João Ricardo Pedro Wohin der Wind uns weht

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Inhaltsangabe zu „Wohin der Wind uns weht“ von João Ricardo Pedro

Mit dem Wind der Veränderung, den Portugal im Frühjahr 1974 ereilt, wendet sich auch das Schicksal der Familie Mendes. Das des Großvaters Augusto, der in seinem Dorf sehnsuchtsvoll die Briefe des Freundes aus Buenos Aires erwartet. Das seines kriegstraumatisierten Sohnes Antônio, und schließlich jenes von Duarte, dem musikalischen Wunderkind, das eines Tages beschließt, dem zerstörerischen Sog der Musik für immer zu entsagen. Mithilfe eines geheimnisvollen Gemäldes und den vergilbten Briefen des Großvaters macht sich Duarte daran, die wohlgehüteten Geheimnisse der Familie Mendes zu lüften … Mit einem magischen Gespür für die Schönheit und die Tragik des Lebens zeichnet João Ricardo Pedro ein faszinierendes Familienporträt. Wohin der Wind uns weht ist ein Roman über Musik und Gewalt, über die Liebe und das Schicksal: bewegend, kraftvoll und rätselhaft.

Uneinheitlich im Stil - hat dadurch etwas von einem literarischen Flickenteppich. Aber einem wirklich wunderbaren, brillianten Exemplar.

— Buchhandlung_am_Schaefersee
Buchhandlung_am_Schaefersee

http://novelero.de/wohin-der-wind-uns-weht/

— sandro_abbate
sandro_abbate

Beeindruckend. Für mich ein 4,5 Sterne-Buch, da der schöne Schreibstil leider immer wieder durch vulgäre Stellen unterbrochen wird.

— Sommerregen
Sommerregen
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  • Ein besonderes Gewebe aus den Erlebnissen dreier Generationen in Portugal.

    Wohin der Wind uns weht
    Sommerregen

    Sommerregen

    João Ricardo Pedros Debütroman “Wohin der Wind uns weht” umfasst die Erlebnisse dreier Generationen. Die Geschichte beginnt mit der Nelkenrevolution am 25. April 1974, durch die Portugal von der 40 Jahre andauernden autoritären Diktatur befreit wird. Doktor Augusto Mendes, der als Arzt auf dem Land lebt, sitzt mit anderen Dorfbewohnern bei Tisch; die Politik wird zum Thema gemacht. Als er das Verschwinden seines alten Freundes Celestino bemerkt, begibt er sich auf die Suche nach diesem und wird fündig. Celestinos Überreste- die ihn umschwirrenden Fliegen haben kaum mehr als sein Glasauge und den von Kugeln zerlöcherten Schädel übrig gelassen- liegen auf einem herrenlosen Brachland. Doch wird nicht nur seine Geschichte und die seiner Frau Laura erzählt, sondern umspannt das Buch noch zwei weitere Generationen. Antonio Mendes, der Sohn des Dorfarztes, muss während des Kolonialkrieges 1961 bis 1973 zwei mal nach Angola ausrücken, weswegen er, wie viele andere, traumatisiert zurückkehrt. Bei dem ersten Treffen mit seiner Frau erkennt er zu Beginn zum Beispiel seinen eigenen Sohn nicht mehr wieder. Doch auch in der Zukunft lassen sich immer wieder Verknüpfungen zu seinen Erlebnissen herstellen, Auslöser für weitere Erlebnisse auffinden. Sein Sohn, um den es in dem Buch zentral geht, erfährt nur nach und nach als er älter wird von einzelnen schockierenden Geschichten seines Großvaters und seines Vaters. Duarte selbst begibt sich erst nach dem Tod Augusto Mendes’ auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit, möchte etwas über die Geschichte seiner Vorfahren erfahren. Diese Handlung setzt jedoch erst am Ende des Buchs ein, sodass man Duarte auf diesem Weg nur in seinen Anfängen begleiten kann. Duarte selber ist ein sehr begabter Pianist. Er wird dafür bewundert, dass seine Finger unaufhaltsam über die schwarzen und weißen Tasten huschen und dabei die Werke berühmter Komponisten aufblühen lassen. Doch als er droht, sich in der Musik zu verlieren beendet er seine vielversprechende Karriere als Pianist plötzlich, was in seinem Umfeld zunächst Unverständnis hervorruft. Beim Lesen des Buchs begleitet man Augusto, Antonio und Duarte immer abwechselnd bei besondern Episoden ihres Lebens, welche oftmals mit der politischen Lage Portugals verbunden sind. Zu Beginn ist dies noch sehr undurchschaubar, doch je mehr man liest, desto häufiger erkennt man Personen wieder, entdeckt Zusammenhänge oder versteht den Grund für eine gewisse Handlung. Dennoch hilft es sehr, wenn man einige Passagen mehrfach liest, um so dieses Gewebe an Handlungen genau erfassen zu können. Man erfährt von der Entwicklung Portugals, aber auch von dem Heranwachsen und Älterwerden der Charaktere. Duarte wird erwachsen, verändert sich. Doch auch der Schreibstil erfährt einen Wandel. Zu Beginn sind die Sätze noch sehr lang, in gewisser Weise verspielt, wenn sie auch einen melancholischen oder brutalen Inhalt vermitteln. Je weiter die Geschichte dann jedoch voran schreitet, desto kürzer und einprägsamer werden die Sätze. Häufig werden sogar Ellipsen eingesetzt, sodass einige Passagen nicht nur inhaltlich sondern auch sprachlich ein befremdliches oder auch unbehagliches Gefühl hervorrufen, welches stets zu der Handlung passt. Meistens ist der Schreibstil sehr ansprechend, beinahe poetisch, doch dann wird das ganze plötzlich, was mir ehrlich gesagt nicht ganz so sehr gefallen hat, durch eine vulgäre Erzählweise gebrochen. Sicherlich kann man dies als Ausdruck des starken Unmuts, der Verzweiflung und der Wut oder den vielen anderen Gefühlen der Hauptcharaktere erklären, dennoch gefällt mir der klingende Schreibstil wesentlich besser. Beim Beenden des Buchs blickt man auf ein Gewebe der Geschichten dreier Generationen die, ohne dass man es zu Beginn vermutet hätte, alle mit einander verbunden sind. Man sollte sich für dieses Buch aber definitiv Zeit nehmen und auch nach Beenden des Buchs braucht es noch etwas, bis man das Gelesene richtig geordnet und verstanden hat. Um die in diesem Buch beschriebenen Episoden verstehen zu können musste ich nebenbei immer wieder andere Texte zu Portugals Geschichte lesen und ich kann dies wirklich jedem empfehlen, da sonst wohl deutlich mehr Fragen offen blieben und die Bedeutungen verschiedener Episoden im Unklaren blieben. Ich denke auch, dass ich dieses Buch noch ein weiteres mal lesen werde, da ich glaube, dass man dann noch viele neue Details entdecken kann und sich noch weitere Fragen klären lassen, denn mit der letzten Seite des Buchs bleiben noch ein paar Fragen offen, deren Antworten im Vorangegangenen versteckt sein könnten. Alles in allem handelt es sich bei João Ricardo Pedros Debütroman “Wohin der Wind uns weht” um ein besonderes Buch, für das es Zeit braucht. Auf die Struktur des Buchs, sprich den sprunghaften Wechsel zwischen den Generationen, muss man sich einlassen, außerdem muss man sich beim Lesen konzentrieren. Wegen der vulgären Unterbrechungen im Schreibstil, die mir persönlich nicht ganz zugesagt haben, mache ich in meiner Bewertung Abstriche.

