Jim Crace Ein Mann, eine Frau und der Tod

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Inhaltsangabe zu „Ein Mann, eine Frau und der Tod“ von Jim Crace

In diesem außergewöhnlichen Buch erzählt Crace die Geschichte der Meereszoologen Joseph und Celine, die seit fast dreißig Jahren verheiratet sind. Eines Tages hat Joseph die romantische Idee, mit seiner Frau noch einmal die wilde Bariton Bucht zu besuchen, wo ihre Liebe begann. Der lange Spaziergang endet mit einem Verbrechen. Das Paar wird ermordet. Erst nach sechs Tagen werden sie eng umschlungen gefunden. Jim Crace protokolliert schonungslos und doch ehrfürchtig die letzten Lebensstunden der Liebenden.

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    Ein Mann, eine Frau und der Tod
    Arun

    Arun

    Schon wieder einen Autor entdeckt der mir bisher unbekannt war. Jim Crace aus Großbritannien. Die Inhaltsbeschreibung war für den Kauf ausschlaggebend, sie lautet: Beinahe dreißig Jahre sind die Meereszoologen Joseph und Celice miteinander verheiratet. Ein paar frei Tage vom Universitätsalltag bringen Joseph auf eine romantische Idee: Er will mit seiner Frau noch einmal nach Baritone Bay fahren, jenen wilden Küstenstreifen, wo sie sich einst als Studenten kennen gelernt haben. Celice gibt sich die Schuld für ein tragisches Unglück, das damals in der Bucht geschah, und zögert, lässt sich aber schließlich überreden. Doch was als langer Spaziergang mit Picknick geplant war, endet mit einem Verbrechen. Das Paar wird heimtückische ermordet. Meine Meinung: Ging recht unbefangen an diesen Roman heran, doch schon nach wenigen Seiten war mir bewusst einen guten Griff getan zu haben. Erzählt wird und die Geschichte eines Forscherehepaars, vom Alter her beide in den fünfzigern. Aus Gründen der Nostalgie kehren sie an die Küste zurück an der sie sich vor etwa 30 Jahren kennengelernt haben, dort schlägt das Schicksal zu und beide werden ermordet. Jetzt schreitet auch der Autor zur Tat! Er beschreibt uns nun ein Szenario welches ich bisher in einer solchen Authentizität noch nicht gelesen habe. Jim Crace berichtet vom Mord und den darauffolgenden sechs Tagen bis zum Auffinden der Leichen in einer Art Protokoll so detailgetreu was sich in den Körpern der Toten abspielt und welche Tiere zu Besuch kommen das es einigen vielleicht zu viel sein könnte. Er will uns damit aber auf keinen Fall schocken sondern nur die Wirklichkeit darstellen. In Rückblicken erfahren wir auch mehr über das Leben von Celice und Joseph. Nachdem das Forscherehepaar nicht an seine Wirkungsstätte (Uni) zurückgekehrt ist hält der Arbeitgeber Rücksprache mit der Tochter der Beiden. Syl die Tochter hat schon seit längerer Zeit kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und lebt mehrere hundert Kilometer entfernt. Nun doch etwas beunruhigt macht Syl sich auf den Heimweg und erlebt bei ihrer Reise und Suche eine kleine Odyssee. Bei den Nachforschungen lernen wir auch die Zustände in einem Leichenschauhaus kennen und lesen/hören die Anekdoten eines unter Drogen stehenden Mitarbeiters dieser Einrichtung. Auch hier beschreibt der Autor wieder sehr Bildlich die Realität im Umgang mit den Toten. Jim Crace versteht es meisterlich mit Worten umzugehen und hat mich mit seinem Roman überzeugt nach weiteren Werken von ihm Ausschau zu halten.

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  • Rezension zu "Ein Mann, eine Frau und der Tod" von Jim Crace

    Ein Mann, eine Frau und der Tod
    Wolfgang237

    Wolfgang237

    30. June 2012 um 13:30

    Obwohl das Buch mit einem Doppelmorden beginnt, ist es kein Krimi. Es ist ein … … Auch wenn man will lässt es sich nicht in eine Schublade zuordnen. Ich habe jedenfalls noch nie zuvor ein Buch gelesen, dass mich so fasziniert und gleichzeitig so abgestoßen hat. Wenn man keine schwachen Nerven hat, ist es in Buch das man nicht aus der Hand legen will bevor man es zu Ende gelesen hat. Mehrer faszinierende, in einander verwobene Handlungsstränge werden immer wieder von eine naturwisssenschaftlich genauen Beschreibung, davon, was mit den beiden Leichen bis zu ihrer Auffindung nach sechs Tagen passiert, unterbrochen. Jim Crace hat diese Abschnitte in einem Interview einmal "Ekelpausen" genannt. Pausen sind das aber eigentlich nicht. Wie das ganze Buch regen auch diese Teile an, die Wichtigkeit der eigenen Existenz in Frage zu stellen.

