Jim Thompson Fürchte den Donner

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Inhaltsangabe zu „Fürchte den Donner“ von Jim Thompson

Lincoln Fargo ist der Patriarch
einer dekadenten Familie, die
auf ihrem Landsitz in einer selbst
geschaffenen Welt des Abgründigen
lebt. Während Lincoln von
Gewalt regiert wird, steigert sich
seine gottesfürchtige Frau Pearl
zunehmend in einen religiösen
Wahn. Doch dies ist nur die Oberfläche
der Verkommenheit. Der
Fargo-Clan verbirgt ein finsteres
Geheimnis – ein Geheimnis, das
die Familie schließlich in eine
Katastrophe reißt ...

Provokante und polarisierende Western-Soap gespickt mit etwas Sozialkritik, in die ich mich erst hineinfinden musste

— krimielse

Vielleicht braucht dieses provozierende Werk von mir zu einer anderen Zeit einfach eine vierte Chance?... Nun habe ich es vorzeitig beendet!

— Floh

Was für ein Buch, sowas habe ich noch nie gelesen!

— MissJaneMarple

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  • Eine krude Mischung aus Gewalt, Inzest und Kleinstadthorror

    Fürchte den Donner

    Makollatur

    22. June 2016 um 11:56

    Lincoln Fargo ist der Patriarch eines großen, weitverzweigten Familienclans in der kleinen Stadt Verdon, Nebraska. Die meisten Menschen hier sind Farmer, es gibt eine Bank, zwei Lebensmittelgeschäfte und ein Gerichtsgebäude. Alle Wohnhäuser haben den gleichen Baustil, jeder kennt jeden und ist mit jedem verwandt. In dieser Szenerie spielt sich die Chronik der Fargos ab; die Versuche der Söhne Sherman und Grant, auf ihre jeweils eigene Weise über die Runden zu kommen, die Übernahme des Hotels durch Tochter Edie, der Aufstieg in der Politik des kleinen Anwalts Jeff, die korrupten und unverantwortlichen Geschäfte des Bankiers Alfred. Dazu kommen die missratenen Enkel Ted, Gus und Robert, die jede Situation nutzen, um sie in eine Katastrophe zu verwandeln und schließlich Bella, die Schöne der Stadt, die mit ihrem Bruder Grant ein Verhältnis hat. Es sind diese Gestalten, die Fürchte den Donner zu einem besonderen Stück amerikanische Literatur machen: angesiedelt ist die Geschichte in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in der die traditionelle Form der Landwirtschaft durch technische Neuerungen aufgebrochen wird, in der auch die Eisenbahn eine immer größere Rolle spielt und die einfachen Menschen zu überrollen droht. Altes und Neues prallen aufeinander, während die Fargos versuchen, ihre überkommen Weltbilder und Lebensentwürfe zu schützen und stur an ihnen festzuhalten. Jeder Versuch, aus der kleinen und hermetisch abgeriegelten Welt Verdons zu entfliehen, scheitert grandios. Die Fargos repräsentieren einen Typ Mensch, der zum Aussterben verurteilt ist, weil es ihnen nicht gelingt, sich konstruktiv mit den Anforderungen einer modernen Welt auseinanderzusetzen und sich ihre Vorteile zunutze zu machen. Daneben bietet die Geschichte aber auch eine große Portion Gewalt, psychische Abrgünde und viele Ecken und Kanten, mit denen die Figuren ausgestattet sind. Gerade sie sind die große Stärke dieses Romans, der eine Mischung aus menschlicher Typologie, Familienchronik und Gesellschaftskritik bietet. Sie helfen auch über den mitunter etwas schwachen Stil hinweg, dessen sich Thompson bedient, etwa um die Lebenswege seiner Figuren bis zum Ende zu beschreiben. Das große Plus liegt in der Handlung und den Menschen, die zwar selbst als Handelnde auftreten, aber eigentlich nur mitgerissen werden von dieser Zeit, die sie nicht mehr verstehen und zu der sie keinen Zugang mehr finden. Fürchte den Donner ist ein Highlight, das jeder Liebhaber amerikanischer Literatur gelesen haben muss. Stilistische Schwächen werden durch die großartigen Figuren wieder egalisiert, daher bleibt eine unbedingte Leseempfehlung stehen.

