Streetkid

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Neue Kurzmeinungen

Eine Reise zu sich selbst. Schön, dass ich dabei sein durfte. Sehr sympathisch.

sternchennagels avatar

Lieder habe ich was ganz anderes erwartet aber für einen Fan wie mich ist es trotzdem klasse <3

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Inhaltsangabe zu "Streetkid"

In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453201514
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:15.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    christiane_brokates avatar
    christiane_brokatevor 7 Monaten
    Streetkid

    Ich fand früher die Kelly Family sehr gut, sie waren gemeinsam stark, nach außen und sie gab es immer zusammen. Nach der Trennung mussten sich alle finden und dies sieht man in diesem Buch sehr genau, es ist die Geschichte von Jimmy und wie er wieder auf die Strasse kam. Wenn ihr jetzt denkt warum, geht ein Kelly wieder auf die Strasse sie waren ja berühmt, ja das waren sie alle zusammen, aber nicht einzeln.

    In diesem Buch bekommt man einen genauen Einblick in das Leben als Straßenmusiker und die ganzen Hürden die man meistern muss.
    Es ist alles nicht so einfach und das musste auch Jimmy jeden Tag sehen und er schrieb dieses Buch offen und ehrlich. Auch seine Familie hatte hier eine große Rolle.

    Es gab viele Situationen die Jimmy auf der Straße erlebte und viele interessante Leute die er kennen lernte und auch wir. Er fing an ohne seinen Namen zu verraten, er hatte Angst was die Medien mit der Information das er auf der Straße arbeitet tun, er hatte Angst vor denn negativen Schlagzeilen über seine Familie. Daher sagte er erstmal nichts, aber er merkte das es nichts hilft, zu schweigen und seine Beweggründe zu verraten, warum er auf der Strasse singt. Er musste seine Familie durchbekommen. Im Laufe des Buches wird  Jimmy immer offener und ehrlicher, er lernt viele Leute kennen und ihre Schicksale.

    Es war ein sehr detaillierter ehrlicher Einblick in das Leben nach der Kelly Family. Mich haben auch die Schicksale und Emotionen der verschiedenen Menschen die Jimmy begegnet ist, sehr bewegt.

    Mein Fazit:
    Ich war überrascht aber auch fasziniert und fand es sehr schön so hautnah mitzuerleben wie es Jimmy jetzt geht und wie er sich wieder einen Namen macht.Ich war glücklich ihn mal einzeln kennen zu lernen und seinen faszinierten Weg mit ihm zu gehen.

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    Lesefeuers avatar
    Lesefeuervor 10 Monaten
    [Rezension] „Streetkid – Fluch und Segen, ein Kelly zu sein“ von Jimmy Kelly

    „Streetkid – Fluch und Segen, ein Kelly zu sein“ ist eine Biografie von Jimmy Kelly und erschien 2017 im Heyne Verlag.

    In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!

    Meine Meinung:
    Ich oute mich gerne als Kelly-Fan. In meiner Kindheit habe ich so einige Konzerte besucht (ich habe allerdings nie tagelang vor den Hallen geschlafen um in der ersten Reihe zu stehen), und die Musik lief bei mir einfach hoch und runter. Beim Video „Live at Loreley“ kann ich noch heute so ziemlich das ganze Konzert mitsingen und -sprechen. In den letzten Jahren wurde es ja ziemlich ruhig um die Kelly Family. Man wusste, es gab einen großen Knall und eigentlich hat wohl niemand mehr richtig damit gerechnet, dass es jemals ein großes Comeback geben würde. Umso überraschter waren die Fans in diesem Jahr als es für 3 Tage Konzerte in Dortmund geben sollte. Ich war sofort wieder infiziert, vom Kelly-Virus und natürlich haben wir Karten für eins der Konzerte in Dortmund gekauft. Weil wir aber so sehr im Baustress waren (das Konzert war im Mai und Ende Mai war schon der Umzug, und eigentlich war noch nichts richtig fertig im Haus), wollte ich die Karten eigentlich wieder verkaufen. Zum Glück hatte das nicht funktioniert! Das Comeback war grandios! Plötzlich konnte ich wieder alles mitsingen, und auch die vielen tausend Menschen in der Halle sangen mit und feierten die Kellys und das schöne Leben. Nicht nur einmal musste ich dicke Tränen runterschlucken.
    Passend zum Kelly-Comeback hat auch Jimmy Kelly eine Art Biografie geschrieben. Das Buch musste ich natürlich unbedingt lesen. Mit vielen Schulden und ohne jegliche Berufsausbildung weiß Jimmy manchmal so gar nicht wie er seine kleine Familie ernähren soll. Also geht er zurück auf die Straße und singt – was er eh sein Leben lang getan hat. Er lernt die Gesetze der Straße neu kennen, lernt unheimlich viele Menschen kennen und erzählt in seinem Buch von diesen Menschen und dem harten Alltag auf der Straße. Jimmy erzählt witzige Geschichten, aber vor allen Dingen auch Geschichten von Menschen, die mich tief berührt haben. Ich hatte manchmal einen Kloß im Hals, musste das Buch kurz zur Seite legen und mir bewusst machen was für ein tolles Leben ich habe. Jimmy hat es geschafft durch harte Arbeit all seine Schulden zu begleichen und sicherlich gebührt auch seiner Frau und Familie ein riesen großer Respekt. Seine Frau war viel zu oft alleine mit den Kindern, und hat Jimmy somit den Rücken freigehalten. Auch ich habe Jimmy vor einigen Jahren als Straßenmusiker in Cottbus gesehen. Ich war mit meiner Mutter im Shopping-Center und hörte Musik, die mir sehr bekannt war. Als wir uns umschauten, sahen wir Jimmy. Natürlich habe ich eine CD von ihm gekauft und wollte diese unterschrieben haben. Und wie das manchmal so ist, wenn man vor den Stars seiner Kindheit steht, dann traut man sich nicht. Also musste meine Mutter mir die ersehnte Unterschrift besorgen Auch wenn ich mich wiederhole, ich habe größten Respekt vor dem, was Jimmy in den letzten Jahren geschafft hat. Das Buch zeigt: wenn man nur will, kann man eigentlich alles schaffen. Respekt! Und den neu auferlegten Ruhm gönne ich Jimmy und dem Rest der Kelly Family sehr! Auf dass sie uns noch lange mit ihren großartigen Stimmen verzaubern werden… Keep on Singing!!!!

