Jewgeni Petrow , Ilja Il'f Zwölf Stühle

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Inhaltsangabe zu „Zwölf Stühle“ von Jewgeni Petrow

"Pflug und Hammer", der Genossenschaftsladen ist wegen Inventur drei Wochen geschlossen. Ein Fass verdorbenen Kohls, das die Belegschaft anschließend auf den Hinterhof kippen muss, lässt 250 edle Zuchtkaninchen, die sich an der Mahlzeit gütlich tun wollten, elend dahinscheiden. Alltag im nachrevolutionären Russland.<P> Angesichts solch effektiver Planwirtschaft in der Kreisstadt N., einem Nest voller Friseurläden und Bestattungsinstitute, in dem sonst nur noch der Alkoholismus regiert, kann man verstehen, warum eine vollständige, von allen Zensureingriffen bereinigte Fassung der <I>Zwölf Stühle</I>, immerhin 1928 geschrieben, in Russland erst im Jahre 1997 freigegeben wurde.<P> Dabei ist das erst der Anfang: Genosse Worobjaninow, im heruntergekommenen Standesamt von N. zuständig für Todesfälle und Eheschließungen, erfährt am Sterbelager seiner aristokratischen Schwiegermutter, dass die listige Alte in einem von zwölf Stühlen ihre Familienjuwelen versteckt hat. Natürlich sind die Stühle inzwischen in alle Winde verstreut. Was nun beginnt, ist eine wüst-lustige Schnitzeljagd quer durch Mütterchen Russland, die einer amerikanischen Screwball-Comedy in nichts nachsteht. Da eine solche Schatzsuche naturgemäß viele Interessenten anzieht, hat der tumbe Worobjaninow sehr bald den Kleinganoven und "großen Kombinator" Ostap Bender, sowie Väterchen Fjodor, einen gerissenen Popen am Hals, die beide Eigenbedarf anmelden.<P> Ilf und Petrows Roman, der auch mehrfach verfilmt wurde, hat eine komplizierte Editionsgeschichte. Ursprünglich in einer Wochenzeitschrift erschienen, verschlug es den jeweiligen Machthabern bei der Lektüre den Atem. Ihre Propagandaabteilungen hatten nämlich ein gänzlich anderes Russlandbild entworfen. In der Folge wurde von wechselnden Regimes an dem Werk herumgestrichen, was das Zeug hielt.<P> Sie alle hatten keine Chance, denn nun liegt der Roman in seiner ursprünglichen Fassung vor. Eine witzig-skurrile Krimi-Odyssee durch ein mehr als marodes Russland voller Grenzdebiler, an der sich selbst ein John Irving noch schulen könnte. <I>--Ravi Unger</I>
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  • Rezension zu "Zwölf Stühle" von Jewgeni Petrow

    Zwölf Stühle
    Sven_Funk

    Sven_Funk

    08. February 2012 um 12:50

    Für die damalige Zeit sehr gewagt geschrieben,denn es dreht sich alles um den Mamon.Geradezu besessen tricksen sich die Akteure untereinander aus. Ein jeder bedacht,möglichst das grösste Stück vom Braten herunterzuschneiden. Geradezu zynisch und tolpatschig bewegen sich die 3 Protagonistendurch durch den Roman. In den 20ern geschrieben verfügt der Roman die gleiche abnorme Anziehungskraft von Gier und Macht wie in der heutigen Zeit.

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  • Rezension zu "Zwölf Stühle" von Jewgeni Petrow

    Zwölf Stühle
    Jens65

    Jens65

    25. September 2008 um 19:24

    Die beiden Autoren sind Meister, was humorvolles Schreiben verbunden mit einem spannenden Inhalt angeht. Das Buch lässt sich leicht lesen und mit einem breiten Grinsen in Erinnerung rufen. Ich würde es jedem empfehlen, der sich mal wieder zum Lachen verleiten lassen möchte oder auf der Suche nach einer entspannenden Lektüre ist.