Jia Mai Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

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Inhaltsangabe zu „Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong“ von Jia Mai

Alles beginnt Ende des 19. Jahrhunderts mit Großmutter Rong. Um die Kunst der Traumdeutung zu erlernen, schickt die Matriarchin ihren Enkel ins Ausland – und dieser kommt als moderner Mann wieder. Aus der Salzhändlerdynastie Rong wird eine Familie von Mathematikern, in die einige Generationen später Jinzhen hineingeboren wird. Der Junge mit dem übergroßen Kopf ist von einer fast mythischen Aura umgeben, denn er versteht die Welt der Zahlen wie kein anderer. Mitte der 50er-Jahre gelingt es ihm, für den chinesischen Geheimdienst einen als undechiffrierbar geltenden Code zu brechen, und er wird als Nationalheld gefeiert. Doch dann taucht ein noch schwierigerer Code auf und droht, ihn in den Abgrund zu ziehen …

Wie kein Zweiter vermag es der Bestsellerautor Mai Jia, das rätselhafte Leben eines tragischen Genies einzufangen und mit großem epischem Atem in all seinen Schattierungen darzustellen. Ein Romanereignis aus China, das weltweit für Aufsehen sorgt.

Baut subtil Spannung auf und schafft ein kleines bisschen Schwermut...

— Lesemanie

Die Geschichtet ist ein Psychogramm des Mathematikgenies Rong Jinzehn, sein Aufstieg und vermeintliches Scheitern,

— lila-luna

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  • Ein stiller Spionageroman

    Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

    Lesemanie

    16. February 2016 um 08:52

    Die Familie Rong bringt seit Generationen erfolgreiche Salzhändler hervor. Doch dann mach Großmutter Rong im ausgehenden 19. Jahrhundert einen Fehler: Sie sendet ihren Enkel Rong Zilai ins Ausland, damit er dort die Kunst der Traumdeutung erlernen kann. Stattdessen studiert der junge Mann allerdings Mathematik und nach seiner Rückkehr in die Heimat eröffnet er eine Universität. Die kommenden Generationen der Rongs widmen sich vermehrt dem Studium, und sie bringen dabei einige geniale Köpfe hervor. Einer von ihnen ist Rong Jinzhen, der mit seinem übergroßen Kopf in der Schule Getuschel hervorruft, sich allerdings bereits als Junge auf dem Feld der Mathematik behauptet und bereits kurze Zeit später an der Uni seines Vorfahren Mathematik studiert. Zu Zeiten des Kalten Krieges werden Regierungsorgane schnell auf den brillianten Mathematiker aufmerksam und Rong Jinzhen wird Kryptoanalytiker, der eine kometenhafte Karriere hinlegt. Doch sein Talent wird ihm zum Verhängnis – glücklich wird er nicht. Mai Jia gilt als Begründer der chinesischen Spionageliteratur, aber mit einem chinesischen James Bond wartet er nicht auf. Dafür ist dieses Buch viel zu leise und langsam. Alleine die Tatsache, dass der Erzähler zunächst genüssslich die Familiengeschichte der Rongs ausbreitet und dem Leser so Gelegenheit gibt, nicht nur Rong Jinzhen sondern auch die vorangegangenen drei Generationen kennenzulernen, ist ungewöhnlich für ein Buch aus diesem Genre. Verfolgungsjagden, Schusswechsel und Männer in Trenchcoats haben keinen Platz in diesem Roman. Ob Rong Jinzhen den wichtigen Code knackt, der als nicht zu knacken gilt, spielt eine weniger wichtige Rolle als die geistigen Anstrenungen, die ihn dies kosten. Anders als bei James Bond ist dieses Spionage-Leben nicht glamourös; es ist einsam und anstrengend und es macht Rong Jinzhen fertig. Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong wird aus Sicht eines Journalisten erzählt, der sich daran macht, der Geschichte des Spionagegenies Jinzhen auf den Grund zu gehen. So unterbricht er seinen Erzählfluss in regelmäßigen Abständen für Auszüge aus Interviews, die er mit Zeitgenossen und Weggefährten Jinzhens geführt hat. In einem “Anhang” bietet ein Exzerpt aus Jinzhens Notizbuch dem Leser Einblicke in das Innenleben dieses Charakters, der bis dahin verschlossen und unnahbar wirkt. Gekonnt rundet Mai Jia so seine Hauptfigur und vermeidet es so, sich Jinzhen nur oberflächlich zu nähern. Dieser Roman braucht geduldige Leser, die willens sind, bis zum Schluss die Figur und Geschichte des Rong Jinzhen puzzlegleich zusammenzusetzen. Belohnt werden sie mit einem Leseerlebnis, das subtil Spannung aufbaut und ein kleines bisschen Schwermut schafft. www.lesemanie.com

