João Tordo

 4,3 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf von João Tordo

Der Portugiese João Tordo, Jahrgang 1975, zählt zu den wichtigsten Schriftstellern seines Landes. Er studierte Philosophie in Lissabon sowie Journalismus in London. Dort schrieb er auch für Zeitungen und Zeitschriften wie "The Independent", "Icon" und "News Magazine". 2002 ging er nach Amerika, wo er Creative Writing am City College of New York studierte. Danach arbeitete er als freier Journalist u.a. für Zeitschriften wie "Sábado", "Elle" oder die Wochenzeitung "Expresso". Heute ist er hauptsächlich als Romancier und Drehbuchautor tätig. Für seine Werke, u.a. "Stockmans Melodie" (2012), erhielt er mehrere Auszeichnungen. So gewann er 2009 den renommierten "Prémio Literário José Saramago", den wichtigsten portugiesischen Literaturpreis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von João Tordo

Cover des Buches Stockmans Melodie (ISBN: 9783426304389)

Stockmans Melodie

 (7)
Erschienen am 01.06.2017
Cover des Buches Die zufällige Biographie einer Liebe (ISBN: 9783426281505)

Die zufällige Biographie einer Liebe

 (1)
Erschienen am 21.08.2017

Neue Rezensionen zu João Tordo

Cover des Buches Stockmans Melodie (ISBN: 9783426281253)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Stockmans Melodie" von João Tordo

Joao Tordo - Stockmans Melodie
miss_mesmerizedvor 5 Jahren

Hugos Flucht nach Kanada hat ihn auch nicht wirklich weitergebracht. Zwar hat er dort den Kontrabass und Jazz Musik für sich entdeckt, aber schließlich zieht es ihn doch mittel- und perspektivenlos in die portugiesische Heimat zurück. Auf einem Konzert des berühmten Pianisten Luiz Stockman meint er sich verhört zu haben: hat dieser Musiker gerade genau die Melodie gespielt, an der er seit Jahren komponiert? Wie ist er an die Noten gekommen? Und warum sieht Stockman aus wie sein toter Zwillingsbruder? Eine irrwitzige Verfolgung beginnt.

Tordo gelingt es in seinem Roman den typisch portugiesischen Fardo einzufangen. Die Geschichte wird von einer schwer greifbaren, aber stets präsenten Melancholie überlagert. Das macht sie nicht schwer, aber traurig. Man wünscht sich ein Happy-End für Hugo, oder zumindest eine Erklärung. Diese wird der Figur vorenthalten, aber dem Leser präsentiert. Der Bruch ist ungewöhnlich, der vermeintliche Autor, der sich direkt an den Leser wendet und seine Sicht der Dinge schildert - man liest dies selten und ist irritiert bis verwundert. Aber es erlaubt auch die zweite Perspektive, die von genauso viel Traurigkeit und Einsamkeit geprägt wird. Ein emotional aufgeladenes Buch, das tief berührt ohne jedoch zu verstören.

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Cover des Buches Stockmans Melodie (ISBN: 9783426281253)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Stockmans Melodie" von João Tordo

Hugo und Stockman
HEIDIZvor 5 Jahren

·  Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

·  Verlag: Droemer HC (1. Februar 2016)

·  Sprache: Deutsch

·  ISBN-10: 3426281252

·  ISBN-13: 978-3426281253

·  Originaltitel: O ano sabático

·  Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 2,5 x 20,8 cm

 

PREIS: 19,99 Euro

 

Ich mag den Autor sehr - der Portugiese wurde 1975 geboren - studierte Philosophie und Journalismus. Er schrieb für Zeitungen und studierte anschließend kreatives Schreiben. Danach war er als freier Journalist tätig und jetzt kann man ihn als Romancier und Drehbuchautor bezeichnen. Das mir vorliegende Buch ist das erste aus seiner Feder, welches man auf Deutsch lesen kann. Todo erhielt den wichtigsten portugiesischen Literaturpreis - den Premio.

 

Tordo ist sozusagen der junge José Saramago - so sagt man ...

Ich habe Saramagos "Die Reise des Elefanten" gelesen - ja, es ist wirklich so, die Art ähnelt !!!

 

Das Erzählerische - die Sprache Tordos gefällt mir sehr gut, das Buch liest sich flüssig - fantasievoll und emotional, kurzweilig und spannend.

 

Kurz zum Inhalt:
============

 

Hugo kehrt nach Lissabon zurück, er war in Montreal alles andere als erfolgreich. Zurück will er endlich seinen musikalischen Durchbruch erreichen. Er hat ein Jazzstück komponiert - sein erstes ... Hugo besucht Stockmans Konzert - was er hört ist seine Melodie - verrückt, aber auf der Straße verwechselt man ihn mit dem berühmten Pianisten - was ist passiert - er kann sich das alles nicht erklären. Kann Stockman die Melodie aus seinem Kopf gestohlen haben? Es ist verrückt, aber die Noten existieren NUR in Hugos Kopf und doch hört er sie im Konzert.

 

Sehr tiefgründig - aber nicht langatmig - wird die Handlung geschildert und vor allem auch die Charaktere innerhalb ihrer Entwicklung. Der Alptraum, den Hugo erlebt, wird lebendig zwischen den Zeilen - innerhalb der Zeilen - Wahnsinn und Realität verschmelzen sozusagen.

 

Außerdem finde ich es prima, dass man die Geschichte aus zwei Sichtweisen erleben kann, die von Hugo und die von Stockman.

 

Topp gemacht - gibt absolut nichts zu bemängeln.