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    • 9
    SalanderLisbeth

    SalanderLisbeth

    06. July 2015 um 11:20
  • Anspruchsvolles und grandioses Debüt

    Wohin der Wind uns weht
    HarIequin

    HarIequin

    „Geräuschlos wie Spinnenbeine glitten seine Finger darüber, mal in sehnsuchtsvollen Adagios, mal in schnellen Vierundsechzigstelnoten, ganz nach den Vorgaben der Partitur, die nur Duarte zu kennen schien.“ (Seite 32) Es ist schwer den Inhalt wiederzugeben, aber grob gesagt geht es um die Generationen der Familie Mendes und den jüngsten Duarte. Sein Großvater ist Arzt auf dem Lande, sein Vater geprägt vom Krieg und er selbst besessen von Musik. Er ist talentiert und spielt unermüdlich Klavier – bis er eines Tages einfach aufgibt, weil die Gefahr sich selbst zu verlieren zu groß ist. Langsam muss Duarte lernen, was es heißt seine Kindheit hinter sich zu lassen und dass sich Vergangenes auch immer auf die Gegenwart auswirkt. Ich habe im Vorfeld schon viele Lobpreisungen über den Roman gehört und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und trotzdem hat er es mit Leichtigkeit geschafft, diese bei weitem zu übertreffen. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, bildlich und hat mich vom ersten Augenblick gefangen genommen. Ich wollte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen und gleichzeitig doch nicht, dass er ein Ende findet. Er ist unheimlich klug konzipiert, man bekommt als Leser immer wieder kleine Puzzle-Teile, die sich am Ende zu einem Gesamtbild fügen. Dabei ist die Geschichte so spannend wie melancholisch. Es passieren immer wieder unerwartete Dinge, teilweise schon absurd bis komisch - allerdings im positiven Sinn. Ich bin allein vom Buch schon sehr beeindruckt, aber noch mehr, dass es ein Debüt ist. Ich hoffe sehr auf weiteres von Joao Ricardo Pedro, zumindest in diesem Jahr ist hat er eines meiner Buchhighlights geschrieben.

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    • 2
  • Spukende Erinnerungen von anderen als eigener Wegweiser?

