Jiro Taniguchi

 4.2 Sterne bei 170 Bewertungen
Autor von Vertraute Fremde, Die Sicht der Dinge und weiteren Büchern.
Jiro Taniguchi

Lebenslauf von Jiro Taniguchi

Jirō Taniguchi (谷口 治郎; 1947-2017) wurde in Tottori geboren und gilt als einer der weltweit bedeutendsten Mangaka. Seine Karriere begann er mit 19 Jahren als Assistent des Mangaka Kyūta Ishikawa, einem Vertreter der Gekiga-Gattung, die sich eher an erwachsene Leser richtet. Anfang der Siebziger zieht er nach Tokio und veröffentlicht 1972 seinen ersten Manga „Kareta Heya“ (嗄れた部屋). Bereits 1974 wird Taniguchi erstmals für den Shōgakukan-Manga-Preis nominiert. Ab Mitte der Siebziger arbeitet er mehrmals mit dem Journalisten Natsuo Sekikawa zusammen und setzt sowohl dessen Texte, als auch die anderer Autoren in Comicform um. Großen Einfluss hatten zu dieser Zeit frankobelgische Comics auf sein Werk, ein Grund dafür, warum seine Werke häufig von einem westlichen Stil geprägt sind. In den achtziger Jahren ändert sich der Stil Taniguchis und er entwirft die „‚Botchan‘ no Jidai“-Reihe (「坊っちゃん」の時代) über den Schriftsteller Natsume Soseki aus der Meiji-Zeit, für dessen letzten Band er 1998 den Osamu-Tezuka-Culture-Award verliehen bekommt. Seine Geschichten bekommen bis zu den Neunzigern eine immer persönlichere Gestaltung mit Bezug zum Alltag. 2010 erscheint in Deutschland das autobiographisch inspirierte Werk „Ein Zoo im Winter“ (冬の動物園, 2008), nur eines der vielen nennenswerten Werke Taniguchis. In Europa ist Taniguchi vor allem in Frankreich bekannt, da seine Werke dort bereits ab 1995 gedruckt wurden, in Deutschland erst über zehn Jahre später. Jirō Taniguchi starb am 11. Februar 2017 im Alter von 69 Jahren.

Neue Bücher

Im Jahrtausendwald

 (1)
Neu erschienen am 02.10.2018 als Hardcover bei Carlsen.

Alle Bücher von Jiro Taniguchi

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Die Sicht der Dinge

Die Sicht der Dinge

 (29)
Erschienen am 29.02.2008
Vertraute Fremde

Vertraute Fremde

 (29)
Erschienen am 12.03.2011
Von der Natur des Menschen

Von der Natur des Menschen

 (14)
Erschienen am 22.10.2009
Der spazierende Mann

Der spazierende Mann

 (14)
Erschienen am 28.08.2012
Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

 (11)
Erschienen am 24.06.2011
Die Stadt und das Mädchen

Die Stadt und das Mädchen

 (9)
Erschienen am 20.03.2007
Träume von Glück

Träume von Glück

 (8)
Erschienen am 22.08.2008
Der Gourmet

Der Gourmet

 (8)
Erschienen am 28.10.2014

Neue Rezensionen zu Jiro Taniguchi

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Die Sicht der Dinge" von Jiro Taniguchi

Ganz wunderbare Geschichte über Familie, Vorwürfe und Verzeihen
katzenminzevor einem Jahr

Ganz wunderbare Geschichte über Familie, Vorwürfe und Verzeihen


Bei dieser Graphic Novel liegt die Betonung für mich definitiv auf dem „Novel“. Denn bei dieser tollen Geschichte, waren die Bilder fast schon Nebensache. Die klaren, detaillierten Zeichnungen mit leichtem Manga-Touch passen perfekt zur ruhig erzählten Geschichte um Yoichi und seine Familie. Dieser hat seine Familie schon seit über 14 Jahre nicht mehr besucht, als sein Vater unerwartet stirbt. Gegen den hegt er seit der Trennung seiner Eltern einen Groll, den er eigentlich gar nicht richtig benennen kann. Auf der Trauerfeier, zu der er endlich wieder in seine Heimatstadt reist, erfährt er die Geschichte seines Vaters und die der Trennung seiner Eltern erstmals aus einer ganz anderen Perspektive. Langsam beginnt er nun, seinen Vater zu verstehen.


In Die Sicht der Dinge erzählt Jiro Taniguchi eine traurige und berührende Geschichte ohne auch nur das kleinste bisschen ins Kitschige abzurutschen. Ich hätte gedacht, die Geschichte wäre weit autobiografischer, als sie letztlich ist. Aber Taniguchi bringt die Gefühle und den Konflikt seines Hauptcharakters und Ich-Erzählers Yoichi so realistisch rüber, dass es erstaunlich ist, dass er all das nicht selbst erlebt hat. Ohne erhobenen Zeigefinger und mit viel Einfühlungsvermögen lässt er Yoichi seine Fehler und die seiner Eltern begreifen. Erinnerungen müssen revidiert werden und über Jahre festgefahrene Ansichten wandeln sich plötzlich. Um seine liebevolle Familie kann man Yoichi dabei fast ein wenig beneiden. Auch die Umsetzung der Geschichte mit einem Wechsel zwischen der Trauerfeier, Yoichis Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend und der Sicht seiner Schwester oder seines Onkels auf die damaligen Ereignisse, war sehr stimmig und hat mir gut gefallen.


