Jim Thompson

 3.9 Sterne bei 128 Bewertungen
Autor von In die finstere Nacht, Der Mörder in mir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jim Thompson

Jim Thompson wurde 1906 in Anadarko, Oklahoma, als James Myers Thompson geboren. Er schlug sich als Glücksspieler, Sprengstoffexperte, Ölarbeiter und Alkoholschmuggler durch und begann zu trinken. Bereits mit 15 Jahren verkaufte er seine erste Kriminalgeschichte, konnte aber erst ab den fünfziger Jahren vom Schreiben leben. Er verfasste zahlreiche Drehbücher für namenhafte Regisseure. Thompson gilt als bedeutender Vertreter des Noir-Genres. Er starb 1977 in Los Angeles, seine Asche wurde im Pazifischen Ozean verstreut.

Alle Bücher von Jim Thompson

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Der Mörder in mir

Der Mörder in mir

 (18)
Erschienen am 24.03.2009
In die finstere Nacht

In die finstere Nacht

 (20)
Erschienen am 09.07.2012
Fürchte den Donner

Fürchte den Donner

 (9)
Erschienen am 14.12.2015
Blind vor Wut

Blind vor Wut

 (7)
Erschienen am 12.11.2012
Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen

Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen

 (5)
Erschienen am 01.01.1992
Die Verdammten

Die Verdammten

 (6)
Erschienen am 08.12.2014
Südlich vom Himmel

Südlich vom Himmel

 (5)
Erschienen am 15.06.2015
Jetzt und auf Erden

Jetzt und auf Erden

 (5)
Erschienen am 08.08.2011

Neue Rezensionen zu Jim Thompson

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PagesofPaddys avatar

Rezension zu "Südlich vom Himmel" von Jim Thompson

Gut aber nicht so gut wie erhofft
PagesofPaddyvor 2 Monaten

Was so groß als Meisterwerk angepriesen wird (zumindest auf der Rückseite) erweist sich leider nur so solides Werk. Der Leser taucht in die raue Welt der zwanziger Jahre in Texas ein und das gelingt Thompson sehr, sehr gut. Die Zeilen triefen fast nur so vor Robustheit und männlicher Härte. Das Setting ist interessant und die Atmosphäre ist passend und gelungen. Dazu kommt das Tompson einfach gut schreiben kann. Sein Stil ist minimal aber eben rau und unbequem. Trotzdem lässt sich das Buch im Großen und Ganzen gut lesen. Leider finde ich das Buch nicht wirklich spannend. Das ist zwar nicht elementar wichtig weil es der Autor trotzdem schafft Mehrwerte zu zeigen aber ein bisschen mehr Spannung hätte ich mir schon gewünscht. Ich finde die Geschichte wird erzählt und erzählt und erzählt aber so richtig spannend wird es nie. Auch wenn schon einiges passiert. Passend zu seinem Stil bleiben die Figuren eher grob und ich konnte keine Nähe zu ihnen aufbauen. Das passt aber zu der ganzen Geschichte. Ich für meinen Teil finde einige Handlungen der Hauptperson etwas fragwürdig und nicht ganz verständlich aber ich denke, dass das so Dinge sind die man mit der anderen Zeit (1920 liefen die Uhren halt noch anderes) erklären kann. Trotzdem musste ich manchmal etwas die Augen verdrehen.

Kein schlechtes Buch aber auch kein Meisterwerk. Für mich solide. Es fehlte mir die Spannung. Das tolle Setting und die Atmosphäre konnte da leider auch nicht ganz so helfen. Trotzdem für Interessierte sicherlich einen Blick wert.

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KlaasHarbours avatar

Rezension zu "Die Verdammten" von Jim Thompson

Die Verdammten
KlaasHarbourvor 2 Jahren

Der Ölbohrer Aaron McBride wird in einer Streitigkeit mit dem jungen Deputy Sheriff Tom Lord von Selbigem erschossen. Daraufhin schmiedet Tom Lord einen Plan mit allen Zeugen, wie er von sich als Täter ablenken kann. Als dann jedoch eine weitere leitende Person der Ölgesellschaft umkommt, seine Freundin umgebracht wird und er die Frau von McBride verführt, die ihn insgeheim umbringen will, muss Lord sich einen neuen Plan ausdenken...
Mit seinem besonderen Schreibstil erzählt Jim Thompson eine emotionale und zugleich spannende Geschichte, die mit vielen Klischees der Zeit aber auch mit einer guten Prise Humor aufwarten kann. Das Buch wird als Klassiker der amerikanischen Literatur gehandelt und hat diesen Ruf auch verdient! Besonders durch die immer mal wieder eingestreuten Rückblenden, Background-stories und Anekdoten der Charaktere wird das Buch aufgelockert. Generell kommen die 300 Seiten eher kurz rüber, was natürlich auch an der großen Schrift liegt.
Alles in Allem ein sehr gelungener Roman mit einer tollen Atmosphäre.

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TheRavenkings avatar

Rezension zu "Südlich vom Himmel" von Jim Thompson

Der ausbeuterische Kapitalismus
TheRavenkingvor 2 Jahren

Im Texas der zwanziger Jahre heuert der junge Tommy Burwell bei einer Ölgesellschaft an. Als sein alter Kumpel Four Trey Whitey ihn bei Sprengarbeiten einsetzt, beginnt für Tommy eine harte Zeit unter der gnadenlosen Wüstensonne. In diesem von hemmungsloser Gewalt und Streitlust geprägtem Milieu muss er sich jeden Tag aufs Neue durchsetzen. Tommy lebt ein Leben in Blut, Schweiß und Tränen. Als die Brüder seiner Freundin Carol planen, die Lohnkasse zu rauben, steht plötzlich alles, was er sich aufgebaut hat, auf dem Spiel …


„Die meisten von uns streben wohl ein erheblich höheres Ziel an, als wir dann tatsächlich erreichen, nehme ich an. Die meisten von uns wollen es besser machen, als wir es am Ende tun. Bei mir war es jedenfalls so.

