Die Sicht der Dinge

von Jiro Taniguchi 
4,6 Sterne bei29 Bewertungen
Die Sicht der Dinge
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

once-upon-a-times avatar

Berührend, und doch fiel es mir schwer, mich in den Protagonisten hinein zu versetzen.

Apfelgruens avatar

Eine ruhige und wehmütige Graphic Novel.

Alle 29 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Sicht der Dinge"

Als er die Nachricht vom Tode des Vaters erhält, fährt Yoichi zu dessen Beerdigung in seinen Heimatort Tottori. 15 Jahre hat er seine Familie nicht mehr besucht, darin bestrebt, die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend zu verdrängen. Nun erweist er seinem Vater bei der Totenwache die letzte Ehre - und verblasste Erinnerungen werden wieder lebendig.
Die Gespräche im Kreise der Verwandten revidieren festgefahrene Ansichten, machen alte Schuldzuweisungen nichtig. Vor Yoichi entfaltet sich ein vollkommen neues Bild seines Vaters.

PRESSESTIMMEN zu DIE SICHT DER DINGE:

»Ein großartiges Buch. Bereits im letzten Jahr veröffentlichte der Carlsen-Verlag Taniguchis "Vertraute Fremde" - die meisterhafte Erzählung von einem gehetzten Großstadtmenschen auf der unfreiwilligen Reise in seine Vergangenheit. Dafür wurde der Japaner mit dem Preis als bester Szenarist auf dem renommierten Comic-Festival in Angoulême ausgezeichnet. Kaum vorstellbar schien, dass Taniguchi noch einmal ein solcher Wurf gelingen würde. Doch nun ist es vollbracht. So wie in dem Vorgängerband tritt auch in "Die Sicht der Dinge" ein Vertreter der schnelllebigen Jetztzeit seinen Weg in die Heimat an, die er in jungen Jahren und im Streit mit seinem Vater verlassen hat.«
(Christian Schlüter, FRANKFURTER RUNDSCHAU)

»Taniguchi erweist sich in dieser nun auch auf Deutsch vorliegenden Graphic Novel erneut als Meister des feinen Strichs und der großen Emotionen. Mit nur wenigen Bildern gelingt es dem Künstler, die ganze Gefühlswelt seiner Figuren vor dem Leser auszubreiten. Nachdenklich und stimmungsvoll kreist seine Geschichte um Begriffe wie Ehrgefühl, Verlust und Vertrauen.« (dpa)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551777317
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:29.02.2008

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne20
  • 4 Sterne5
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Emotional ohne Kitsch, Klug ohne Zeigefinger, ruhig, stimmig, einfach toll!
    Ganz wunderbare Geschichte über Familie, Vorwürfe und Verzeihen

    Ganz wunderbare Geschichte über Familie, Vorwürfe und Verzeihen


    Bei dieser Graphic Novel liegt die Betonung für mich definitiv auf dem „Novel“. Denn bei dieser tollen Geschichte, waren die Bilder fast schon Nebensache. Die klaren, detaillierten Zeichnungen mit leichtem Manga-Touch passen perfekt zur ruhig erzählten Geschichte um Yoichi und seine Familie. Dieser hat seine Familie schon seit über 14 Jahre nicht mehr besucht, als sein Vater unerwartet stirbt. Gegen den hegt er seit der Trennung seiner Eltern einen Groll, den er eigentlich gar nicht richtig benennen kann. Auf der Trauerfeier, zu der er endlich wieder in seine Heimatstadt reist, erfährt er die Geschichte seines Vaters und die der Trennung seiner Eltern erstmals aus einer ganz anderen Perspektive. Langsam beginnt er nun, seinen Vater zu verstehen.


