Jessica Durlacher Der Sohn

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Inhaltsangabe zu „Der Sohn“ von Jessica Durlacher

Schlagartig ist es vorbei, das sorglose Leben der Familie Silverstein. Da ist einer, der ihr Leben bedroht, denn er ist gefangen in einer Geschichte, die der Vergangenheit angehört und doch auf fatale Weise bis in die Gegenwart reicht. Eine Geschichte, die Großvater Silverstein immer verschwiegen hat. Und die sein Enkel Mitch zu Ende führt.

Eine tolle Geschichte und super Umsetzung einer Romanidee basierend auf dem Hintergrund Holocaust und Zweiter Weltkrieg.

— HEIDIZ
HEIDIZ

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  • Wundervolle Geschichte über Holocaust und Familiengeheimnis

    Der Sohn
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    26. September 2016 um 08:47

    Jessica Durlacher, die Niederländische Bestsellerautorin, hat sich auch bei uns in Deutschland schon einen Namen gemacht. Ihre Bücher erscheinen im Verlag Diogenes - sie wird nach Frankfurt zur Messe kommen - und so habe ich mir neulich mal ihr Buch "Der Sohn" zu Gemüte geführt - wirklich rundherum gelungen - das vorab !!!   Daten zum Buch: =============   ·  Taschenbuch: 416 Seiten ·  Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. Mai 2013) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 3257242441 ·  ISBN-13: 978-3257242447 ·  Originaltitel: De held ·  Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 2,5 x 18 cm   PREIS: 12,90 Euro   Inhalt: =====   Das Buch erzählt auf extrem spannende Art und Weise, doch irgendwie auch ironisch leicht die Geschichte einer Familie, der ganz normale Familienwahnsinn sozusagen ist der Hintergrund des Romans, der in Richtung Thriller geht.   Familie Silverstein führt eigentlich ein Leben ohne großartige Sorgen, das ist aber nun vorbei, nämlich als jemand ihr sorgloses Leben durchdringt und es bedroht. Der Vater stirbt und die Vergangenheit kommt zum Vorschein und dringt in die Gegenwart ein. Großvater Silverstein hat nie darüber geredet und Sara und ihre Schwester bekamen oft unterschwellig zu spüren, dass der Vater sie nicht mit den Geschichten, die er innerhalb der Zeit des Zweiten Weltkriegs hat erleben müssen, konfrontieren wollte, und nun ist es Mitch, der Enkel, der die Geschichte zu Ende führt.   Es geht um die Geschichte der Familie im Zweiten Weltkrieg, mehr möchte ich nicht verraten.   Oft wird die wörtliche Rede verwendet und mit ihr das Buch noch lebendiger gemacht, als es auf Grund der Schreibweise der Autorin eh schon ist. Es liest sich flüssig spannend und auf Grund der Tatsache, dass Spannung von Beginn an aufgebaut wird und durch einen intensiven Spannungsbogen über das gesamte Buch gehalten wird, aber die Handlung mitunter auch ironische Züge aufweist, liest es sich abwechslungsreich, glaubwürdig und lebendig authentisch.   Leseprobe: ======== "Was hat er dir erzählt?", fragte ich, plötzlich beunruhigt. "Dass du angefahren worden bist." "Okay. Na, es geht mir schon viel besser. Nur mein Knöchel, Außenband gerissen." "Ich hab nach meinem Brief noch mal angerufen, aber Papa sagte, du hättest schrecklich viel um die Ohren." Jacob ist das wirklich sehr gründlich angegangen, dachte ich. "Für dich habe ich doch immer Zeit." ... Die Geschichte erzählt das Leben der Familie über vier Generationen hinweg, sozusagen eine Familiensaga - in Thrillerform !!!!   Einmalig geschrieben, rundherum gelungen - so oder ähnlich konnte es passiert sein, man nimmt der Autorin ihre Geschichte ab, sie schreibt so authentisch, als hätte sie es selbst erlebt.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    30. May 2012 um 14:54

