Jim Thompson Südlich vom Himmel

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Inhaltsangabe zu „Südlich vom Himmel“ von Jim Thompson

Südlich vom Himmel: Für die
einen ist das die Hölle, für
andere die harten Ölbohrarbeiten
unter der Sonne von Texas.
So eine Geschichte erzählt der
junge Tommy Burwell, der bei
einer Ölgesellschaft anheuert.
Für Tommy beginnt eine harsche
Zeit, denn sein alter Kumpel
Four Trey Whitey setzt ihn für
Sprengarbeiten ein. In diesem
von hemmungsloser Gewalt geprägten
Milieu muss Tommy sich
seinen Platz erkämpfen. Er lebt
ein Leben in Blut, Schweiß und
Tränen. Als die Brüder seiner
Freundin Carol planen, die Lohnkasse
zu rauben, wird es eng für
Tommy …

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    Südlich vom Himmel

    TheRavenking

    04. July 2016 um 21:48

    Im Texas der zwanziger Jahre heuert der junge Tommy Burwell bei einer Ölgesellschaft an. Als sein alter Kumpel Four Trey Whitey ihn bei Sprengarbeiten einsetzt, beginnt für Tommy eine harte Zeit unter der gnadenlosen Wüstensonne. In diesem von hemmungsloser Gewalt und Streitlust geprägtem Milieu muss er sich jeden Tag aufs Neue durchsetzen. Tommy lebt ein Leben in Blut, Schweiß und Tränen. Als die Brüder seiner Freundin Carol planen, die Lohnkasse zu rauben, steht plötzlich alles, was er sich aufgebaut hat, auf dem Spiel … „Die meisten von uns streben wohl ein erheblich höheres Ziel an, als wir dann tatsächlich erreichen, nehme ich an. Die meisten von uns wollen es besser machen, als wir es am Ende tun. Bei mir war es jedenfalls so. Ich habe mich in der Schule sehr angestrengt, und meine Noten waren besser als nur gut. Die Lehrer an der höheren Verbundschule in meinem heimatlichen Oklahoma hatten mir gesagt, ich solle studieren und die Fühler nach Stipendien ausgestreckt. Meine Großeltern – die einzigen noch lebenden Verwandten – hatten alles in ihrer Macht stehende getan, um mir zu helfen, und wünschten mir, was sie nicht mal für sich selbst gewünscht hatten. Alle legten sich für mich ins Zeug, und ich mit ihnen. Dem Schuljahrbuch zufolge war ich der Schüler, dem die größte Karriere zugetraut wurde. Und niemand hätte meine Mitschüler vom Gegenteil überzeugen können. Und dann, ich war noch keine sechszehn, kamen meine Großeltern bei einer Explosion ums Leben, und mit ihnen schien auch alles andere in die Luft zu fliegen.“ Tommy Burwell schuftet sich auf den texanischen Ölfeldern die Seele aus dem Leib. Eigentlich gehört er nicht hierher, unter die rauen Arbeiter und harten Typen. Er ist Intellektueller, er schreibt Gedichte und träumt vom anderen Leben. Doch die Versuchungen des Lebens wie Frauen und Glücksspiel sorgen dafür, dass das hart verdiente Geld ihm durch die Finger rinnt. Diesmal soll es anders sein, noch ein letzter Job und Tommy will aussteigen, zumal er auf eine bezaubernde Frau trifft. Diese Carol ist jedoch bereits mit gefährlichen Männern im Bunde, sie ist die Komplizin von Kriminellen, die Tommys Einmischung gar nicht gerne sehen. Hier wird nicht gearbeitet, hier wird geschuftet. Unter kläglichsten Bedingungen vegetieren die Arbeiter vor sich hin, von korrupten und brutalen Aufsehern und ausbeuterischen Bossen terorisiert. „Auf den Ölfeldern gab es keine sicheren Jobs. Sie reichten von halbwegs sicher bis offenkundig gefährlich. Sie wirklich sicher zu machen, sei zu teuer, so wurde argumentiert, und die Industrie durfte in keinster Weise behindert werden. Ganz im Gegenteil, die Haltung des Staates war zutiefst protektionistisch.“ Jim Thompson erzählt hier eine zumindest für seine Verhältnisse einfache Geschichte ohne den so häufig in seinen Werken auftauchenden Wahnsinn. Die Figuren sind keine Psychopathen, sondern nur einfache von den Entbehrungen des Lebens gezeichnete, durch die harte Arbeit zermürbte Menschen. Das gierige, gewalttätige Treiben der Menschen steht im Kontrast zu der relativen Harmonie im Tierreich: „Zu dieser Zeit war der Pecos eher eine Ansammlung von Teichen, kein Fluss; Teiche in verschiedenen Größen, nur ein schmales Rinnsal schlängelte sich zwischen ihnen durch Schotter und Sand. Im kühlen Schatten des Abends bevölkerten nun die Tiere die Teiche, sie kamen und gingen friedlich und ruhig. Ich sah einen Wolf, zwei Kojoten, drei große Welse, die den Fluss ihr Zuhause nennen; dazu mehr Hasen, Wachteln und Fasane, als ich zählen konnte. Manchmal schnappte eins davon mit den Zähnen, wenn ein badender Vogel ein anderes trinkendes Tier mit seinen Flügeln nass spritzte. Doch das war nur eine Warnung, mehr nicht. Es war das Ende des Tages, alle hatten genug gekämpft und gefressen, jetzt war Zeit für einen Waffenstillstand. Den Fluss hinauf und hinunter, so weit ich sehen konnte, standen sie Seite an Seite und tranken – so genannte natürliche Feinde. Ich schaute zu und fragte mich, ob es überhaupt natürliche Feinde gab oder ob es nur einen einzigen Feind gab, den Hunger. Ich hasste es, sie zu stören, aber ich konnte ja auch nicht ewig bleiben, also ging ich ans Flussufer und badete im nächstgelegenen Teich. Einige Vögel machten Aufhebens darum, kreischten und schlugen mit den Flügeln. Die anderen Tiere gingen langsam zur nächsten Wasserstelle. Nach dem ersten trügerisch trägen Blick nahmen sie kaum noch Notiz von mir und stuften mich wohl als Teilnehmer des allgemeinen Waffenstillstands ein. Noch heute halte ich das für das größte Kompliment, das man mir je gemacht hat.“ In seinem Nachwort zieht Friedrich Ani eine radikale Trennlinie zwischen den erfolgreichen Autoren des heutigen Literaturbetriebs, deren Werke sich in den Buchhandlungen meterhoch stapeln, und den einsamen Außenseitern wie Jim Thompson. "Jim Thompson starb im Alter von siebzig Jahren in Los Angeles. Es heißt, er sei verhungert. So was würde einem Stapelschreiber nie passieren."