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  • Teilrezension nach Abbruch! Vielleicht braucht dieses provozierende Werk von mir eine vierte Chance?

    Fürchte den Donner

    Floh

    Teilrezension nach 197 gelesenen Seiten von knapp 460 Seiten des Hordcore-Horror-Thrill Genre. Auf der Suche nach einem richtig guten und unvergesslichen nicht alltäglichem Leseerlebnis bin ich bei meiner Stöbertour über eine sehr begeisternde Rezension zu Jim Thompsons Neuauflage in Deutscher Erstausgabe zu „Fürchte den Donner“ gestoßen. Das düstere und staubige Cover, diese begeisternde Rezension und schlussendlich der vielversprechende und streitbare Klapptext haben mich mehr als neugierig gemacht. Dieses Buch wollte unbedingt von mir gelesen und entdeckt werden! Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch, was sich positiv, oder aber auch sehr negativ auf ein Buch auswirken kann… Ich liebe es über die weite Wildnis, über die Kupplungen alter Familien Clans, über staubige und wettergegerbte Schauplätze und düstere Vergangenheiten zu lesen. Im Heyne.Hardcore Verlag wird man als neugieriger und experimenteller Leser oft fündig, was mir die Romane von Autor James Lee Burke (Glut und Asche, sowie zuvor Regengötter) bewiesen. Erschienen im Heyne Hardcore Verlag (http://www.randomhouse.de/Verlag/Heyne-Hardcore/30800.rhd)Inhalt:" Willkommen in Verdon, Nebraska ... Lincoln Fargo ist der Patriarch des Fargo-Clans, einer dekadenten Familie, die auf ihrem Landsitz in einer selbstgeschaffenen Welt des Abgründigen lebt. Fargo blickt auf ein Leben in Sünde zurück, seine gottesfürchtige Frau Pearl steigert sich in den Wahn, den Familienbesitz an Gott zu verkaufen, während ihr Sohn Grant immer weiter zerfällt. Doch dies ist nur die Oberfläche der Verkommenheit ...“Schreibstil:Zwar handelt es sich hier um eine Neuübersetzung und deutsche Erstausgabe, wirkt daher etwas aufgefrischt und zeitgemäß artikuliert, jedoch ist vom Charme eines alten und kontroversen Klassikers nichts verloren gegangen. Der Autor Jim Thompson besitzt die Gabe, die tiefgründigen Gedanken und Sichtweisen der damaligen Zeit (welche Zeit ist es denn nun? Denn da legt er sich nicht explizit fest), bzw. des Farmlebens auf eine (un-)menschliche Erzählweise umzumünzen. Jim Thompson wurde von eigenen Erfahrungen und Bildern seines Lebens inspiriert, er hat sein Umfeld, seine Fantasie und seine Eindrücke und Erfahrungen ausgiebig studiert und beobachtet. Dieser Roman liest sich, als wäre er wirklich durch die tiefen und unfassbaren Hintergründe dieses verruchten und speziellen Clans der Fargos geprägt worden. Es entsteht ein klar erzählter Roman, der all die Facette eines jeden Genre von Horror, über Poesie, Geschichte, Abenteuerroman, Thriller und Exzess preisgibt. Jim Thompson ist ein wirklich streitbarerer Autor. Dass, was ich bis Seite 197 hier gelesen und erlebt habe, grenzt an Western, Südstaatenflair, Schock und Provokation. Lange bleibt es für den Leser schleierhaft, was der Roman überhaupt auszudrücken vermag, bis sich nach und nach ein menschlicher und familiärer Abgrund offenbart, dem man folgen muss. Wenn man es kann oder bereit dazu ist… Jim Thompson schreibt seiner Zeit vorraus und wurde auch zu seinen Lebzeiten stark verrissen. Ich denke, der modifizierte, wenn auch noch sehr ursprüngliche Stil und Wortlaut wird auch in unserer heutigen Zeit entweder auf Begeisterung stoßen oder kaum Sympathien oder Anklang finden. Ich gehöre zur letzteren Gruppe und konnte wenig bis nur geringfügig Unterhaltung und Fesselung bei diesem besonderen Roman empfinden. Wobei ich den Stil nicht kritisieren möchte, da es hier rein meinen Geschmack betrifft und nicht das Können des Übersetzers oder des Autors. Wechselnde Handlungsstränge und Erzählperspektiven sollen der Auflockerung und Abwechslung dienen, für mich zog sich die Handlung trotz dieses Stilmittels sehr und ich konnte