    In Die Sicht der Dinge erzählt Jiro Taniguchi eine traurige und berührende Geschichte ohne auch nur das kleinste bisschen ins Kitschige abzurutschen. Ich hätte gedacht, die Geschichte wäre weit autobiografischer, als sie letztlich ist. Aber Taniguchi bringt die Gefühle und den Konflikt seines Hauptcharakters und Ich-Erzählers Yoichi so realistisch rüber, dass es erstaunlich ist, dass er all das nicht selbst erlebt hat. Ohne erhobenen Zeigefinger und mit viel Einfühlungsvermögen lässt er Yoichi seine Fehler und die seiner Eltern begreifen. Erinnerungen müssen revidiert werden und über Jahre festgefahrene Ansichten wandeln sich plötzlich. Um seine liebevolle Familie kann man Yoichi dabei fast ein wenig beneiden. Auch die Umsetzung der Geschichte mit einem Wechsel zwischen der Trauerfeier, Yoichis Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend und der Sicht seiner Schwester oder seines Onkels auf die damaligen Ereignisse, war sehr stimmig und hat mir gut gefallen.


    Ich habe an Die Sicht der Dinge nichts auszusetzen. Selbst das Format des Paperbacks ist beim lesen total angenehm. Die Geschichte ist rund, gelassen, fast schon melancholisch erzählt und hat mir mehrmals einen dicken Klos im Hals beschert. Taniguchi hat die Themen Familie und das Verhältnis von Vater und Sohn spannend und klug umgesetzt. Definitiv sehr lesenswert!

    Kommentare: 5
    23
    Teilen
    paevalills avatar
    paevalillvor 4 Jahren
    Ein ruhiges Buch über ein ernstes Thema

    Bei "Die Sicht der Dinge" von Jiro Taniguchi handelt es sich um einen gelungenen Erwachsenen-Manga über ernste Themen wie Tod und verfälschte Erinnerungen, der zum Nachdenken anregt.

    Inhalt:
    Protagonist Yoichi kehrt nach sehr vielen Jahren in seine Heimat auf dem Land zurück, um an der Beerdigung seines eigentlich mehr oder weniger verhassten Vaters teilzunehmen. Der dortige Besuch verändert seine Sicht auf viele Angelegenheiten aus der Vergangenheit und vor allem seinen Vater enorm...

    Aufbau, Schreib-Stil:
    Die Geschichte spiegelt hauptsächlich die Gedankenwelt des sehr ruhigen und nachdenklichen Protagonisten wieder. In zahlreichen Gesprächen, die Fragmente aus der Vergangenheit wiedergeben, verändern sich Erinnerungen bzw. werden durch neue Bilder angereichert, die den Protagonisten völlig verändern. In der äußeren Umwelt passiert wenig, dafür wird das Innenleben nachvollziehbar dargestellt.

    Zeichenstil:
    Der Zeichenstil ist klassisch gewählt, simpel und doch detailreich. Insofern spiegeln die zahlreichen Bilder den Inhalt sehr gut wieder.

    Fazit:
    Das Buch kann ich uneingeschränkt für alle Leser empfehlen, die sich mit einer ernsten Thematik auseinandersetzen wollen und keine Scheu vor gezeichneten Bildern haben.

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 4 Jahren
    Das Leben aus unterschiedlichen Standpunkten betrachten

    Yoichi ist 6 Jahre alt als sich seine Eltern trennen. Er gibt seinem Vater die Schuld daran und entfremdet sich im Laufe seiner Kindheit und Jugend immer weiter von ihm. Als er alt genug ist, zieht er zum Studium und zur Arbeit nach Tokyo und besucht seine Heimat nur noch zwei oder dreimal. Bis ein Brief aus Tottori eintrifft, dass sein Vater verstorben ist. Zunächst will Yoichi nicht nach Hause fahren, lässt sich dann aber überreden und erfährt dann die wahre Geschichte und das wirkliche Leben seines Vaters. Auch die Heimat an sich spielt dabei eine große Rolle.
    Für meinen ersten graphic novel hat mir das Buch recht gut gefallen. Die Geschichte birgt ein wichtige, ich würde fast sagen Weisheit, in sich. Das Comicformat ist für mich jedoch eher gewöhnungsbedürftig und wird wohl nicht weiter Einzug erhalten. Dennoch eine gute Geschichte, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    leserins avatar
    leserinvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Sicht der Dinge" von Jiro Taniguchi

    Dieser Roman war mein erster "Comic-Roman", den ich gelesen habe und er hat mich überzeugt, weitere zu lesen.