    In ihrem jüngsten Roman bewegt sich die Schriftstellerin Jessica Durlacher zwischen verschiedenen Genres. Zum einen geht es um die Aufarbeitung auch eigener Familiengeschichte, den Holocaust, das Überleben und den Zweiten Weltkrieg. Eingebettet hat sie die Handlung in eine Familiengeschichte, die sich zu einer Tragödie auszuweiten droht. Und das alles erzählt sie wie ein Thriller, durch den man, von Seite zu Seite mehr, atemlos sich hindurch liest bis zu einem zwar schon vorher geahnten, dann aber doch völlig überraschenden Ende, in dem die Opfer keine Opfer mehr bleiben. Ihre Hauptfigur Sara Silverstein ist vom Schicksal gebeutelt. Zunächst verliert sie ihren geliebten Vater, der der Schutz und Schirm der ganzen Familie war. Kurz nach dessen Tod wird sie beim Joggen von einem Mann angegriffen und entgeht nur knapp einer Vergewaltigung. Und nur kurze Zeit später stehen eines Tages mitten in der Nacht maskierte Einbrecher mit ihrer 13-jährigen Tochter in ihrem Schlafzimmer. Und dann kommt noch dazu, dass sich Mitch, Saras Sohn, unbedingt zu den Marines, einer Elite-Einheit der US-Army melden will und dies auch gut begründen kann. Voller Unheil kommt das zu Beginn des Buches daher. Sara fühlt sich und ihre Familie bedroht. Der Schutz des Vaters ist weg, aber seine Vergangenheit noch anwesend. Wie hängen all diese Geschehnisse zusammen? Und was hat die Entscheidung von Mitch mit der Vergangenheit seines Großvaters zu tun? In einem Interview sagt Jessica Durlacher: „Worum es mir in ‚Der Sohn’ ging, das ist dieses Gefühl der Ohnmacht, wenn einem etwas Schreckliches zustößt und man seine Rachegefühle an andere delegieren muss. Wie kanalisiert man seine Wut? Saras Familie – ihr Vater hat das Konzentrationslager überlebt- ist viel Schreckliches widerfahren. Als sie herausfindet, was ihrer Tochter angetan wurde, ist das Maß voll. Zuviel ist zuviel und genug ist genug. Die andere Wange hinzuhalten kommt nicht in Frage, wenn dem eigenen Kind etwas angetan wird – und wenn man einen Sohn hat , der sich vorgenommen hat, die Welt zu beschützen.“ Nach wie vor ist auch im neuen Buch Jessica Durlachers der Zweite Weltkrieg ein unterschwelliger Dreh- und Angelpunkt ihrer schriftstellerischen Existenz. Zwar wusste sie schon früh, dass ihr Vater in Auschwitz gewesen war, dessen Eltern dort umgekommen waren, aber erst als der Vater in hohem Alter von diesen Erfahrungen in Büchern zu berichten begann, kam er ihr näher. Der Vater Saras hat mit dem Vater Durlachers einiges gemeinsam. Und doch versucht sie dessen Erfahrungen des Kriegs zu verstehen, indem sie von Ereignissen erzählt, die die Menschen aus ihrem Alltag kennen. Im eigenen Haus überfallen zu werden, oder mitten in der Nacht von der Gestapo abgeholt zu werden – die Folgen für die Psyche der Menschen sind ähnlich, sagt sie. Und dem geht sie nach in einem spannenden Buch, das einen nicht loslässt, und in dem die Menschen, die zu Opfern gemacht wurden, den Spieß umdrehen. Ein mitreißender Roman über die Schrecken des Krieges und über die Angst, die Menschen zu verlieren, die man am meisten liebt.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    20. March 2012 um 00:59

