Jim Lee Batman: Schwarz-Weiß Collection

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Inhaltsangabe zu „Batman: Schwarz-Weiß Collection“ von Jim Lee

Ein Grandioses Kunstwerk! Ausgezeichnet mit dem EISNER Award! Mal sind sie knallhart, mal witzig, mal romantisch, mal verspielt. Aber eines haben die in diesem Band gesammelten Kurzgeschichten in düsterem Schwarz-Weiß gemeinsam: Sie bringen den Charakter des Mitternachtsdetektivs und das besondere Flair seiner Welt auf den Punkt. Knapp, präzise und mit einer erzählerischen Durchschlagskraft, die ihresgleichen in „normalen“ Comics oft lange sucht. Diese zweibändige Edition enthält neben allen bereits bei PANINI DEUTSCHLAND erschienen Geschichten auch jede Menge an bisher auf Deutsch unveröffentlichtem Material! Mit über 25 Geschichten geschrieben und gezeichnet von über vierzig der besten Autoren und Künstlern, die es in der Comic-Branche gibt!

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  • Rezension zu "Batman: Schwarz-Weiß Collection"

    Batman: Schwarz-Weiß Collection

    MisterWoo

    25. February 2009 um 11:56

    Viel macht das Cover nicht her. Unter dem Titel der Batman: Schwarz-Weiß Collection, die diese Tage bei Panini erschienen ist, steht Gothams Crime-Fighter-Nummer 1 einfach nur da. Er blickt ruhig und ernst. Die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten sind aber alles andere als das. Das wilde Spiel ohne Farbe hat begonnen. Der Dunkle Ritter wandelt auf ungewohnten Wegen. Batmans schwarzweiße Abenteuer kommen ausgesprochen kurzweilig daher. Kein langer Handlungsaufbau, keine endlosen Spannungsbögen, sondern Momentaufnahmen von Gotham und dem dunklen Ritter, unterhaltsam, actionreich und manchmal sogar witzig. Das liest sich nicht nur daheim auf dem Sofa gut, das geht auch Zwischendurch. Denn jede der 25 Episoden ist acht Seiten lang und kann problemlos zwischen zwei Bus-Stationen, während der Mittagspause oder auf dem Bürgeramt gelesen werden. Doch ein Bündel kurzer Geschichten muss noch nicht zwangsläufig für Lesespaß sorgen. Gut geschrieben müssen sie außerdem sein, reich an Ideen und pfiffig erzählt, sonst kommt Langeweile auf. Zum Glück halten die meisten Episoden diesem Anspruch stand. Oder umgekehrt ausgedrückt: In diesem Band stecken viele gute Ideen und raffinierte Tricksereien. Die Episode Schwarz-Weiß-Banditen von Dave Gibbons ist dafür ein gutes Beispiel. Die recht klassische Handlung rankt sich um einen Dieb, der sich vornehmlich Kunstgegenstände unter den Nagel reißt. Der Clou an der Sache: Er steht auf alles, was Schwarzweiß ist. Er ist ein Collector mit einem Tick und sammelt Dalmatiner, Zebras, Schachbretter sowie Yin-und-Yang-Symbole. Ein weiterer Kniff an der Story: Immer wieder kommen Wortspiele vor, die eine Farbe verwenden. „Bei diesem bunten Kitsch sehe ich einfach nur Rot!“ So entwirft Gibbons eine ziemlich einfache Crime-Fighter-Story, in der er immer wieder zwischen Sprach- und Farbwitz hin- und hertänzelt. Das Spiel mit Worten mögen auch Michael Golden und Jason Pearson. In Die Pointe geht es eigentlich nur um eine simple Verfolgungsjagd. Jokers geschminkte Häscher werden von Batman über die Hochhausdächer der Stadt gejagt. Zwischendurch kommt es zu einer Schlägerei zwischen dem Maskierten und den Clowns. Ungewöhnlich: Der Blick nimmt Abstand und zeigt das Geschehen aus großer Entfernung. So richtig mittendrin in dieser Action-Szene ist der Leser nicht mehr. Bis er die Werbeschilder der umliegenden Hochhäuser bemerkt. Sie liefern die altbekannten Soundwords zur Prügellei: Kick! Bam! Crack! Bonk! Das bei der Leuchtreklame Power die Buchstaben -er kaputt sind, ist natürlich kein Zufall. Bisher klingt das nur nach Spielereien an der Oberfläche. Hinzu kommen aber auch inhaltliche Perlen, wie beispielsweise die Episode Fette Stadt, sowohl optisch als auch inhaltlich das gewagteste Experiment in diesem Batman-Band. Darin geht es um ein Ungeheuer, das dem Blop ähnelt und in der Kanalisation haust. Und um fette Leute. In Der Ruf, einem Batman-Superman-Crossover, nutzen Mark Schultz und Claudio Castellini die Gelegenheit, das Verhältnis zwischen den beiden Helden-Ikonen ins rechte Licht zu rücken. Und in Fallstudie wird die Frage aufgeworfen, ob der Joker ein kriminelles Genie oder nur ein einfacher Wahnsinniger ist. Dabei erhält der Leser ganz nebenbei Einblicke in die Zeit vor seiner Karriere als Superschurke. Das sind nur einige wenige Beispiele aus der Batman: Schwarz-Weiß Collection, die dem Leser nicht mehr als einen Eindruck davon vermitteln können, was ihn erwartet. Der große Facettenreichtum des Bandes braucht schon fast nicht mehr erwähnt zu werden. Sowohl der klassische Batman kommt vor, freundlich und höflich, ein Vorbild ganz im Sinne des Establishments, als auch der moderne Batman, dunkel, düster und unheimlich. Es gibt realistische Episoden und humorvolle Episoden. Mal nähern sich die Zeichnungen der Fotographie, mal dem Cartoon. Qualitativ ist der Großteil der Episoden prima. Nur ein paar Abschnitte sind Mist, bei einem so dicken Sammelband nicht anders zu erwarten. In erster Linie ist der Band der Batman: Schwarz-Weiß Collection ein toller Lesespaß. Auf den zweiten Blick leistet er jedoch noch mehr. Das wird augenfällig, wenn man einen Blick auf die laufenden Serien um den dunklen Ritter aus Gotham wirft. Batman ist eine Figur des Mainstreams. Er belegt auf der Liste der beliebtesten Superhelden einen der ersten Plätze. Die Leser lieben Batman, und so verwundert es nicht, dass sich hinter seinem Umhang eine gewaltige Geld- und Zeichenmaschine verbirgt. Um diese Maschine am Laufen zu halten, werden große Experimente selten gewagt. Batman muss Mainstream bleiben. Eben hier liegt eine Leistung des vorliegenden Bandes. Denn das Rudel an Zeichnern und Autoren hat es sich nicht nehmen lassen, die Tiefen der Figur neu auszuloten. Oft funktioniert das sehr gut, manchmal auch sehr schlecht, aber es ist nie ein Batman aus der Retorte, der da über die Seiten tobt. Batman ist in diesem Band weniger glattes Industrieprodukt als sonst, sondern versprüht einen Hauch von Independent-Comic. Der dunkle Ritter als Experiment. Das ist lebendig, frisch und unterhaltsam.

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