    Jimmy Kelly, eigentlich Victor James Kelly, wurde 1971 in Talavera de la Reina, Spanien, geboren. Als Mitglied der berühmten Kelly Family, einer einzigartigen Familienband, wurde er in den Neunzigerjahren zum Popstar und Teenie-Idol. Jimmy kehrte zu seinen Wurzeln zurück und spielt seit 2007 wieder auf den Straßen Europas sowie in Kleinkunsttheatern und auf Festivals. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Aachen.

    Fazit: 5 Sterne.

    Ich möchte mich ganz recht herzlich bei der Randomhouse Verlagsgruppe bedanken, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. 

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    LilStarvor einem Jahr
    Ehrlich und persönlich!

    Ich war früher in den 90ern bis in die 2000er Jahre hinein großer Fan der Kelly Family und auf etlichen Konzerten. Damals erfuhr man nur recht wenig über die berühmte Musikerfamilie und privates schon gar nicht. Nun, Jahre später, bin nicht nur ich erwachsener geworden, sondern auch die Mitglieder dieser einzigartigen Musikerfamilie. Sie haben gelernt Individuen zu sein und alleine zu agieren. Genau darüber hat nun Jimmy Kelly ein Buch geschrieben. Er beschreibt in seinem Buch die Abnabelung von seiner Familie nach dem großen Erfolg und wie er es geschafft hat seinen eigenen Weg und seine eigene Identität zu finden.

    Man kann es sich gar nicht vorstellen, dass die Kelly Family, die in den 90er Jahren Millionen von Platten verkauft, tausende von Konzerten gegeben und Rekorde gebrochen hat, nur wenige Jahre später pleite sein soll. Genau so war es allerdings und so stand Jimmy Kelly Mitte der 2000er Jahre nicht nur ohne Job und ohne seine Geschwister da, sondern auch absolut pleite. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seine Frau Meike an seiner Seite, ebenso wie zwei kleine Töchter. Und er konnte weder seine Miete bezahlen, noch garantieren, wie in der nächsten Woche das Essen auf den Tisch kommen sollte.

    Das ist bestimmt der Alptraum eines jeden Familienvaters, wie man sich vorstellen kann. Aber für jemanden wie Jimmy Kelly, der nie einen festen Beruf erlernt hatte und sich außerdem nie um Geld scheren musste, muss dies ein absoluter Tiefschlag gewesen sein.
    Genau so beschreibt er diese Zeit auch. Ich war überrascht ob seiner ehrlichen und offenen Worte. Der Weg dahin fiel ihm aber auch oft nicht leicht und genau das beschreibt er auch.

    Jimmy war schon soweit auf der Straße zu spielen, aber trotzdem gestand er in der Öffentlichkeit immer noch nicht, wieso er dies tat, dass er pleite war. Es brauchte erst ein sehr ernüchterndes Ereignis, dass ihn dazu brachte offen zu reden und zuzugeben, dass die Kellys pleite sind, dass vom einigen Ruhm nicht mehr viel übrig war.
    Jimmy beschreibt diese Erkenntnis ganz klar und ungeschönt in einem Kapitel dieses Buches. Und man nimmt ihm seine Worte ab.

    Jimmy Kelly erzählt hier mit Hilfe von Patricia Leßnerkraus generell nicht wirklich chronologisch. Er erzählt seine Geschichte zwischen dem großen Erfolg der Kelly Family bis hin zum großen Comeback im letzten Jahr häppchenweise in Form von kurzen Kapiteln. Tatsächlich sind diese zum größten Teil chronologisch, aber nicht in der Hauptsache.
    Tatsächlich geht es in den vielen Kapiteln um Ereignisse, die ihn wachgerüttelt haben, die ihm geholfen haben auf den Weg zu kommen, den er schlussendlich beschritten hat.

