Jim Rogers Die Wall Street ist auch nur eine Straße

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Inhaltsangabe zu „Die Wall Street ist auch nur eine Straße“ von Jim Rogers

Als sich Jim Rogers 1964 in die Wall Street verliebte, war er vor allem von einer Leidenschaft getrieben: zu wissen, was in der Welt vor sich geht. Dieselbe Leidenschaft führte ihn zwei Mal rund um den Globus, einmal mit dem Motorrad, einmal mit dem Auto, und direkt ins Guinness-Buch der Rekorde: Niemand vor ihm und nach ihm hat je mehr Länder auf diese Weise erkundet – und dabei auch noch jedes Land vor Ort aus wirtschaftlicher Sicht und aus Sicht eines Investors durchleuchtet.

In diesem Buch entführt Jim Rogers den Leser in sein ungewöhnliches Leben und auf seinen ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Investmentweg. Er zeigt, warum er in eine Währung, ein Land oder einen Rohstoff investiert und in andere nicht. Und er macht deutlich, welche Länder und Unternehmen die richtigen Weichenstellungen vornehmen und welche gnadenlos scheitern werden. Eingebettet in sehr persönliche Erfahrungen und Anekdoten nimmt er kein Blatt vor
den Mund, wenn er die Missstände aufzeigt, die der Finanzkrise den Weg ebneten.

Rogers nimmt den interessierten Investor an die Hand, stellt globale Zusammenhänge her und wirft einen ebenso ehrlichen wie faszinierenden Blick auf die Zukunft der weltweiten Märkte. Ganz nebenbei erhält der Leser einen Grundkurs in Investmentregeln der anderen Art: Gelebte Investmentpraxis statt MBA-Elfenbeinturm.

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    Die Wall Street ist auch nur eine Straße

    R_Manthey

    22. July 2015 um 14:00

    "Tiger in the Lion City", so heißt dieses sehr unterhaltsame und lehrreiche Buch im amerikanischen Original. Dabei sieht sich Jim Rogers offenbar als Tiger in seiner Wahlheimat Singapur ("Löwenstadt"), in die er 2007 mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern aus tiefer Überzeugung zog. Asien ist nach Rogers Meinung der Kontinent der Zukunft. Für seine Landsleute und auch für Westeuropäer muss es schon verstörend wirken, wenn er zum Beispiel die New Yorker Flughäfen als peinliche Dritte-Welt-Airports bezeichnet, um damit seinen Lesern ein wenig die Augen für Tatsachen zu öffnen, die viele nicht wahrhaben wollen. Rogers hat sein Buch als eine Mischung aus Autobiografie und "einer Untersuchung, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir jetzt sind, und wie wir uns auf die Zukunft vorbereiten können", konzipiert. Und dieser Ansatz geht auf, auch weil Rogers ein Mann klarer Worte ist und die Welt und die Märkte nicht theoretisch untersucht, sondern praktisch erkundet hat. Seine Investment-Weltreisen, die ihn selbst nach Nordkorea führten, sind legendär. Rogers handelt seit 1964 an den Finanzmärkten, war Partner von Soros im Quantum Fund und setzte sich bereits in jungen Jahren formal zur Ruhe, weil er genug Geld verdient hatte. Mit der Rogers-Methode kann man dauerhaft und nachhaltig nur Gewinne erwirtschaften, wenn man von den Marktgegebenheiten ausgeht, also die Dinge so begreift, wie sie sind und nicht so, wie sie aus welchen Gründen auch immer sein sollten. Und wenn man ausgehend davon die zukünftige Entwicklung richtig voraussieht. Da Rogers steinreich ist, kann man seinen Einschätzungen wohl ein gewisses Vertrauen entgegenbringen. Erst recht dann, wenn sie auch noch einleuchtend sind. In den 16 Kapiteln seines Buches befasst er sich natürlich auch mit seinem Spezialgebiet, den Rohstoffmärkten, aber sein eigentliches Thema ist die Verschiebung der ökonomischen Macht vom Westen in den Osten. Dabei lernt der Leser die eigenwilligen, aber nachvollziehbar einleuchtenden Einschätzungen von Rogers zu vielen ökonomischen und politischen Sachverhalten kennen. Beispielsweise zu der sogenannten BRICS-Theorie eines Goldman Sachs-Ökonomen, die besagt, dass Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika die ökonomische Zukunft gehört. Rogers findet das amüsant und lässt kein gutes Haar an dieser Prognose, mit Ausnahme von China natürlich. Indien hält er für einen hoffnungslosen Fall, der nur Leuten in den Kopf kommen kann, die noch nie lange in Indien waren, das Land und seine enormen Probleme also gar nicht wirklich kennen. Rogers unkonventionelle Urteile zu den anderen drei Kandidaten fallen ähnlich drastisch aus. Das ist sehr lesenswert. An vielen Stellen des Textes geht Rogers auf die Finanz- und Schuldenkrise ein. Immer wieder vergleicht er dabei das zu erwartende Schicksal der USA mit dem von Großbritannien nach dem 1. Weltkrieg und sieht prinzipielle Parallelen, etwa in der Vergeudung von Kapital und Ressourcen durch einen völlig überdehnten Militärhaushalt, kostspielige Kriege und massive Transferleistungen. All dieses Kapital trägt nichts zu einer zukünftigen Produktivität bei, sondern beschleunigt im Gegenteil den ökonomischen Niedergang der USA. Rogers schreibt: "Die Leute, denen wir die Verantwortung übertragen haben, sich um dieses Problem zu kümmern - zu viel Konsum, zu hohe Schulden -, haben beschlossen, die Lösung sei, noch mehr zu konsumieren und sich noch stärker zu verschulden." Insbesondere das 9. Kapitel ("Kapitalismus ohne Bankrotte ist Christentum ohne Hölle") ist eine Abrechnung mit politischer und ökonomischer Inkompetenz. Im nächsten Kapitel untersucht Rogers unter anderem einige Sachzwänge, die die US-Produktivität mindern, etwa die notwendigen Rückstellungen zur Abwehr von Schwachsinnsklagen gegen US-Hersteller. In den USA gibt es bekanntlich bedeutend mehr Anwälte als Ingenieure. Im 13. Kapitel ("Die Krise des Papiergeldes") befasst sich Rogers auch mit dem Goldstandard, den er für keine Lösung gegen die Geldschwemme hält, da Politiker erfahrungsgemäß garantiert Auswege aus dieser Disziplinierung finden werden. Die einzige Chance, der ständigen politisch gewollten Überschuldung zu entgehen, wäre, den Markt und nicht Regierungen entscheiden zu lassen, welches Geld man verwendet. Ein Ansatz, den nicht nur er teilt. Aber Politiker schieben gerne ihr eigenes Versagen, so Rogers, irgendwelchen anonymen Spekulanten oder den Märkten in die Schuhe. Funktionierende Märkte (und nicht etwa solche, die mit Zustimmung von Politikern von einer Finanzoligarchie übernommen wurden und in Wahrheit keine mehr sind) bedeuten Freiheit. Der Versuch, sie abzuschaffen, wird Instabilitäten erzeugen. Rogers verdeutlicht dies an vielen Beispielen im 14. Kapitel ("Niemand hat jemals die Gesetze von Angebot und Nachfrage außer Kraft gesetzt"). Im 15. Kapitel schildert Rogers, was gegenwärtig meist unbeachtet von der westlichen Mainstream-Presse an dramatischen ökonomischen und politischen Veränderungen still und leise abläuft. Er informiert über eine ganz einfache, aber nachhaltig die Welt verändernde Strategie Chinas. Rogers schreibt: "(Sie) kaufen alle erdenklichen produktiven Assets, Ölfelder, Plantagen, Minen und alles, was sie finden können, weil sie sehen, was ich sehe - einen Mangel an Rohstoffen. Und sie machen sich dabei viele Freunde. Ihre Methoden bilden einen scharfen Kontrast zu denen der USA und der alten europäischen Kolonialmächte, die sich diese Dinge mehr oder weniger gewaltsam aneigneten." Im letzten Kapitel unterbreitet Rogers schließlich noch einige lesenswerte Vorschläge, die unsere fatale Lage verbessern könnten. Doch er glaubt wohl selbst nicht daran, dass sie jemals in die Tat umgesetzt werden, weil sie eine einsichtige politische Führung voraussetzen würden. Doch die stirbt lieber in Arroganz und Dummheit. Rogers legt mit diesem Text ein außerordentlich informatives Buch vor, das seine erfrischend unkoventionelle Sicht auf die gegenwärtige Lage des Westens schildert und noch viel mehr ökonomische Wahrheiten enthält als man selbst in einer relativ langen Rezension andeuten kann. Das Buch liest sich sehr gut.

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