    Die Familie ist vollzählig und versammelt sich am Esstisch. Der Vater kocht mit viel Tamtam Rouladen, und ständig muss beteuert werden, wie gut sie sind. Sind sie auch, ganz hervorragend sogar, aber leider sind es die letzten Rouladen, die der Vater zubereitet. Nach dem Tod des Vaters wendet sich das Glück der Familie, denn nun steht sie nicht mehr unter seinem Schutz. Sara und ihre Schwester hatten als Kinder nie so frei agieren können, wie ihre Freundinnen, weil ihr Vater sie vor dem, was er als Jude im Zweiten Weltkrieg durchmachen musste, bewahren wollte. Natürlich waren die beiden von dieser Überbehütung nicht angetan, aber im Nachhinein zeigt sich, wie sehr das Verhalten des Vaters die Familie zusammengehalten hat. Nun droht die Familie zu zerbrechen. Sara, die mit ihrem Mann Jacob und ihren Kindern Mitch und Tess in den Niederlanden lebt, wird beim Joggen von einem Mann missbraucht. Mitch will sich in den USA als Marine ausbilden lassen, und Tess ist plötzlich völlig verängstigt. Der Roman beginnt als Familiengeschichte, nimmt dann an Fahrt auf und wird zu einem spannenden Thriller. Die Vergangenheit bestimmt immer mehr die Gegenwart und stellt die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander auf eine harte Probe. Dieses Buch ist glänzend geschrieben und wartet mit detailreich ausgearbeiteten Charakteren auf, die sehr lebendig wirken. Es ist gefühlvoll, ohne kitschig zu werden, und sehr intensiv. Das Ende ist überraschend, aber sehr stimmig. Ich kann diese Mischung aus Familiengeschichte und Thriller nur wärmstens empfehlen.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    Monsignore

    Monsignore

    17. March 2012 um 22:50

    Im niederländischen Original heißt dieses Buch "Der Held" - wesentlich treffender! Ein rasantes Buch, die Ereignisse überschlagen sich. Und es sind nicht nur die Ereignisse, die mir als Leser den Leseatem geraubt haben, vielmehr sind es die Themen, die hintergründig-geschickt, fast nebenbei einfließen. Dieser Sohn (der Held) ist jung, verwöhnt, unbedarft, ungeschickt. Er kommt aus - in materiellen und emotionalen - begüterten Verhältnissen, ist Halbamerikaner. Und er hatte ein inniges Verhältnis zu seinem verstorbenen Großvater, dem einzigen seiner Familie, der Auschwitz überlebt hat. Genau wie der Vater der Autorin. Der Sohn geht zu den US-Marines, will kämpfen und töten. Die Familie bricht zusammen, kann das nicht verkraften. Schwere Schicksalsschläge treffen die Familie lebensbedrohlich. Und der Leser ahnt, dass alles zusammenhängt: Die Schicksalsschläge, die Berufswahl, der Großvater. Ein altes Geheimnis als dunkler Zeit, das nur der Sohn kennt, steckt dahinter. Ein ungeheurer Stoff, hochspannend umgesetzt. Ein solches Buch gibt es nur alle paar Jahre.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    Sky