    Jimmy ist wieder zurück auf die Straße gegangen und hat sich hart erarbeitet was er sich aufgebaut hat. Er beschreibt seinen Weg nach dem großen Erfolg, als er sich als Opfer eines Systems sah, als er versuchte die Schuld bei jemand anderem zu suchen. Er beschreibt, wie er es geschafft hat aus diesem Sumpf aus Selbstmitleid heraus zu kommen und über seinen eigenen Schatten zu springen. “Ignore the moods” – dieser Spruch wurde zu seinem Motto, was bedeutete, dass er sich einfach zusammen riss, ungeachtet von Wind, Wetter und Launen und einfach sein Ding durchzog. Er erzählt, wie er sich sein neues Leben mit seiner eigenen Band, dem Street Orchestra, aufgebaut hat, wie er wieder auf einen guten und erfolgreichen Weg kam.
    Dabei erleben wir auch mit, was Jimmy mit dem titelgebenden Spruch “Fluch und Segen ein Kelly zu sein” meint.

    Ich habe dieses Buch als recht emotional erlebt, eben weil ich fand, dass Jimmy hier sehr offen und persönlich seinen Weg schildert und das muss ich ihm hoch anrechnen.
    Natürlich spielt auch seine Familie eine Rolle in diesem Buch. Aber nicht nur ausschließlich und genau das ist auch der Grund, warum dieses Buch doch sehr, sehr lange brauchte, bis es endlich erscheinen konnte, denn der erste Entwurf befasste sich zum größten Teil mit der Kelly Family und das sollte es ja eben nicht. Dieses Buch befasst sich mit Jimmy Kelly, dem Streetkid. Es setzt quasi dort ein, wo der große Erfolg der Kelly Family endete und es hört auf, kurz bevor die Kellys sich wieder als Band zusammen fanden. 

    Jimmy lässt uns in seinen Kopf, lässt uns seinen inneren Wettstreit miterleben und das hat mir sehr gefallen mir Jimmy als Menschen nahe gebracht.

    Das Buch ist eine broschierte Ausgabe mit unheimlich vielen, schönen Fotoaufnahmen und einem sehr schönen Vorwort von Thomas Stachelhaus, einem seit Jahren befreundeten Fotografen der Familie und engen Freund.

    Fazit

    Jimmy Kelly hat mit seinem Buch Streetkid – Fluch und Segen ein Kelly zu sein wahnsinnig private Einblicke in sein Leben gegeben. Wir erleben ihn zu einer Zeit, als er ganz unten war und sich nur mühsam wieder nach oben arbeitete. Sehr persönlich und sympathisch, aber immer menschlich gewährt uns Jimmy hier Einblicke in sein Leben nach dem großen Erfolg der Kelly Family. Nicht nur für Kelly-Fans oder ehemalige lesenswert, sondern für jeden, der ebenfalls seinen inneren Schweinehund zu überwinden versucht und sich selbst finden will.

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    PollyMaundrells avatar
    PollyMaundrellvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch - doch ich habe mehr erwartet
    Leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe

    Buchinfo
    In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich (Verlag)

    Erster Satz
    "Aus dir wird mal was", sagte eine ältere Dame mit einem kleinen Hund im Arm zu mir. "Sie erinnern mich an jemanden...", fügte sie hinzu und warf einen Euro in meinen Gitarrenkoffer.

    Meine Meinung
    Ach ja, The Kelly Family ♥ Traum meiner Kindheit und frühen Jugend.
     
    Verknallt war ich abwechselnd mal in jeden der Jungs - aber bei Jimmy blieb ich zum Schluss dann hängen. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen MUSSTE (!!!!) Laut Klappentext ehrlich und persönlich...vielleicht wird ja sogar der ein oder andere Skandal aufgedeckt oder aus dem Nähkästchen geplaudert. So zumindest mein Gedanke, als ich das Buch dann endlich in die Hand nehmen konnte. Aber Pustekuchen! Insgesamt war das Buch dann doch recht entäuschend, was mich wirklich traurig macht.
     
    Sie füllten riesige Hallen, traten in jeder TV-Show auf und es gab kaum eine Zeitung ohne ihr Coverbild. Sie verkauften alles was sich zu Merchandise umwandeln lies und wenn die Sache mit den Reality-Shows damals schon so weit gewesen wäre, wäre auch das ein Erfolg geworden. Eine Zeit lang wurde alles zu Gold, was diese Familie auch nur ansah. Umso schlimmer war es als alternder Fan, in dessen Herz noch immer ein Plätzchen für diese langhaarigen Stimmen ist, mit ansehen zu müssen, wie sie fast über Nacht alles verloren. Geld weg, Freunde weg und dann zerbrach auch noch die heile Familienwelt, die sie nach außen immer darstellten.

