Jewgenij Samjatin Wir

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Inhaltsangabe zu „Wir“ von Jewgenij Samjatin

Evgenij Samjatin gilt als "der am härtesten mit dem politischen System in seiner Heimat kollidierende Anti-Utopist". Schon die Veröffentlichung einer Kurzfassung der Utopie "Wir", die im Jahre 1927 in russischer Sprache in Prag erfolgte, zwang Samjatin zur Flucht nach Paris, wo er 10 Jahre später verstarb. Der Roman "Wir" wurde 1924 in verschiedenen Sprachen im Ausland veröffentlicht, doch erst im Jahre 1988 erschien das Werk in der Sowjetunion in vollständiger russischer Fassung.§Dieses Werk kann als erste große Anti-Utopie bezeichnet werden, die unter anderem als Vorlage für die Dystopien von George Orwell und Aldous Huxley diente. (Quelle:'Flexibler Einband/01.12.2013')

Inspirationsquelle für Orwell und Huxley, absolut lesenswert

— cynthor
cynthor

Die erste moderne, düstere Dystopie eines totalitären Staatswesens im industriellen Zeitalter a la Huxley und Orwell.

— Maldoror
Maldoror

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  • Wer jüngeres kennt, wird wohl nicht überrascht

    Wir
    dominona

    dominona

    27. July 2017 um 19:58

    Man kann hier deutlich sehen, dass wir es mit dem Vorreiter zu 1984 oder schöne neue Welt zu tun haben. Von der Schreibweise her war es mir manchmal zu langatmig und verwirrend, aber der Kern wird schnell klar und ebenso schnell begreift man, dass es schrecklich wäre, in einer Welt ohne Fantasie zu leben. Wer will schon, dass alles berechenbar ist - selbst Wahlen? Wer 1984 kennt, wird die Auflösung kommen sehen, was mich ein wenig ernüchtert hat, aber gelangweilt hat mich dieses Buch nicht.

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  • Ursprung vieler Dystopien

    Wir
    cynthor

    cynthor

    10. May 2017 um 11:03

    Inhalt Im Vereinigten Staat, der nach einem 200 Jahre währenden Krieg gegründet wurde, werden Abweichler und Revolutionäre mit dem Tode bestraft. Das Dasein eines jeden Menschen ist geprägt von klaren Regeln und strengster Ordnung mathematischer Präzision. Das momentane Großprojekt der Gesellschaft ist der Bau eines Raumschiffs, der „Integral“, die alle Errungenschaften der Zivilisation in fremde Welten bringen soll. Ihr Konstrukteur trägt den Namen D-503 und schreibt ein Tagebuch, dessen Inhalt den Roman darstellt. D-503 beginnt eine Beziehung zu einer mysteriösen Frau, die seine klare Welt aus den Fugen geraten lässt. Er beginnt, an den vom „Wohltäter“ aufgestellten Wahrheiten und am System zu zweifeln, was ihn zum Revolutionär macht. Meinung Bereits 1920 geschrieben, stellt „Wir“ eine Art Keimzelle oder Ursprungsform der Dystopie dar, zu der spätere Werke wie „1984“ oder „Brave New World“ unverkennbar Parallelen aufweisen (beispielsweise entspricht Orwells Großer Bruder dem Wohltäter Samjatins). Das heißt nicht, dass „Wir“ deswegen lesenwerter oder weniger empfehlenswert ist – es bestärkt nur meine Ansicht, dass Bücher Ideen transportieren, die zur Inspirationsquelle anderer Autoren werden, und dass diese Gedanken aufgegriffen, variiert und wieder abgegeben werden. Die Behauptung, man würde den Spaß an Orwells und Huxleys Dystopien verlieren, wenn man „Wir“ zuerst liest, wie man sie ab und an im Netz vorfindet, unterstütze ich nicht. Es gibt natürlich Ähnlichkeiten, aber die Schwerpunkte der Autoren liegen auf unterschiedlichen Themen und es gibt genug Unterschiede, um an allen Werken Vergnügen zu haben. Glück ohne Freiheit oder Freiheit ohne Glück – eine andere Möglichkeit gibt es nicht., diese Aussage, vor bald 100 Jahren geschrieben, ist heute aktueller denn je. Im Kampf gegen Terrorismus und im Zuge der Bekämpfung fundamentalistischer Gruppen egal welcher Couleur wird im Zuge der Sicherheit Stück für Stück die Freiheit eines jeden Menschen angegriffen und aufgegeben. Überwachung per GPS und Handyortung, das Abhören von Telefongesprächen, Überprüfung des eMail-Verkehrs, die Sammelwut der Datenkraken usw., eine endlose Liste, die Samjatin bestürzt hätte. Die Frage ist nur, ob wir damit glücklich werden können? Die große Mehrheit wird sie wohl mit ja beantworten, denn heutzutage wird Schweigen schon als Zustimmung gewertet. Davon, dass die Menschen des Vereinigten Staates allerdings glücklich sind, ist wenig zu merken, und ich halte die Menschen unserer Zeit auch nicht für glücklicher als die Menschen von früher. Sich Glück durch die Aufgabe von Freiheit erkaufen zu können, ist ein gefährlicher Irrglaube. Ähnlich wie in Rands „Hymne“ weißt auch „Wir“ sprachliche Besonderheiten auf: die logische Welt, in der D-503 sich befindet, prägen ihn ebenso wie sein Beruf. Seine Sprache besteht zum großen Teil aus mathematischen Ausdrücken, in die man sich erst einfinden muss – zumindest, wenn man keinen mathematisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund besitzt. Insgesamt also sehr empfehlenswert. Sonnige Tage und erholsame Nächte!

