Hazel sagt Nein beginnt mit einer Szene, die sofort unter die Haut geht. Ein Machtmissbrauch, so offen ausgesprochen und so selbstverständlich eingefordert, und eine junge Frau, die instinktiv Nein sagt. Dieser Moment hat Wucht und verspricht ein intensives Buch über Selbstbehauptung, Abhängigkeiten und gesellschaftliche Dynamiken.
Der Einstieg konnte mich wirklich packen. Man spürt die Tragweite dieses Moments und die möglichen Konsequenzen für Hazel und ihre Familie. Auch die verschiedenen Perspektiven innerhalb der Familie fand ich zunächst spannend, weil sie zeigen, wie unterschiedlich mit einer solchen Situation umgegangen wird.
Doch im weiteren Verlauf entfernte sich die Geschichte für mich zunehmend vom eigentlichen Kern. Nebenstränge nahmen viel Raum ein und zusätzliche Themen wurden angerissen, während die emotionale Tiefe rund um das Ursprungsthema für mich etwas in den Hintergrund rückte. Besonders die beginnende Liebesgeschichte wirkte auf mich sehr überhastet und wenig greifbar. Hier fehlte mir der Aufbau, um die Gefühle wirklich nachvollziehen zu können.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Luft ein wenig raus ist. Die Wucht des Anfangs ebbte für mich spürbar ab und ich merkte, dass ich emotional nicht mehr so eingebunden war, wie ich es mir bei diesem Thema gewünscht hätte. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, das Buch vorzeitig zu beenden.
Trotzdem finde ich die Grundidee stark und das Buch regt durchaus zum Nachdenken über gesellschaftliche Dynamiken, Schuldzuweisungen und mediale Mechanismen an. Für mich blieb jedoch das Gefühl, dass hier viel Potenzial vorhanden war, das nicht ganz ausgeschöpft wurde.
⭐️⭐️⭐️ bis zum Abbruch