    Wohin der Wind uns weht
    DonnaVivi

    DonnaVivi

    Drei Generationen erleiden „die Widrigkeiten des Lebens“. Eine viel zu schlichte Formulierung vom Autor João Ricardo Pedro, wenn man bedenkt, dass die Ereignisse dahinter von schweren persönlichen und politischen Auseinandersetzungen geprägt sind. Die detaillierten Beschreibungen aus Duartes (Hauptfigur) Erlebniswelt von der Kindheit bis zum Erwachsenwerden machen die Zusammenhänge anfangs schwer durchschaubar. Zudem sind zum besseren Verständnis der Erzählung grundlegende Kenntnisse über die letzten gut 100 Jahre portugiesischer Geschichte unerlässlich. Die Komposition des Romans entfaltet sich langsam, da die Relationen erst nach und nach – zögerlich und andeutungsweise – aufgeklärt werden. Noch dazu: Die oftmals in düsteren Bildern dargestellten, grausamen Szenen (Kriegsverbrechen, Selbstverstümmelung, Seelenkrankheit, Mord und Selbstmord) lösen beim Lesen eine lähmende Fassungslosigkeit aus. Nicht minder schockierend wirken die kurzen, teils nicht vollendeten Sätze und fast endlosen Aufzählungen (erinnert an Samuel Becketts „Stil der Kargheit“), aus denen der Sinn quasi zu erahnen gilt. Gleichzeitig kreiert Autor Pedro zur Abwechslung auch längere Gedankengänge und diese Rundsätze mit jeweils einer durchschnittlichen Länge von 15 Zeilen sind mehr als vollendet – genauso launisch, wie das Schicksal der Romanfiguren. Dennoch, aus diesem Wechselspiel der stilistischen und emotionalen Schwankungen geht eine wohl strukturierte Geschichte heraus. Drei Generationen der Familie Mendes stolpern durchs Leben und stählern ihre Seelen mit mehr oder weniger Erfolg zwischen Glück und Verlust. Duarte, der jüngste, findet in der Musik einen wohltuenden Ausgleich, aber trotz seiner besonderen Begabung bringt ihm diese Leidenschaft nicht die nötige Überzeugung, um das Klavierspielen bedingungslos Teil seines Lebens werden zu lassen. Verbitterte Aussagen vom Vater, dessen Leben der Krieg in Angola zur Hölle werden ließ, der Tod der Mutter, oberflächliche Beziehungen statt glücklicher Partnerschaft und die Verzweiflung der Einsamkeit steuern Duarte in eine aussichtslose, verschlossene Welt. Dennoch bemüht er sich, die Hintergründe zu verstehen und sein Leben in den Griff zu bekommen oder schlimmstenfalls zu „entrümpeln“. (Diesen inneren Kampf zeigt sein Alptraum, in dem er sich die schwere Aufgabe setzt, seine Partiturensammlung zu entwirren und systematisch zu ordnen, die schließlich verbrannt wird.) In vielen Aussagen des Autors lässt sich ein Augenzwinkern erkennen. Das fängt bei dem letzten Spruch des totkranken Arztes an („Ich bin am Arsch.“) und wird in den detailreichen Beschreibungen fortgeführt, wie beispielsweise der übertriebene Haushalts- und Einkaufswahn der krebskranken Mutter (Kann man denn so viel Einkäufe allein schleppen? Oder: Kann man so viel Leid allein ertragen?) oder die eifrige Tätigkeit des Pfarrers, der die ganze Dorfstrecke des Radrennens mit Weihwasser besprengt. Namenlose Protagonisten begleiten die Hauptfigur Duarte auf seinem Weg, die nur durch ihre Berufe definiert werden. Sind ihre Namen wichtig? Unwichtig? Zählen etwa nur ihre Worte und ihre Taten? Nicht nur in diesen Angelegenheiten wird der Leser zum Nachdenken ermuntert, in jeder Hinsicht fordert dieser Roman zur „aktiven Teilnahme“. Letztendlich bleibt noch einiges offen und Celestinos Tod muss man dementsprechend anhand der Todesumstände selbstständig zu verstehen versuchen. Glücklicherweise schließt sich der Kreis der Ereignisse und es wird klar, dass – wie eigensinnig auch immer die Geschichte verlief – so gut wie gar nichts dem Zufall überlassen wurde. Die Fäden der verschiedenen Epochen verbinden sich („ein feines Netz von Linien, die sich mal schnitten, mal in der Weite verloren“). Das Ende dieses Romans deutet auf eine hoffnungsvolle Fortsetzung, zumindest in dem Sinne, dass Duartes Leben eine neue Perspektive bekommen kann und dass sich wieder zwei Lebenslinien schneiden – jedoch ohne Garantie, die weitere Konfrontation mit den Widrigkeiten des Lebens zu vermeiden. João Ricardo Pedros „Wohin der Wind uns weht“ ist zweifellos ein großes Werk, das zwar viel Aufmerksamkeit erfordert, die jedoch aufzubringen es absolut wert ist!

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    • 3
    Arun

    Arun

    02. June 2014 um 18:17
  • Schwierig und voller Rätsel

    Wohin der Wind uns weht
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Dieses Buch macht es dem Leser wahrlich nicht leicht. Zwar umfasst es nur 229 Seiten, doch die erfordern die volle Aufmerksamkeit, Geduld und Geneigtheit. Ich muss zugeben, dass ich es zweimal gelesen habe, da ich beim ersten Mal überhaupt nicht einordnen konnte, was ich da gelesen hatte. Immerhin war der Reiz da, mehr zu verstehen. Die erneute Lektüre hat sich für mich absolut gelohnt, obwohl ich auch danach nicht gänzlich erhellt oder zufrieden zurückgeblieben bin. Worum geht es? Die Geschichte beginnt am 25.April 1974, dem Tag der Nelkenrevolution in Portugal und erzählt von der Familie Mendes. Im Fokus steht der Enkel Duarte, z.T. rückblickend wird aber auch über den Großvater Augusto erzählt, der als Arzt aus Porto kommend, sich auf einem kleinen Dorf mitten in Portugal niederlässt und dort mit der Dorfschönheit Laura eine Familie gründet. Der Sohn Antonio musste im portugiesischen Kolonialkrieg, der von  1961 bis 1974 geführt wurde, zweimal zum Einsatz nach Angola. Eine Zeit des Grauens, die den Vater traumatisiert und depressiv zurücklässt. Darunter haben auch seine Frau und Sohn Duarte zu leiden. Dieser ist ein Genie am Piano, kann dieser Gabe aber keine Freude und keinen Trost abgewinnen, sondern beginnt sie zu hassen und bricht trotz aller Erfolge eine vielversprechende Karriere ab. Diese Geschichte wird im ersten Teil des Buches zwar recht anspruchsvoll und mit etlichen Nebenfiguren und Nebenschauplätzen versehen, aber doch recht nachvollziehbar geschildert. Eine dieser Nebenfiguren ist Policarpo, Kommilitone des Großvaters, dem er einst sein Landhaus abgekauft hat und der in der Welt herumreist. Von dort schickt er jedes Jahr einen Brief. In diesen Briefen werden weitere Geschichten erzählt, die für die Handlung von Bedeutung sind. Im weiteren Verlauf zerfasert die Handlung zunehmend. Ereignisse und Personen ziehen vorüber, bei denen man nicht recht weiß, wie sie einzuordnen sind, die z. T. auch schwer nachzuvollziehen sind, wie z.B. der ausgestopfte Kater Joseph im Dschungelkrieg, der tragische Tod von Duartes Freund Indio, geistig etwas zurückgeblieben, als Zeichner ein Genie oder die aus Bratislawa geflohene Gesangslehrerin, der Bach liebende Arzt. Sie alle sind rätselhaft und tragen ein Puzzleteil zu Gesamträtsel dieses Buchs bei. Ebenso geheimnisvoll und schwer zu ergründen ist Duartes entstehender Hass auf seine Musik, die im erträumten "Holocaust" an seinen Partituren endet. Duarte schließt mit der Musik ab. Zunehmend bedient sich der Autor nun auch eigenwilliger Stilmittel, springt von sprachgewaltigen Passagen zur seitenlangen Aneinanderreihung kürzester Sätze. Das passt zuweilen gut, z.B. als Duartes Mutter ihre Krebserkrankung preisgibt, wirkt manchmal aber auch überambitioniert. Der Roman wird zudem immer rätselhafter, labyrinthischer, voller Andeutungen und Zeichen, leider aber auch zu großer Leerstellen. So versucht auch der geneigte Leser immer wieder, das Puzzle zusammenzusetzen, die Botschaft zu entschlüsseln, doch wie der Brief Policarpos von 1975 bleibt alles unvollständig und lässt eine große Ratlosigkeit entstehen. Eine durchaus fruchtbare Ratlosigkeit allerdings. Nur für unerschrockene Leser, die eine Herausforderung suchen, wirklich zu empfehlen.

