Jewgenij Grischkowez Flüsse

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Inhaltsangabe zu „Flüsse“ von Jewgenij Grischkowez

Für diejenigen, die Gründe finden, dort zu leben, wo sie geboren sind, und für diejenigen, die Gründe haben, von dort wegzugehen. Mit Flüsse kehrt Jewgenij Grischkowez in die sibirische Kleinstadt zurück, in der er aufgewachsen ist. Skurrile Jagderlebnisse, urbane Legenden und eine Fülle von Kindheitsepisoden ranken sich um die Frage, was den Ich-Erzähler – Alter ego des Autors – eigentlich mit seinem Herkunftsort verbindet. »Immer, wenn ich den Namen unserer Stadt auf der Weltkarte oder gar auf dem Globus fand, fühlte ich mich, als stünde dort etwas über mich persönlich.« Doch was da steht, ist nicht so einfach zu entziffern. Denn sein Sibirien hat nur wenig zu tun mit dem Blick von Außenstehenden auf diese vermeintlich exotische Gegend. Nur ein einziges Mal im Leben hat er einen Bären gesehen, allerdings unter solch ungewöhnlichen Umständen, daß ihm keiner glaubt. Die Taiga empfindet er nicht als Sehnsuchtsort voll Weite und Abenteuer, sondern als unheimlichen, mückenverseuchten Urwald. Auf unpathetische und witzige Weise gelingt es Grischkowez in diesem abwechslungsreichen Monolog, die fremde Vertrautheit einzufangen, die wir alle für unsere Heimat empfinden.

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  • Rezension zu "Flüsse" von Jewgenij Grischkowez

    Flüsse

    Wolkenatlas

    11. March 2010 um 09:28

    Überzeugende Analyse der sibirischen Seele Nach Jewgenij Grischkowezs sensationellem Debütroman "Das Hemd" liegt nun beim bewundernswerten Ammann Verlag das nächste Werk des in Kaliningrad lebenden Autors vor. "Flüsse" ist ein starker 170 Seiten langer Text, der seinem Titel mehr als gerecht wird. Der 1967 in Kemerowo (Sibirien) geborene Jewgenij Grischkowez lässt seinen Protagonisten, der möglicherweise ein alter ego des Autors ist, oder auch nicht, über seine sibirische Kindheit und Schulzeit sinnieren, über skurrile Jagdausflüge mit Freunden des Vaters des Protagonisten und archäologische Erfahrungen mit Studienkollegen nachdenken und liefert dem Leser einen von Idee zu Idee frei fließenden Lesegenuss. Vieles, wie auch das Dorfleben kommt bei Jewgenij Grischkowez nicht gut weg; obschon die Möglichkeit besteht, dass sich der Protagonist ironisch selbst aufs Korn nimmt. "Ich verstehe nicht, und weiß nicht, wie man auf dem Dorf leben kann. Mir erscheint das Leben auf dem Dorf unerträglich schwer, vor allem grundlos schwer. Diese Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, schneeweißer Nebel über dem Fluss, der einen heißen Tag ankündigt, aus diesem Nebel heraus das Brummen eines Motorboots, man hält die Angel in der Hand, und hinter einem muht, klappert, kräht das Dorf ... All das erfreut lediglich den fürs Wochenende angereisten Stadtmenschen ..." Mit einer ordentlichen Portion subtilen Humors legt Grischkowez die Seelenzustände und die durch die Sowjetzeit bedingten Ängste eines waschechten Sibiriers dar und erklärt unter Anderem quasi nebenbei, wieso eine Schapka-Uschanka (Anm. typische russische Kopfbedeckung) auf dem Kopf eines US-Amerikaners unter keinen Umständen natürlich aussehen kann und wieso man sibirische Stechmücken meiden und sibirische Pelmeni und Borscht genießen sollte. Heitere Gedanken des Protagonisten zu Italien, inklusive Form, Menschen, Kultur und der Küche wechseln sich mit ebensolchen Gedanken zum klischeehaften Urlaubs eines Sibiriers (egal ob allein, oder nicht) im Süden, sowie einer großen Portion Nostalgie über eine vergangene und verlorene Zeit ab. Er kennt sich auch mit der in Sibirien (und Russland) üblichen üppigen und unvermeidlichen Gastfreundlichkeit der Sibirier (und Russen) aus. "Auf einmal möchte der Pole oder Ungar, ganz zu schweigen vom Belgier oder Österreicher, der mit dem Gefühl nach Sibirien gekommen ist, gewissermaßen von der gesicherten Höhe der Zivilisation herabgestiegen zu sein, gar nicht mehr so dringend nach Hause zurückkehren. Na klar! Wo sonst auf der Welt geht an einem einzigen Abend dermaßen die Post ab? Wo sonst wird man ihn über alles und jedes ausfragen, sich so brennend für seine Meinung interessieren und ihm so aufmerksam zuhören? Wo sonst wird man ihm so oft und bedeutungsvoll die Hand drücken? Wann sonst wird er so viele, ihm nicht ganz verständliche Trinksprüche zu seinen Ehren zu hören bekommen? Wo sonst wird man aus irgendeinem Anlass seinetwegen ein solche Festmahl auftischen und so viel Wodka trinken? ..." Dass es in Sibirien Bären en masse geben soll, ist anscheinend eines der meistverbreiteten Gerüchte und unwahren Klischees, die über Sibirien im Umlauf sind, denkt der Protagonist, bis er selbst einem großen braunen Bären begegnet. Eine Begegnung, die ihm jedoch kein Sibirier abnimmt. Mit Verlauf der Erzählung merkt man, dass Jewgenij Grischkowezs Humor und Selbstironie nur die vordergründige Schicht einer beeindruckenden Erzählung ist, die bei genauem Lesen einen wirklich starken, von russischer Schwermut durchtränkten Text freigibt, der unter Anderem versucht, die Identität und Stellung des Protagonisten, quasi als "Sibirier per se" in der heutigen Welt, mit der Last des zwanzigsten Jahrhunderts auf dem Rücken, zu definieren. Absolute Empfehlung. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 03/2010)

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