Joël Dicker Die Geschichte der Baltimores

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte der Baltimores“ von Joël Dicker

Bis zum Tag der Katastrophe gab es die Goldmans aus Baltimore und die Goldmans aus Montclair. Die Baltimores hatten alles, was man sich vom Leben wünschen kann: Talent, Geld, Erfolg, ein prachtvolles Heim, zwei hochbegabte Söhne. Marcus Goldman, inzwischen erfolgreicher Schriftsteller, gehörte zu den weniger glamourösen Montclairs. Er verbrachte all seine Sommer bei den Baltimores und war für sie wie ein Sohn. Nun, acht Jahre nach der Katastrophe, beginnt Marcus, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben – und erkennt erst jetzt die wahren Gründe für die schrecklichen Ereignisse.

Gelungener Start, aber dann wurde die Geschichte für mich zu lange hingezogen. Kommt nicht an den Debütroman heran.

— Schneeeule129

Kurzweilige Saga über zwei Zweige einer Familie, die auf eine große Katastrophe zusteuert. Gelungene Charaktere und interessanter Aufbau.

— Wiebke_Schmidt-Reyer

Wow! Was für ein Buch! Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!

— isithefox27

Ich mag es sehr.

— RoxyKa

Toller Schreibstil, interessante Charaktere und eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Absolute Leseempfehlung!

— AgnesM

Eine großartige Familiengeschichte!

— sinaslesewelt

Die letzten 150 Seiten haben mich sehr genervt. Unnötig wurde alles in die Länge gezogen. Schade!

— liyah40

Das Buch ist aus, meine Seele weint, mein Herz blutet–es war … so traurig, so schön, so ergreifend, dass ich kaum die richtigen Worte finde.

— Catherine Oertel

Schön geschrieben. Tragisch wie das Glück einer ganzen Familie zerstört werden kann aus lauter Neid und Missverständnissen.

— asmara77

Das fragile Glück zerstört der Autor...

— Janko-Unchained

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  • Ich liebe Euch Ihr Goldmans

    Die Geschichte der Baltimores

    Daphne1962

    01. August 2017 um 13:21

    Nachdem ich so begeistert Joel Dickers Roman - Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert gelesen habe, musste ich mir auch unbedingt die Geschichte der Baltimors besorgen.Ganz zu Beginn des Buches erfährt der Leser, das es eine Katastrophe gab. Die Familie Goldman war nicht nur eine Familie, sondern 2 Familien. Unterteilt in die Baltimore-Goldman und die Montclair-Goldman Familie. Die Mittelklasse Familie in Montclair und die Wohlstandsfamilie in Baltimore. Die Baltimores hatten einen hochbegabten Sohn Namens Hillel und einen Adoptivsohn Woody, der mit Sport glänzte. In Montclair wuchs Cousin Marcus Goldman auf und freute sich über jede freie Zeitmit seinen tollen Cousins. Liebevoll gehen Hillels Eltern mit den Jungs um. Tante Anita und Onkel Saul, der ein bekannter Anwalt ist fördern und unterstützen die Jungs in jeder Lebenslage. Die Jungs verdienen sich ihr Taschengeld mit Gartenarbeiten und lernen schnell fürs Leben. Allerdings läuft es nicht immer rund in der Schule in Baltimore. Marcus Goldman beneidet die Baltimors. Er möchte sich messen und so sein wie sie alle dort. Als dann auch noch ein Mädchen Namens Alexandra in ihr Leben tritt, verändert sich das Leben für alle. 8 Jahre nach der Katastrophe schreibt Marcus Goldman die Geschichte auf und muss allerdings einige ungeklärte Fragen noch aufdecken. Da er vieles nur aus der Ferne betrachtet hat, muss er seinen Fragen entgegen treten und alles noch mal überdenken. Joel Dicker hat eine besondere Art Romane zu schreiben. Es zieht einen direkt hinein und man möchte lange nicht wieder auftauchen. Jedoch kommt immer wieder etwas unvorhergesehenes zum Vorschein und man möchte es gar nicht glauben. Denn wer träumt nicht von der heilen Welt? Aber Familiengeschichten haben ihre eigene Dynamik und lassen Dinge zu Tage fördern, die schwer zu erahnen sind. Bei Dicker möchte man einfach kein Ende haben, sondern weiter lesen und lesen und lesen. Vergleichen darf man die beiden Bücher des Autors auf keinen Fall. Jedes ist für sich gut. Ich bin sehr gespannt, wann ein neuer Roman erscheinen wird. Hoffentlich bald. 

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  • Eine großartige Familiengeschichte!

