KLAPPENTEXT
Charlotte hat alles, was man sich nur wünschen kann: eine tolle Familie, ihren vermeintlich großartigen Freund Clemens, und eine wunderschöne Wohnung in der Hamburger Hafencity. Das Einzige, was ihr fehlt, ist eine endgültige Richtung im Leben. Als sie überraschend ihre ADHS-Diagnose bekommt und im Wartezimmer ihres Therapeuten auf den mitgenommenen Sänger Flynn trifft, hinterfragt sie ihr komplettes bisheriges Leben. Wer will sie sein und wo will sie hin? Wollte sie nicht eigentlich immer schon Autorin werden? Und warum genau fühlt es sich mit Flynn so viel besser an als mit Clemens?
Charlotte fängt an, an sich selbst und ihre Träume zu glauben und lernt, mit ihrer Neurodivergenz umzugehen. Auf ihrem Weg zur Autorin findet sie endlich zu sich selbst und versteht, dass die Menschen, die für einen richtig sind, einen dafür schätzen, wie man ist.
MEINUNG
Eine Liebesgeschichte, verflochten mit der Diagnose ADHS. Da in meinem Umfeld einige ADHS haben und ich gerne mehr davon verstehen möchte, war ich sehr gespannt auf das Buch.
Charlotte ist zwanzig Jahre alt und schreibt für ihr Leben gerne Geschichten und bekommt gerade ihre Diagnose ADHS. Flynn ist Musiker einer Band und weiß schon seit seiner Kindheit, dass er ADHS hat, musste allerdings mit sehr viel Gegenwind in seiner eigenen Familie kämpfen.
Ich weiß, dass Kreativität und Selbstständigkeit oft Thema von ADHSlern ist. Dennoch hätte es mir hier besser gefallen, wenn Flynn beispielsweise kein Bandmitglied einer erfolgreichen Band gewesen wäre. (Mit berühmten Personen in Büchern fremdle ich allerdings oft ...)
Es waren auch wirklich viele Punkte von ADHS im Buch verflochten, sodass ich das ein oder andere noch etwas besser verstehen konnte. Dennoch hätte ich mir das ganze irgendwie noch mehr herausgearbeitet oder deutlicher gewünscht, da die Geschichte ja vor allem daraus entstanden ist, der Neurodivergenz mehr Sichtbarkeit zu geben.
Mir persönlich hat leider zeitweise auch der Schreibstil nicht zugesagt. Besonders im Mittelteil habe ich mir schwer getan. Ich fand es immer wieder aufgesetzt und nicht ganz rund. Zum einen ging mir die Liebesgeschichte zwischen Flynn und Charlotte zu schnell, im Sinne dessen, wie schnell sie vertraut miteinander umgegangen sind und ihren Gefühlen Worte gegeben haben. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin manchmal eher direkte Beschreibungen gefunden hat, als tatsächlich das Gefühl der Liebe vermitteln zu können. Und sich manchmal auch nicht getraut hat, dem ganzen mehr Tiefe zu geben. Ich hatte oft das Gefühl, die Themen miteinander zu verflechten, war zu gewollt, sodass beides etwas auf der Strecke geblieben ist.
Ich mochte allerdings, dass ADHS bei Männern und Frauen ein Thema war, auch wie es um die Akzeptanz in der Gesellschaft dazu steht. Auch mochte ich, dass es bei Flynn schon seit der Kindheit klar war, es ihm das Leben aber deshalb nicht unbedingt leichter gemacht hat. Und ich mochte auch, dass Charlotte im Gegenzug dazu erst so spät ihre Diagnose bekommt.
Das Cover und Thema haben mich sehr angesprochen, habe aber eine "erwachsenere" Liebesgeschichte erwartet. Insgesamt eine gute Idee, dem Thema mehr Sichtbarkeit zu geben, für mich persönlich war es aber eher nichts.