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  • Spionageroman der anderen Art

    Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

    lila-luna

    29. September 2015 um 14:12

    Mai Jia - Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong - Roman Aus dem Chinesischen von Karin Betz 352 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag, 19,99 €, erschienen 31. August 2015 bei DVA Dieser Roman eignet sich nicht als Bettlektüre bei der man zur Ablenkung noch ein paar Zeilen lesen möchte, denn das Gebot heißt am Anfang: Aufmerksamkeit, um nicht mit den vielen exotischen Namen durcheinander zu kommen. Es geht um Herrn Rong, aber Rongs gibt es so einige, wie der Leser im Laufe des Romans erfährt. Dazu kommt noch die chinesische Namensgebung mit den "üblichen Namen" wie Mai Jia, einer der erfolgreichsten Autoren in China schreibt, " - Geburtsname, Beiname, Kosename, Ehrenname, die ganze Palette". Mit dieser Geschichte erhält man ebenfalls einen kleinen Einblick in die chinesische Kultur, die den Westeuropäern weitestgehend unbekannt ist. Da ist unter anderem die Bedeutung des Traums zu erwähnen, dieses Thema durchzieht die gesamte Geschichte. Das Verhängnis beginnt als Ende des 19. Jahrhunderts Großmutter Rong ihren Enkel ins Ausland schickt, um die Traumdeutung zu erlernen. 1873 verlässt der jüngste Spross der Rong Familie die südchinesische Stadt Tongzhen und studiert in Großbritannien Mathematik. Nach seiner Rückkehr nennt sich Rong Zilai allerdings britisch John Lilley. Mit dem hinterlassenen Silberschatz der Großmutter gründet er die später berühmten "Lilleys Akademie für Mathematik" und lässt zum allgemeinen Erstaunen sogar Frauen zum Studium zu. So ändert sich auch der Geschäftszweig der Familie Rong. Aus Salzhändlern werden Mathematiker. In diese Familie hinein kommt das uneheliche Kind Rong Jinzehn, ein nicht nur äußerlich seltsamer Mensch sondern auch geistig eine Besonderheit, eine mathematische Ausnahmebegabung, ein Genie. Interviews mit Meister Rong (wieder ein anderer Rong, beziehungsweise eine andere) und Direktor Zheng sollen die Glaubwürdigkeit der Geschichte untermauern, von der der Autor mehrfach behauptet: "Früher dachte ich einmal, es sei nicht das Wesentliche beim Schreiben, den Leser glauben zu machen, dass eine Geschichte wahr sei. Doch diese Geschichte - nun, mit dieser Geschichte verhält es sich anders, weil sie wirklich wahr ist und keinen Zweifel duldet." Und später " Ich muss also betonen: Diese Geschichte ist historisch belegt, sie ist nicht erfunden, ich habe alles aus aufgezeichneten Interviews zusammengetragen." Das unterscheidet auch dieses Buch des Begründers der chinesischen Spionageliteratur von den westlichen Vorstellungen des Genres. Der 1964 geborene Mai Jia vermischt Historisches, Politverbrechen und Entschlüsselungskunst mit dem menschlichen Drama. Der historische Kontext der Geschichte ist die Zeit um die Gründung der Volksrepublik China, spielt aber bis in unsere Zeit hinein. Gleichzeitig ist die Geschichtet ein Psychogramm des Mathematikgenies Rong Jinzehn, sein Aufstieg und vermeintliches Scheitern, mit Distanz nachvollziehbar auch für jeden Nichtmathematiker, denn schließlich geht es gar nicht um Mathematik, es geht um ein Leben, ein Schicksal. Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong ist keine Mainstreamgeschichte, das hat auch 20th Century Fox erkannt und sich bereits die Filmrechte gesichert, alleine von daher empfehlenswert, das Buch vor dem Film zu lesen. © Claudia Peppenhorst  

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