Erlebnisse. (Finn an Honor)

    – Seite 18 –

    Ein lebensbejahrender Roman, der trotz der brisanten Thematik weitestgehend auf politische Statements verzichtet.

    Ein junger Mensch stirbt in einem Krieg, der wahrscheinlich nicht sein Krieg ist. Das ist eine Vorstellung, die leider viel zu oft der Realität entspricht. Der Gedanke, dass es auf der Welt Tausende hinterbliebene Mädchen wie Honor gibt, lässt mich noch immer nicht los. Obwohl Jessi Kirby diesen gefühlvollen Roman mit einer Prise Patriotismus würzt, liest er sich dennoch recht unpolitisch. Zwar wird der Krieg selbst nicht in Frage gestellt, immerhin aber die Bereitschaft des jungen Footballspielers Finn, im fernen Afghanistan zu kämpfen. Die Antwort auf das Warum enthält Jessi Kirby ihren Lesern natürlich auch nicht vor. Sie ist zugleich verstörend und äußerst berührend – aber vielleicht macht ihr euch an dieser Stelle einfach euer eigenes Bild.

    Trotzdem dreht sich die Handlung natürlich vielmehr um dem Roadtrip zum bevorstehenden Abschiedskonzert der Sängerin Kyra Kelley. Dafür müssen Honor und Rusty zusammen mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Bei zwei Teenagern, die sich derart vertraut sind wie Finns Schwester und sein bester Freund, fliegen entweder die Fetzen oder sprühen die Funken. Oder auch beides gleichzeitig. Mir gefiel die Beziehung der beiden sehr gut, da sie authentisch und glaubwürdig beschrieben wurde – nicht übertrieben, aber auch nicht ohne Herzklopfen, also genau richtig.

    Ich muss gestehen, dass ich den Titel Der Soundtrack meines Lebens etwas unglücklich gewählt finde, denn Musik steht bei diesem Roman nicht wirklich im Fokus. Trotzdem kann ich an dieser Stelle die Änderung vollkommen nachvollziehen. Da der Roman sich vor allen an jüngere Mädchen ab 13 Jahren richtet, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Bedeutung des Originaltitels einfach verloren geht. Und ehrlich, unglücklicher Titel hin oder her, dies ist ein schöner Roman für alle, die gleichzeitig weinen, hoffen, schluchzen und lachen wollen.

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    Kati87s avatar
    Kati87vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Roadtrip mit Tiefgang und tollen Charakteren, der gern noch länger hätte dauern können.
    Toller Roadtrip, mit interessanten Charakteren und Tiefe.

    Inhalt:
    Für Honor war ihr Bruder Finn der engste Vertraute, bis er in Afghanistan fällt. Alles was ihr bleibt ist ein Brief von ihm und ihn zu lesen kostet Honor sehr viel Kraft. Aufgrund dieses Briefes, der Konzertkarten enthält, macht sie sich ohne Umschweife auf den Weg.
    Nicht geplant war ihre mürrische Reisebegleitung in Gestalt von Rusty, Finns ehemaligen besten Freund. Honor ist überrascht warum er überhaupt mit ihr spricht, denn eigentlich herrscht schon länger Funkstille zwischen ihnen.