keinem der Clan-Mitglieder der Fargos wirklich folgen oder nah sein. Schauplätze:Die Schauplätze sind erstklassig. Hier werden Bilder erzeugt und ein Bild stellt sich zusammen. Wildnis, das Leben auf der Farm, Schule, Ausbildung, Glaube, Aberglaube, Ernte, Land, Geschäfte und Machenschaften. Landhandel und Ackerwirtschaft. Dürre, Sturm, Staub und gleißende Sonne… Ja, so was will man bei einem solchen Roman lesen und spüren. Dieser Wunsch wird sich erfüllen. Großer Pluspunkt in der Umsetzung und Darbietung. Genial. Altes Holz, eine Veranda in der untergehenden roten Sonne, der Blick über das weite Feld, die rauchende Pfeife im Mundwinkel, die alten Papiere und Schulddokumente, die heimliche Liebe und die verbotene Paarung untereinander. Eine Familie der Unzucht und Inzucht. In diesem Roman durchstreifen will scheinbar all die Orte, die den Autor J. Thompson geprägt haben. So wie hier das Cover erscheint, so zeigen sich auch der Charme und die Atmosphäre im Buch. Jedoch nicht wirklich idyllisch, sondern stets eindringlich und von einer Abartigkeit und Gefahr geprägt. Einzigartig. Hier liegt die Stärke des Werkes. Charaktere:Protagonisten gibt es hier viele, und es viel mir auch bis knapp Seite 200 schwer, diesen Clan und dessen Machenschaften zu durchdringen. Hier hätte ich mir ein Personenregister sehr gut vorstellen können. Doch dass, was sich in der Familie der Fargos offenbart, wird dem Leser ein Entsetzen abbringen. Unfassbar, verboten, quälend, schockierend und provozierend. Der Autor wechselt seine Erzählperspektiven und erzeugt somit Handlungsstränge, die in und über die Familienmitgliedern und den nicht weniger wichtigen Nebenrollen zusammenzulaufen scheinen. Wir erleben das Zusammenleben der sich mehr hassenden und verabscheuenden Familie Fargo auf dem Land mit all seinen Einflüssen und Wirken. Immer neue Verwandte und Verwandtschaftsgrade tauchen auf und man fragt sich als Leser wirklich, wer hier noch nicht verwandt oder verschwägert ist. Ganz besonders hat mich zunächst die Rolle der gottesfürchtigen Mrs Fargo interessiert, aber auch Jeff und Sherman haben meine ganze Aufmerksamkeit bekommen. Jedoch löste sich der Reiz an diesen Charakteren für mich auch schnell in Langeweile und Unmut auf. Dem Autor Jim Thompson ist es jedoch sehr lobenswert gelungen Charakterstudien aufzuzeigen, seine Charaktere aussagekräftig zu skizzieren und ein Bild des Wahnsinns zu schaffen. Die dargebotenen Psychogramme dieses Clans wird man nicht so schnell hinter sich lassen. Ich konnte mich jedoch sehr wenig mit dieser Welt und dessen Leben und Ambitionen vereinbaren und fand daher eher Distanz als Zuneigung beim Lesen. Thompson ist es stets wunderbar faszinierend gelungen die unterschiedlichen Gesinnungen und Einstellungen der Menschen zu dieser Familie Fargo in seinen Protagonisten darzustellen. Nicht jeder ist den Figuren im Buch gleich angetan. Aber noch intensiver packt Jim Thompson die abtrünnige Seele und das Innenleben und Gedankengut des Clans an und lässt tief in den Kern eines Abgrunds schauen. Die wilden Instinkte, die Bindung, das Soziale, der Überlebenskampf, die Hungersnot, der Wunsch nach Freiheit, der Genuss der Nähe… Dieses Buch bringt durch die gewählten Charaktere starke Abscheu, Faszination, Ekel, Gefühle und Verbundenheit hervor!Meinung:Das was ich in diesem Buch, durch meine zuvor gelesenen bisherige Rezension einer anderen Leserin gesucht und mir erhofft habe, habe ich leider nicht immer gefunden. Ich bewundere den Autor für seinen Zeitgeist und seinem Mut zu so einem anstoßenden Roman, der auch Früchte tragen wird. Ich persönlich wollte diese verdorbenen Früchte des Bösen und Unmenschlichen nicht immer ernten und fand nur sehr schwierig bis gar nicht Zugang zum Buch und zum Plot. Geschweige denn zu den Charakteren. Mich haben das verheißungsvolle Vorwort von James Ellroy und die grandiosen Kulissen begeistert. Ellroys Vorwort hat meine hohe Erwartung noch gesteigert. Schade, wer hoch stapelt, kann tief fallen. So wirkte sich dann auch die Umsetzung auf mich aus. Ich habe mich sehr schwer damit getan, dass Buch vorzeitig zu beenden und dem Werk mehr als drei Chancen geboten. Doch sehe ich für mich keinen Reiz weiterzulesen, auch wenn ich Sorge habe, den Knackpunkt der Begeisterung der bisherigen Leserschaft zu verpassen. Aber nach knapp 200 Seiten denke ich, hätte ich schon was erwarten dürfen… Der Autor hat eine Nähe und Intensität erzeugt, die mir Gänsehaut und manchmal auch tiefste Abscheu und Fassungslosigkeit beschert haben, aber mich nicht wirklich gepackt oder mitgerissen haben. Mit diesem Buch hat sich der Romanautor Jim Thompson sicherlich ein Denkmal gesetzt. Gelungen finde ich zudem das Nachwort am Ende des Buches. Diesem sollte man auf jeden Fall Beachtung schenken. Auch das Vorwort bietet einige interessante Fakten für den Leser bereit. Kritikpunkte:Das ausschlaggebende für meinen vorzeitigen Abbruch des Romans, und was ich als Kritik anbringen möchte ist der eher gradlinige Erzählton. Hier gibt es wenige Höhen und Tiefen. Die Familie schockiert, aber das Buch besitzt eine Langatmigkeit und Zähe, die auch durch wechselnde Perspektiven und Abgründe wenig Tempo und Spannung bringt. Auf einer Art stets faszinierend, aber für mich einfach nicht greifbar. Meine Erwartungen waren sehr sehr hoch und wurden mehr enttäuscht als erfüllt. Zumindest bis knapp über einem Drittel des Romas hinaus. Vielleicht gönne ich dem Buch zu einer anderen Zeit nochmals eine Chance. Denn so eine bisherige begeisterte Leserschaft kann sich doch nicht irren, oder? Das Cover:mit einem Wort: unschlagbar!Der Autor:„Jim Thompson wurde 1906 in Anadarko, Oklahoma, als James Myers Thompson geboren. Er begann früh zu trinken und schlug sich als Glücksspieler, Sprengstoffexperte, Ölarbeiter und Alkoholschmuggler durch. Obwohl er mit bereits 15 Jahren seine erste Kriminalgeschichte verkauft hatte, konnte er erst seit Beginn der fünfziger Jahre vom Schreiben leben. Für Hollywood verfasste er zahlreiche Drehbücher, u.a. für so namhafte Regisseure wie Stanley Kubrick. Thompson gilt als zentraler Vertreter des Noir-Genres. Er starb 1977 in Los Angeles, seine Asche wurde im Pazifischen Ozean verstreut.“Die Übersetzung:Für mich ist die Übersetzung nach meinen Einschätzungen ins Deutsche sehr gut gelungen, denn das Buch hat offenbar seine Urbanität und seinen Ursprung bewahrt. Der Übersetzer hatte hier sicherlich keine leichte Aufgabe die Anekdoten und Floskeln ins Deutsche zu adaptieren, gelungen und sehr lobenswert und richtig finde ich es, dass er einigen Passagen und Aussagen seine Urtümlichkeit und seinem Charme gelassen hat. So werden bestimmte Ausdrücke in kursiver Schrift kenntlich gemacht und in seinen Wurzeln gelassen. Sehr gut. Das Buch liest sich flüssig und man merkt die Übertragung ins Deutsche kaum an. Die Anreden der Charaktere sind geblieben und auch die damalige Sitte und Gesellschaft bleibt weiterhin im Ursprung portraitiert. Zwar hat Franz Dobler den Roman eine modernere und für deutsche verständlichere Note verliehen, aber dennoch bleibt es Thompsons Werk. Ein Stern für diese grandiose Arbeit und Herausforderung. Der Übersetzer:„Franz Dobler, 1959 in Schongau geboren, lebt in Augsburg. Neben Romanen und Gedichtbänden, für die er unter anderem mit dem Bayerischen Literaturförderpreis ausgezeichnet wurde, veröffentlichte er auch Erzählungen und Sachbücher. Für seinen Roman Ein Bulle im Zug erhielt er 2015 den Deutschen Krimi Preis.“Fazit:Vielleicht war ich zu ungeduldig mit diesem Werk, aber ich habe es nach dem ersten Drittel doch vorzeitig beendet, auch wenn ich Sorge habe das Highlight zu verpassen. Aber meine Lesezeit möchte ich lieber weniger schwieriger zugänglichen Werken widmen. Daher kann ich nur ein Teilfazit mit 2 großzügigen Lesersternen geben.