Ich habe mich in der Schule sehr angestrengt, und meine Noten waren besser als nur gut. Die Lehrer an der höheren Verbundschule in meinem heimatlichen Oklahoma hatten mir gesagt, ich solle studieren und die Fühler nach Stipendien ausgestreckt. Meine Großeltern – die einzigen noch lebenden Verwandten – hatten alles in ihrer Macht stehende getan, um mir zu helfen, und wünschten mir, was sie nicht mal für sich selbst gewünscht hatten. Alle legten sich für mich ins Zeug, und ich mit ihnen. Dem Schuljahrbuch zufolge war ich der Schüler, dem die größte Karriere zugetraut wurde. Und niemand hätte meine Mitschüler vom Gegenteil überzeugen können.

Und dann, ich war noch keine sechszehn, kamen meine Großeltern bei einer Explosion ums Leben, und mit ihnen schien auch alles andere in die Luft zu fliegen.“

Tommy Burwell schuftet sich auf den texanischen Ölfeldern die Seele aus dem Leib. Eigentlich gehört er nicht hierher, unter die rauen Arbeiter und harten Typen. Er ist Intellektueller, er schreibt Gedichte und träumt vom anderen Leben. Doch die Versuchungen des Lebens wie Frauen und Glücksspiel sorgen dafür, dass das hart verdiente Geld ihm durch die Finger rinnt. Diesmal soll es anders sein, noch ein letzter Job und Tommy will aussteigen, zumal er auf eine bezaubernde Frau trifft. Diese Carol ist jedoch bereits mit gefährlichen Männern im Bunde, sie ist die Komplizin von Kriminellen, die Tommys Einmischung gar nicht gerne sehen.

Hier wird nicht gearbeitet, hier wird geschuftet. Unter kläglichsten Bedingungen vegetieren die Arbeiter vor sich hin, von korrupten und brutalen Aufsehern und ausbeuterischen Bossen terorisiert.


„Auf den Ölfeldern gab es keine sicheren Jobs. Sie reichten von
halbwegs sicher bis offenkundig gefährlich. Sie wirklich sicher zu
machen, sei zu teuer, so wurde argumentiert, und die Industrie durfte in
keinster Weise behindert werden. Ganz im Gegenteil, die Haltung des
Staates war zutiefst protektionistisch.“

Jim Thompson erzählt hier eine zumindest für seine Verhältnisse einfache Geschichte ohne den so häufig in seinen Werken auftauchenden Wahnsinn. Die Figuren sind keine Psychopathen, sondern nur einfache von den Entbehrungen des Lebens gezeichnete, durch die harte Arbeit zermürbte Menschen.

Das gierige, gewalttätige Treiben der Menschen steht im Kontrast zu der relativen Harmonie im Tierreich:

„Zu dieser Zeit war der Pecos eher eine Ansammlung von Teichen, kein Fluss; Teiche in verschiedenen Größen, nur ein schmales Rinnsal schlängelte sich zwischen ihnen durch Schotter und Sand. Im kühlen Schatten des Abends bevölkerten nun die Tiere die Teiche, sie kamen und gingen friedlich und ruhig.

Ich sah einen Wolf, zwei Kojoten, drei große Welse, die den Fluss ihr Zuhause nennen; dazu mehr Hasen, Wachteln und Fasane, als ich zählen konnte. Manchmal schnappte eins davon mit den Zähnen, wenn ein badender Vogel ein anderes trinkendes Tier mit seinen Flügeln nass spritzte. Doch das war nur eine Warnung, mehr nicht. Es war das Ende des Tages, alle hatten genug gekämpft und gefressen, jetzt war Zeit für einen Waffenstillstand. Den Fluss hinauf und hinunter, so weit ich sehen konnte, standen sie Seite an Seite und tranken – so genannte natürliche Feinde. Ich schaute zu und fragte mich, ob es überhaupt natürliche Feinde gab oder ob es nur einen einzigen Feind gab, den Hunger.

Ich hasste es, sie zu stören, aber ich konnte ja auch nicht ewig bleiben, also ging ich ans Flussufer und badete im nächstgelegenen Teich. Einige Vögel machten Aufhebens darum, kreischten und schlugen mit den Flügeln. Die anderen Tiere gingen langsam zur nächsten Wasserstelle. Nach dem ersten trügerisch trägen Blick nahmen sie kaum noch Notiz von mir und stuften mich wohl als Teilnehmer des allgemeinen Waffenstillstands ein.

Noch heute halte ich das für das größte Kompliment, das man mir je gemacht hat.“


In seinem Nachwort zieht Friedrich Ani eine radikale Trennlinie zwischen den erfolgreichen Autoren des heutigen Literaturbetriebs, deren Werke sich in den Buchhandlungen meterhoch stapeln, und den einsamen Außenseitern wie Jim Thompson.

"Jim Thompson starb im Alter von siebzig Jahren in Los Angeles. Es heißt, er sei verhungert.

So was würde einem Stapelschreiber nie passieren."


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