    Meinung:
    Schreibstil: Der Schreibstil ist leicht und einfach, daher liest das Buch auch sehr schnell weg. Geschrieben ist es aus Sicht von Honor.
    Meinung: Mein erster Roadtrip in einem Buch, daher sind Vergleiche leider nicht möglich, aber fürs erste Mal bin ich überzeugt. Denn die Geschichte hat durchaus mehr zu bieten, als nur eine Fahrt durch eine Wüstenlandschaft. Von mir aus hätte ich noch 100 Seiten so weiterlesen können.
    Honor hat mit dem Tod ihres Bruders nun den nächsten Schicksalsschlag hinnehmen müssen, nachdem sie als Kind schon ihre Eltern verloren hat. Was den Beginn des Buches nicht gerade einfach macht. Sie gefällt mir als Charakter sehr gut und ich mag ihren Schlagabtausch mit Rusty sehr gern. Ich hätte mir gern gewünscht, dass zum Schluss die Entwicklung von Honor mehr zu sehen ist. Vielleicht indem auch sie sich mal für jemanden anderen einsetzt.
    Rustys erster Auftritt war ja nicht gerade die feine Art. Ziemlich viel Alkohol machen ihn zu einem sehr mürrischen Gesellen, der mit der Zeit aber durchaus unterhaltsam wird und das auch nüchtern. Natürlich kann ich auch seinen Verlust verstehen, denn für ihn war Finn wie ein Bruder. Als klassisches Klischee würde ich ihn nicht bezeichnen.
    Nebencharaktere gab es eine handvoll, die jetzt nicht sonderlich viel Tiefe hatten, aber das erwarte ich bei der eher geringen Seitenanzahl auch nicht und es war vollkommen okay. Denn ich mochte alle, von Wyatt, Corrie uns Sam mit denen Honor einen schönen Tauchgang erlebt, bis hin zu Rustys Mutter und Bru, bei denen Honor und Rusty kurz unterkommen. Die Nebencharaktere fügen sich einfach gut in die Geschichte ein.
    Obwohl mir die Story wirklich gut gefallen hat, hätte ich mir doch ein paar Seiten mehr gewünscht. Das Ende war jetzt auch nicht so meins. Zum testen ob man Roadtrip-Bücher mag, würde ich "Der Soundtrack meines Lebens" wirklich empfehlen, auch wenn ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe, denn mir hat das Buch bis auf ein paar Schwächen gut gefallen. Es wird aus jeden Fall nicht mein letzter Roadtrip sein.

    Fazit: Roadtrip mit Tiefgang und tollen Charakteren, der gern noch länger hätte dauern können.

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    splitterherzs avatar
    splitterherzvor 4 Jahren
    Solide Achterbahnfahrt im schicken Chevy - 3,5 Sterne

    "Waren wir nicht auch beide wie kleine Teilchen, die nach Aufstieg und Niedergang des hellen Kometen zurückgeblieben waren, um auszubrennen und abzustürzen? In den letzten zwei Tagen hatten wir jedenfalls auch ein ganz schönes Spektakel hingelegt."
    ["Der Soundtrack meines Lebens" // Jessi Kirby // S. 159]

    Erster Satz:
    Das Krachen des ersten Schusses zerreißt den Nachmittag.

    Inhalt:
    Honors Leben zerbricht, als sie die Nachricht erhält, dass ihr älterer Bruder Finn - der wichtigste Mensch in ihren Leben - im Irak gefallen ist. Kurz nach seinem Tod erhält sie jedoch einen Brief von ihm, den Finn Wochen zuvor abgeschickt haben muss. In dem Brief befindet sich ein Geschenk für Honors Schulabschluss - Karten für das letzte Konzert einer Sängerin, die die Geschwister ein Leben lang mit ihrer Musik begleitet hat. Für Honor steht schnell fest, dass sie unbedingt zu diesem Konzert muss, um Finn die letzte Ehre zu erweisen und so startet sie einen Roadtrip quer durch die USA. Jedoch nicht alleine, denn Finns ehemaliger bester Freund Rusty ist auch mit dabei - und der ist nicht nur ziemlich selbstverliebt und derb, sondern tatsächlich ziemlich gutaussehend. Schon bald wird der Trip zu einer Achterbahn der Gefühle, die Honor immer wieder an ihre Grenzen treibt...

    Meine Meinung:
    Mit Büchern ist man gut unterwegs - das ist eine Tatsache! Reisen ist kostengünstig, bequem und vor allen Dingen schnell möglich - so auch in "Der Soundtrack meines Lebens". Auf rund dreihundert Seiten geht es einmal quer durch die USA, durch die Gefühlswelt eines traurigen Mädchens, eines derben Typens und durch einige schöne Momente. Dabei ist die Geschichte um Honor, Rusty und co. eine solide Mischung aus verschiedenen Attributen wie Freundschaft, Verlust, Familie, Liebe und Hoffnung und erschafft eine sommerliche Wohlfühlatmosphäre. Was ein wenig in den Schatten rückt, ist dieser ganz besondere Zauber, die Magie, die dieses Buch perfekt gemacht hätte und daher bleibt "Der Soundtrack meines Lebens" nur solide und schafft den Sprung zum Lieblingsbuch leider nicht. Dennoch - wer Lust auf einen sommerlichen Roadtrip mit allerhand Gefühlsballast, einem schicken Auto und einem coolen Soundtrack hat, sollte sich mit Honor und Rusty auf den Weg machen!

