Jim Harrison Schuld

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Inhaltsangabe zu „Schuld“ von Jim Harrison

„Beschreibt Harrison einen Schneesturm, kann man die Kälte spüren. Beschwört er ein Gewitter, steht der Himmel in Flammen.“ San Francisco Chronicle In Schuld erzählt der große amerikanische Schriftsteller Jim Harrison eine Geschichte von alttestamentarischer Wucht. Es ist die Geschichte der Familie Burkett, die in Michigan auf der Upper Peninsula im großen Stil Holzwirtschaft betreibt, die Wälder rodet und sich damit seit Generationen an der Natur vergeht. Das Oberhaupt dieser Familie ist ein Vater, der seinem Unternehmen und seinen Kindern wie ein Fürst vorsteht, dessen Willkür und Gier keine Grenzen kennt. Sein Sohn David muss dessen Treiben über Jahrzehnte hilflos mit ansehen. Bis er schließlich die Kraft findet, sich dem Bösen zu stellen, das tief im Herzen seiner Familie nistet. Jim Harrison erzählt mit Schuld die uralte Geschichte vom Kampf des Guten gegen das Böse und zeigt in einer Saga von Verbrechen, Vergebung und Verdammnis mit literarischer Brillanz, wie zwei Menschen im Guten wie im Schlechten über sich hinauswachsen - und schließlich wie Urgewalten aufeinanderprallen.

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    Schuld

    JimmySalaryman

    17. May 2013 um 23:35

    Jim Harrison möchte zuallererst als Poet gesehen werden; hier hat er sicherlich Außergewöhnliches geschaffen. Zudem ist er ein Gourmet, der nicht nur leidenschaftlich gerne isst, sondern auch versiert über die feine Küche zu schreiben weiß. "Schuld" ist allerdings als großes Epos angelegt, der Erzähler, David, ist Sohn reicher Eltern. Doch an diesem Reichtum klebt Blut, klebt die urwüchsige, immanente Gewalt, die den Kapitalismus seit jeher beseelt; seine Vorfahren waren ruchlose, rücksichtslose Menschen, die nur an einem interessiert waren: Profit. David findet in seinem Vater die perfekte Reininkarnation  dieser Übel: Er ist ein saufender, im Grunde nie anwesender Patriarch, der gerne jungen, blutjungen Mädchen nachsteigt. Wir lernen nach und nach die Familie kennen; die frühreife Schwester, die lebensunfähige, ebenfalls trinkende Mutter, die lohnabhängigen und zwangsloyalen Vasallen. Mittendrin David, der mitten in seiner Pubertät entscheidet, eine Geschichte seiner Familie zu verfassen: Er möchte verstehen, möchte lernen - und er möchte sühnen. Sühnen für die Missetaten seiner Familie, vor allem die seines Vater, denen er machtlos gegenüber steht. Er flüchtet in eine seltsam biedere, zahme Forme der religiösen Vebrämung, verliebt sich in und schläft mit Frauen, die für ihn schlußendlich doch niemals eine Erfüllung sind. Übere mehrere Jahrzehnte begleiten wir David, sein "Projekt", wir es nennt, wuchert und wächst wild ... Eines der großen Schwierigkeiten des Buches ist genau dieser Konflikt, der über Jahrzehnte schwelt, aber niemals so ganz ausbricht. Es passieren drastische Dinge (Vergewaltigungen etc), doch David bleibt immer in der passiven Rolle, er denkt, er urteilt, ihm mißfällt es, doch nie schafft er es, diese Grenze zu überschreiten, zu agieren, seinen Vater anzuklagen, von Angesicht zu Angesicht. Es wird immer wieder "totgemurmelt", wird sich in den Bereich der subjektiven Betrachtung zurückgezogen ... Harrison hätte sich hundert Seiten sparen können, in denen wir vor allem Nabelschau des Protagonisten miterleben. Vielleicht auch ein Problem mit der Erzählperspektive, die leicht dazu verführt, auszufüllen, anstatt zu entschlacken. Das drastische Ende hat sich für mich nicht abgezeichnet; man weiß instinktiv, es kann nicht anders sein, es gehört so, aber es hat keine alttestamentarische Wucht, wie in einigen Rezensionen erwähnt. Ein gutes Buch, dass leider einige Längen aufweist. 

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  • Rezension zu "Schuld" von Jim Harrison

    Schuld

    sumsidie

    17. September 2012 um 15:59

    Jim Harrison ist wirklich ein Ausnahmetalent, so beeindruckend ist seine Bildgewalt und Wortwahl. Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer meine Begeisterung für seine Bücher in Worte zu fassen. Allein die Beschreibung des Inhalts würde mir zumindest nicht den Eindruck geben es mit einem besonderen Stück Literatur zu tun zu haben. Davids Familie ist stinkreich, womit er große Probleme hat. Der Vater führt sich nicht nur auf als gehöre ihm die Welt, sondern lebt auch noch seine pädophilen Neigungen aus. Die Mutter ist Alkoholikerin, die jedoch kaum zu einem Leben ohne Mann und Geld geschaffen zu sein scheint. Das komplette soziale Umfeld ist geprägt durch das frühere (in)direkte Abhängigkeitsverhältnis zu Davids Familie. Das ist die Schuld, die David auf seinen Schultern spürt und mit der er kaum umgehen kann. David beginnt seinen Weg in ein unabhängiges Leben in der Religion, dann in Frauen, und am Ende in der Natur. Mir hat es sehr gefallen David auf dieser Sinnsuche zu begleiten, schließlich gehen wir alle früher oder später mal ein Stück auf solch einem Pfad.

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