Jillian Cantor

 4.6 Sterne bei 41 Bewertungen

Alle Bücher von Jillian Cantor

Das Mädchen mit dem Edelweiß

Das Mädchen mit dem Edelweiß

 (41)
Erschienen am 10.09.2018
Das Versprechen des Buchhändlers

Das Versprechen des Buchhändlers

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Erscheint am 11.11.2019
Das Mädchen mit dem Edelweiß: Roman

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 (0)
Erschienen am 10.09.2018
Searching for Sky

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Erschienen am 05.05.2015

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Rezension zu "Das Mädchen mit dem Edelweiß" von Jillian Cantor

Das Edelweiß: "Ein Zeichen glücklichen Mutes"
InaRomvor 2 Monaten

Das Edelweiß: „Ein Zeichen glücklichen Mutes“

Los Angeles: 1989

Katie musste ihren an Alzheimer erkrankten Vater Ted vor drei Monaten im Pflegeheim „Willows“ unterbringen. Da Ted sein ganzes Leben lang in seiner Freizeit auf der Suche nach Briefmarken war und mit Katie an Sonntagen alle Trödelläden oder Flohmärkte abklapperte, hatte sich im Laufe der Zeit eine große Sammlung an Briefmarken oder nur Briefen, die nie abgeschickt wurden, angesammelt. Ted hoffte immer, dass er eines Tages einen großen Schatz unter den Briefmarken entdecken würde, seinen sogenannten „Hope-Diamanten“. Da Katie die vielen Kisten mit den Briefmarken nicht bei sich zuhause unterbringen möchte, macht sie sich auf den Weg zu einem Philatelisten, um die große Briefmarkensammlung schätzen zu lassen. Dem Philatelisten Benjamin fällt keine wertvolle Briefmarke auf, aber ein ungeöffneter Brief mit einer seltenen Briefmarke aus den Dreißigerjahren, auf der der Stephansdom mit einem Edelweiß zu sehen ist. Die Neugierde, was es mit dieser Briefmarke auf sich hat, führt die beiden auf ihrer Suche ins Österreich des Jahres 1938.

Österreich: 1938

Christoph, ein Waisenknabe aus Wien bekommt eine Lehrlingsstelle bei Friedrich Faber, einem bekannten jüdischen Briefmarkengraveur in Großenburg (ca. 1 Stunde entfernt von Wien). Er bemüht sich sehr, das Arbeiten mit dem Grabstichel zu erlernen und fühlt sich bei der jüdischen Familie, die neben Friedrich noch aus seiner Frau und seinen beiden Töchtern Elena und Miriam besteht, sehr wohl. Doch diese Familienharmonie wird durch Hitlers Einmarsch in Wien zerstört und bleibt auch für Großenburg nicht ohne Folgen.

Diese Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Es war für mich wieder einmal ein ganz anderer Schreibstil, denn neben den flüssigen, spannenden Sätzen entführten mich sachliche, kurze Beschreibungen in die Vergangenheit. Die Autorin verbindet das Österreich des Jahres 1938 und das Los Angeles von 1989 mit einer Leichtigkeit, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte. Die Protagonisten werden so beschrieben, dass man sich alle Akteure sehr gut vorstellen kann und mit ihnen mitbangt und mitleidet und sich natürlich auch mit ihnen freut. Die Recherchearbeiten der Autorin zum Gravurhandwerk, dass Briefmarken eine bestimmte Botschaft vermittelten, die  historischen Ereignisse, wie Hitlers Einmarsch in Österreich, die Kindertransporte nach London und sogar der Berliner Mauerfall, sind besonders hervorzuheben. Wie Katie ihren demenzkranken Vater behandelt, hat mich sehr berührt, denn ich kenne das Verhalten eines demenzkranken Menschen anhand meiner eigenen Mutter. Ich muss sagen, es hat mich schon lange kein Buch mehr so berührt, dass am Ende die Tränen kullerten und ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung ab. Mein bisheriges Highlight des Jahres 2019!!!       

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Rezension zu "Das Mädchen mit dem Edelweiß" von Jillian Cantor

Unterhält gut und erinnert an Historisches
monerlvor 6 Monaten

Meine Meinung
Reine Liebesgeschichten lese ich selten und nicht so gerne. Ist sie aber ein Bindeglied für eine tiefergehende Geschichte, dann ist das etwas anderes. So wie hier. Durch die Autorin lernen wir im historischen Erzählstrang Elena und Christoph kennen. Zwischen ihnen entwickelt sich Liebe, obwohl sie jüdisch ist und er nicht und obwohl es 1939 ist und Österreich sich Deutschland anschließt, Hitler unterwirft und Elena als Jüdin in großer Gefahr schwebt.

Christoph stellt in Österreich Briefmarken her, er graviert die Platten dafür. Dieses Handwerk ist sehr selten und somit ist Christoph für die Nationalsozialisten und Hitler ein interessanter und wichtiger Mann.

Welche Verbindung gibt es zwischen dem historischen Erzählstrang aus 1939 in Österreich und Katies besonderem Brief, der ihr 1989 in Los Angeles in die Finger fällt?

