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honey_tami

vor 3 Jahren

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Die Wartezeit auf dieses Buch erschien mir wie eine halbe Ewigkeit. Umso verwunderlicher, dass ich bereits nach kurzer Zeit wieder in die Geschichte hinein gefunden habe, denn so mancher Charakter ist mir nicht mehr ganz so gut in Erinnerung geblieben. Die Geschichte beginnt direkt an der Stelle, an der der zweite Band endete. So war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, denn ich war unglaublich geschockt und konnte nicht glauben, was Cate angetan wurde. Die Ereignisse überschlugen sich zuletzt vollkommen! Was dieses Buch vor allem ausmacht, ist die permanent hohe Spannung. Anders als in den ersten beiden Bänden folgt einem Problem das nächste und trotz allem hat man nie das Bedürfnis nach ein paar ruhigen Seiten. Auch Cate und allen anderen Hexen bringt dies nur Vorteile, wenn man alles im Großen und Ganzen betrachtet. Endlich bekommen sie die Chance das Volk für sich zu gewinnen und diesem die Augen zu öffnen.  Jede der Cahill-Schwestern wird mittlerweile täglich mit der Prophezeiung konfrontiert. Immer wieder erinnern die aktuellen Geschehnisse an den vermeindlichen Ausgang der Unternehmung. Tess' Visionen verursachen eine große Anspannung unter allen Hexen der Schwesternschaft und dazu kommt noch die Tatsache, dass Cate, Maura und Tess Zeichen einer nie zuvor dagewesenen Rebellion gegen die derzeitigen Machthaber und Unterdrücker sind.  Cate ist immer noch die zentrale Figur der Reihe. Anders als in den vorherigen Bänden kommt sie nun aber sehr aus sich heraus. Vielleicht liegt es an ihrem unbändigen Hass, den sie nicht immer unterdrücken kann oder an ihrem Schmerz und der Angst vor der Prophezeiung. Was auch immer sie antreibt - sie handelt und bewegt etwas! Dass sie Schwester Inez allerdings kein Contra gibt, das habe ich nicht so ganz verstanden. Im zweiten Teil hat der Leser ja bereits erfahren, dass Tess die prophezeite Hexe ist, die alles zum Guten wenden wird oder alles nur noch verschlimmert. Hierfür bleibt sie mir in der Geschichte allerdings viel zu blass. Dass sie nicht im Mittelpunkt des Geschehens steht, mag durchaus seine Gründe haben, doch auf viel zu wenigen Seiten war wirklich die Rede von ihr, sodass man eigentlich meinen könnte, Cate sei die prophezeite Hexe. Sehr schade! Auch Maura bleibt etwas auf der Strecke. Ihr Name wird außerdem zu sehr in den Dreck gezogen, wodurch sie vermutlich von allen Lesern richtig gehasst wird. Was mir allerdings schon im letzten Teil aufgefallen ist: Keiner beachtet ihr Alter. Maura ist genauso wie Tess eigentlich noch ein Kind und trifft falsche Entscheidungen. Sie kann nicht wirklich abschätzen, welch enorme Auswirkungen ihre Taten haben können, auch wenn die Auslöschung von Finns Gedächtnis grausam gegenüber ihrer Schwester war. Mit zwei Schwestern aufzuwachsen ist nicht immer ganz einfach und Eifersucht spielt eine große Rolle. So sollte man nicht allzu scharf mit ihr ins Gericht gehen! Finn erinnert sich an die Zeit, in der Cate noch in Catham mit ihren Schwestern gelebt hat. Ab der Zeit der Schwesternschaft ist alles vergessen, womit Cate nur schwer umgehen kann. Zum weiteren Verlauf der Liebesgeschichte möchte ich nur wenig sagen, denn es würde einen großen Teil der Spannung nehmen. Für mich jedenfalls hat die Autorin hier sehr gute Arbeit geleistet und der Ausgang ist wunderbar passend und zufriedenstellend. Der Schreibstil ist gewohnt fesselnd und berührend. Jessica Spotswood gelingt es mit ihrem dritten Band ein Feuerwerk an Gefühlen zu verursachen, welches gewaltiger als je zuvor ist. Besonders auf den letzten Seiten wechseln sich andauernd Erleichterung, Wut, Glück, Hass, Zufriedenheit und Trauer ab. So beweist sie vielen Lesern noch einmal, dass der erste Band einer Reihe nicht immer der beste ist. Erzählt wird die Geschichte weiterhin aus der Ich-Perspektive von Cate.

Autor: Jessica Spotswood
Buch: Töchter des Mondes - Schicksalsschwestern
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