Jill Dolisy

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Jill DolisyTomaten auf den Ohren
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Tomaten auf den Ohren
Tomaten auf den Ohren
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Erschienen am 15.03.2018

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Rezension zu "Tomaten auf den Ohren" von Jill Dolisy

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lunau-fantasyvor 5 Monaten

Cover: 
In erster Linie finde ich das Cover echt schön. Die Schrift gefällt mir gut und der Titel macht neugierig. Ich habe zwar nicht verstanden, warum der Untertitel so ist, weil die Autorin ja seit ihrer Geburt/Kindheit damit kämpft, aber er ist auch nicht unpassend.
Auch die Grafik des Covers finde ich schön, das Einzige was mich stört ist die Tomate. Klar, es heißt "Tomaten auf den Ohren" und die Frau hat eine Tomate auf dem Ohr, aber das wäre für mich nicht nötig gewesen. Es sieht dadurch wie eine Laienarbeit aus und schreckt ein wenig ab, wie ich finde. Das Mädchen trägt ja eindeutig Kopfhörer darunter und die Tomate ist so offensichtlich darauf gesetzt. Alles andere harmoniert aber sehr gut.

Meine Meinung:
Das Buch ist nicht sonderlich dick und so gut nebenbei zu lesen. Auch die Kapitel sind recht kurz und auf ein bestimmtes Thema bezogen. Es handelt sich hier aber keinesfalls um eine fiktive Geschichte. Im Gegenteil, Jill Dolisy erzählt hier aus ihrem Leben, ihren eigenen Erfahrungen als Mensch mit Schwerhörigkeit. Ihre Erfahrungen beim Umgang mit Menschen in verschiedenen Situationen. Akzeptanz, Mobbing und Einsamkeit. 
Jill berichtet aus ihrem eigenen Leben und das möchte ich an dieser Stelle hoch anrechnen, denn es ist nicht selbstverständlich, das jemand so etwas mit der ganzen Welt teilt. Beizeiten hatte ich etwas Probleme mit ihrer Wortwahl, da sie den Leser persönlich anspricht und dabei hin und wieder indirekte Angriffe startet. Sie beschuldigt Leser und Menschen für ihre Taten und auch wenn hin und wieder erwähnt wird, dass es zwischendurch auch Situationen der Akzeptanz gegeben hat, so klang für mich doch vieles erst einmal negativ. Ich hatte das Gefühl, alle werden in einen Topf geworfen.
Dennoch kann ich die Autorin hier verstehen. Es ist war, wir können uns gar nicht vorstellen, wie es ist Schwerhörig zu sein und die meisten Menschen gehen tatsächlich sehr leichtfüßig mit ihrem Gehört um. Wenn ich in der Bahn hören kann, welche Musik der Mensch drei Reihen weiter vorne hört, mache ich mir schon Gedanken um seine Ohren...
Wie gesagt handelt es sich bei dem Buch um eine Zusammenfassung von Momenten, die der Autorin persönlich wiederfahren sind und denken durchaus zum Nachdenken an. Ein Freund von mir ist seit seiner Kindheit auf einem Ohr quasi Taub und hört nichts, wenn man auf der falschen Seite steht. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber wenn man es weiß, ist es einfacher.
Ich habe durch das Buch auch noch mehr Ehrgeiz als vorher entwickelt, die deutsche Gebärdensprache zu erlernen und bin sehr motiviert. Ich habe endlich einen Grundkurs ergattert und werde weiter daran festhalten, um vielleicht später Menschen wie Jill bei Gesprächen unter die Arme greifen zu können.
Fazit:
Abgesehen von den manchmal etwas barschen Formulierungen regt das Buch zum Nachdenken über eine Einschränkung an, die vielen Menschen nicht bewusst ist.

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