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    • 4
  • Leserunde zu "Wohin der Wind uns weht" von João Ricardo Pedro

    Wohin der Wind uns weht
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Der erfolgreichste portugiesische Roman der letzten Jahre! Duarte wächst auf umgeben von fremden Erinnerungen. Jeder Weg, jedes Haus im Ort hat schon längst seinen Platz in der Familiengeschichte. Kein Blick, ohne Spuren zu erkennen – die seines Vaters, gebrochen zurückgekehrt nach einem einzigen Abenteuer, die seines Großvaters, beseelt von dem einfachen Glück auf dem Land. Allein am Klavier kommt Duarte zu sich selbst und einer Geschichte. Doch nach und nach entpuppt sich die Verheißung der Musik als Gefahr, und Duarte droht zu verlieren, was ihm lieb ist. Erst als er die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt, scheint sich eine letzte Chance zu bieten – auf Läuterung und ein still leuchtendes Lebensglück. LESEPROBE Mit einem magischen Gespür für die Schönheiten und Widrigkeiten des Lebens hat João Ricardo Pedro mit "Wohin der Wind uns weht" ein eindringliches kleines Epos geschrieben, das drei Generationen umspannt. Einen Roman über Musik und Gewalt, über die Liebe und das Schicksal: ein poetisches Meisterwerk – bewegend, kraftvoll und rätselhaft. Gemeinsam mit dem Suhrkamp Verlag vergeben wir 25 Leseexemplare. Wer Lust und Zeit auf eine gemeinsame Leserunde inklusive Diskussion und eine abschließende Rezension hat, der kann sich bis einschliesslich 02. März für den Roman bewerben! João Ricardo Pedro, 1973 in der Nähe von Lissabon geboren, arbeitete nach einem Ingenieursstudium einige Jahre in der Telekommunikationsbranche. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde er arbeitslos und erfüllte sich einen Traum, indem er zu schreiben begann. Wohin der Wind uns weht ist sein preisgekröntes Debüt.

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    • 332
  • Familiengeschichten

    Wohin der Wind uns weht
    Herbstrose

    Herbstrose

    Drei Generationen der portugiesischen Familie Mendes – wahllos zusammengefasste Episoden aus ihrem Leben. So lässt sich dieses Buch wohl am ehesten beschreiben, die Bezeichnung „Roman“ scheint mir hier irreführend. • Da ist zunächst Augusto Mendes, den es als jungen Arzt von der Stadt aufs Land zieht. Er kauft seinem Freund Policarpo ein altes Anwesen ab, das am „Arsch der Welt“ liegt, um dort eine Arztpraxis zu errichten. Er heiratet und bekommt mit seiner Frau Laura einen Sohn, Antonio. Die Familie kommt zu Ansehen und Wohlstand. Policarpo aber geht auf Reisen, seine jährlichen Briefe aus aller Welt sind die Höhepunkte im Hause Mendes. • Antonio Mendes erhält als junger Mann seinen Einberufungsbefehl, er muss nach Angola. Kurz vor seiner Abreise lernt er Paula kennen und bittet sie, seine „Kriegspatin“ zu werden. Als er nach zweieinhalb Jahren zurück kommt heiraten sie, ihr Sohn Duarte lässt nicht lange auf sich warten. Doch Antonio muss zu einem zweiten Angola-Einsatz, von dem er als gebrochener Mann zurückkehrt. • In den Wirren der Revolution und der bedrückenden Atmosphäre dieses Elternhauses wächst Duarte Mendes auf. Er wird aufgrund seiner „besseren Herkunft“ zum Außenseiter, zum Prügelknaben unter Gleichaltrigen, und flüchtet sich in die Musik. Erst als er Indio kennen lernt, ein schmutziger Junge aus dem Elendsviertel, ändert sich etwas. Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, von denen jeder auf seine Art ein Genie ist. Duarte spielt Klavier wie kein anderer und Indio kann malen wie sonst keiner. Doch die Freundschaft hält nicht lange - Indios Leben geht später blutig zu Ende … Gewalt und Brutalität herrschen in diesem Buch vor. Bereits die Kinder erfahren die Rohheit im häuslichen Bereich, sehen und erleben Gewalttätigkeiten an Schwächeren und geben diese ebenso weiter. Brutalitäten an Tieren sind gang und gäbe. Durchgängig herrscht eine düstere und bedrückende Stimmung, nur selten blitzt ein Funken Humor durch. Einzig zum Schluss keimt Hoffnung auf und Duarte scheint mit Luisa, einer Freundin aus Kindertagen, so etwas wie Frieden für sich zu finden. Scheinbar wahllos hat der Autor die einzelnen Begebenheiten aneinander gereiht. Eine zusammenhängende Anordnung, ein roter Faden oder ein durchgehendes Bild ist für mich nicht zu erkennen. Zwischen den Zeiten und Protagonisten wird munter hin und her gesprungen. Gegenwart und Vergangenheit mischen sich und erfordern die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Viele der Episoden scheinen abgebrochen, bevor sie zu Ende sind. Was weiter geschieht wird der Phantasie überlassen. Der Schreibstil ist zu Anfang sehr wortgewaltig und hebt sich wohltuend vom üblichen Einheitsbrei ab. Viele Passagen sind spannend und fesselnd erzählt und lassen sich, trotz langer verschachtelter Sätze, gut lesen. Dies ändert sich ab etwa der Mitte des Buches. Wohl um mit verschiedenen Stilmitteln zu experimentieren wechseln sich seitenweise extrem kurze, abgehackte Sätze mit endlosen, banalen Aufzählungen alltäglicher Tätigkeiten ab, deren Sinn sich allenfalls erahnen lässt. Die Schönheit der Sprache geht dadurch verloren.  Fazit: Dieses Buch lässt mich ziemlich zwiespältig zurück. Anfangs recht anspruchsvoll und durchaus gut gelungen, dann aber zusehends unstrukturierter und unharmonischer, ist es noch lange nicht „auf dem besten Weg in die Klassikerränge der Weltliteratur“, wie auf der Buchrückseite zu lesen ist.