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Cover des Buches Stockmans Melodie (ISBN: 9783426281253)BlueSunsets avatar

Rezension zu "Stockmans Melodie" von João Tordo

Ein geniales, packendes und außergewöhnliches Buch des portugiesischen Autors!
BlueSunsetvor 5 Jahren

Inhalt 


Der gescheiterte Kontrabassist Hugo kehrt nach langer Zeit in seine Heimatstadt Lissabon zurück. Ohne Antrieb und ohne ein Ziel möchte er der Musik den Rücken kehren. Trotzdem arbeitet er an seiner ersten und immer noch unvollständigen Komposition weiter. Als er mit einer Frau das Konzert des erfolgreichen Pianisten Luís Stockman besucht, hört er diesen seine Komposition spielen – die, an der er bereits seit mehreren Jahren arbeitet und die er nie vollenden konnte. Anschließend wird er auch noch mit dem Pianisten verwechselt und versinkt in einer obsessiven Suche nach der Wahrheit, die sich irgendwo zwischen Realität und Wahn verliert. 

Meine Meinung

Bereits nach wenigen Seiten konnte mich dieses Buch begeistern: João Tordos Schreibstil ist mir sofort positiv aufgefallen, da er sehr melodisch, emotional und auch etwas düster ist. Er vermittelt ein komplexes Bild seiner Handlungsorte und Personen und erschafft eine Geschichte, die dem Leser Tiefe und Emotionalität bietet. Die Emotionen werden sehr glaubhaft und intensiv beschrieben, was zusätzlich eine starke Verbundenheit und Mitgefühl zu dem Protagonisten beim Leser auslöst. 
 
„Ihm war zum Lachen zumute, aber er lachte nicht. In Momenten wie diesen, in denen ihn das Bedürfnis zu lachen überkam, drückte die Traurigkeit ihn am stärksten nieder.“ – Seite 11

João Tordo zeichnet in seinem Buch das Bild eines verzweifelten Musikers, der am Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist, als ihm auch noch das Wichtigste genommen wird – seine einzige und noch unvollständige Komposition. Die Suche nach der Wahrheit erinnert leicht an Kriminalliteratur, die in eine philosophische und realitätshinterfragende Geschichte eingebettet wird. 

„Er schlief auf der Stelle ein und träumte von einem Mann, der in einem Schneesturm davonging, ein Unbekannter, der, das fühlte er, ihm etwas gestohlen hatte, etwas, das er für sein eigen hielt, obwohl es das vielleicht nie gewesen war – ein Gesicht, eine Identität.“ – Seite 35 

Zwischen Zorn, Unverständnis und Verzweiflung findet sich auch die unglaubliche Hingabe und Liebe Hugos zu seinem Kontrabass und der Musik. 

„Jedes Mal, wenn er den wie eine ruhende Frau mit ausladenden Hüften am Boden seiner Wohnung liegenden Kontrabass angeschaut hatte, der so alt war wie sein Urgroßvater und den er wegen seiner haselnuss- und schokoladenbraunen Farbe mit einer zarten Honigpatina liebevoll Nutella getauft hatte, erwachte in ihm mit voller Wucht das Gewissen“ – Seite 15

Das Lesen dieses Buches ist ein außergewöhnliches Erlebnis, das ich so noch nicht erlebt habe. Mich ließ dieses Buch mit tiefem Respekt für den Autor und seinen genialen Schreibstil zurück. Auch die Handlung an sich ist alles andere als langweilig oder banal – sie machte mich stellenweise atemlos und packte mich von Anfang an. Zudem gibt es einen großen Wendepunkt der Geschichte, der das Buch in zwei Teile trennt. Er war absolut überraschend und der zweite Teil ging in eine ganz andere Richtung weiter, als ich zuvor gedacht hatte. 

Sprache
Ich bin unglaublich angetan von João Tordos schriftstellerischem Können. Ich werde ihn auf jeden Fall im Auge behalten und hoffe sehr, dass auch seine weiteren Werke ganz bald auf Deutsch erhältlich sein werden. 

An dieser Stelle möchte ich ebenfalls auf die ausgezeichnete Arbeit der Übersetzerin Barbara Mesquita eingehen. Sie hat die schöne, poetische Sprache so authentisch übersetzt, dass ich das Gefühl hatte João Tordo hätte selbst das Buch auf Deutsch geschrieben. Ich denke, dass es gerade bei solchen Büchern unglaublich wichtig ist, gute Übersetzer einzusetzen, die die Eigenheiten und Besonderheiten des Autors ohne Verluste übersetzen können.

Cover
Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher. Es ist düster und geheimnisvoll und zeigt eine kleine, düstere, portugiesische Gasse.
Die Einbandgestaltung ist dem Verlag wirklich gelungen. Ich finde es sehr interessant, dass die Rückseite gewissermaßen das Negativ der Vorderseite bildet und so die Thematik der Doppelgänger und Kopien aufnimmt. 

Fazit

„Stockmans Melodie“ konnte mich vollkommen überzeugen. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich ist es außergewöhnlich und ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Buch bietet nicht nur eine spannende Geschichte, sondern reißt sogar noch philosophische Fragen an, in denen es um Individualität und Seelenverwandtschaft geht. Die Idee des Buches fand ich von Anfang an sehr spannend, doch was mir das Buch letztendlich geboten hat, war weitaus mehr!
Der zweite Teil des Romas geht, nach einer unglaublichen Wendung, in eine ganz andere Richtung. Dies habe ich nicht erwartet und deshalb mit viel Interesse verfolgt. 

Das Buch bekommt somit die Höchstwertung und reiht sich bei meinen Lieblingsbüchern ein! 

Lest auf jeden Fall mal in die Leseprobe rein, um zu sehen, ob João Tordo euch auch schon nach so wenigen Seiten überzeugen kann!  

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