    Plötzlich sah man sie nur noch getrennt. Einer ließ sich beim auswandern filmen, eine andere tanzte sich in die Herzen und wurde sicherlich Vorbild für das eine oder andere moppelige Mädchen, wieder ein anderer saß plötzlich als Mönch in einem französischen Kloster. Der Sportlichste der Familie ist aus Fernsehsendungen mit Extremsportarten gar nicht mehr wegzudenken und eine der Schwestern startete einen Versuch beim Supertalent, der ordentlich Fremdscham-Charakter hatte. Und dann die Meldung, dass ein Familienmitglied, nämlich Jimmy, wieder als Straßenmusikant unterwegs war. Spätestens da war allen klar - wer hoch fliegt kann auch tief fallen.

    Was mir an diesem Buch wirklich extrem gut gefallen hat sind die ganzen Fotografien. Das Buch ist über und über mit schönen Farbfotos bestückt, die manchmal sogar zwei Seiten ausfüllen. Der Preis von fast 20€ ist also absolut gerechtfertigt. Leider sind es "nur" Bilder von der Straße. Natürlich ist auch das ein oder andere dabei, das sehr privat wirkt. So zeigt sich Jimmy, als er über seinen ersten Winter berichtet zum Beispiel dabei, wie er mit Plastiktüten versucht die Kälte von seinen Füßen fernzuhalten oder wie er mit seiner Gitarre und dem Wagen durch den Schnee läuft. Deutlich gezeichnet und mit starker Müdigkeit im Blick, sieht er sehr sorgenvoll aus. Das ist ein intimer Einblick, keine Frage. Doch mein kleines Fan-Herz hätte auch auf das ein oder andere Kinderbild oder bisher unveröffentlichte Familienbild gehofft. Ja, es geht in diesem Buch um Jimmy. Nur um ihn und seinen Weg zurück ins Leben - aber ich habe doch ein bisschen auf Familie gehofft.

    Hier und da wird die Familie mal erwähnt. Zum Beispiel hat er einen guten Draht zu Patricia (♥) und Barby wohnt/e eine ganze Weile bei ihm und seiner Familie. Zwischendrin wird deutlich, dass er sich nicht mit allen gut versteht und man wartet nur drauf, dass nun endlich die Bombe platzt. Aber nein, mehr erfährt man nicht. Auf der einen Seite spricht das natürlich absolut für ihn und ist total verständlich, aber auf der anderen Seite wäre genau das der Punkt gewesen, der dieses Buch interessant gemacht hätte. Spannend ist es nämlich leider nicht wirklich.
     
    Es war für mich absolut interessant mal die andere Seite der Straßenmusik kennenzulernen. Welche Gefahren dort lauern, was man sich von Passanten gefallen lassen muss und was passiert, wenn das Ordnungsamt um die Ecke kommt. Neben all den negativen Dingen, erwähnt Jimmy aber auch immer wieder die schönen Seiten seiner Arbeit. Wenn gestandene Männer plötzlich weinen, weil die Musik sie so tief berührt oder sich unter den verschiedensten Straßenkünstlern Freundschaften bilden. Doch leider besteht das Buch eigentlich aus nichts anderem. Es ist eben nicht "sehr persönlich" wie im Klappentext angekündigt. Zumindest nicht für mich als Leser. Dass keine Kohle mehr da ist und (fast) jeder Kelly verschuldet ist/war, ist ja kein Geheimnis. Dass man sich dann wieder hochkämpfen muss und der Weg von einer winzigen Schimmelwohnung bis zum Einfamilienhaus schwer und beschwerlich ist, sollte auch jedem klar sein. Für Jimmy als Autor sind das ganz persönliche Dinge, das will ich gar nicht in Abrede stellen - aber für mich persönlich einfach keine Überraschung.

    Die Geschichten der Straße, die am Anfang noch so spannend, schockierend oder witzig sind, wiederholen sich eigentlich immer in wechselnder Reihenfolge. Wie Jimmy sich einen Platz zum Spielen aussucht, wird in jeder neuen Stadt beschrieben, ebenso wie die Männer und Frauen vom Ordnungsamt, die ihn darauf hinweisen, dass er nicht mit Verstärker spielen darf. In der einen Geschichte sind es Punks, die ihm das Leben schwer machen, in der anderen eine organisierte russische Bande. Zwischendrin immer wieder Geschichten über Menschen die seine Musik mögen und welche, die sie nicht mögen. Und das war es dann auch. Mehr ist es leider nicht. Für mich persönlich war das einfach zu wenig um eine bessere Bewertung zu bekommen.

    Textstellen
    Trotz meiner Suche nach meinem eigenen Weg kann ich meine Geschwister nicht völlig vergessen.
    (Seite 127)

    Wir hatten alles erreicht, was man sich als Band nur hatte erträumen können. Doch unsere Freundschaften zueinander gingen in die Brüche.
    (Seite 131)

    Fazit
    Ein Buch, von dem ich mir mehr erhofft habe. Das ewig gleiche Muster und die sich fast gleichenden Geschichten sind wenig abwechslungsreich und sorgen nicht für Spannung. Allerdings sind die vielen (professionellen) Farbfotos wirklich schön.