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    • 12
  • Provokant-brutale und polarisierende Western-Soap

    Fürchte den Donner

    krimielse

    KLAPPENTEXT Aus dem Englischen von Franz Dobler. Willkommen in Verdon, Nebraska. Lincoln Fargo ist der Patriarch des Fargo-Clans, einer dekadenten Familie, die auf ihrem Landsitz in einer selbstgeschaffenen Welt des Abgründigen lebt. Fargo blickt auf ein Leben in Sünde zurück, seine gottesfürchtige Frau Pearl steigert sich in den Wahn, den Familienbesitz an Gott zu verkaufen, während ihr Sohn Grant immer weiter zerfällt. Doch dies ist nur die Oberfläche der Verkommenheit. Ein Kaff in Nebraska zu Beginn des 20.Jahrhunderts zu Zeiten der Depression, das beherrscht ist von einem Familienclan, die großteils Farmer sind und sich umgeben mit Gier, Sadismus, Wahn, Gewalt, Inzucht und Rassismus verspricht einen harten und brutalen Roman, wobei ich etwas erstaunt bin, dass dieser bereits 1946 erstmals erschienen ist. Als Leser musste ich mich in diese Geschichte, die für mich eine Mischung aus Western, Seifenoper, brutaler und verabscheuungswürdiger Familiensaga ist, erst hineinfinden. Zunächst ist man ein wenig erschlagen von der Vielzahl der Personen, die die Romanbühne jeweils für kurze Episoden betreten zum Zweck der Darstellung der Zustände in Verdon und der Verbandelungen der Familie, nicht für den Aufbau und die Verfolgung von Protagonisten. Man erfährt vom Schmutz und von der Gewalt, von Hässlichkeit und von der Ausgrenzung nicht zum Clan gehörender Einwohner und Angehöriger anderer Konfessionen nie nebenbei, sondern brachial und frontal, auf sehr anschauliche und naturalistische Art. Es ist also durchaus ein Pulp-Roman, aber einer, in den ich mich durch meinen anfänglichen Ekel über die im Buch dargestellten Lebensumstände und die Suche nach Charakteren, deren Geschichte ich folgen konnte, erst finden musste. Daran, dass eigentlich wenig Handlung stattfindet, ändert sich im Buch auch nicht wirklich etwas. Es ist wohl eine Familiengeschichte, aber sie lebt nicht vordergründig von der Entwicklung und den Handlungen der einzelnen Familienmitglieder sondern vielmehr von der Beschreibung der Lebensumstände. Und es gibt keine schönen, sanften Momente, die den Leser zu Luft kommen lassen, sondern selbst die erste zarte Verliebtheit eines Jungen, der zum Jugendlichen heranwächst, ist beherrscht von Unterwerfung und Leid. Das Buch ist geprägt von Ablehnung des Autors gegenüber den herrschenden Verhältnissen, die mit fast pessimistischer Penibilität und Abscheu aufgezeigt werden. Im weitesten Sinne könnte man dies als sozialkritischen Ansatz verstehen, doch führt dieser nicht zu Rebellion oder Auflehnung der Charaktere mit dem Zweck der Änderung der bestehenden Verhältnisse, sondern die Figuren agieren aus weitaus niedrigeren Beweggründen, wie zum Beispiel Rache oder Gier, um an Bestehendem zu rütteln und für sich Vorteile herauszuschlagen. Damit hinkt für mich der Vergleich mit Romanen von John Steinbeck, der im Vorwort des Buches von James Ellroy getroffen ist, doch merklich. Diese schmutzige und verabscheuungswürdige Western-Soap polarisiert und man lässt sich als Leser entweder darauf ein oder steht dem Buch mit Ablehnung gegenüber. Es ist zwar nicht mein bevorzugtes Genre, aber das Lesen des Buches hat sich für mich gelohnt, trotz der banalen Story schafft es Thompson durch seinen Schreibstil den Leser an sich und die Geschichte zu binden und wenn auch auf brachiale Weise zu berühren. Ich vergebe 4 Sterne. Der Autor Jim Thompson (1906-1977) veröffentlichte "Fürchte den Donner" 1946 als seinen zweiten Roman, vier Jahre nach seinem Debütroman „Jetzt und auf Erden“. Er arbeitete später mit Stanley Kubrick als Drehbuchautor zusammen, sein Roman "The Getaway" wurde von Sam Peckinpah verfilmt.