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  • Rezension zu "Wir" von Jewgenij Samjatin

    Wir
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. August 2011 um 17:42

    D-503 lebt im „Einzigen Staat“. Er ist uns ca. 1000 Jahre voraus und nimmt als Konstrukteur des Weltraumschiffes „Integral“ eine einzigartige Stellung ein. Im Einzigen Staat bedeutet die „taylorisierte“ (siehe dazu Wikipedia!) Arbeitswelt Glück. D-503 tut sich schwer mit diesem Glück. In ihm rühren sich Emotionen, die nicht in diesen Staat passen. Er kriegt vor allem seine Beziehungen zu den Vokalen (= Frauen), wie U (die Antwort auf die Frage, weshalb U keine Nummer hat, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen), I-330 oder O-90, nicht richtig in Griff. Aber auch die durchwegs nummerierten Konsonanten, wie R-13, sein alter Freund, oder S-4711, sein Nachbar, machen ihm zu schaffen. Und D-503 kennt nicht einmal sich selbst. - Die Staatszeitung weist den Weg: “Das Zentrum der Phantasie ist ein winziger Knoten an der Gehirnbasis; eine dreimalige Bestrahlung dieses Knotens und ihr seid von der Phantasie geheilt; für immer; ihr seid vollkommen, ihr seid wie Maschinen, der Weg zum vollkommenen Glück ist frei; lasst euch operieren; es lebe die Große Operation, es lebe der Einzige Staat, es lebe der Wohltäter!“ - Im Anschluss an die Abstimmung über die Große Operation kommt es zur Entscheidung, zum offenen Konflikt zwischen öffentlicher Meinung und individueller Wahrheit. Samjatin, der dieses Buch 1920 geschrieben hat, ging es in erster Linie um eine Kritik am damaligen russischen Regime. Dass Samjatin viele Gedanken mit mathematischen Ausdrücken (Punkt, Linie, Gerade; Dreieck, Kreis, Quadrat; Funktion, Koordinate, Hyperbel, Asymptote usw.) verbindet, kaschierte diese Kritik kaum. Betroffen wird der Leser feststellen, dass diese Kritik zeitlos ist und jeden Staat treffen kann, ja sogar jeden einzelnen Menschen. Samjatin will, wie er gleich in der "Eintragung Nr. 1" seines Zukunftsromans die Wahl des Buchtitels erklärt, wiedergeben „was WIR denken“, aus heutiger Sicht: was seinerzeit gedacht wurde. Seine Kritik galt vornehmlich dem Denken im Gleichschritt (hervorragend daher die Umschlaggestaltung des KiWi-Taschenbuches). - Ist seine Kritik also nicht obsolet? In einer pluralistischen Gesellschaft besteht die Gefahr solchen Denkens doch nicht! Oder? – Ich möchte dies nicht entscheiden. Jedenfalls treffen Worte wie „Die Menschen … zeugten Kinder wie die Tiere, … ohne sich um die Lehren der Wissenschaft zu kümmern“ auch heute noch den Nerv und kommt man ins Denken, wenn man liest, dass „Liebe eine Funktion des Todes“ ist. Ein Buch, das nachdenklich macht und im Nachwort zu Recht auf Aldous Huxley (Brave New World) und George Orwell (1984) als Nachfolger hinweist.