    Wer "schmutzige Familien-Wäsche" erleben möchte, wird sie hier nicht finden. Doch ist das Buch sehr informativ, wenn man wissen will wie es "hinter den Kulissen" bei Straßenmusikern zugeht.

    Wer nicht viel mit dem Christentum anfangen kann, wird das ein oder andere Mal sicherlich mit den Augen rollen können/müssen/wollen. Jimmy ist gläubiger, als ich gedacht hätte.

    Insgesamt war das Buch nicht schlecht, aber auch nicht das, was ich mir als ehemaliger Fan erhofft habe. Schade!

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    Benundtimsmamas avatar
    Benundtimsmamavor einem Jahr
    Lesenswertes Buch

     

    Worum geht es?

    In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der „Family“ muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich! Quelle

    Meine Meinung zum Buch:

    Auch wenn viele bei der Kelly Family die Nase rümpfen, gebe ich bekannt: Ich fand die singende Familie Anfang der 90er toll und habe ihre Musik sehr gern gehört. Zwar brach mit ihrer Trennung für mich keine Welt zusammen, aber traurig war ich damals trotzdem. Umso schöner finde ich, dass inzwischen ein Teil der Geschwister wieder gemeinsam Musik macht. Auch wenn für mich die Kelly Family ohne ihren Leader Michael Patrick Kelly nie wieder so sein wird wie früher. Neben Paddy gehörten damals auch Jimmy und John zu meinen Lieblingen. Ich habe mich riesig gefreut, als ich gesehen habe, dass einer von ihnen im Heyne Verlag ein Buch veröffentlicht hat.

    Jimmys Geschichte beginnt mit dem Ende der großen Erfolgszeit der Kelly Family. Ich war total überrascht, wie schonungslos und offen er seine Geschichte erzählt. Bereits auf den ersten Seiten schafft der Autor, der dieses Buch zusammen mit Patricia Leßnerkraus geschrieben hat, eine tolle Stimmung. Seine vielen interessanten Geschichten hat er in kleine, kurze Kapitel zusammengefasst. Diese sind echte Pageturner und lassen sich ziemlich schnell lesen. Der Schreibstil ist flüssig, leicht und in einfacher Sprache geschrieben. Ich habe mich über die gesamte Lesezeit damit sehr wohl gefühlt.

    Ich war total überrascht zu lesen, dass ein Mitglied der Kelly Family es tatsächlich wieder nötig hat, auf der Straße Musik machen zu müssen. Aber nach dem Tod des Vaters und dem Erbstreit unter den Geschwistern, der fast zum Zerwürfnis unter ihnen führte, war das Vermögen weg und jeder musste auf eigenen Beinen stehen und wieder ganz von vorne beginnen. Dies hieß für Jimmy eben: Straßenmusik.

    Es wurden viele schöne, aber auch sehr emotionale Erlebnisse auf der Straße geschildert und ich habe von Anfang bis Ende sehr viel Spaß beim Lesen gehabt.

    Neben den vielen Geschichten ist das Buch randvoll mit unzähligen Farbfotos. Ich habe dadurch noch ein viel besseres Bild von den Erzählungen bekommen. Diese Fotos hat der Jimmy Kellys langjähriger Freund Thomas Stachelhaus aufgenommen. Die Verbundenheit der beiden kommt auch beim Betrachten der Fotos deutlich rüber, denn es wurden viele einzigartige Momente eingefangen.

    Ich habe mich beim Lesen des Buches großartig unterhalten gefühlt und bin mir sicher, immer mal wieder durch das Buch zu blättern und einzelne Geschichten nachzulesen. Meine Erwartung an das Buch wurde erfüllt, und so vergebe ich sehr gern fünf von fünf Sternen und spreche eine Leseempfehlung nicht nur für Fans der Kelly Family aus.

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    Curins avatar
    Curinvor einem Jahr
    Zurück auf die Straße

    Als Familienmitglied der Kelly Family erlebt Jimmy Kelly große musikalische Erfolge. Doch nachdem der Vater gestorben ist und es Probleme bei der Aufteilung des Erbes gibt, gerät Jimmy in eine große finanzielle Krise. Um seine Familie ernähren zu können, wagt er den Schritt zurück auf die Straße. In diesem Buch berichtet er davon, was er in den verschiedenen Innenstädten in ganz Deutschland erlebt hat und wie die vielen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen ihn geprägt und verändert haben.
    Jimmy Kelly gibt hier einen ganz persönlichen und offenen Einblick in sein Leben, aber auch in den typischen Alltag eines Straßenmusikers. Er beschreibt, wieviel Überwindung es ihn gekostet hat, wieder in den Fußgängerzonen aufzutreten und sich dem ständig wechselnden und äußerst kritischen Publikum zu stellen. Beim lesen kann man richtig miterleben, wie er nach und nach wieder an Selbstvertrauen gewinnt und auch schwierige Situationen meistert.
    Mir hat besonders gefallen, dass Jimmy auch Dinge anspricht, über die sonst kaum gesprochen wird. So thematisiert er, wie schwer es Städte Straßenmusikern machen, überhaupt legal auftreten zu dürfen. Auch berichtet er von Gesprächen mit älteren Menschen, deren Rente kaum zum Überleben reicht.
    Jimmy kommt im Buch sehr sympatisch rüber und wirkt nicht wie ein unnahbarer Star. Seine Erlebnisse sind unterhaltsam zu lesen, aber haben mich auch oft berührt. Ganz besonders sind auch die vielen Farbfotos, die ganze Seiten im Buch füllen und einen Eindruck von den Auftritten des Sängers geben.
    Insgesamt war ,,Streetkid" für mich eine sehr aufschlussreiche Lektüre. Wer sich genauso wie ich dafür interessiert, wie es nach den 90ern mit den Kellys weitergegangen ist und was Jimmy auf der Straße erlebt hat, sollte dieses Buch lesen. Gerne empfehle ich es hier weiter.