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    • 5
  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

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    Fürchte den Donner

    MissJaneMarple

    Inhalt:Lincoln Fargo ist der Patriarch einer dekadenten Familie, die auf ihrem Landsitz in einer selbst geschaffenen Welt des Abgründigen lebt. Während Lincoln von Gewalt regiert wird, steigert sich seine gottesfürchtige Frau Pearl zunehmend in einen religiösen Wahn. Doch dies ist nur die Oberfläche der Verkommenheit. Der Fargo-Clan verbirgt ein finsteres Geheimnis – ein Geheimnis, das die Familie schließlich in eine Katastrophe reißt ...Meinung:So ein Buch habe ich noch nie gelesen. Es ist kein Krimi und doch irgendwie schon und überaus spannend. Es ist kein Epos und doch schildert dieses Buch die Geschichte einer ganzen Familie. Jeder in dieser Familie hat sein Päckchen zu tragen. Diebstahl, Verrat, Inzucht, Krankheit, Dummheit und Tod beherrschen große Teile der Geschichte. Thompson beschreibt die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Bild- und Wortgewalt, dass es ein wahres Lesevergnügen ist. Zu Anfang musste ich mich zwar erst an den Schreibstil, mit seinen oft ellenlangen Sätzen gewöhnen, aber dann war es genau, die Sprache, die dieses Buch so großartig macht. Die Tatsache, dass das Buch 1946 erschien hat bestimmt auch geoßen Einfluß auf die Sprache.Während ich diese Rezi schreibe, merke ich, dass ich meine Lesegefühle gar nicht richtig in Worte fassen kann. Nur eines: Ich war restlos begeistert von dem Buch.Fazit:Lest es selbst und bildet euch euer eigenes Urteil, aber lest es unbedingt!

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    • 12
  • Heed the Thunder

    Fürchte den Donner

    Krimifan1967

    15. December 2015 um 07:55

    Jim Thompson (1906-1977) war zur Prohibitionszeit Alkoholschmuggler und arbeitete dann in den texanischen Ölfeldern. Zeit seines Lebens hatte er mit seinen sozial genau beobachtenden Spannungsromanen nur wenig Erfolg. Dieser stellte sich erst nach seinem Tod ein durch Filme wie GETAWAY, DER SAUSTALL oder GRIFTERS. In seinem zweiten Roman HEED THE THUNDER (1943) entwirft Thompson mit beachtlichem Talent vor dem Hintergrund der Depressionszeit ein Figurenensemble, dass von Gewalttätigkeit, Hass, Gier, religiösem Wahn und Rassismus geprägt ist und dabei in einen sehr genau beobachteten sozial-realistischen Kontext gestellt ist, der Vergleiche mit John Steinbeck nicht zu scheuen braucht. Dabei war eben diese soziale Komponente Thompson nach eigenen Bekundungen eher unwichtig. Der entdeckenswerte Klassiker breitet sein Figurenensemble zunächst recht breit und ohne direkten Zusammenhang aus - dieser stellt sich dann im Verlauf der Handlung ein.

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