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    • 4
  • Ans andere Ende der Welt geweht

    Wohin der Wind uns weht
    Wortwelten

    Wortwelten

    Da sind: Doktor Augusto Mendes, der seinem Freund Policarpo eine baufällige Villa in einem abgelegenen Dorf abkauft, sich dort als Arzt niederlässt und in ebenjenem Dorf Laura kennenlernt und heiratet. Deren Sohn António, der als Soldat nach Angola ging, und das gleich zwei Mal. Und schließlich Duarte, der klavierbegabte Sprössling von Antóno und Paula. Bruchstückhaft, jedoch in weitestgehend chronologischer Reihenfolge, wird die Geschichte dieser Familie erzählt, vor allem die Duartes, dessen angeborene Leidenschaft für das Klavierspiel ihn nahezu aufzehrt und der nicht so recht einen Weg aus seiner Einsamkeit findet. Den Inhalt wirklich zusammenfassen, kann man nur schwer, da all die Fragmente der Geschichte lediglich lose zusammenhängen und sich viele Verbindungsstücke wahrscheinlich erst beim zweiten Lesen offenbaren. Als Leser bleibt man immer etwas distanziert, sicherlich bedingt durch die wechselnde Erzählperspektive, die sich immer wieder auf andere Figuren konzentriert, häufig auch außerhalb der Mendes-Familie, und die zersplitterte Struktur des Textes. Doch die melancholische, mitunter bedrückende Atmosphäre, die den gesamten Roman umwebt und die nur selten durch lakonischen Humor durchbrochen wird, dringt sehr deutlich hervor. Denn vor allem handelt dieser Text von Einsamkeit, von der Unmöglichkeit, sein eigenes Leben vollständig auszuschöpfen, das immer gefangen ist zwischen der Geschichte der Welt und der unserer Vorfahren. Den Stil prägt der Wechsel aus langen, mitunter ausufernden und stark verschachtelten, dann wieder kurzen, teilweise sogar abgehackten und unvollständigen Sätzen. Beschreibungen, die mitunter sehr drastisch und in seltenen Fällen auch abstoßend wirken, bilden ebenso den Ton des Textes wie die Aufzählung von scheinbar belanglosen Alltagssituationen und Erinnerungen, und nicht selten liest man ein harmlos beginnendes Kapitel, das einen mit einer plötzlichen Überraschung am Ende zwischen die Seiten reißt. Technisch gesehen ist der Roman also sehr interessant aufgebaut, er bietet eine lediglich angedeutete Geschichte, die man aus all den Fragmenten größtenteils selbst rekonstruieren muss, und verpackt all das in einen abwechslungsreichen, selten nahezu vulgären, dann wieder sehr poetischen Stil. Das ist ambitioniert und auf eine ganz besondere Art spannend und sehr schön erzählt, erzeugt aber nicht die Art von Atmosphäre, die einen mitfiebern lässt. Wenn man so etwas sucht, ist man mit diesem Buch nicht besonders gut beraten. Wohin der Wind uns weht ist ein literarisch ambitionierter Text, den man wohl eher als fragmentarischen Roman bezeichnen müsste und von dem man das Gefühl hat, dass er an der spannendsten Stelle endet. Dann, wenn die eigentliche Reise des Protagonisten beginnt. Ein spezieller Roman für spezielle Leser mit einer ganz eigenen Atmosphäre und einem ganz eigenen Sog. Am besten sollte man ihn mindestens zweimal lesen.

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    • 4
    Sabine17

    Sabine17

    06. April 2014 um 21:12
  • Duartes Familiengeschichte

    Wohin der Wind uns weht
    Sabine17

    Sabine17

    Über dieses Buch eine Rezension zu schreiben ist sehr schwierig. Wenn man es schlicht ausdrückt, erzählt es die Lebensgeschichte von Duarte, seinem Vater António und seinem Großvater Augusto. Augusto Mendes ist Arzt und zieht sich aufs Land zurück, um ein ruhiges Leben zu führen. Sein Sohn António wird geprägt durch seine Zeit als Kämpfer im Angolanischen Bürgerkrieg. Gebrochen kommt er nach Hause und das wirkt sich auf das Leben der kleinen Familie aus. Duarte wird ein begnadeter Klavierspieler, doch eines Tages gibt er es einfach auf. Das Buch springt zischen den Lebensbeschreibungen der drei Männer ständig hin und her und der Leser wird konfrontiert mit heiteren, skurrilen und manchmal auch verstörenden Szenen. Dabei lernt er sehr interessante Personen kennen, die das Leben der Hauptpersonen entscheidend prägen: Policarpos (meinen Favoriten), den Indio, die einbeinige Malerin oder die Gesangslehrerin. Der Schreibestil verändert sich im Laufe des Buches sehr. Anfangs eine bildhafte, sprachgewaltige Sprache, die gegen Ende des Buches in kurzen, abgehackten Sätzen endet. Besonders passend fand ich die kurzen Sätze bei der Beschreibung der Krebserkrankung von Duartes Mutter. Fazit: das Buch konnte mich nicht ganz überzeugend. Einiges wurde nicht aufgeklärt bzw. blieb verwirrend. Trotzdem hat mich das Buch gefesselt.