    Die Geschichte der Baltimores

    sinaslesewelt

    10. July 2017 um 12:12

    Ich habe letztes Jahr „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joel Dicker gehört und war dem Autor damit sofort verfallen. Mit „Die Geschichte der Baltimores“ ist er nun endgültig mein Lieblingsautor geworden. Im Mittelpunkt steht – wie bereits bei „Harry Quebert“ – Marcus Goldmann, ein junger, erfolgreicher Schriftsteller. Er beschließt die Geschichte seiner Familie niederzuschreiben und beginnt die Hintergründe zu recherchieren. Denn die damalige Katastrophe, von der immer wieder die Rede ist, ist ein wichtiger Punkt in seinem Leben, welches ihn schwer erschüttert hat. Er begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen und erkennt, dass eine Geschichte nicht nur eine Wahrheit beinhalten muss und dass die Wahrnehmung eine ganz wichtige Rolle spielt. Auf zwei Zeitebenen wird der Leser zunächt an die Begebenheiten heran geführt. Die Charaktere werden vorgestellt und 20 Jahre Familiengeschichte nach und nach erläutert. Dabei lässt sich Dicker viel Zeit, was aber überhaupt nicht störend wirkt. Ganz im Gegenteil: Ich habe jede Minute genossen und konnte gar nicht genug von den Goldmans bekommen. Schritt für Schritt kommt der Leser der Katastrophe immer näher. Die Handlungen verstricken sich, man beginnt zu rätseln und mitzufiebern. Ich habe mich schon bei „Harry Quebert“ in den Schreibstil von Dicker verliebt, der tiefgehend, elegant und zeitgleich wunderbar leicht ist.  Nach den „Baltimores“ kann ich nur wieder bestätigen: Dieser Mann kann einfach schreiben! Die Geschichte glänzt mit viel Gefühl, einem gewissen Grad an Spannung und hat auch einige Überraschungen zu bieten. Ich bin der Geschichte komplett verfallen und meine sehr hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt. Muss man „Harry Quebert“ gelesen haben um diese Geschichte zu verstehen? Nein, muss man nicht. Beide Bücher haben zwar den selben Protagonisten, hängen so aber nicht zusammen. Man kann die Bücher lesen wie man will und braucht sich keine Sorgen über mögliche Spoiler zu machen. Fazit Mit „Die Geschichte der Baltimores“ hat sich Joel Dicker endgültig in mein Herz geschrieben. Ich warte schon sehnsüchtig auf sein nächstes Werk und kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Wer Familiengeschichten mag, der sollte es sich unbedingt mal ansehen. Es mit dem Vorgänger „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ zu vergleichen finde ich sehr schwierig und gleichermaßen unfair, da sie sich allein schon im Genre unterscheiden (Harry Quebert hat starke Krimi-Anteile, Baltimore hat diese gar nicht). Grundsätzlich hat mir „Harry Quebert“ ein kleines bisschen besser gefallen, wobei ich hier aber auf einem sehr hohem Niveau unterscheide. Beide Bücher konnten mich restlos begeistert.

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  • wundervoller Roman

    Die Geschichte der Baltimores

    Catherine Oertel

    13. June 2017 um 18:51

    Die letzten Seiten des Buches sind gelesen, der Deckel lange zugeklappt und doch lässt mich das Buch nicht los. Die Geschichte hallt in meinem Inneren nach; berührt, wühlt auf, regt zum Nachdenken an, versöhnt und gibt neue Hoffnung. Joel Dicker führt in seinem Roman eindrucksvoll vor Augen, dass die eigene Wahrnehmung nicht immer der Wahrheit entspricht, oft steckt mehr dahinter als wir erahnen. Die Katastrophen unseres Lebens fordern uns heraus, bringen uns an unsere Grenzen, doch wir geben niemals auf. Liebe, Freundschaft, Hoffnung fangen uns wieder auf. Das Leben geht weiter! Schaut nach vorne, denn die Vergangenheit kann man nicht ändern. Was geschehen ist, ist geschehen, wir können nur versuchen aus unseren Fehlern zu lernen, die Toten betrauern und das Leben umarmen.   Das Buch ist aus, meine Seele weint, mein Herz blutet – es war … so traurig, so schön, so ergreifend, dass ich kaum die richtigen Worte finden kann. Den Schreibstil möchte ich als berauschend, temporeich, bildlich, fesselnd beschreiben. Ich mag ihn und kann mich zwischen den Zeilen verlieren während das Kopfkino auf vollen Touren läuft. Der häufige Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit mag anfänglich lästig erscheinen, gibt sich aber nachdem man über die ersten 40 Seiten (okay 30 Seiten ohne Schmutztitel, Impressum etc.) hinweg ist. Danach machte es bum! Die Geschichte zog mich in ihren Bann, ich wurde regelrecht hineingesaugt und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Auf den Spuren der Baltimore-Goldmans tauchte ich tiefer und tiefer in die Geschehnisse ein.   Doch die Familienmitglieder gaben ihre Geheimnisse nicht kampflos preis. Gegenwart und Vergangenheit lagen oft näher zusammen als vermutet. Die wahre Geschichte der Baltimores entblätterte sich nur zaghaft, wie eine aufblühende Rose. Jedes einzelne Blütenblatt war eine kleine Begebenheit und immer wenn es zu Boden fiel gab es ein weiteres Stück Wahrheit preis. Bis zum Schluss nur noch der Blütenkelch vor mir lag, in diesem Fall die wahre Geschichte der Baltimores. Es war unglaublich fesselnd und bereichernd hinter die Kulissen der Goldmans zu blicken. Natürlich verführt es die beiden Romane von Joel Dicker miteinander zu vergleichen. »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« ist ein Thriller und ich habe dieses Buch geliebt, »Die Baltimores« eine Familiensaga aber nicht weniger fesselnd. Beide Romane sind Gehirnjogging für die grauen Zellen, hinter jeder Seite verbergen sich neue Geschichten, neue aufregende Wahrheiten. Und da ich die 511 Seiten der Baltimores an einem Tag plus die halbe Nacht lesend verschlang, kann ich wohl behaupten, dass auch dieser Roman von Joel Dicker mich voll überzeugt hat. Fazit: Die Familiensaga über Selbstfindung, Freundschaft, Liebe, Intrigen, Eifersucht und Hass ist so berührend und realitätsnah, dass sie einen nicht mehr loslässt. Ich habe gelacht und geweint, ich habe mitgefiebert und geträumt und fühlte mich stets bestens unterhalten. Klare Leseempfehlung von mir für diesen wundervollen Roman! 

