Jim McTague Glücksspiel Börse?

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Inhaltsangabe zu „Glücksspiel Börse?“ von Jim McTague

Am 6. Mai 2010 hielt die Finanzwelt den Atem an: Binnen sechs Minuten verlor der S&P 500 sechs Prozent an Wert. Der Dow Jones Industrial Average büßte sogar über neun Prozent ein. Es wurde vermutet, dass ein Börsenhändler sich um mehrere Zehnerpotenzen vertippt und damit eine Verkaufslawine ausgelöst hatte. Dieser „Flash Crash“ warf ein Schlaglicht auf das neue Marktumfeld, welches durch die zunehmende Computerisierung des Börsenhandels geprägt ist. Stichwort: Hochfrequenz-Trading. Jim McTague beschreibt in seinem Buch, wie technikbesessene Trader sowie überforderte und ahnungslose Regulierungsbehörden aus dem Aktienmarkt ein Spielkasino gemacht haben. Ein gravierendes Problem daran ist: Der Aktienmarkt kann seine klassische Funktion, aufstrebende, innovative Unternehmen mit dem Kapital interessierter Anleger zu versorgen, nicht mehr in der bisherigen Form wahrnehmen. Wer die veränderte Börsenlandschaft verstehen und wissen will, wie er in Zukunft sein Geld anlegen kann, sollte dieses Buch lesen.

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  • Ist Hochfrequenz-Trading fair?