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    • 8
  • Ein Mensch so zerrissen wie das Land

    Wohin der Wind uns weht
    Thala

    Thala

    02. April 2014 um 11:28

    Klappentext: Dem Pianisten Duarte fallen die vergilbten Briefe seines Großvaters in die Hände. Und was mit der zaghaften Lektüre der eigenen Familiengeschichte beginnt, verwandelt sich augenblicklich in Duartes drängende Suche nach einer Heimat- für sich, seine Musik und seine Erinnerungen. Mit einem magischen Gespür für die Schönheiten und Widrigkeiten des Lebens gar J.R. Pedro ein eindringliches kleines Epos geschrieben, das drei Generationen umspannt. Einen Roman über Musik und Gewalt, über die Liebe und das Schicksal: ein poetisches Meisterwerk-bewegend, kraftvoll und rätselhaft. Ich frage mich, ob der Klappentext-Schreiber den Roman überhaupt gelesen hat. Denn ein Brief vom Großvater fällt Duarte erst so ziemlich am Ende in den Schoß. Vielmehr würde ich den Roman als Zeitzeugnis dreier Generationen beschreiben, für das Verständnis der Handlung sind zumindest grundlegende Kenntnisse der portugiesischen Geschichte unverzichtbar. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern in fragmentarischen Einzelpassagen ohne genaue Zeitangaben stellt der auktoriale Erzähler einzelne Personen vor. Die Hauptfigur Duarte findet sich wie ein roter Faden immer wieder in der Geschichte wieder, er ist ihr Dreh- und Angelpunkt, Stolz und Schicksal der vorherigen Generationen, „unser Duarte“. Duarte ist ein Pianist mit außergewöhnlicher Begabung, welcher jedoch sein Talent nicht mehr nutzt. Warum er kein Klavier mehr anrührt, dass wird oft thematisiert und angerissen, aber nie vollkommen geklärt. Zahlreiche Theorien sollen den Leser zu einer eigenen Lösung bringen. Im Laufe des Buches hätte ich mir vielleicht ein Schaubild gewünscht, damit ich auch visuell die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen nachempfinden kann. Teilweise war es für mich auch recht schwierig, herauszufinden, um welche Person es sich gerade handelte und in welchem Zeitrahmen ich die Figur ansiedeln sollte. Zwar geht es immer wieder um Duarte, eine Altersangabe war jedoch nicht zu finden. Fazit: Ein großartig erzählter, poetischer Debütroman, welcher dem Leser einiges an Konzentration, Kombinationsgeschick und Gedächtnisleistung abfordert. Für Leser, welche über die drei genannten Fähigkeiten verfügen und die sich nicht von unglaublich langen Sätzen mit unzähligen Kommata abschrecken lassen, eine literarische Perle sonder gleichen.

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  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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    • 2083
  • Wohin der Wind uns weht

    Wohin der Wind uns weht
    Sunchen87

    Sunchen87

    Ich war von der Leseprobe des Romans schier begeistert und wollte das Buch unbedingt lesen. Leider hat es nicht ganz meinen Vorstellungen entsprochen. Es geht um die drei Generationen der Familie Mendes. Hauptsächlich um den jungen Duarte und seiner Liebe zur Musik. Früher hat der Großvater Duarte die Briefe seines Freunde Policarpo vorgelesen, der die Welt bereist hat und davon regelmäßig berichtete. Einige Jahre später, als Duarte die Briefe zum ersten Mal selbst liest, merkt er dass sie eine ganz andere Wahrheit wiedergeben, als der Großvater immer vorgelesen hatte.. Meine Meinung: Anfangs fand ich es ziemlich schwer in das Buch rein zu kommen. Der Schreibstil ist eher ungewöhnlich, nach einiger Zeit fand ich ihn aber immer angenehmer. Situationen und Protagonisten werden ziellos und manchmal eher verwirrend dargestellt, ich konnte teilweise die Verbindungen garnicht richtig herstellen.Ich habe das Buch meistens auf meinen Zugfahrten gelesen und zuhause musste ich meistens dieselben Kapitel wiederholt lesen, da man bei dieser Lektüre wirklich sehr konzentriert lesen musste. Ich fand es zwischendurch ziemlich langatmig und ich musste mich dabei erwischen, wie ich Zeilen unbewusst übersprungen habe, da manche Erzählungen sehr unwichtig waren und diese in die Länge gezogen wurden. Leider waren zum Ende des Romans noch soviel ungeklärte Fragen, was ich persönlich garnicht mag. Ich gebe dem Buch aus diesem Grund nur drei Sterne, da die Idee ganz nett war, genau wie der Schreibstil. Nur leider hat mich das Buch meistens mehr verwirrt als erfreut. Ich muss leider gestehen, dass ich sehr erleichtert war, als ich es endlich beenden konnte.

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    • 2
  • Hier muss man denken