    Warum das Buch den Sprung nicht macht, fragt ihr euch jetzt? Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass es schwer ist, jedes Gefühl zu verstehen, dass Honor hat. Sicher, die Vorgeschichte ist tragisch, die Situation fast schon ausweglos und die Hoffnung groß, aber irgendwie hat mich all das nur selten wirklich erreichen können. Vielleicht liegt es daran, dass man Honors Verlust nur schwer fassen kann, weil man ihren Bruder nicht kennt, obwohl er zwischen den Seiten immer mal wieder charakterisiert wird. Dennoch fehlt stellenweise der Bezug und diese schicksalshafte Bestimmtheit - teilweise wirkt die Geschichte einfach zu konstruiert und aufgesetzt, um wirkliche Gefühle erschaffen zu können, was mir einfach abging. Wenn man ein so heikles Thema anspricht, muss man es auch spüren können, man muss mitweinen können (Tränen in den Augen zählen nicht!) und den Knoten im Bauch fühlen - selbiges gilt übrigens für Honors Beziehung zu Rusty, die zwar dann und wann ganz niedlich war, insgesamt aber doch eher blass wirkte. Rusty ist schon ein ziemlich derber Kerl, den nicht vieles sympathisch machte und da fehlte insgesamt einfach das Prickeln.

    "Verleugnung ist ein sturköpfiges Ding. Und anfangs auch drigend notwendig, damit nicht mit einem Schlag die ganze Welt über einem zusammenstürzt."
    [S. 167]

    Zwar sind die Schlagabtausche, die sich die beiden liefern schon sehr speziell und manchmal auch lustig, im Großen und Ganzen bewegt sich Rusty aber unter der Gürtellinie und war mir fast schon zu hart (obwohl das auch manchmal irgendwo verständlich war - auch er muss mit dem Verlust zurecht kommen!). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Honor bis zum Ende eher blass wirkt. Sie scheint ohne ihren Bruder leer und irgendwie "wenig", sodass man sich nur selten wirklich mit ihr identifizieren konnte. Trotzdem ist sie eine sympathische Figur, der man nichts schlechtes wünscht, die nur manchmal gerne etwas individueller hätte sein können. Die Nebenfiguren haben mir in diesem Fall fast ausnahmslos besser gefallen - beispielsweise Rustys Mutter und Stiefvater waren sehr amüsant.

    Der große Pluspunkt der Geschichte ist am Ende tatsächlich der Road Trip und das Ziel von diesem. Hier gibt es gegen Ende einige wirklich grandiose Szenen, die mich gleichzeitig zum Weinen und zum Lachen gebracht haben. Jessi Kirby gelingt es, die Landschaften, das Auto und die ganze Fahrt unheimlich atmosphärisch zu gestalten und gerade die verschiedenen Stops, die Honor und Rusty einlegen, waren jedesmal Höhepunkte der Geschichte und hätten gerne noch weiter ausgebaut werden können. Hätte Kirby dieselbe Leidenschaft in die Beziehung zwischen Honor und Rusty gesteckt und noch ein wenig mehr Charme in die Geschichte gebracht - das Buch hätte perfekt werden können. Letztendlich blieb es aber stellenweise etwas zäh und blass und auch der sehr jugendliche und simple Schreibstil trug nicht unbedingt zu einem besseren Lesegefühl bei.

    Fazit:
    In "Der Soundtrack meines Lebens" ist man gut unterwegs - tatsächlich nicht nur im Auto und durch die verschiedenen Staaten, sondern auch in Sachen Gefühl. Die Fahrt im schicken knallroten Chevrolet Impala hat schon stellenweise etwas von einer Achterbahnfahrt - da geht es rauf und runter und so ist auch das Buch eine Mischung aus Hochs und Tiefs. Die Geschichte liest sich solide und sommerlich weg, hat aber definitiv ihre Schwächen, gerade was die Verlustthematik und die Hauptfiguren angeht. Wer Lust auf einen sommerlich Road Trip mit Wohlfühlatmosphäre hat, einige Tränen verkraften kann und sich von einigen Längen nicht abschrecken lässt, sollte in den Chevy steigen und sich eine angenehme Reise mit Honor und Rusty machen - insgesamt gibt es bessere Bücher, aber das heißt nicht, dass dieser Road Trip keinen Spaß gemacht hätte! 3,5 Sterne

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