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  • Zweidimensionale Personen, hölzerne Dialoge - Zeit- und Geldverschwendung

    Die Geschichte der Baltimores

    Federfee

    28. April 2017 um 09:37

    Hätte ich mich doch nur an meinen Vorsatz gehalten, vorerst keine neuen Bücher zu kaufen! Auch wenn es ein heruntergesetztes Exemplar war, auch wenn es nur € 1,- gekostet hätte, selbst das würde ich als herausgeworfenes Geld betrachten.Eine Handlung in Zeitsprüngen ... OK, das scheint wohl gerade 'in' zu sein. Fast ist es aber so, dass man sich notieren muss, wann was passiert: 2 Jahre nach der Katastrophe, 5 Jahre vor der Katastrophe, ...Ach ja, die Katastrophe! Immer wieder ist davon die Rede. Irgendetwas Schreckliches ist in der Vergangenheit passiert. Mit der ständigen Erwähnung versucht der Autor, Spannung aufrecht zu erhalten. Leider hat das bei mir nicht funktioniert. Obwohl ich immer noch nicht weiß, was passiert ist, habe ich das Buch auf Seite 148 zugeklappt.Vieles fand ich unerträglich, vor allem die schablonenhaften, blutleeren Hauptpersonen, die sich alle unglaubwürdig verhalten und so klischeehaft dargestellt sind, dass ich nur mit Widerwillen überhaupt bis Seite 148 gelesen habe. Dann die hölzernen Dialoge oder so manche Personenbeschreibung, wo dem Leser in einem kleinen Abschnitt eine Charakterisierung vorgelegt wird. Ich las mal: Don't tell, show. Aber dieses Buch für Schriftsteller hat der Autor wohl nicht gelesen.Das war's dann für mich mit Joel Dicker. 1,5 Sterne von 5, aufgerundet auf 2, weil das Buch so dick ist ;-)

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    • 8
  • Für solche Bücher wurde das Wort 'Tragödie' erfunden

    Die Geschichte der Baltimores

    dominona

    19. April 2017 um 11:59

    Aus diesem Buch könnte man locker einen Film machen, wenn nicht sogar eine Serie. Die Geschichte rund um eine Familie, Missverständnisse und Intrigen bietet so viel Stoff, dass man Mühe hat, ihn zu verdauen. Anfangs hat mich die sprunghafte Schilderung verwirrt und ich wollte sofort wissen, was geschehen ist, weil dem Leser gleich zu Beginn mitgeteilt wird, dass sich eine Katastrophe ereignet, aber irgendwann ergibt man sich in die Abwärtsspirale und man mag die Charaktere, möchte am liebsten gar nicht, dass ihnen etwas zustößt und ist dann umso verletzter, wenn böses passiert, so als wäre es die eigene Familie. Ich habe wirklich mitgezittert und das meiste nicht kommen sehen. Wer Familiengeschichten a la Jenny Gladfield oder Alex Haley mag, darf sich dieses Buch nicht entgehen lassen und bloß nicht vom Umfang abschrecken lassen! 