    Wohin der Wind uns weht
    Lucretia

    Lucretia

    Der Inhalt: ” Wohin der Wind uns weht” erzählt die Geschichte der portugiesischen Familie Mendes , die drei Generationen umspannt. Im Mittelpunkt der Handlung steht  Duarte, ein junger Portugiese, welcher der dritten Generation der Familie Mendes angehört und der an einem historischen Tag für Portugal, am Tag der Nelkenrevolution, geboren wurde. Duarte wächst inmitten fremder Erinnerungen auf, die seiner Familie gehören und die ihn stark prägen. Einzig allein durch das Klavier spielen findet er zu sich selbst und zu seiner Geschichte. Durch die Musik verstärken sich seine Gefühle, aber die Musik spiegelt auch die dunkle Seite und negativen Empfindungen und Erinnerungen von Duarte wieder, die ihn zerstören könnten.  Duarte erinnert sich jedoch an die vergilbten und alten Briefe seines Großvaters, die ihm eine Chance für sein eigenes Leben bieten. Meine Meinung: Ich habe etwas mit meiner Rezension gewartet, da ich das Gelesene erst ein wenig sacken lassen musste und noch ein wenig über die Geschichte nachdenken musste. Der Roman hat mich zum denken angeregt und ich habe lange nicht mehr, ein so beachtenswertes  Buch, zumindest was den Schreibstil betrifft, gelesen! Der Schreibstil hat mir hier wirklich sehr gut gefallen. Der Autor wechselt hier zwischen ausdrucksstarken Schachtelsätzen, präzisen Aussagen, scheinbar endlosen Aufzählungen und kurzen abgehakten Sätzen. Die Melancholie steht hier im Vordergrund und wird an einigen Stellen durch eine poetische Wortwahl verstärkt. Man kann eigentlich gar nicht glauben, dass es sich hierbei um das Erstlingswerk des Autors handelt. Diese Seite des Romans ist wirklich sehr gut gelungen und man findet hier auch einige psychologische und philosophische Ansätze wieder, allein  deswegen und wegen der Sprache sollte man “Wohin der Wind uns weht” unbedingt lesen. Es gibt aber auch eine andere Seite, die mir nicht ganz so gut gefallen hat und die eine zweigeteilte Meinung in mir hervorruft. Der Inhalt war oft sehr grausam, sehr trostlos, an einigen Stellen vulgär und oft sehr rätselhaft. An einigen Stellen war mir die Heftigkeit des Beschriebenen dann doch etwas zu viel. Der Autor geht hier zumindest nicht zimperlich mit seinen Lesern um. Auch hätte ich mir zum Ende hinein wenig mehr Klarheit  gewünscht, der Leser wird ein wenig im Nebel stehen gelassen, was zwar zum nachdenken anregt, auf der anderen Seite aber einen unbefriedigten Eindruck hinterlässt. Fazit: Man sollte das Buch allein schon wegen des hervorragenden und melancholischen Schreibstils lesen und sich nicht von der Gewalt und den politischen Hintergründen abschrecken lassen. ” Wohin der Wind und trägt” regt zum denken an und ist meiner Meinung nach absolut empfehlenswert!

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    • 2
    Sabine17

    Sabine17

    31. March 2014 um 21:31
  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 14 austauschen!

    • 67
  • Wohin der Wind uns weht

    Wohin der Wind uns weht
    TheLastUnicorn_

    TheLastUnicorn_

    Duarte und die Musik ist eine Geschichte für sich, seine Hände fingen einfach an auf dem Klavier zu spielen während Duartes Leben seinen Lauf nimmt, ist die Musik ein ständiger Begleiter. Die Leute um ihn herum sind begeistert von seinem Talent. Seine einzelne Lebensabschnitte werden von je einem der großen Komponisten dieser Welt begleitet, doch nicht nur sein eigenes Leben zeigt ihm den Wahnsinn der nahe beim Genie liegt, sondern auch die Erinnerungen seines Vaters und Großvaters.. Ich mag die Gestaltung und auch wenn eine schwarz-weiße Gestaltung auf mich oftmals recht trist wirkt, ist hier das Gegenteil der Fall, das liegt an den Gesichtern der beiden Gestalten, wirklich passend empfinde ich es nicht zum Buch, denn das empfand ich als sehr trist. Als ich mich auf dieses Buch einließ war ich doch sehr gespannt, soll es doch ein kleines literarisches Meisterwerk sein, nun das zu beurteilen Maße ich mir nicht an. Ich kann nur meinen Eindruck wiedergeben und erläutern wie es auf mich gewirkt hat und ich gebe zu, dass es mir bei diesem Buch nicht ganz leicht fällt. Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, eine Erinnerung folgt der nächsten ohne, dass sie von Bedeutung erscheinen oder sich zusammenfügen lassen. Ein weiter störender Punkt, diese Erinnerungen werfen Fragen über Fragen auf, die erst mal keine Beantwortung erfahren. Nur eines haben sie dann doch gemein, sie drehen sich um Duarte oder seiner Familie, vorrangig um seinen Vater oder Großvater. Die Erinnerungen an sich haben mir durchaus zugesagt, ich mochte die Stimmung des Buches. Die Tiefe und den Schmerz der sich in den Erinnerungen verbarg. Auf mich wirkte das ganze recht trist und es hatte alles im allem eine sehr depressive Stimmung, da sich auch ein trauriges Ereignis dem anderen reiht. Positive oder glückliche Momente gibt es da kaum, auch wenn das während des Lesens natürlich bedrückend ist, mochte ich die Stimmung des Buches wie gesagt. Einfach weil das Buch einem selbst irgendwie auf Distanz hält und man diese Stimmung spürt und fühlt, aber sie nicht in einen eindringt. Das kann man auf der einen Seite als negativ empfinden, da ein Buch das alle Emotionen auf den Leser überträgt natürlich wünschenswert ist, aber ich fand es für diesen Roman durchaus passend und war in gewisserweise auch dankbar dafür. Auch zu den Charakteren selbst bleibt die ganze Zeit über eine Distanz bestehen und mir viel es schwer mir ein Bild von den Charakteren zu machen, so dass sie für mich immer mehr Schatten blieben. In diesem Punkt hätte ich mir schon gewünscht, dass sie zugänglicher wären, so dass man überhaupt eine Chance bekommt sie ins Herz zu schließen, das war hier nicht der Fall, so dass sie einfach irgendwelche Figuren in ihrem Schauspiel blieben. Das Ende des Buches hat mich schon angesprochen, hier verknüpfen sich dann auch einzelne Erinnerungen, so dass der Roman ein ganzes Bild für sich annimmt. Nur der Weg von einzelnen Bildern zu einem ganzen war, auch bei geringer Seitenanzahl recht lang. Und auch am Ende bleiben mehr Fragen offen als beantwortet werden. Die Verknüpfung der Erinnerungen am Ende, empfand ich wirklich aus außergewöhnlich gut hervorgearbeitet und ich hab es wirklich genossen die Zusammenhänge in Erfahrung zu bringen, so dass mich das Buch dort wirklich mit sich versöhnen konnte. Die offenen Fragen empfand ich nicht als störend, es ist ein Buch das offen für eigene Interpretationen ist und wahrscheinlich auch genau diese anregen soll und ich denke, dass ich für mich alles schlüssig beantworten ließ. Dieses Buch zu bewerten empfinde ich nicht als einfach, dieses Buch ist ein gutes Buch, aber es ist ein Buch das nicht für jedem geeignet ist und ich glaube, dass ich zu diesen ungeeigneten Personen zähle. Dennoch bin ich froh es gelesen zu haben, weil es besonders ist und wenn man sich die Mühe gibt und die Zeit nimmt dieses Buch zu lesen, der wird vielleicht noch so viel mehr darin entdecken als ich. :) Objektiv betrachtet hat dieses Buch eine bessere Bewertung verdient, aber für meine subjektive Meinung reicht es leider nicht für mehr.