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  • Rezension zu "Wir" von Jewgenij Samjatin

    Wir
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    22. July 2011 um 16:52

    Wir ist eines der Bücher, die ich zum zweiten Mal lese. Ich erinnere mich noch vage daran, dass mich das Buch beim ersten Mal nicht so fesseln konnte wie andere Dystopien. Das lag glaub ich am mangelnden Hintergrundwissen über die zeitlichen Umstände der Entstehung des Buches und an der Ausdrucksweise des Autors, die viel Aufmerksamkeit beim Lesen erforderte. D-503 ist ein Mathematiker, und so beschreibt er die Geschehnisse besonders zu Anfang gerne mit mathematischen Ausdrücken, was sich natürlich nicht sonderlich spannend liest. Aber hier gilt: Zähne zusammenbeißen, geduldig sein und durchhalten! Die Welt, in der D-503 lebt, erscheint sehr futuristisch. Nach dem 200jährigen Krieg, der fast alles Leben ausgelöscht hat, haben sich die Menschen in eine Stadt hinter riesigen Mauern verschanzt. Sämtliche Gebäude bestehen aus Glas, was den Beschützern natürlich ihre Arbeit erleichtert. Nur zum terminlich festgelegten Geschlechtsvollzug dürfen Vorhänge herabgelassen werden. Der Tag ist bis ins kleinste durchorganisiert, so dass das gemeinsame Leben wie eine Maschine problemlos läuft. Jede Nummer steht zur selben Zeit, ja zur selben Sekunde auf, jeder führt den Löffel im selben Takt zum Mund, jeder Tag verläuft auf die Minute geplant. Dies ist laut D-503 auf die Arbeit eines gewissen Taylor zurückzuführen. Damit ist der Mann gemeint, der Anfang des 20.Jh. den Taylorismus eingeführt hat, der sich mit der Perfektionierung von Arbeitsabläufen beschäftigt hat. Taylor war für die Menschen aus D-503's Gesellschaft ein Vorreiter, denn durch seine Arbeit erst wurde der Alltag der Einwohner so perfekt strukturiert. Der Gleichschritt der Massen beim täglichen Spaziergang hat etwas Bedrohliches und der stets präsente Konflikt zwischen Individualität und der Masse, dem Wir, war vielen sowjetischen Parteileuten zu Samjatins Zeit ein Dorn im Auge; Wir wurde daher auch nie in der Sowjetunion veröffentlicht. Es ist zeitweise erschreckend, welches Zukunftsbild Samjatin 1920 in seinem Buch erdacht hat und wie viele Aspekte tatsächlich wahr geworden sind. Raketenflüge, Gehirnchirurgie zur Persönlichkeitsveränderung, Gaskammern, Geheimpolizei, die Mauer, all das existiert im Einzigen Staat bereits, in der Realität ist es bis dahin noch ein weiter und trauriger Weg gewesen. Mein Fazit: Wir ist eines jener Bücher, die man besser versteht, wenn man ein wenig Hintergrundwissen über die Zeit hat, in der der Autor gelebt hat. Wer sich für Dystopien interessiert, sollte dieses Buch unbedingt einmal lesen, denn es hat quasi den Grundstein für dieses Genre gelegt und auch die Werke von Orwell und Huxley stark beeinflusst. Allein zur Unterhaltung dient dieses Buch jedoch nicht, dazu macht es viel zu nachdenklich und erfordert das Mitdenken beim Leser. Keine allzu leichte Kost, aber für mich ein prägendes Stück Literatur.

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  • Rezension zu "WIR. Ein klassischer utopischer Roman" von Jewgenij Samjatin