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    Wetterfroschiix333s avatar
    Wetterfroschiix333vor einem Jahr
    Eine absolut authentische Biografie, die mich als Leser tief in Jimmys Gedanken- und Gefühlswelt hat

    Wer Jimmy Kelly schon etwas länger verfolgt, weiß, dass er und seine Familie als Straßenmusiker groß geworden sind - einen passenderen Titel als "Streetkid" hätte das Buch also nicht haben können. 
    Jimmy erzählt offen und ehrlich über sein Leben nach der Kelly Family. Sein Vater ist verstorben und vom Erbe ist nichts zu sehen, was einen teilweise heftigen Streit zwischen ihm und seinen Geschwistern auslöst. Pleite und in Sorge um seine inzwischen eigene Familie, entscheidet sich Jimmy wieder zur Straße zurück zu kehren - wieder von ganz vorne anzufangen. Nun könnte man meinen, kein Problem für Jimmy, hat er doch Jahrzehnte nichts anderes gemacht, doch so ist es nicht. Es kostet ihn einiges an Mut und Überwindung, alleine in der Fußgängerzone zu stehen und zu singen. Er zieht von Stadt zu Stadt und durchlebt dabei Höhen und Tiefen. Wiederholt lernt er Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten kennen, muss um den besten Platz der Stadt kämpfen oder wird von der Polizei und dem Ordnungsamt verjagt.

    "Zum Abschied sagte er zu mir "Jimmy, ich habe sehr viel Respekt vor dem, was du jetzt tust!" Ich kann kaum in Worte fassen, wie wichtig mir dieser Satz bis heute ist"
    Das für mich Besondere an dem Buch sind die wunderschönen Momentaufnahmen von Jimmy und seiner Zeit auf der Straße. Sie verdeutlichen das Geschriebene und machen das Buch zu einem einzigen Erlebnis.
    Fazit: Eine absolut authentische Biografie, die mich als Leser tief in Jimmys Gedanken- und Gefühlswelt hat blicken lassen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch!
    Ein sehr gutes Buch!

    Ich war in den 90er kein Kelly-Fan, erst vor einem Jahr wurde ich durch Angelos Dokumentation im Fernsehen auf diese Familie aufmerksam. Seitdem habe ich mir zahlreiche Videos, Auftritte und Interviews von ihnen im Internet angesehen und wurde dadurch auch ein Fan. Jimmys Buch habe ich in einem Rutsch gelesen, es ist ein wunderschönes, sehr gut geschriebenes Buch, interessant und spannend, es langweilt an keiner Stelle, man lernt auch viel für sein eigenes Leben aus dem Buch, denn Jimmy ist ein sehr nachdenklicher Mensch. Das Buch ist schon anders als Patricias Buch (das mir auch sehr gut gefallen hat), denn Jimmy erzählt nicht so viel aus seiner Kindheit und Jugend (einiges schon, aber wenig), dennoch ist das Buch sehr interessant, manchmal lustig, manchmal traurig, es regt an vielen Stellen zum Nachdenken über das eigene Leben an. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, und wenn ich mal eine Pause einlegen musste (wegen Augenschmerzen), freute ich mich immer sehr aufs Weiterlesen. Absolut empfehlenswert, nicht nur für Kelly-Fans!

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    Kinderbuchkistes avatar
    Kinderbuchkistevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein großartiges Buch, dass einem das Leben der Straßenmusiker näher bringt und viel fürs Leben mit geben kann
    Ein großartiges Buch, dass einem das Leben der Straßenmusiker näher bringt und viel fürs Leben mit g

    Was für ein Buch!



    Ich glaube die Kelly Family muss ich hier nicht vorstellen.

    Ich möchte hier auch gar nicht weiter auf sie eingehen.



    Meine Motivation dieses Buch zu lesen hatte nichts mit ihnen zu tun, sondern einzig  und allein mit der Straßenmusik, dann erst mit Jimmy Kelly und überhaupt nicht mit seiner Familie.

    Gut, auch mich hat ihre Musik begleitet. Die Musik der Familie, die im Doppeldeckerbus von Stadt zu Stadt zog und auf der Straße spielte.