    Ich war überrascht, was man in einem "Bilderroman" alles zaubern kann. Durch die klaren Zeichnungen des Autors Jiro Taniguchi und die eigentlich wenigen Worte in den Sprechblasen erlebt man eine tiefgehende, hautnahe Geschichte.

    Yoichi, der Protagonist im Buch, verließ nach seiner Oberschulzeit sein Elternhaus, um in Tokio zu studieren. In Wahrheit floh er vor seinen Gefühlen (Verlust seiner Mutter durch Trennung der Eltern).
    Durch den Tod seines Vaters kam Yoichi nach 15 Jahren wieder einmal in seinen Heimatort Tottori. Während der Totenwache holen den Sohn die Erinnerungen und Erlebnisse seiner Kindheit wieder ein, und er gewinnt wirklich eine andere Sicht der Dinge.

    Das Werk "Die Sicht der Dinge" des japanischen Autors führt den Leser ruhig, überzeugend, detail- und lehrreich an das Buch heran.

    Es war eine besonderes Erlebnis, dieses Buch mit den beeindruckenden Zeichnungen zu "studieren".

    Sehr empfehlenswert für Alt und Jung.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    pardens avatar
    pardenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Sicht der Dinge" von Jiro Taniguchi

    WENN WORTE FEHLEN...

    Als er die Nachricht vom Tode des Vaters erhält, fährt Yoichi zu dessen Beerdigung in seine Heimatort Tottori. 15 Jahre hat der Grafiker seine Familie nicht mehr besucht, darin bestrebt, die Erinerungen an seine Kindheit und Jugend zu verdrängen. Nun erweist er seinem Vater bei der Totenwache die letzte Ehre - und verblasste Erinnerungen werden wieder lebendig.
    Die Gespräche im Kreise der Verwandten revidieren festgefahrene Ansichten und machen alte Schuldzuweisungen nichtig. Vor Yoichi entfaltet sich ein vollkommen neues Bild seines Vaters...

    Was sind Erinnerungen? Immer etwas Subjektives. Erinnerungen sind Bilder, Gerüche, Eindrücke, die sich zu einer Wahrheit verdichten, die unverrückbar erscheint. Wenn diese Erinnerungen dann noch aus der frühen Kindheit stammen und mit sehr einschneidenden Erlebnissen im Zusammenhang stehen, braucht es schon ein Korrektiv, Worte, Aussprachen, die diese Eindrücke relativieren und Dinge vielleicht auch in einem anderen Licht erscheinen lassen...
    Wenn aber Worte fehlen, Gefühle nicht angesprochen werden, das stumme Erleiden und Aushalten zur Familientradition wird - dann lebt letztlich jeder in seiner eigenen Hölle. Doch für Yoichi stellt der Tod seines Vaters unerwartet eine Möglichkeit dar, durch die Erinnerungen von Freunden, Verwandten und Bekannten eine neue Sichtweise auf seinen Vater und seine eigene Vergangenheit zu entwickeln. Er erkennt, wie wichtig es ist, das Innehalten, das Zurückschauen, das Verstehen...

    Das erste Mal, das ich ein Graphic Novel in der Hand hielt - einen Roman in Comicform. Meine anfängliche Skepsis wich schnell einem Gefesseltsein: traf ich hier doch auf eine berührende Mischung aus Humanismus, Melancholie, leichter Skepsis, feinem Humor und viel Poesie.
    Das richtige Buch zur richtigen Zeit, und so habe ich es in einem Rutsch durchgelesen und vorhin leise den Buchdeckel geschlossen.

    Unbedingt empfehlenswert!

    Kommentare: 1
    21
    Teilen
    once-upon-a-times avatar
    once-upon-a-timevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Berührend, und doch fiel es mir schwer, mich in den Protagonisten hinein zu versetzen.
    Kommentieren0
    Apfelgruens avatar
    Apfelgruenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ruhige und wehmütige Graphic Novel.
    Kommentieren0
    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte über die Suche nach dem Glück und eine Vater-Sohn-Beziehung, die sich leider erst zu spät entwickeln kann. Sehr lesenswert.
    Kommentieren0
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Zum Weinen schön.
    Cubbies avatar
    Cubbie

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Chronik einer Familie

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks