Jincy Willett

 2.9 Sterne bei 32 Bewertungen

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Die Dramaturgie des Tötens

Die Dramaturgie des Tötens

 (32)
Erschienen am 20.10.2009
Amy Falls Down

Amy Falls Down

 (0)
Erschienen am 30.07.2013

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Unzertrennlichs avatar

Rezension zu "Die Dramaturgie des Tötens" von Jincy Willett

Wer nicht schreiben kann muss sterben?
Unzertrennlichvor 2 Jahren

Schreibstil


"Die Dramaturgie des Tötens" liegt jetzt schon geschlagene fünf Jahre auf meinem SUB. Obwohl sich der Klappentext so toll angehört und zu einem Spontankauf animiert hatte, habe ich immer nur in das Buch hineingelesen, es aber dann immer beiseite gelegt? Warum eigentlich? Es ist doch eigentlich genau mein Thema und Humor ...


In erster Linie richtete sich das Buch vorwiegend an Autoren, die wissen, wie groß die Selbstzweifel sind, wie groß die Sucht, aber auch wie groß die Angst vor einer Niederlage ist. "Die Dramaturgie des Tötens" nimmt aber zeitgleich das ganze Verlagswesen und die Autoren, die um jeden Preis einen Bestseller schreiben wollen, auf die Schippe.


Dabei ist das Buch kein Krimi der herkömmlichen Sorte, denn für mich waren die seltsamen Vorkommnisse und die Morde nur Nebensache. Tatsächlich war der Einblick in das Schreibseminar und in die Gruppe, die aus verschiedenen schreibenden Menschen besteht, das wahre Highlight in diesem Buch. Die Autorin hat einen sehr bissigen Schreibstil voller Humor, aber auch versteckter Wahrheiten. Ich musste beim Lesen sehr oft lachen, hab mich aber auch, zugegebenermaßen, in manchen Eigenheiten der Schreiberlinge wiedererkannt!

Charaktere


- Amy -


Amy lernen wir als recht mürrische Lehrerin kennen, die eigentlich gar nicht so viel von ihrem Schülern hält. (Die bringen halt Geld ein, werden aber wohl nie ein gutes Buch schreiben!) Die Gruppe, die Amy während dieses Kurses bekommt, scheint aber anders zu sein. Sie wachsen zusammen, weil sie alle die Liebe zu den geschriebenen Worten antreibt und das ist auch spürbar.


Amy selbst entwickelt sich im Laufe der Geschichte. Die ehemalige Schriftstellerin, die nie besonderen Wert darauf gelegt hat, berühmt zu sein, zieht einfach ihr eigenes Ding durch und das fand ich bemerkenswert!


- Die Gruppe -


Ich werde hier verzichten, alle Charaktere einzeln zu beschreiben, da die Seminargruppe doch recht groß ist. Interessant fand ich hier die unterschiedlichen Motivationen zum Schreiben. Da ist der Arzt, der einfach seiner Leidenschaft nachgeht und einen Medizinthriller schreibt oder die Ehefrau, der man auf dem ersten Blick nichts zutraut.


Meine Meinung


"Die Dramaturgie des Tötens" ist ein satirischer Kriminalroman mit jeder Menge Humor, der sich definitiv von der Masse abhebt. Das Buch ist bereits 2008 erschienen, doch ist auch heute noch aktuell. Es gibt immer mehr Autoren, immer mehr Menschen, die schreiben wollen, um berühmt zu werden. Dabei vergessen sie das Grundlegendste: Es geht in erster Linie nichts ums Geld verdienen. (Jedenfalls sollte es so sein!) und Talent allein reicht meistens nicht aus. Das Schreiben ist ein lebenslanger Prozess, der sich stets verbessert, wenn man am Ball bleibt!

Jincy Willet zeigt in diesem Buch den harten Alltag eines Autoren, die Selbstzweifel, die depressiven Phasen, aber auch die positiven Seiten wie die Gefühle während des Schreibprozesses oder auch das Selbstvertrauen, das der Autor mit der Zeit entwickelt. Als Schriftsteller muss man stark sein, um mit Kritik gut umgehen zu können. Dabei ist ihr Buch sehr locker gehalten, denn viele Dinge werden einfach nicht ernst genommen. Abwechslungsreich sind zudem die vielen Listen, Blogbeiträge, Emailkontakte und Kurzgeschichten und Gedichte, die teilweise eingeworfen werden.


Auf den ersten 200 Seiten ist kaum Gefahr zu spüren und als Leser dürfen wir erst einmal an dem Kurs teilnehmen, um alle Charaktere kennenzulernen. In jeder Stunde dürfen zwei Teilnehmer eine ihrer Geschichten diskutieren lassen. Hier bekommen wir als Leser gelehrt, was es mit der Dramaturgie des Schreibens zu tun, was die typischen Fehler sind und wie der Autor mit Kritik umgehen sollte. Viele Texte werden auseinandergenommen, aber Amy stellt auch schnell fest, dass es einige talentierte Schreiber in ihrem Kurs gibt!