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  • Kein Entkommen

    Südlich vom Himmel

    Havers

    13. August 2015 um 12:43

    Der amerikanische Autor Jim Thompson stand Zeit seines Lebens auf Seiten der Verlierer, für die der „american dream“ nur eine schöne Illusion war. Geboren und aufgewachsen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als die amerikanische Wirtschaft am Boden lag und die Menschen jeden Job annahmen, der ihnen ein Auskommen sicherte, verdingte er sich schon früh als Arbeiter auf den texanischen Ölfeldern, die auch den Hintergrund für seinen 1967 im Original erschienen Roman „South of heaven“ bilden, der dank Heyne Hardcore nun endlich in der gelungenen Übersetzung von Peter Torberg vorliegt. Die Männer werden von den Ölgesellschaften bis zur völligen Erschöpfung ausgebeutet. Die Entlohnung ist schlecht, ein Menschenleben zählt nichts. Den Vorarbeitern völlig ausgeliefert, verrichtet jeder seinen Job bis zur völligen Erschöpfung und ist auf das eigene Überleben fokussiert, denn tödliche Unfälle sind auf der Tagesordnung. Mitgefühl gibt es nicht, Brutalität bestimmt den Alltag. Mit Himmel hat das nichts zu tun, es ist die Hölle auf Erden. Das ist die Welt, in die der junge Tommy Burwell eintaucht, als er auf den Ölfeldern anheuert. Unterstützung findet er bei Four Trey Whitey, den er bereits aus anderen Camps kennt. Dieser ist ein Entwurzelter, hat er doch mit dem Tod seiner Frau das einzige verloren, das seinem Leben Sinn gab. Tommy hingegen bewahrt sich selbst unter diesen katastrophalen Lebensbedingungen seine Menschlichkeit und seine Gefühle. Und von diesen entwickelt er eine ganze Menge, als er Carol kennenlernt, die in ihrem Trailer am Rande des Camps haust, und zu der die Männer am Zahltag einen Großteil ihres Lohns tragen. Aber da sind auch noch Carols Brüder, und diese haben einen Plan… Die Lebensbedingungen der Arbeiter, die der Autor in „Südlich vom Himmel“ beschreibt, könnten auch aus einer Sozialreportage stammen. Thompson ergreift mit seinen Schilderungen Partei für die Geschundenen, die Rechtlosen, zeigt aber auch völlig desillusioniert auf, dass es für sie kaum ein Entkommen aus diesem Leben gibt. Was bleibt, und das ist in diesem Roman untypisch für den Autor, ist die Hoffnung auf ein kleines Stückchen privates Glück. Jim Thompsons „Südlich vom Himmel“ ist ein Buch, dem ich viele Leser wünsche. Nachdrücklich und uneingeschränkt empfohlen!

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