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    • 7
  • Düster und beklemmend...

    Wohin der Wind uns weht
    Carigos

    Carigos

    Bei der Durchsicht der Neuerscheinungen "März 2014" ist mir dieses Buch zum ersten Mal aufgefallen - und prompt gab es eine Leserunde bei Lovelybooks. Ich habe ein ernsthaftes, zum Nachdenken anregendes Buch erwartet, das auch ein bisschen was zur Geschichte Portugals erzählt. INHALT: In diesem Familienepos spielt der junge Portugiese Duarte Mendes, der die dritte Generation verkörpert, die Hauptrolle. Gleichwohl prägen ihn sein Vater António und sein Großvater Augusto, die beide ihr Päckchen zu tragen haben: sein Vater kommt nicht über Erlebnisse des portugiesischen Kolonialkriegs in Angola hinweg und lässt die Familie das deutlich spüren. Der Großvater Augusto führt ein zurückgezogenes Leben als Landarzt und die Briefe seines Freundes Policarpo, der ihm aus aller Welt berichtet, scheinen die einzigen Lichtblicke zu sein. Und so kämpft Duarte mit den familiären Widrigkeiten, aber auch mit dem Leid, das ihm in seinem nahen Umfeld begegnet - fernab der politischen Ereignisse des Landes. Seine musikalische Begabung, die er zeitweise als Pianist auslebt, stellt sich im Laufe der Geschichte eine weitere Last für ihn dar. Die Epoche der Romantik bewegt ihn zutiefst, ohne dass er es einordnen kann. Somit wendet er sich instinktiv dem Barock zu - der Epoche, die thematisch den Tod im Zentrum hat. Im Laufe der Geschichte lernt er Luísa kennen, die scheinbar der einzige Fixpunkt in seinem Leben bleibt und ihm Halt schenkt. ZITATE: "Der Arzt fragte ihn, warum er angefangen habe, Klavier zu spielen. Duarte sagte: Nicht ich habe angefangen, Klavier zu spielen. Das waren meine Hände." MEINUNG: Das Buch ist sehr ungewöhnlich aufgebaut: wir haben es nicht mit einer einzigen Geschichte zu tun, sondern werden mit einzelnen Sequenzen aus der Familiengeschichte der Mendes konfrontiert. Desweiteren tragen auch die Schicksale einzelner Menschen aus Duartes Umfeld zur allgemeinen Stimmung und seiner Entwicklung bei. Es war also kein Leichtes, den Inhalt als Ganzes zu erfassen, was teilweise auch an Zeitsprüngen und dem Wechsel zwischen den einzelnen Schicksalen lag. Der Epos umspannt mehrere Jahrzehnte und deutet hier und da politische Ereignisse in Portugal an - wobei die Familientragödie der Mendes im Vordergrund bleibt. Meines Erachtens versucht der Autor zu verdeutlichen, dass auch Bevölkerungsgruppen, die fernab des politischen Geschehens leben und arbeiten, eigenen Kriege ausfechten müssen. Das wird deutlich an dem Kapitel "Holocaust" - dieser feststehende Begriff wird oft mit dem 3. Reich in Verbindung gebracht. Hier aber geht es einfach nur um den griechischen Ursprung des Wortes, nämlich "vollständig verbrannt". Der Autor verschont seine Leser jedenfalls nicht und schockiert mit vulgären Ausdrücken und brutalen Szenen. Normalerweise bin ich dafür empfänglich - denn das Leben ist nunmal kein Ponyhof - aber an drei Stellen wurde es mir dann doch zu geschmacklos. Für mich war dieses Buch ein reiner Stimmungsträger bzw. hatte gute philosophische und psychologische Ansätze. Zu den Protagonisten konnte ich allerdings keine Nähe aufbauen. Die Ausführung negativer Charaktereigenschaften war dominant und die Passagen, in denen die Charaktere in ein gutes Licht gerückt wurden, fielen eher karg und emotionslos aus. Am besten hat mir der Schreibstil gefallen, der sehr besitzergreifend und experimentell war. Der Autor wechselt zwischen wortgewaltigen Schachtelsätzen und kurzen, prägnanten Aussagen. Ebenso gibt es starke Wechsel zwischen kargen, informationsarmen Szenen einerseits und Endlosaneinanderreihungen von Alltagstätigkeiten andererseits. Mir hat dieses "Spielen" mit der Sprache also sehr gut gefallen. Es gibt sicher noch weitere Stilmittel, die ein geübter Literaturkenner entdecken würde. Es fällt mir sehr schwer, die Schlüssigkeit zu beurteilen, denn offensichtlich haben wir es mit einem offenen Ende zu tun. Einige Punkte wurden auch bis zum Ende hin nicht zu Genüge aufgeklärt, was mich etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Mein Gesamteindruck ist sehr durchwachsen. Die Idee und technische Ausführung haben mir gut gefallen, aber inhaltlich konnte mich das Buch nicht überzeugen. FAZIT: Wer gerne anspruchsvolle Bücher mit viel Interpretationsspielraum liest, kann diesem Buch sicher etwas abgewinnen. Die Grundstimmung des Buches ist düster und beklemmend, was starke Nerven erfordert. Meine Meinung zu diesem Buch ist jedenfalls genauso zwiegespalten wie Duartes Einstellung zur Musik...

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    • 2
    Sabine17

    Sabine17

    29. March 2014 um 22:07
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