    Sky

    26. February 2012 um 12:58

    Die Vergangenheit bleibt untrennbar Als ihr Vater stirbt, scheint der Schutz über der Familie Silverstein verloren gegangen zu sein. Schon von Kindheit auf hat Sara und ihre Schwester nicht so agieren dürfen wie andere Kinder, denn der Vater wollte sie schützen vor den Dingen, denen er in seiner Kindheit und Jugend als Jude im zweiten Weltkrieg, begegnet ist. Er schweigt über die Geschehnisse zu dieser grauenvollen Zeit und versucht seine Familie zu behüten. Doch seit seinem Tod scheint die Familie rund um Sara, mit ihren Mann Jacob, erfolgreicher Filmproduzent, den achtzehnjährigen Mitch, der eine enge Bindung zum Großvater hat, wie der dreizehnjährigen Tess, in Ungnade verfallen zu sein. Sara wird bei einer Joggingtour von einem fremden Mann missbraucht, der ihre Welt zu zerstören droht. Ihr Sohn Mitch, der, obwohl sie in den Niederlanden leben, in den USA geboren worden ist, sich als Marine in der US Army ausbilden lassen will und zuletzt werden sie in ihrem eigenen Haus überfallen. Die Familie scheint zu zerbrechen und vor allem ihre Tochter Tess scheint seit dem Raub tiefste Ängste auszustehen. Worüber schweigt sie? Was ist mir ihr los? Aber die Wahrheit scheint weitaus tiefer zu gehen, als sie glaubt. Den die Vergangenheit und die Gegenwart scheinen untrennbar zusammenzuhängen. Mit „Der Sohn“ hat Jessica Durlacher einen Roman geschaffen, der zwischen Familientragödie und Thriller wandert. Emotional beschreibt sie die Geschichte von Sara Silverstein, wie sie in ihrer Kindheit aufgewachsen ist, wie der Vater die Schrecken des Krieges überwindet, seinen Alltag beeinflussen und wie die Geister der Vergangenheit wie ein Schatten über Familie zu hängen scheint. Sie erzählt vom zweiten Weltkrieg und vom inneren Krieg von Sara, die mit ihrer Familie der Gewalt ausgesetzt wird. Dabei ist der Roman aus der Perspektive von Sara, die die Geschichte niederschreibt, mit all ihren Gefühlen, all ihrer Nähe zum Vater und der stetigen Ohnmacht und Hilflosigkeit ein Opfer eines Krieges geworden zu sein, der sie innerlich und damit auch ihre Familie aufzufrisst. Die Ereignisse greifen tief in das früher ehemalige harmonische Familienleben ein und zerstören die zarten Bande, die zwischen den Familienmitgliedern herrschen. Dabei beweist die Autorin ein Auge fürs Detail und zeigt klar auf, wovon familiäre Strukturen abhängig sind und wie schnell sie ins Wanken gebracht werden können. Zwischenmenschliche Töne lassen sich zahlreich im Roman finden, so dass die Charaktere authentisch hervortreten und man sich auf sie einlassen kann. Man leidet mit ihnen, man leidet mit der Mutter und gleichzeitig auch Tochter Sara. Man sieht den Bruch, der sich durch die Schrecken Bahn schlägt, man spürt die plötzliche Stille, die Verzweiflung, die Hoffnung und das zerschlagen wirken innerhalb der grausamen Geschehnisse. Die Schuld, die Spirale der Gewalt schlagen sich nieder und bringt die Machtlosigkeit zum Ausdruck. Die Gefühlswelten, die Jessica Durlacher erschafft, wirken dabei niemals aufgesetzt, sondern immer echt und ehrlich. Mit emotional geprägter gleichzeitig die Ohnmacht ausstrahlender Sprache führt uns die Autorin durch die Handlung und zeigt dabei die negativen wie positiven Gefühle ihrer Figuren auf, legt blank, was sich hinter der Fassade und der jeweiligen Rolle in der Familie verbirgt. Dadurch entsteht eine spannende Handlung, die mit Überraschungen gespickt ist, einen zum Weinen bringt und gleichzeitig herzerwärmend zugleich erscheint. Man fühlt sich den Charakteren nahe und irgendwie verbunden. Man versteht ihre Entwicklung, kann ihre Handlungen nachvollziehen und versteht auch die Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit, die durch die einschneidenden Ereignissen auftreten. Auch die Komponente mit der Nazizeit kommt niemals aufgezwungen und überladen daher. Sie schwingt leise mit, bedeutungsschwer, aber trotzdem zeitweise nicht wichtig, bis trotzdem die Vergangenheit in die Gegenwart zu greifen scheint. Der Vater, der über den Krieg mehr schweigt, davor warnt, aber nur wenig über seine Rolle erzählt, kommt nach seinem Tod zum Vorschein. Alles zusammen mündet in ein Ende, welches vorhersehbar ist, angeschnitten wird und dann doch mit all seiner Intensität den Leser übermannt. Es legt noch einmal alles offen, den inneren und zweiten Weltkrieg mit denen die Familie im Zusammenhang steht, die Sprachlosigkeit, die Fassungslosigkeit. Ein unrundes Ende, welches den Roman perfekt abrundet. Anders und realistischer hätte es nicht sein können. Fazit Ein intensiver Roman, wandert zwischen Thriller und Familientragödie, mit glaubhaften Szenarien und emotional-realistischen Charakteren. Ein in sich stimmiger Roman, mit tränenfließender Sprache verfasst. Eine absolute Leseempfehlung für einen besonderen Thriller.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    Clari