    Die Kellys danach, die Konzerte gaben, die Stadthallen und Arenen füllten mochte ich nicht.



    Ich kann mich gut an die Zeit erinnern wo ich sie  auf der Straße erlebte, denn es war der Beginn meiner musikalischen Leidenschaft für die Straßenmusik, die meines Erachtens unglaubliche Musiker beheimatet, die alle mal besser sind, als vieles was uns heutzutage im Radio und Fernsehn' so zugemutet wird.

    Straßenmusik ist etwas sehr ehrliches und diesen Musikern gilt meine Bewunderung.

    Sie singen aus Überzeugung, live und ausdauernder als alle anderen Musiker.

    Man stellt sich nicht einfach so hin und singt mal eben ein paar Lieder.

    Es ist schwere Arbeit bei Wind und Wetter hinaus zu gehen, nicht überall gewollt zu sein, ständig in mehr oder weniger einer Position zu verharren und auf die Gunst der vorbeiziehenden Leute angewiesen zu sein.

    Kein leichtes, aber vielleicht doch sehr glückliches Leben.



    Mein Sohn ist ,wie ich finde ein begnadeter Musiker. Er spielt Gitarre wie ein Gott ebenso, wenn nicht sogar besser noch Tuba. Darüberhinaus noch eine recht passabel Stimme.

    Was ich jedoch wirklich fast noch mehr an ihm bewundere ist es den Mut zu haben vor Publikum zu spielen.

    Er spielt in vielen Bands auch richtig guten aber so wirklich glücklich ist er damit so im Hintergrund mit Gitarre oder Tuba nicht.

    Also riet ich ihm es einmal mit Straßenmusik zu versuchen.

    Normalerweise nehmen Kinder die Ratschläge ihrer alten Herrschaften ja nicht an, doch gleich am nächsten Tag zog er mit Gitarre und Verstärker los und kam mit reichlich Erfahrungen zurück.

    Immer wieder zieht es ihn seither auf die Straße und ich bin stolz darauf.



    Das nun war meine Motivation Jimmy Kellys Buch zu lesen.



    In einem Fernsehinterview bei daheim& unterwegs hatte ich schon von seinen Erlebnissen gehört. Jetzt alles einmal ausführlich lesen zu können war wirklich sehr spannend und vor allem bereichernd.

    Abgesehen von seinen sehr persönlichen Erfahrungen liefert das Buch unglaublich viel fürs Leben.



    Jemandem, der nicht weiß wie es weiter gehen kann, und dazu zähle ich mich auch hin und wieder, dem kann es Motivation und Hoffnung zu gleich sein, denn Jimmy Kelly hat eine ganz besondere Botschaft.

    "Glaub an dich"



    Das Buch endet mit einem Satz von Franziskus von Assisi

    "Erst tue das Nötige.

    Dann das Mögliche.

    Und plötzlich tust du das Unmögliche"



    Ein Spruch, den Jimmy Kelly in seinem Büro hängen hat und der wirklich sehr viel aussagt.



    Eindrucksvoll und ehrlich,mit sich und seinen Lesern, erzählt er von seinen Ängsten und Nöten. Pleite, Schulden mit zwei kleinen, sehr kleinen Kindern in einer verschimmelten Wohnung und noch dazu droht die Kündigung dieser Wohnung weil er die Miete nicht mehr bezahlen konnte.



    Jetzt wird der ein oder andere denken, da holt man sich Hilfe vom Staat oder so. Nein Jimmy Kelly wollte nicht, dass die Welt erfährt wie es finanziell um ihn stand. Er hatte Angst vor den Schlagzeilen in der Presse und er wollte seine Familie nicht bloß stellen.

    Daher war die Straße zunächst auch erst mal nur in Gedanken eine Option. Wer auf die Straße geht wird erkannt und zwangsläufig irgendwann zum Spielball der Presse.

    Doch irgendwann ist die Not so groß, dass er es einfach wagen muss.

    Die Straße war über Jahre die Heimat der ganzen Familie, dahin zurück zu kehren eigentlich die beste Idee, die man haben kann.

    Eindrucksvoll schildert Jimmy Kelly diesen Weg, wie er sich etwas Gitarrenspielen beibringt, den Spruch seines Vaters im Ohr hat, dass man nur 3 Lieder braucht um Erfolg zu haben, die ersten zaghaften Versuche als Straßenmusiker und die Frustration und Selbstzweifel, die mit spielten.

    Er lässt uns teilhaben an den intensiven Erlebnissen, die nicht immer positiv gewesen sind. Jimmy Kelly erzählt von Begegnungen mit Menschen, gefährlichen Situationen, zuweilen auch ein Überlebenskampf. Er schildert das tägliche Leben eines Straßenmusikers,  auf der Suche nach dem geeignetem, guten Platz um Geld zu verdienen, dem Konkurrenzkampf unter den Menschen auf der Straße von den Ordnungshütern, die ihm meist das Leben schwerer als nötig machten.