Diese Gruppe ist etwas Besonderes, da ist sich Amy schnell sicher. Dann geschehen jedoch seltsame Dinge. Es fängt damit an, dass die Manuskripte der Teilnehmer mit seltsamen Kommentaren bekritzelt sind und es reicht schließlich bis zum ersten Mord. Schnell wird klar, dass einer der Teilnehmer dafür verantwortlich ist. Wer von ihnen ist so von seinem Schreiben besessen, dass er dafür über Leichen gehen würde? Wer möchte den Kurs frühzeitig beenden?


"Die Dramaturgie des Tötens" ist ein Buch, das sich eindeutig von der Masse abhebt. Ich bin mir jedoch nicht ganz so sicher, wie man als "Nicht-Autor" den recht satirischen Einblick in das Schreiberleben empfindet. Das Buch ist kein traditioneller Krimi in dem es um die Aufklärung eines Mordes geht, vielmehr ist es mit schwarzem Humor bestückter Roman mit einer zynischen, aber liebenswerten Protagonistin und einer Gruppe Schreibsüchtiger!


Fazit


Als Autor habe ich mich teilweise selbst in den Charakteren wiedergefunden und beim Lesen habe ich mich sehr oft weggeschmissen vor Lachen. Für Leute, die einen rabenschwarzen Humor haben und Einblick in das Leben eines Schriftstellers bekommen wolle, ist dieser Roman/Krimi ein absolutes Must Read! 

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Thommy28s avatar

Rezension zu "Die Dramaturgie des Tötens" von Jincy Willett

Einfach nur langweilig
Thommy28vor 6 Jahren

Amy Gallup ist eine gescheiterte Schriftstellerin.Um sich über Wasser zu halten, arbeitet sie als Lehrerin für kreatives Schreiben an einer amerikanischen Uni. Dreizehn Schüler melden sich dieses Jahr für einen Kurs bei ihr an. Sicher wieder so eine langweilige Truppe denkt sie.Doch dieses Jahr ist es anders. Irgendjemand spielt anonym ein gemeines Spielchen, indem er die Kursmitglieder, die nicht sonderlich talentiert sind, bloßstellt und sie zu mit gemeinen Streichen erschreckt.

Laut Klappentext soll es sich um eine "böse" Satire handeln. Davon habe ich nichts bemerkt. Die Protagonistin ist eine wirre Frau, die 13 Schüler bleiben scherenschnittartig blass und verwirren schon ob ihrer Anzahl. Die Schreibweise ist bemüht. Einschübe von Mailschriftwechsel sollen wohl auflockern, sind aber eher störend. Von dem angekündigten "schwarzen Humor" nichts zu bemerken.Das Buch ist einfach nur langweilig! Es schrammt nur haarscharf am absoluten Flop vorbei.

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Phinis avatar

Rezension zu "Die Dramaturgie des Tötens" von Jincy Willett

Rezension zu "Die Dramaturgie des Tötens" von Jincy Willett
Phinivor 6 Jahren

Inhalt
Wer nicht schreiben kann, muss STERBEN!

Seit dreißig Jahren hat Amy Gallup keinen Roman mehr veröffentlicht. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, gibt sie Schreibseminare. Dieses Semester entwickelt sich der Kurs allerdings in eine beunruhigende Richtung: Einer der Teilnehmer mokiert sich - anonym und auf äußerst verletzende Weise - über seine Mitschüler und beginnt, sie durch zunehmend gefährlichere Streiche zu terrorisieren. Schließlich wird einer der Schüler ermordet. Und Amy fragt sich: Wer aus der harmlosen kleinen Gruppe ist fähig, einen Menschen wegen eines schlechten Manuskripts zu töten?

Autorin
Jincy Willett ist Autorin und Lektorin. In den USA hat sie bereits den Kurzgeschichtenband „Jenny and the Jaws of Life” sowie den Roman «Winner of the National Book Award» veröffentlicht. Über sich selbst sagt Jincy Willet, sie sei eine alternde, verbitterte Frau, wohnhaft in Escondido, Kalifornien, die ihre Tage damit verbringt, Sätze von völlig Unbekannten zu analysieren, und ihre Abende dem Unterrichten und Schreiben widmet. Manchmal, spätnachts, wenn es ganz dunkel ist, lacht sie unpassend.

Meine Meinung
Das Buch ist aufgebaut nach Unterrichtsstunden/-abenden. Es handelt sich um einen Erwachsenenweiterbildungskurs zum Thema "Kreatives Schreiben". Immer 2 der Teilnehmergruppe muss dem Rest der Gruppe etwas selbst geschriebenes zur Verfügung stellen und dann übt der Rest Kritik an dem Manuskript - positive und negative. Ich fand es total interessant, zu lernen wie man richtig Kritik übt. An sich konnte ich total viel für mich selbst mitnehmen, was das Schreiben angeht, über Fiktion und Realität.
Die Autorin versteht es den Leser Abend für Abend in den Unterricht mitzunehmen und durch Ihren Sarkasmus wird es oft auch lustig.

Fazit
Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer der oder die Täter/-in ist. Und war dann sehr überrascht. Das Buch war o.k. aber ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen, denn manchmal zogen sich die "Abende" schon in die Länge und die Untätigkeit der Polizei nervt irgendwie.

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