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  • Die Geschichte der Baltimores

    Die Geschichte der Baltimores

    Coconelle

    28. February 2017 um 23:16

    Die Goldmans aus Montclair sind eine recht bodenständige Familie aus dem Mittelstand. Ihre Verwandten hingegen, die Goldmans aus Baltimore leben ein Leben in Reichtum und Luxus, sie sind angesehen und werden von allen bewundert und geschäzt. Marcus gehört zu den Montclairs und wäre so gerne ein Baltimore, die er als Kind anhimmelt und bewundert. So oft es ihm möglich ist verbringt er seine freie Zeit und seine Ferien bei den Baltimores und taucht in deren Welt ein. Die Montclairs verblassen ziemlich schnell, die Geschichte dreht sich bald, wie auch schon der Titel sagt, überwiegend um die Baltimores. Marcus hat seit seiner Kindheit ein sehr enges Verhältnis zu seinen Cousins, seiner Tante und seinem Onkel aus Baltimore, so dass er sehr gut mit den Details ihrer Geschichte vertraut ist, welche er dem Leser Jahre später als Erwachsener erzählt. Etwa die Hälfte des Buches handelt von der Kindheit und frühen Jugend der drei Cousins, die eine tiefe Freundschaft verbindet. Sie ist hauptsächlich geprägt von einer guten Schulbildung, spotlichen Erfolgen, einem herzlichen Elternhaus und unbeschwerten Ferientagen in den Hamptons und Florida. Doch immer wieder wird der Leser auf eine Katastrophe hingewiesen, welche diese Idylle zerstören wird und zum Unglück der Baltimores führt. Eine durchaus interessante Thematik, die auch von kleinen Schicksalsschlägen des Lebens handelt, von Freundschaft, Verrat, Neid und Intrigen, doch leider gibt es einige Schwachstellen in der Umsetzung. Allen voran die Sprache, die einfach zu lesen ist und leider keine stilistischen Besonderheiten aufweist. Dadurch fehlt es dem Roman auch an Tiefgang. Ein weiterer Kritikpunkt für mich waren auch die "banalen" Schicksalsschläge. Diese wurden dazu noch in nur wenigen Sätzen einfach nur berichtet, ohne die Emotionen der Figuren wiederzugeben, so dass sie mich kaum berührten und ich nicht mitfühlen konnte. Hier hätte man viel mehr aus der Geschichte herausholen können, finde ich. Man hätte den Leser mehr teilnehmen lassen müssen. Das Ende und auch die ständig angedeutete Katastrophe fand ich dann auch etwas platt und viele Handlungsweisen der Figuren waren für mich einfach nicht mehr nachvollziehbar. Großartig jedoch waren die Schilderungen über die Orte, Städte und das Leben der Figuren. Ich hatte wirklich das Gefühl, selbst in Baltimore, New York, Florida oder den Hamptons zu sein obwohl ich noch nie in Amerika gewesen bin. Ich wurde in meinen Erwartungen an das Buch ein wenig enttäuscht, ich kann den großen Hype nicht ganz nachvollziehen, jedoch kann ich das Buch durchaus weiterempfehlen.

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    • 2
  • Die Baltimores- eine Familiensaga

    Die Geschichte der Baltimores

    LaCivetta

    28. February 2017 um 20:03

    Zwei Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und dennoch gehören sie zusammen. Die Goldmans. Die einen leben in Baltimore, reich, mondän und unbeschwert, die anderen in Montclair, mittelständig, unauffällig und unaufregend. Marcus Goldman gehört zu den Montclairs und wünscht sich während seiner Kindheit nichts sehnlicher, als ein Baltimore zu sein. Er bewundert seinen Onkel und seine Tante und verbringt jede Ferien bei ihnen und seinen zwei Cousins. Mit letzteren verbindet ihn eine innige Freundschaft. Doch im Laufe der Zeit schleichen sich auch andere Gefühle, wie Eifersucht und Neid, in das Dreiergespann ein, was eines Tages zu einer folgenreichen Wendung im Leben der Baltimores führt. Die Geschichte wird in Rückblicken aus Sicht des erwachsenen Marcus Goldman erzählt. Sie wechselt zwischen zwei Zeitebenen. Neben den Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend mit den Baltimores, erzählt Marcus auch aus seinem gegenwärtigen Leben. Durch die bildhaft und eindrücklich beschriebenen Handlungsorte entsteht eine Atmosphäre, die den Leser eintreten lässt, in die Welt der Baltimores. Die Grundidee der Geschichte gefällt mir gut, wäre aber noch ausbaufähig gewesen. Obwohl die meisten Charaktere sympathisch sind, vermisse ich ihre emotionalen Eigenschaften. Der einfachen Sprache fehlt es an Lebendigkeit und Zwischentönen, was der Geschichte mehr Tiefgang verschafft hätte. Schade finde ich auch, dass den Auswirkungen bedeutsamer Ereignisse wenig Gewicht gegeben wurde, womit diese ihre Tragik einbüßen. Fazit: Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an das Buch herangegangen und es konnte mich schließlich doch nicht zu hundert Prozent überzeugen. Trotz meiner kritischen Anmerkungen handelt es sich durchaus um einen unterhaltsamen Roman, der atmosphärisch gut gelungen ist und mich mit etwas mehr Tiefgang hätte begeistern können. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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  • Familiengeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.

