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Mord im alten Pfarrhaus

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Neu erschienen am 13.09.2018 als Hardcover bei DuMont Buchverlag.

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Rezension zu "Mord im alten Pfarrhaus" von Jill McGown

Was ist ein Weihnachtskrimi?
R_Mantheyvor 20 Tagen

Um es vorweg zu sagen: Dies ist nicht wirklich einer. Die Geschichte spielt zwar zur Weihnachtszeit. Ein Zusammenhang mit diesem Fest existiert jedoch nur zufällig. Man hätte sie auch auf Ostern legen können. Oder auf einen beliebigen anderen Zeitraum von einigen Tagen.

Im englischen Byford predigt ein Pfarrer, der eigentlich schon längst vom Glauben abgefallen ist. Wenn seine Angetraute nicht energisch anderer Meinung gewesen wäre, hätte er schon längst den Schoß der Kirche verlassen. Deren Gebote sind ihm nicht heilig, denn er begehrt eine junge Witwe, die im weiteren Verlauf noch zu erheblicher Verwirrung beitragen wird. Des Pfarrers Schwiegersohn läuft auch gerade etwas neben der Spur. Er schlägt seine Frau, besäuft sich und wird wenig später tot im Pfarrhaus aufgefunden. Erschlagen mit einem Schürhaken.

Obwohl der Pfarrer steif und fest behauptet, dass nur ein Fremder die Tat begangen haben kann, bleiben die drei Mitglieder der Pfarrersfamilie besonders verdächtig. Daraus spinnt die Autorin eine Kriminalgeschichte der alten englischen Schule. Nur mit seinem Verstand und ein paar elementaren Hilfsmitteln muss das Ermittlerpaar diesen Fall lösen. Damit das nicht ganz so eintönig wird, haben die beiden auch noch ein langjähriges, geheimes Verhältnis.

Was eigentlich wegen der überschaubaren Zahl von Verdächtigen ein einfacher Fall zu sein scheint, erweist sich bald als recht rätselhaft. Jede Theorie der Ermittler lässt sich bald nach ihrer Entstehung widerlegen, worauf sogleich die nächste folgt. Der Leser kann sich davon zwischenzeitlich beim Techtelmechtel des von seinen Gefühlen zueinander hinundhergerissenen Liebespaares erholen. Trotz der intensiven Beschäftigung mit sich selbst kommen die beiden nämlich, wenn auch recht spät, auf die zündende Idee. Allerdings müssen sie dazu ziemlich viel Gehirnschmalz verwenden, was auch den Leser gelegentlich etwas anstrengen könnte, denn er muss ihnen schließlich immer folgen.

Wenn man nicht unbedingt einen Krimi erwartet, der etwas mit dem Weihnachtsfest zu tun hat und wenn man darüber hinaus den guten alten englischen Stil mag, dann findet man bestimmt bei diesem Buch Unterhaltung und geistige Herausforderung. Mir war er etwas zu lang bei zu wenig wirklichem Geschehen.

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iamnomorningpersons avatar

Rezension zu "Mord im alten Pfarrhaus" von Jill McGown

Leider ein Reinfall!
iamnomorningpersonvor einem Monat

Ich hatte mich sehr auf den diesjährigen Weihnachtskrimi des Verlages gefreut, weil ich "Ein Mord zu Weihnachten" im letzten Jahr sehr genossen habe. Leider wurde ich total enttäuscht und zwar gleich auf verschiedenen Ebenen. Zum einen gab es zu viele Wechsel in der Perspektive und zu viele Personen, was an sich nicht schlimm gewesen wäre, hier aber schlichtweg nicht gut umgesetzt war. Die Akteure waren recht eindimensional, sodass es schwierig war, sich richtige Menschen darunter vorzustellen, geschweige denn ihre Namen gleich wieder zuordnen zu können. Es wurden einige Liebesverwicklungen eingebaut, aber nicht besonders berührend, sondern eher trocken.

Die Dialoge waren leider oft sehr merkwürdig und nicht im Fluß, als wäre etwas falsch übersetzt worden. Das hat das Lesevergnügen stark geschmälert, weil die Dialoge nun mal wichtig sind. Da wurden zum Beispiel in einem späteren Satz mal angeblich gerissene Witzchen erwähnt, die gar nicht da waren (zumindest im Deutschen nicht). Und wenn jemand auf die direkte Rede eines anderen geantwortet hat, bin ich oft so vor dem Buch gesessen: WHAT???


Der Fall war spannend und hielt einen trotz den Schwachstellen bei der Stange. Jeder hatte seine eigenen Geheimnisse und machte in seinen Kapiteln Andeutungen, war in irgendeine Sache verstrickt. All das wurde nur nach und nach aufgeklärt, was natürlich die Wissbegierde steigerte. Leider jedoch war mir die Auflösung dann gar zu konstruiert und das Ende war von einer Gefühlskälte durchzogen, die einen das Buch mit einem Kopfschütteln zuklappen ließ. Statt die Geschehnisse zu betrauern, wie man es bei einem anderen Roman tun würde, war man einfach nur sauer. Über die Entwicklungen, das schnelle Abhandeln einer großen Sache und die Gedanken der Charaktere, von denen die meisten fast schon einen Hang zum psychopathischen hatten - natürlich wurde alle Schuld einer einzigen Person zugeschoben, was ... ACHTUNG SPOILER ... besonders schlimm wird, wenn die geschlagene Ehefrau ihren Mann verteidigt, weil der ja nicht anders gekonnt habe, so wie ihre Mutter ihn behandelt hat ... Da konnte man nur fassungslos auf die Zeilen starren.

Alles in allem war "Mord im alten Pfarrhaus" also kein Lesevergnügen und ich kann keine Empfehlung aussprechen. Dazu kommt, dass es im Englischen der zweite Teil einer dreizehnteiligen Serie ist, die sich um das Ermittlerpärchen Lloyd und Hill dreht. Das wurde besonders spürbar, weil man manchmal das Gefühl hatte, etwas versäumt zu haben bzw. auch über das Buch hinaus noch etwas zu versäumen. Zum Beispiel wurde angesprochen, dass Lloyd nie beim Vornamen genannt wurde und dann war eine ganze Szene zwischen ihm und seiner Geliebten einer Unterhaltung über seinen Namen gewidmet. Erfahren hat man ihn letztendlich nie. Es war mir dann aber auch egal, wie der Chief Inspector heißt. Wir werden uns nicht mehr über den Weg laufen.

Leider ein totaler Reinfall mit zu vielen und zu hölzernen Charakteren, richtig miesen Dialogen und einem Ende, das zusammengeschustert und unbefriedigend war. Eineinhalb Sterne gibt es für die Spannung, welche die Autorin gut rübergebracht hat.

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