Autor Jim Kelly entführt uns in das Jahr 1939 nach Cambridge. Die Zeiten stehen auf Krieg. Großbritannien versucht die Städte, die von Deutschland aus leicht erreichbar sind, vor den Angriffen der deutschen Luftwaffe mittels Sperrballonen, zu schützen. Auch in der Universitätsstadt Cambridge sind solche Sperrballons in Stellung gebracht worden.
Als sich vier dieser mit Gas gefüllten Sperrballons losreißen und einer eine Explosion in einem Stellwerk verursacht, dreht Inspector Eden Brooke gerade wieder seine nächtlichen Runden. Brooke leidet an chronischer Schlaflosigkeit, die wie seine extrem lichtempfindlichen Augen, die er stets hinter, den Lichtverhältnissen angepassten, getönten Brillengläsern verbirgt, ein Relikt aus der Kriegsgefangenschaft im Großen Krieg (wie man den Ersten Weltkrieg damals noch nennt) ist.
Am nächsten Morgen wird neben der Leiche eines amerikanischen Wissenschaftlers ein Stück des zerstörten Sperrballons gefunden. Ist der Ballon an dessen Tod schuld? Doch dann entdeckt Eden Brooke, dass die Schuhe des Toten falsch an den Füßen angebracht sind und beginnt zu ermitteln. Man will ihm über den Mann keine richtige Auskunft geben und versteckt sich hinter der Floskel „geheime militärische Operation“.
Gleichzeitig gibt es mehrere Gruppen und Grüppchen wie die eine kleine Schar Kommunisten ihr eigenes Süppchen kochen sowie einen Trupp Soldaten, der geheimnisvolle Gruben aushebt und wieder zuschütten lässt. Zudem macht verschiedene Gerüchte von verschwundenen Schlachttieren und neuartigen Waffen die Runde. Und der tote Amerikaner wird nicht der einzige Tote bleiben ....
Doch niemand hat mit Eden Brookes Hartnäckigkeit, die ihn auch mehrmals in Lebensgefahr geraten lässt, gerechnet.
Meine Meinung:
Als Teilnehmer und invalider Überlebender des Großen Krieges ist Eden Brookes besonders auf der Hut. Vor allem, was die Entwicklung neuer Waffen betrifft. Die durch Senfgas getöteten und verwundeten Soldaten aller Nationen sind ihm nach wie im Gedächtnis.
Wie schon der andere Krimi (Der Junge im Fluss), den ich von Jim Kelly gelesen habe, ist auch dieser hier kein rasanter Thriller mir wilden Verfolgungsjagden, sondern eher ein dunkler, tiefgründiger Krimi wenige Tage vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Die Verunsicherung sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der Exekutive, also Polizei und Militär, ist deutlich spürbar. Bei beiden sind nicht immer die fähigsten Männer an der richtigen Stelle, sondern Herkunft und Einfluss geben oft die Richtung vor.
Jim Kelly ist ein dunkler Krimi gelungen, der von Frauke Meier sehr gut übersetzt worden ist.
Fazit:
Wer einen britischen Krimi, der am Vorabend des Zweiten Weltkriegs lesen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.