    Die Geschichte der Baltimores

    Clari

    19. February 2017 um 17:21

    „Ich bin der Schriftsteller......“ So beginnt dieser unvergleichliche Roman von Joel Dicker über eine amerikanische Familie jüdischer Herkunft. Marcus, der Icherzähler und Schriftsteller im Roman, erzählt seine Geschichte. Sie beginnt 1994 und endet 2012 wird jedoch in wechselnden Jahresphasen erzählt. Nathan und Saul Goldman sind Brüder. Der eine gehört zum amerikanischen Mittelstand, der andere ist ein reicher Anwalt in Baltimore. In New Jersey leben die „Montclairs“, Saul aber lebt mit seiner Familie in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland in besten Verhältnissen. Beide Familien haben fast gleichaltrige Söhne. Marcus aus „Montclair“ beneidet seinen Vetter Hillel glühend, dessen Herkommen aus dem begüterten Elternhaus ihm so manche Freiheit gewährt. Er ist intelligent aber zart und schmächtig. Durch diverse Zufälle gerät zu den „Baltimores“ noch ein verlorenes Heimkind Woody, der in der Schule zum Beschützer des zarten Hillel wird. In einem breit angelegten Epos erzählt uns Joel Dicker die Geschichte der drei Jungen, deren Jugend durch ihre innige Freundschaft zu einer glorreichen und glücklichen Zeit wird. Sie schwören sich ewige Freundschaft. Familiengeschichten haben ihre eigene Dynamik und immer auch Geheimnisse, die schwer zu entschlüsseln sind. Äußerlich wirken alle harmonisch miteinander. Sauls Frau Anita ist eine besonders anziehende, gütige und liebevolle Person. Doch unterschwellig gibt es Neid und Eifersucht, die sich durch unausgesprochene Kämpfe und langes Schweigen bemerkbar machen. Im Aufbau zeigt der Autor in zwei Ebenen, die der Eltern und deren Kindern, wie Menschen aus der unbeschwerten Jugendzeit zu Heranwachsenden werden. Mit Beginn des Studiums und mit der Liebe werden neue Akzente gesetzt. Hier erst zeigen sich die kleinen Eifersüchteleien, die Furcht vor Bevorzugung, der Ehrgeiz und die Konkurrenz, die so manches Erwachsenenleben beschweren. Vieles bleibt zwischen Eltern, Kindern und unter Freunden unausgesprochen. Auf diese Weise erwachsen Misstrauen, Kränkungen und Verletzungen aller Art. Da der Autor im Buch mit Hinweisen auf zukünftige Veränderungen und Katastrophen arbeitet, entsteht eine ungemeine Spannung, die sich steigert. Eltern und Söhne, Nachbarfamilien und mehr oder weniger kleine und große Lieben oder ihr Vergehen begleiten uns während der Erzählung und steigern die Spannung. Es kommt zu vollkommen unerwarteten Ereignissen, die Unglück über die Familien bringen. Dramatisch bis zuletzt gibt es aber auch ein gutes Ende. Das Leben IST spannend, und Joel Dicker zeigt uns in seiner Geschichte, wie die Wirklichkeit aussehen kann. Es ist, als habe diese Familie wirklich so, wie sie beschrieben wird, gelebt. Obendrein bietet Dicker in seinem Roman Einblicke in amerikanisches Familienleben mit Aufstieg und Fall, Armut oder Reichtum und Niedergang. Dazu die Weite des Landes, in der man schnell von einem Staat in den anderen, von Nord nach Süd oder Osten komm. Man möchte schließlich das Ende wissen und gleichzeitig soll die Lektüre nie enden! Für Fans von Familiengeschichten ein MUSS!

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  • JOËL DICKER - Die Geschichte der Baltimores

    Die Geschichte der Baltimores

    Janko-Unchained

    15. February 2017 um 21:37

    JOËL DICKER - Die Geschichte der Baltimores  (Piper Verlag)  Das fragile Glück zerstört der Autor... Nach dem weltweit gefeierten, in über 30 Sprachen übersetzten, zweiten Roman „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“, des am 16.06.1985 in Genf geborenen Autors Joël Dicker, legte der Piper Verlag im Mai 2016 die gebundene Fassung des Nachfolgewerks „Die Geschichte der Baltimores“ vor. Der, studierte Jurist landete auch mit seinem neuesten Roman wieder einen Weltbestseller. Und wen wundert das auch, bei diesem jungen, talentierten und sympathischen Autor, der mit seinem empathischen Schreibstil bereits Millionen von Menschen in den Bann zog.   Joël Dicker zeichnet in seinem nunmehr dritten Roman die Geschichte der mittelständigen Goldmans aus Montclair und ihrer gut betuchten Verwandtschaft, der Goldmans aus Baltimore nach. Eine humorvolle, einfühlsame, teils aber auch traurige Story über Freundschaft, Zuneigung, Geborgenheit, Zusammengehörigkeit, Erfolg, Liebe, Verrat, Lügen, Neid, Eifersucht Schmerz, Verlust, Trauer und Gewalt. Es ist aber auch eine Geschichte über das fragile Glück des Lebens und seine zerstörerische Auswirkung auf sicher geglaubte Existenzen. In gewisser Weise ist dies die Chronik der Familie Goldman. Warum man diese lesen sollte ist ganz einfach erklärt, nämlich weil sie absolut lesenswert ist. Es ist die Vorgeschichte des erfolgreichen Buchautors Marcus Goldman, dem Protagonisten aus "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert". Die Story ist unabhängig von Dickers vorangegangenen Werken zu betrachten und hauptsächlich aus der Sicht von Marcus geschrieben. Dieser erzählt die Geschichte seiner Eltern, seiner wunderbaren, behüteten Kindheit und Jugend, seiner beiden Cousins, dem smarten Hillel und dem Football Ass Woody, seiner zwei Jahre älteren Freundin und späteren Pop Ikone Alexandra Neville, von Onkel Saul und Tante Anita, sowie den gemeinsamen Großeltern. Das Ganze ist ebenso mit einer Portion Humor, wie auch Feingefühl und Einfühlungsvermögen feinstens abgeschmeckt. Joël Dickers genialer Erzählstil ist dabei stets sehr lebensnah und echt. Das Kopfkino kommt somit recht schnell in Gang und lässt den Leser an seinen Seiten kleben.   Marcus Goldman verbrachte die Zeit am liebsten mit seinen Cousins. Zusammen waren sie die „Die Goldman-Gang“. Der intelligente und smarte Hillel eckt, durch seine eigentümliche Art, immer öfter an und hält seine Eltern gerne mal auf Trab. Dem sportlichen Woody stehen alle Türen in die NFL (die National Football League) offen und Marcus wäre gerne öfter bei seinen Cousins, sowie bei Tante Anita und Onkel Saul, für die er allesamt große Bewunderung empfindet. Seine Gedankenwelt ist sehr emotional gestaltet und verlangt dem Leser ein gewisses Mitgefühl ab. Es geht zu einem großen Teil über die gemeinsamen Erlebnisse in der Kindheit der drei Freunde, über deren Jugendzeit bis hin zum Erwachsenwerden in ihrer Studienzeit. Es geht aber auch um Anerkennung und Neid unter den Erwachsenen, wie auch den Kindern, um Ruhm und Ehre, sowie dem tiefen Fall, nachdem man so hoch auf der Leiter war.   Der Schweizer Autor springt dabei zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und spricht dabei immer wieder die "große Katastrophe" an, auf die letzten Endes alles hinaus läuft. Mit vagen Andeutungen sät er die alsbald sprießende Saat der Spannung aus. Wer hier allerdings Action pur erwartet, hält mit „Die Geschichte der Baltimores“ definitiv das falsche Buch in den Händen. Alleine die sympathische Erzählweise und der subtile Spannungsbogen machen den Reiz dieser grandiosen Geschichte aus.   Der intelligente Hillel, der sportliche und gutaussehende Woody, sowei Marcus, der von all dem ein bisschen was hat, sind die besten Freunde. Sie sehen sich, aufgrund der örtlichen Distanz, allerdings zumeist nur in den Ferien oder an Feiertagen, bei denen die Familien in aller Regelmäßigkeit zusammenkommt. Als die drei Jugendlichen Alexandra Neville kennen lernen, verlieben sie sich heil- und ausnahmslos in das hübsche und kecke Mädchen. Dass diese Freundschaft auf Dauer nicht gut gehen kann, steht außer Frage. Die Jungs schließen also einen Pakt der besagt, dass keiner der drei etwas mit ihr anfangen darf. Als sich Alexandra allerdings dazu entscheidet eine Art On/Off-Beziehung mit Marcus einzugehen, wird dieser halbherzige Entschluss seinerseits schnell wieder verdrängt.   Als Marcus seine damalige Ex-Freundin Alexandra ein paar Jahre später wieder trifft, gerät ihr beider Leben völlig aus den Fugen. Ein einziger Vorfall und alles bricht auseinander. Vieles ist ganz anders als es für das jeweilige Gegenüber erscheint. Die Heimlichtuerei einiger Familienmitglieder gräbt tiefe Furchen in die jeweiligen Beziehungen zueinander und lässt Träume platzen. Dazwischen gibt es immer wieder Einblendungen in die Gegenwart. Marcus Goldman hat eigentlich vor in dem recht ruhigen Örtchen Boca Raton sein neues Buch zu schreiben. Dort trifft er allerdings durch einen flauschigen Zufall auf Alexandra Neville und wieder ändert sich alles. Alexandra ist seit längerem mit dem Basketball Star Kevin Legendre zusammen und nicht unbedingt gewillt, ihr Leben ein weiteres Mal für Marcus über den Haufen zu werfen. Doch auch sie hegt noch sehr starke Gefühle für ihn.   Man ist stets gespannt darauf, welche Ungerechtigkeiten diesen sympathischen und glücklichen Menschen denn nur wiederfahren konnten. Es ist kein Thriller und auch etwas vollkommen anderes, als "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert". Herzlich und voller Emotionen entlädt sich Glück, Zuneigung, Liebe, aber auch Haas und Gewalt, was die Goldman-Gang zwangsläufig auf die große Katastrophe zusteuern lässt. Man kann die kindliche Freude, die jugendliche Naivität, aber später auch die Beklemmung, die Ratlosigkeit richtiggehend spüren. Es gibt eine Menge tragischer Ereignisse im Laufe des Plots, bei denen man davon ausgeht, dass damit die große Katastrophe gemeint sei, aber es kommt immer dicker, je weiter man in das Leben der Goldmans vordringt, die zum Teil ein arges Geltungsbedürfnis an den Tag legen. Sämtliche Existenzen stürzen in sich zusammen wie Kartenhäuser. Die Charaktere sind innerhalb der 512 Seiten ausführlich gezeichnet und man kann sich recht gut in sie hineinversetzen. Die gesamte Erzählung baut sich langsam auf und endet in einem absoluten, nicht vorherzusehenden Desaster. Man stellt den gesamten Plot über Vermutungen über das Was, Wie und Warum der großen Katastrophe an, wobei im Endeffekt doch alles ganz anders kommt, als man denkt. All das entwickelt sich zu einem absoluten Albtraum und alles was Dicker während des Aufbaus seine Plots auslässt, holt er nun doppelt und dreifach ins Boot. Da wird nicht mehr gekleckert, da wird geklotzt und der Leser bleibt mit offenem Mund sprachlos zurück. Alles, was der Autor über den gesamten Plot so mühsam und filigran aufgebaut hat, die Freundschaften, die Beziehungen, die Sympathien, das ungetrübte Glück, schlägt selbiger auf den letzten Seiten acht- und arglos zu einem kläglichen Scherbenhaufen. Allerdings kommt „Die Geschichte der Baltimores“, die sicherlich ebenfalls mit Inbrunst und Herzblut geschrieben wurde, leider nicht ganz an „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ heran. Meine Wertung: 86/100 Link zur Buchseite des Verlags: https://www.piper.de/buecher/die-geschichte-der-baltimores-isbn-978-3-492-05764-6 Mehr auf www.lackoflies.com

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  • Die Baltimores

    Die Geschichte der Baltimores

    metengo

    06. January 2017 um 10:45


    Joel Dicker gelingt es auch mit diesem wunderbaren Roma, mich zu fesseln.
    Eine fantastische Geschichte einer Familie, mit allen Facetten in Sorgen und Sonnenschein.
    Wunderbar geschrieben und die Protagonisten klar und verständlich beschrieben.
    Es lieb im Kopf ab wie ein Film.
    Joel Dicker kann ich jederzeit weiter empfehlen.

  • Die Geschichte der Baltimores

    Die Geschichte der Baltimores

    Kleine8310

    06. November 2016 um 03:22

    Buchidee:  Die Buchidee fand ich spannend und ich muss sagen, dass mir diese interessante Familiengeschichte wirklich gut gefallen hat. Auf ihre eigene Art ist sie neuartig, auch wenn die Thematik im allgemeinen nicht ganz neu und einzigartig ist, wird diese Geschichte es doch durch ihre Charaktere.    Handlung:  Das Buch wird in verschiedenen Zeitsträngen erzählt und es berichtet vom Leben der Familie Goldmann. Die Familiengeschichte wird vom Sohn der Familie, dem Schriftsteller Marcus Goldmann erzählt, was mir gut gefallen hat und trotz des einzelnen Erzählers abwechslungsreiche Einblicke in die Familiengeschichte geboten hat. Schreibstil:  Der Schreibstil von Joel Dicker ist sehr flüssig und dem Autor gelingt es gut Rückblicke einzubauen, sodass ich als Leserin durchgehend Interesse am Fortgang der Ereignisse hatte! Zudem gab es ein paar Stellen, an denen ich wirklich schmunzeln musste, was mir ebenfalls gut gefallen hat, da der Humor die Geschichte auflockert.   Charaktere:  Die Charaktere hat der Autor recht gut ausgearbeitet und ich habe ihre Entwicklungen und die Entwicklungen innerhalb der Familie Goldmann gerne verfolgt. Die Figuren sind detailliert dargestellt worden und die ein oder andere hat auch große Sympathien bei mir geweckt.    Spannung:  Der Spannungsbogen ist von Joel Dicker gut gehalten worden und ich habe die Entwicklungen interessiert verfolgt. Bei manchen Passagen hätte ich mir noch etwas mehr Spannung gewünscht, da einiges doch ein bisschen vorherzusehen gewesen ist. Wenn ich es in Prozenten ausdrücken müsste würde ich sagen, dass die Geschichte die meiste Zeit bei dreißig bis vierzig liegt, wobei ich mir manchmal schon gewünscht hätte, dass die Spannung etwas höher geht.   Emotionen:   Die Emotionen wurden von Herrn Dicker gut rübergebracht, aber ich muss gestehen, dass ich es manchmal ein bisschen zu sehr als, an der Oberfläche bleibend, empfunden habe. Dadurch habe ich mir häufiger ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht, beziehungsweise, mir zu den bewegenden Beschreibungen auch die passenden Emotionen erhofft!   "Die Geschichte der Baltimores" ist ein Roman, der mich mit einer schicksalhaften und abwechslungsreichen Familiengeschichte gut unterhalten hat!  