Auf dem Weg zur Auflösung entspannt sich eine recht schnelle und immer spannender werdende Geschichte, in der die beiden Handlungsstränge sehr gut miteinander verwoben wurden. In recht kurzen Kapiteln springt Jillian Cantor zwischen dem Jahr 1939 und 1989, die beide historisch von großer Bedeutung sind. Denn auch der Mauerfall und die Wiedervereinigung Deutschlands spielen eine Rolle, die Auswirkungen auf Katies Familie in den USA hat.

Jillian Cantor hat sehr gut recherchiert, was das Lesen zu einem Genuss macht. Ich habe insbesondere viel über Briefmarken und ihre Herstellung gelernt, worüber ich mir bisher so gar keine Gedanken gemacht hatte. Briefe waren damals ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Durch Worte konnte man Informationen senden, sie verschleiern und kodieren. Briefe haben damals vielen Menschen das Leben gerettet.

Obwohl die Geschichte sehr flüssig und flott erzählt wird, beinhaltet sie viele wichtige und interessante Themen. Leider werden die meisten jedoch nicht allzu sehr vertieft. Sobald man mehr wissen wollte, endete der Teil und ging zum nächsten über. Dies ist auch mein größter Kritikpunkt am vorliegenden Buch. Ich hätte oftmals gerne mehr erfahren, insbesondere, da mich der Handlungsstrang aus 1939 sehr interessierte und er vom Grundsatz her viel Potential hatte.

Katies Geschichte in der Gegenwart von 1989 ist der Ausgangspunkt. Mit ihr bin ich nicht so richtig warm geworden. Wo die Alzheimererkrankung ihres Vaters mich noch sehr interessierte, blieb ich bei Katies Trennungsgeschichte recht unberührt. Da fehlte mir ein bisschen die Tiefe.


Fazit
Insgesamt ein spannendes Buch, das den eigenen Horizont auf verschiedenen Ebenen erweitern kann. Ein Buch, das gut unterhält und an Historisches erinnert. Eine schöne Liebesgeschichte, die nicht ins Seichte abdriftet und ich deshalb auch sehr gerne empfehle!

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Rezension zu "Das Mädchen mit dem Edelweiß" von Jillian Cantor

Die Bedeutung von Edelweiß
sommerlesevor 6 Monaten


Die amerikanische Autorin Jillian Cantor schrieb den Roman "Das Mädchen mit dem Edelweiß", das Buch erscheint als deutsche Ausgabe 2018 im Heyne Verlag.

Katies Vater ist an Alzheimer erkrankt. Seine Leidenschaft galt den Briefmarken, mit Katie suchte er früher auf Flohmärkten nach wertvollen Schätzen. Um ihn zu erfreuen, lässt Katie den Philatelist Benjamin die Sammlung durchforsten und schätzen. Und als Benjamin wirklich einen ganz besonderen Brief mit einer seltenen Briefmarke mit einem Edelweiß findet, beginnt eine spannende Suche nach dem Geheimnis dieses ungeöffneten Briefes, der Katie nach Europa führt. Die Spur liegt in Österreich im Jahre 1938. Dort versprach sich ein junges Paar ewige Liebe, doch es kam alles ganz anders.

Dieser Roman ist so ein Buch, in das man reinliest, abtaucht und kaum aufhören kann zu lesen. Es ist ein unglaublich fesselnder Roman, der mich mit seiner authentischen Schilderung von Zeitgeschichte und den lebendigen Schicksalsbeschreibungen mitgerissen hat.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt.

Katies Wege beginnen in Los Angeles 1989 und die von Christoph und Elena in Österreich im Jahr 1938. Wir erleben die Machtergreifung der Nazis in Österreich und den Mauerfall 1989 in Deutschland, denn einige Spuren führen Katie dorthin.

Die Suche nach der Empfängerin des Briefes mit der außergewöhnlichen Briefmarke führt Katie und Benjamin nach Österreich. Damals hat Christoph als Lehrling beim jüdischen Briefmarkengraveur Friedrich Faber eine Lehre begonnen. Er verliebt sich in Elena Faber, die als starke Frauenfigur dargestellt wird, doch als die Nazis auch in Österreich die Macht ergreifen, fürchtet die Familie Faber um ihr Leben und flieht bzw. taucht unter. Christoph übernimmt die Werkstatt im Sinne von Herrn Faber.


Aber auch Katies Suche ist spannend und man erlebt, wie sich ihr Vater trotz der Krankheit an seine Jugend zu erinnern vermag.

Diese Geschichte ist sehr bewegend, die Schicksale erscheinen durch die Umbruchszeit dramatisch und man hofft auf einen guten Ausgang. Hier passt einfach alles zusammen, die beiden Handlungsperspektiven werden stimmig zusammengefügt und nach und nach ergibt sich eine wundervolle Geschichte, die man nicht so schnell wieder vergessen kann. Es ist ein Roman, der mit tragischen Erlebnissen berührt, aber auch fesselt. Man erlebt eine bewegende Liebesgeschichte, die in dieser Zeit unter schwierigen Umständen undenkbar war und beendet wurde, ehe sie richtig begann.


Der Schreibstil ist sehr eingängig und angenehm zu lesen, die Figuren lassen den Leser an ihren Gefühlen teilhaben und werden sehr lebendig und realistisch geschildert.


"Das Mädchen mit dem Edelweiß" ist mein Highlight im Dezember. Ich möchte diesen wunderbaren Roman unbedingt weiter empfehlen, denn die historischen Einblicke zeigen Zeitgeschichte, die man nicht vergessen sollte.

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