    Selbstkritisch erkennt er, dass er  häufig Menschen misstraute, die es eigentlich gut mit ihm meinten. Zuweilen wunderteer sich über sich selbst, wie er über sich selbst hinauswuchs, sich unangenehmen Zeitgenossen couragiert entgegenstellte.

    Häufig stößt er auf Abneigung bei den anderen Leuten von  und auf der Straße, weil sie kein Verständnis dafür haben, dass ein Millionär so sein Geld verdient. Wie auch konnten sie wissen, dass er kein Millionär ist und von Schulden geplagt. Er redete ja auch nie darüber ( zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

    Jimmy Kelly erzählt  von einer, wie ich finde,  besonders beeindruckende Situation, der eine heftige Auseinandersetzung mit unangenehmen Zeitgenossen voraus ging. Die wurden von der Polizei sogar über Nacht eingebuchtet. Am nächsten Morgen geht Jimmy wieder an die Stelle und trifft dort auf den gerade erst entlassenen Anführer. Er sucht das Gespräch und erzählt zur Verwunderung seines Gegenübers von seinem Leben, den Gründen wieso er wieder zurück auf die Straße ging. Damit hat er sich Achtung, Verständnis und Respekt erworben. Gleichzeitig zeigt er auch in dieser Situation sehr viel Empathie für seinen Gegner, der zum Freund wurde.

    Empathie ist ein großes Gut, dass Jimmy Kelly durch die Welt trägt. Er interessiert sich für die Menschen auf der Straße.

    Das Buch erzählt seine Geschichten aus den deutschen Städten.

    Jede Stadt hat mindestens eine aktuelle Geschichte und eine im Rückblick, denn an den meisten Orten, die er besucht war er schon früher einmal mit seiner Familie. An diesen Erinnerungen lässt er uns genauso teilhaben wie an seinem aktuellem Leben mit Frau und Kindern.

    Zum Ende des Buches erleben wir die Entstehung des Staßenorchesters, das dann doch auf Tournee in kleineren Hallen und Sälen spielt.

    Gleichzeitig erzählt er vom langen Weg zu sich selbst, an dessen Ende  eine Reise stand zurück in seine Kindheit, zurück an das Grab seiner Mutter.

    Mittlerweile hat Jimmy Kelly seine Schulden längst bezahlt. Er hat sogar ein Haus für seine Familie kaufen können, ist das dritte Mal Vater geworden und hält auch Kontakt zu einigen Geschwistern.

    Trotz allen Entwicklungen wird die Straßenmusik sein leben auch weiter begleiten.

    *



    Ein unglaubliches Buch, das tief in die Seele des Lesers gehen kann.

    Ein Buch dass einem das Leben der Straßenmusiker näher bringt.

    Ein Buch, dass tiefe menschliche Geschichten erzählt.

    Ein Buch mit reichlich Gedanken an Gott.

    Ein Buch das man nicht nur einmal liest.

    Ein Buch von und über Jimmy Kelly, einem Straßenmusiker, dessen berühmte Familie, dessen berühmter Name ihm mehr hinderlich als nützlich war, der es aber durch Authentizität und Empathie geschafft hat als eigenständige Persönlichkeit seinen Weg zu gehen und auch anerkannt zu werden.

    ***




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    Regina_Kollovor einem Jahr
    Straßenmusik mal anders

    Street Kid:Fluch und Segen, ein Kelly zu sein

    Autor:Jimmy Kelly

    Erschienen: 15. Mai 2017

    Version: Taschenbuch, eBook

    Seiten:256

    Verlag: Heyne Verlag


    Inhalt (übernommen):

    In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!


    Meine Meinung:

    Auf dem Cover ist Jimmy Kelly mit seiner Mundharmonika und Hut abgebildet. So tritt er auch auf der Straße auf.


    Das Buch erzählt zu Anfang ein bisschen allgemein über die Kelly Family, was dem Leser einen besseren Überblick verschafft. So können auch Menschen das Buch lesen, ohne ein eingefleischter Kelly Family Fan zu sein. Ich selber bin zu jung um mich an die Kelly Family von damals zu erinnern, dennoch hat mir dieses Buch einen guten und ausführlichen Einblick über das Leben von Jimmy Kelly gegeben.


    Das Buch wurde von Jimmy Kelly in Zusammenarbeit mit Patricia Leßnerkraus geschrieben. Es lies sich einfach und flüssig lesen. Zudem sind viele Bilder enthalten, die Jimmy bei seinen Auftritten auf der Straße zeigen.

    Auch ich habe Jimmy Kelly in der Leipziger Innenstadt getroffen und konnte sogar ein paar Worte mit ihm wechseln.


    Das Buch zeigt einfach, das wenn es im Leben mal nicht so läuft wie geplant, man sich einfach an seine Wurzeln zurückerinnern soll. Und vielleicht auch einfach da wieder anknüpfen sollte.


    Fazit:

    Das Buch ist für jeden etwas, der gerne mehr über Jimmy Kelly erfahren will. Mich selbst hat das Buch sehr fasziniert, aus diesem Grund gebe ich dem Buch „Street Kid“ 5 von 5Büchersternen.

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