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  • Rezension zu "Ein Mann, eine Frau und der Tod" von Jim Crace

    Ein Mann, eine Frau und der Tod
    Wortklauber

    Wortklauber

    25. January 2009 um 11:38

    Joseph und Celice sind Doktoren der Zoologie. Die Eheleute kehren alter Zeiten wegen an den Ort zurück, an dem es vor vielen Jahren, damals noch als Studenten, ein Liebespaar wurde: in die Dünen der Bariton-Bucht. Celice hat diesen Ort bewusst gemieden, denn derselbe Studienausflug, der ihr ihren Ehemann beschert hat, hat ihr auch eine schwere Schuld auf die Schultern gelegt. Celice fühlt sich verantwortlich am Tod von Vesta, einer der sechs Personen, die damals in dem Studienhaus am Meer logierten. Weder der Titel, noch der Rückseitentext, noch das Buch selbst fackelt lange mit dem Fakt, dass dieser Ausflug nicht gut ausgehen wird für Joseph und Celice: Bereits im ersten Absatz erfährt der Leser, dass sie nicht lebend zurückkehren. Sie werden umgebracht, erschlagen mit einem Granitbrocken. In einer eindeutigen Pose, sie halb-, er vollständig nackt, nach einem Liebesakt, liegen sie sechs Tage lang in den Dünen, Wind, Wetter und Tieren ausgesetzt, die sich an ihren Leichen gütlich tun. Crace ziert sich nicht zu beschreiben, welchen Veränderungen ihre Leichen in diesen Tagen unterliegen, im Gegenteil wird er hier sehr anschaulich. Trotzdem ist der Roman kein Krimi. Und auch kein „CSI“-Abklatsch (oder Vorläufer). Er ist geographisch nicht zu verorten; die Stadt wird nur bei ihren (erfundenen) Spitznamen genannt, weder die Namen der Personen, noch die Handlungsabläufe sind eindeutig englisch (wie der Autor). Und auch der Schriftsteller Mondazy, der „bekannteste Sohn der Stadt“, ist erfunden. „Trust nothing I say“, sagt Crace in einem Interview. Da zwei von drei Titel gebende Hauptdarsteller also gleich zu Beginn dem dritten, dem Tod selbst, anheim fallen, wäre es eine Möglichkeit gewesen, ab da chronologisch zu erzählen: die Suche ihrer erwachsenen Tochter Syl, die sie unter anderem ins Leichenschauhaus der Stadt führt, und den Verfall der beiden Körper am Strand. Die andere Möglichkeit (die Crace gewählt hat), war es, nicht chronologisch zu erzählen. Es geht um unterschiedliche Anschauungen vom Tod. Es ist kein Zufall, dass Joseph und Celice Zoologen sind. Als solche haben sie eine eigene Anschauung vom Tod. Mondazy gibt dem Tod die Gestalt eines Fisches. Und die Bariton-Bucht hat ihren Namen aus dem alten Volksglauben, dass der Ton, der manchmal dort erklingt, Unheil verkündet. Celice lehrt ihre Studenten, dass das Sterben mit der Geburt beginnt. Der Preis für die Mehrzelligkeit, weiß sie, ist der Tod. In einer Szene wird eine Trauergemeinschaft aus lauter Gelehrten mit den Worten des Trauerredners konfrontiert. Während dieser dem Baum, unter dem der Selbstmörder den Tod wählte, eine metaphysische Bedeutung gibt, rattert es in den Köpfen derer, die es „besser wissen“, die mit Worten wie „Paradies“, „Ewigkeit“ und „Gott“ nichts anfangen können – der Baum war ein Flachwurzler, wissen die Botaniker, von wegen „Wurzeln, die tief ins Erdreich reichten“, giftig war er auch nicht, „Unterwelt“ ...? Es geht ums Altern und um Vergänglichkeit. Von Menschen und Natur. Die Bariton-Bucht soll bebaut werden. Syl findet nicht von Ungefähr ausgerechnet ein Glas mit ihren Milchzähnen im Regal ihres toten Vaters. Der Erzähler hat keine Worte des Bedauerns für die gewaltsam aus dem Leben Gerissenen, immerhin sind sie so einem langsamen Dahinsiechen entronnen. Und einem einsamen Tod, jeder für sich auf einer geriatrischen Station. Wenn es etwas zu bedauern gibt, dann, dass die beiden toten Körper letztendlich nicht Teil des ewigen Kreislaufs in der Bariton-Bucht werden. Die Dünen wären mit ihnen fertig geworden, heißt es. Der Roman ist für mich ein Beispiel dafür, wie man rückschauend erzählt, ohne den Leser mit Rückblenden zu langweilen oder zu überfordern und ihm umgekehrt auch nie zuviel verrät, auf dass er das Interesse verliert. Vergangenheit und Gegenwart fügen sich sehr gelungen exakt ineinander. Hätte Crace eine dritte Möglichkeit gewählt den Roman zu schreiben, nämlich zu einem früheren Zeitpunkt angefangen, mit dem Kennenlernen von Celice und Joseph, und mit deren Tod geendet, wäre es ein anderer Roman geworden.

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