Jimmy Ernst

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Nicht gerade ein Stilleben

Nicht gerade ein Stilleben

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Erschienen am 21.08.2017

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Rezension zu "Nicht gerade ein Stilleben" von Jimmy Ernst

Teilweise informativ und interessant, in Teilen langweilig detailliert
Federfeevor einem Jahr

'Erinnerungen an meinen Vater Max Ernst' lautet der Untertitel. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich Jimmy, der Sohn des berühmten Surrealisten, nicht entscheiden konnte, ob er lieber ausführlich seine Erinnerungen an den Vater ausbreitet oder seine eigene Lebensgeschichte schreibt.

So ist es ein Buch geworden, wo er beidem nicht so richtig gerecht wird. Tatsächlich ist der erste Teil interessant, wo es um seine Kindheit und Jugend geht. Schon als kleiner Junge 'verlor' er seinen Vater, der lieber mit Gala und Paul Éluard in einer Ménage-à-trois' in Paris leben wollte als bei Frau und Kind in Köln. Max war kein sorgender Typ Vater, sondern ganz und gar auf schöne Frauen und seine Kunst fixiert. Mich hat dabei interessiert, wie der Sohn seinen Vater 'gesehen' hat, gesehen in beiderlei Sinn, denn er hat ihn mehrfach in Paris besucht.

Der arme Jimmy, der eigentlich Hans-Ulrich hieß und durch seine Mutter Halbjude war, schaffte es, als fast Achtzehnjähriger aus Nazideutschland herauszukommen und in die USA zu emigrieren. Dort war er mehr oder weniger auf sich gestellt und hatte ein schweres Leben, bevor es langsam bergauf ging. Das wäre auch interessant gewesen, wenn er nicht allzu detailliert geschildert und aufgelistet hätte, was er gesehen, getan, wen er getroffen etc. hat.

Während es auch seinem Vater Max gelang, durch Peggy Guggenheims Hilfe nach Amerika zu kommen, blieb die Mutter zurück und wurde schließlich kurz vor der Befreiung Frankreichs doch nach Auschwitz deportiert. Obwohl ihre eigene Unentschlossenheit in Verbindung mit behördlichen Pass- und Visaverwirrungen der Grund war, machte sich doch der Sohn lebenslang Vorwürfe.

Das Buch ist mit vielen Schwarz-Weiß-Fotos angereichert, die allerdings durch ihren Druck auf Normalpapier eine schlechte Qualität haben. Für Menschen aus der Kunstszene mag diese Autobiografie interessant sein, auch ist sie sicher ein Zeitzeugnis, aber mir war sie an vielen Stellen zu detailliert und daher zu langweilig.

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