Ich habe an Die Sicht der Dinge nichts auszusetzen. Selbst das Format des Paperbacks ist beim lesen total angenehm. Die Geschichte ist rund, gelassen, fast schon melancholisch erzählt und hat mir mehrmals einen dicken Klos im Hals beschert. Taniguchi hat die Themen Familie und das Verhältnis von Vater und Sohn spannend und klug umgesetzt. Definitiv sehr lesenswert!

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FaMIs avatar

Rezension zu "Venedig" von Jiro Taniguchi

Weckt das Fernweh nach Venedig
FaMIvor einem Jahr

Der japanische „Mangaka“ Jiro Taniguchi wäre am 14. August 2017 70 Jahre alt geworden. Leider starb der Künstler im Februar dieses Jahres. Er hinterlässt eine umfangreiche Anzahl an Werken, die in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Menschen begeisterten.

Der als Travel Book angelegte Manga „Venedig“ ist mein erster Kontakt mit dem japanischen Künstler. Nach meiner Venedig-Reise im März habe ich ihn zufällig auf der Homepage von Carlsen entdeckt und war sofort hin und weg. Ich wollte noch einmal diesen schönen Ort in Bildern sehen. Taniguchi hat es geschafft, mich noch einmal in die beeindruckende Lagunenstadt mitzunehmen und mir dabei nur durch seine wunderschönen Aquarelle eine Geschichte zu erzählen.

Ein Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln

In der Handlung geht es um einen „Mann, der zu Fuß durch Venedig streift“ (S. 126). Auf den Spuren seiner Vorfahren wandert er durch die Stadt und hängt seinen Gedanken nach. In einer Mischung aus farbigen und sepiafarbenen Aquarellen und vereinzelten Monologen verfolgt der Leser den Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln. Diese kleine Geschichte versetzt in eine nostalgische Stimmung.

Beeindruckende Aquarelle von Venedig

Die Farbgebung und die Komposition der Bilder sind beeindruckend und lösen sofort Fernweh aus. Taniguchis Aquarelle sind farbenfroh, detailliert und beleuchten die Stadt in all ihren Facetten. Es werden bekannte Touristenschwerpunkte und deren Lebendigkeit gezeigt. Daneben gibt es Bilder einsamer, malerischer Gassen. Wer Venedig schon einmal besucht hat, wird sofort die dargestellten Orte erkennen und mit eigenen Erinnerungen füllen. Ich hatte sehr viel Spaß dabei, die Malereien mit eigenen Fotos zu vergleichen und bin ein weiteres Mal beeindruckt von dem Talent Taniguchis.

Am Ende des querformatigen Buches gibt es ein Glossar, in welchem alle Bilder und die darauf dargestellten realen Orten verzeichnet sind. Außerdem hat Taniguchi selbst ein Nachwort zu seinem Werk verfasst, in dem er erzählt, wie er zu der Reise nach Venedig gekommen ist.

Dieses Buch hat mich unheimlich beeindruckt. Es macht so viel Lust auf die Lagunenstadt, dass man sofort in das nächste Flugzeug steigen möchte. Ich habe für mich beschlossen, dass ich in baldiger Zukunft noch einmal nach Venedig reisen und Taniguchis Aquarelle in Fotos festhalten möchte.

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dowo1981s avatar

Rezension zu "Der Gourmet" von Jiro Taniguchi

Der Gourmet - von der Kunst allein zu geniessen oder auch: so schmeckt Japan
dowo1981vor einem Jahr

Als wir vor kurzem bei Netflix auf die Serie “Samurai Gourmet“ gestossen sind und diese echt klasse fanden, nahm es sich mein Mann zum Anlass mir dieses Buch zu schenken. 


Es handelt sich eher um einen Comic (mit schwarz-weissen Zeichnungen). Der Verlag bezeichnet es auf dem Cover als “graphic novel“.
Und dieses Buch, welches ursprünglich 1997 erschien, war Grundlage für die Verfilmung (Samurai Gourmet) im Jahre 2012 und wurde in Japan daraufhin zum Bestseller.


In dem Buch begleiten wir als Leser und Betrachter der wirklich detailverliebten Zeichnungen, einen japanischen Handlungsreisenden dabei, wie er sich nach seinen Geschäftsterminen etwas zu essen sucht. Man lernt verschiedene Formen von Lokalen kennen, die es so wohl nur in Japan gibt. Auch das Essen wird in jeder Einzelheit beschrieben, sodass man beim Lesen tatsächlich Hunger bekommt.


Es klingt vielleicht banal, das in diesem Buch beschrieben wird, wie ein Mann alleine essen geht, ist es aber nicht.


Wenn man dem Thema Japan irgendwie ein bisschen angetan ist oder Spass daran hat etwas Neues über die Kultur eines Landes zu lernen, dann ist man bei diesem Buch richtig.


Was mir auch sehr gefallen hat: anstelle eines Nachwortes gibt es eine Kurzgeschichte, die sich dann auch ähnlich in der Verfilmung wiederfindet.


Fazit: mal was ganz Anderes, was sich aber definitiv lohnt!

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Jiro Taniguchi wurde am 14. August 1947 in Tottori (Japan) geboren.

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