    Wir
    rallus

    rallus

    13. December 2010 um 12:20

    Der Mathematiker D-503 arbeitet mit vollem Eifer an dem Raumschiff INTEGRAL. Der Flug dieses Schiffs soll dem „einzigen Staat“ ein immerwährendes Denkmal setzen und beweisen, dass dies der einzige Weg ist. In D-503's Welt ist alles geregelt: Der Tagesablauf ist bis ins letzte Detail geplant und sogar das Liebesleben findet zu genau festgesetzten Zeiten statt, wenn auch nur in sehr begrenztem Rahmen. D-503 ist glücklich und studiert mit Freude mathematische Probleme, bis I-330 seinen Lebensweg kreuzt. Die Frau ist eine Revolutionärin und glaubt nicht an das System. Sie verführt den Mann zu kleinen Brüchen mit den Regeln des Alltag und D-503 findet Gefallen daran. Dann jedoch wird das System auf ihn aufmerksam und Fremdkörper im System werden mit aller Gewalt bekämpft. Wir ist eine der ersten Dystopien von 1920.Als Meilenstein der Science Fiction vielleicht wichtig fand ich es doch etwas zäh und spannungsarm. Viele Ideen wurden von Huxley und Orwell übernommen und verfeinert, so bleibt hier ein schwer zugängliches Werk zurück.

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  • Rezension zu "Wir" von Jewgenij Samjatin

    Wir
    Hallogen

    Hallogen

    20. March 2010 um 19:19

    Samjatin war der erste der drei großen Beschreiber eines totalitären Staates unter negativen Vorzeichen (Anti-Utopie, Dystopie). Der Einfluß dieses - 1924 englisch erschienen - Buches auf Huxley (Brave New World erschien acht Jahre später) und Orwell (1984) ist nachgewiesen, einige Forscher meinen gar, Huxley habe lediglich die Mathematik durch die Biologie ersetzt, und noch ein paar Details verändert. In der UdSSR durfte der Roman lange nicht veröffentlicht werden, weil er als Analogie zum Aufbau des Sozialismus verstanden wurde. Es handelt sich aber eher um eine generelle Kritik an dem unbedingten Zukunftswillen und an der Abschaffung von Menschenrechten und Individualismus: Die Namen wurden durch Kombinationen von Buchstaben und Nummern ersetzt, Kinder muss man sich ebenso genehmigen lassen wie Sex, alle Wohnungen sind durchsichtig, Schlafphasen werden minutiös vorgeschrieben, das Gehverhalten ist geregelt uvm. Neben der Utopie geht es in dem Buch aber auch um die klassischen Grundthemen wie Liebe und Verrat. Es gelingt dem Autor, gerade dadurch zu bedrücken, dass der niederschreibende Erzähler (das Buch ist in 40 Einträge unterteilt) von den Vorschriften berichtet, als seien sie das normalste auf der Welt. Der Zukunftsstaat erschließt sich dem Leser erst nach und nach in seiner Allkontrolle, weshalb ich nicht zuviel verraten will. Manchmal hat mich der impressionistische Stil etwas gestört, denn dadurch, dass der Held als überzeugter Anhänger des Staates (er ist der oberste Baumeister einer Art Raumschiff) verblendet ist, muss man als Leser immer unterscheiden, was der Erzähler sieht, und wie er es dann (für sich) auslegt, d. h. man weiß stellenweise nicht, ob man als Leser es nicht doch falsch versteht, und er es richtig auslegt.

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  • Rezension zu "Wir" von Jewgenij Samjatin

    Wir
    Maus86

    Maus86

    04. November 2009 um 22:52

    Samjatins "Wir" entstand bereits im Jahre 1920 und inspirierte offensichtlich Größen wie Aldous Huxley und George Orwell. Der Autor beschreibt eine düstere Welt der Zukunft, in der es nur noch einen einzigen totalitären Staat gibt, der das Leben der Menschen streng überwacht und organisiert. Die Gebäude sind alle aus Glas (möglich dass der Begriff "Gläserner Mensch" aus diesem Buch stammt), Namen sind durch Nummern ersetzt worden und der Tagesablauf der Menschen wird vom Staat einheitlich festgelegt. Man hat das "Unglück" der Freiheit gegen das "Glück" von Sicherheit und Kontrolle eingetauscht. Der Protagonist D503 ist zunächst glühender Anhänger dieser Staatsform, wird aber im Laufe der Geschichte von der "Krankheit" Seele befallen... Mir hat "Wir" gefallen, weil es eins jener Bücher ist, die auf eindringliche Weise die Gefahren aufzeigen, die ein Übermaß an staatlicher Kontrolle mit sich bringt. In relativ kurzen Kapiteln, in denen man als Leser direkt angesprochen wird, liest es sich sehr kurzweilig und regt vielleicht den ein oder anderen zum nachdenken an. Ich empfehle es jedem und insbesondere den Lesern, denen "1984" gefallen hat.

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