    Clari

    18. February 2012 um 10:20

    Familiendrama mit weit in die Nazizeit reichenden Wurzeln. Saras Vater ist gestorben! Er, der doch für alle der behütende und versorgende Ehemann und Vater war! Wie konnte das geschehen? Obwohl er bereits achtzig Jahre alt war, glauben seine Töchter und die Ehefrau Iezebel einfach noch nicht, dass er gestorben ist. Im Zuge der Nachforschungen nach seiner Vergangenheit erfahren sie, wie er unter den Nazis der Vernichtung der Juden entging, seine Eltern aber ermordet wurden. Warum hat er nie darüber gesprochen? Es ist das alte Thema neu komponiert: wie konnte man dem Holocaust entgehen, und wie verliefen Lebensläufe, die durch die schrecklichen Ereignisse geknickt und gebrochen wurden? Jessica Durlacher baut ihren Roman aus vielen kleinen Einzelteilen auf. Da sind die Schwestern Sara und Tara, die sich in Eifersucht und sehr unterschiedlichen Gefühlsreaktionen an einander aufreiben. Sara hat es mit ihrem Mann Jacob, der es als Filmproduzent arbeitet, zu Wohlstand gebracht. Sie bewohnen eine große Villa in Overveen/ Holland. Inzwischen genießt Sara ihr gutes Leben, obwohl das nie ihr erstes Lebensziel war. Mitch, ihr gemeinsamer Sohn, geht mit 18 Jahren zum Studium nach Berkeley/USA. Sara trauert schon jetzt, weil sie ihn so lange nicht sehen kann. Ihre Tochter Tess ist mit ihren dreizehn Jahren noch zu jung, um zu verstehen, was die Erwachsenen umtreibt. Zunächst ist die Geschichte in einem ganz normalen Familienalltag angesiedelt. Doch dann geschehen schreckliche Dinge: Sara fällt beim Joggen fast einer Vergewaltigung zum Opfer. Mitch besteht zum Entsetzen seiner Mutter darauf, sich bei den Marines, einer besonders hart geschulten Elitetruppe der amerikanischen Armee, einzuschreiben. Da beide Kinder des holländischen Paares in den USA geboren wurden, ist das ohne weiteres möglich. Inzwischen passiert im Haus der Familie in Overveen ein Raubüberfall mit gravierenden Folgen für alle Beteiligten. Hinter den Ereignissen stecken subtil verborgen Vorkommnisse der nahen europäischen Geschichte, in die auch Holländer, nicht alle aber doch einige, mit ihrem persönlichen Judenhass verwickelt waren. Familienzusammengehörigkeit und die Liebe unter einander fügen sich in die Handlung schlüssig ein. In anrührenden Passagen weiß die Autorin über die Veränderungen der Mutterliebe zu berichten. Zwischen Familienglück und unerwartetem Unglück pendelt das Leben der einzelnen Familienmitglieder hin und her. Dramatisch steigert die Autorin ihren Roman zu einem dynamischen Thriller, dessen Stränge bis in jene traurige Vergangenheit des Naziregimes und der Judenverfolgung reichen. Jessica Durlacher fügt die einzelnen Puzzlesteinchen zu einer spannenden Handlung zusammen, deren Hintergründe durchaus der Realität entnommen sein könnten. Ein sehr zu empfehlender spannender Roman ist ihr gelungen, der historische Tatsachen zeitgemäß mit verarbeitet.

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  • Rezension zu "Der Sohn" von Jessica Durlacher

    Der Sohn
    bubu

    bubu

    18. December 2011 um 18:24

    Jessica Durlacher versteht wahrlich ihr Handwerk. Uneingeschränkte Leseempfehlung!