    Glücksspiel Börse?
    R_Manthey

    R_Manthey

    20. July 2015 um 12:04

    Der 6. Mai 2010 war an der New Yorker Börse ein irrer Tag. Der Markt eröffnete, stieg etwas und fiel dann im Laufe des Tages um etwas mehr als 1.000 Punkte, um sich anschließend wieder um knapp 650 Punkte nach oben zu arbeiten. Für die eigentliche Bewegung brauchte der Markt knapp zehn Minuten, was ihr den Namen Flash Crash einbrachte. Eigentlich wäre dieser Zehn-Minuten-Crash ein interessantes Buch-Thema, zumal für einen bekannten US-Börsenjournalisten, also einen sogenannten Experten. Doch leider hat dieser Experte zwar viel Material gesammelt, kann es aber nicht strukturiert auswerten, sondern vermischt in verwirrender Weise verschiedene Probleme miteinander. Der Autor hält das sogenannte Hochfrequenztrading (HFT) für den Auslöser dieses Crashs. Das aber widerspricht dem offiziellen Bericht. Danach nämlich warf eine Trading-Firma 75.000 Futures auf den S&P 500 im Wert von 4,1 Mrd. Dollar auf den Markt. Und zwar so ungeschickt über ein bestimmtes Computerprogramm, dass eigentlich nichts anderes passieren konnte als ein gewaltiger Markteinbruch in einem sowieso schon nervösen Umfeld. Darauf geht der Autor zwar am Ende des Buches kurz ein, vermittelt dabei aber den Eindruck, dass er das nicht so recht glauben kann. Für ihn sind allein die Hochfrequenztrader die wahren Schuldigen. Leider kann er dafür keine wirklichen Argumente vorbringen, außer einer Vermutung, dass diese Trader bewusst eine Verzögerung der Kursfeststellung herbeiführten, indem sie den Markt mit Orders überfluteten. Diese Vermutung war aber der offiziellen Kommission bekannt. Und sie hielt sie nicht für tragfähig. Der Grundtenor dieses Textes ist Herumjammern, dass die Hochfrequenztrader den US-Aktienmärkten den Todesstoss verpassen würden, alles zu einem einzigen Herumzocken verkommen wäre und die guten alten, auf fundamentalen Wirtschaftsdaten beruhenden Handelskonzepte wohl ausgedient hätten. Doch stimmt das wirklich? Natürlich nicht. Die weitaus meisten Anteile an Aktiengesellschaften sind gar nicht handelbar. Großinvestoren, Fonds und Versicherungen gehen durchaus fundamental vor. Und das wird sich auch nicht ändern. In einem Punkt jedoch hat der aufgeregte Autor recht: Das Hochfrequenztrading ist ein aggressiver Angriff auf einen einigermaßen fairen Börsenhandel. Doch erweist sich McTague als nicht besonders fähig, das tiefgründig und professionell zu erläutern. Man lernt aus diesem Buch nur das Folgende: Hochfrequenztrader stellen ihre Server neben die der Börse und bezahlen dafür eine saftige Gebühr. Doch die lohnt sich auf jeden Fall, denn durch die räumliche Nähe erhalten sie einen Zeitvorsprung von Sekundenbruchteilen, der allerdings ausreicht, um ihnen einen unglaublichen Vorteil zu verschaffen. Sie durchforsten mit speziellen Programmen die Orderbücher beispielsweise nach gewissen Mustern. So entdecken sie beispielsweise Kauf- oder Verkaufsprogramme großer Aktienpakete und können sich vor die beauftragten Broker setzen. Dieser Vorteil verdirbt also ein Geschäftsmodell anderer. Das geht nur, weil eine Grundvoraussetzung des Börsenhandels, nämlich eine wenigstens einigermaßen gleiche Informationstiefe aller Handelsteilnehmer, bewusst außer Kraft gesetzt wird. Das ist in der Tat nicht hinnehmbar. Der Autor scheint der Meinung zu sein, dass die Hochfrequenztrader die Börse in ein Kasino verwandeln würden. Doch das tun sie eben gerade nicht, denn sie verschaffen sich einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen. Und genau darum geht es in Wirklichkeit. Bei der Verhaftung eines russischen Entwicklers solcher Programme für Goldman Sachs verplapperte sich ein Staatsanwalt 2009 folgendermaßen: "Aufgrund der Art wie diese Software mit verschiedenen Märkten und Börsen verknüpft ist, hat die Bank die Möglichkeit angesprochen, es bestehe die Gefahr, dass jemand, der weiß, wie man dieses Programm benutzt, es dafür verwenden könnte, die Märkte auf unfaire Art zu manipulieren." Natürlich käme eine solch ethisch vorbildliche Bank wie Goldman Sachs niemals auf derart böse Ideen. Der Frage nachzugehen, wer so etwas macht, welche Methoden dabei angewandt werden und wie groß der Schaden dabei sein kann, wären wunderbare Themen für dieses Buch gewesen. Doch leider kratzt der offenbar überforderte Autor nur an der Oberfläche, verbindet dieses Thema viel zu stark mit dem Flash Crash und langweilt seine Leser mit Werdegängen irgendwelcher Figuren aus den US-Behörden. Er kritisiert zwar die Aufsichtsbehörden, vermeidet es aber, klar herauszuarbeiten, wie man diese Vorteilsnahme wieder abschaffen kann. Ebenso unbewiesen ist seine Behauptung, die Hochfrequenztrader würden die Volatilität der Märkte in die Höhe treiben. Es gelingt McTague nicht, wirkliche Beweise dafür vorzulegen. Allein die Tatsache, dass es gegenwärtig eine viel höhere Volatilität an den Märkten gibt und dass diese zeitlich mit dem Beginn des HFT korreliert ist, erscheint etwas dürftig. Immerhin kann man aus diesem Buch wenigstens etwas über das sogenannte Hochfrequenztrading erfahren, selbst wenn der Autor das Thema nicht besonders tiefgründig abhandelt, zu starken Übertreibungen neigt und fragwürdige Zusammenhänge konstruiert. Da das Hochfrequenztrading, so wie es in diesem Buch teilweise beschrieben wird, einen Frontalangriff auf die Börse als wenigstens theoretisch fairer Handelsplatz darstellt, hätte ich mir ein tiefgründigeres und sachlich besser untersetztes Buch gewünscht.

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