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  • Mein Highlight des Jahres!

    Die Geschichte der Baltimores

    Sonnenschein96

    13. October 2016 um 19:57

    Lange Zeit habe ich nur Krimis oder Thriller gelesen. Mit Romanen hatte ich nichts am Hut.... bis ich dieses wunderschöne Cover gesehen habe, in das ich mich sofort verliebt habe. Ich habe nicht lange gezögert und es mir sofort geholt. Bereut habe ich es definitiv nicht! Es war von der ersten Seite an unglaublich mitreisend und schön geschrieben, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Den ganzen Tag habe ich nur an  dieses Buch und desse Charaktere gedacht, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Neben dem fesselnden Schreibstil und den wunderbaren Charakteren, war ich aber genauso begeistert von der Geschichte an sich. Eine Mischung aus Liebesgeschichte, Freundschaft, Familie und Spannung habe ich so noch in keinem Buch gefunden. Mit so viel Liebe geschrieben konnte es nur ein trauriger Moment werden, als ich die letzte Seite erreicht haben. Zum Glück gibt es ja noch "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" :) Ein absolut berührender Roman, der einen von Beginn an mitnimmt und einen so schnell nicht wieder loslässt! Mein neues Lieblingsbuch!

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  • Was für eine traurige, schöne Geschichte

    Die Geschichte der Baltimores

    Fancybella

    26. September 2016 um 12:52

    Ich durfte das Buch dank einer Leserunde lesen und bereits die ersten Seiten haben mich in den Bann gezogen. Der Schreibstil des Autors ist wunderbar und voller Gefühle! Man lernt zwei Familien kennen. Die Goldmans aus Baltimore und aus Montclair. Beide haben jeweils einen Sohn, die sich früh anfreunden und viel Zeit miteiander verbringen.Mit der Zeit wird Woody, ein Junge aus ärmlichen Verhältnissen, von den Goldmans aus Baltimore adoptiert und so beginnt die Geschichte.Ich fand es großartig, wie sich die Stränge bis zum Ende hin verbanden und mir ist aufgefallen, dass es sich viel um Eifersucht, Neid in dem Buch drehte - was ich aber gut fand. Alles in allem war es ein wunderschönes Buch welches ich gerne gelesen habe! Vielen Dank!

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  • Großartiges Porträt einer Familie -mit allen Höhen und Tiefen und Geheimnissen

    Die Geschichte der Baltimores

    -Leselust-

    21. September 2016 um 18:51

    Zum Buch: Alles dreht sich um eine Katastrophe, die 2004 geschehen ist. Der Protagonist Marcus Goldmann schreibt darüber im Jahr 2012. Aber die Rückblicke reichen bis 1989 zurück, um die Geschichte der Baltimores zu erzählen und dem Leser zu erklären, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Als Kind verbringt Marcus seine Ferien und verlängerten Wochenenden in Baltimore, um mit seinen beiden Cousins das perfekte Dreiergespann zu bilden. Denn in Baltimore ist Marcus' Meinung nach alles besser. Die Familie seines Onkels Saul Goldmann ist sehr reich, lebt in einem schicken Viertel in einem riesigen Haus, hat Angestellte und teure Autos. Sein Onkel ist gütig und intelligent und seine Tante Anita warmherzig und elegant. Der junge Marcus kann nicht umhin, die Goldmanns aus Baltimore (die Baltimores) mit seiner ganz und gar durchschnittlichen Familie zu vergleichen und ertappt sich dabei, wie er manchmal seine Eltern "betrügt", weil er lieber ein Baltimore wäre. Doch aller Luxus ist nicht so wichtig, wie die Zeit, die er mit seinen beiden besten Freunden verbringen kann. Zusammen mit Hillel und Woody wird er schwerelos und unbesiegbar. Sie verbringen unbeschwerte Momente zusammen und teilen alles -auch ihre Liebe zu Alexandra Neville, einem älteren Mädchen aus der Nachbarschaft. Doch langsam beginnt eine Entwicklung, die schließlich in der Katastrophe münden wird, die alles für immer verändert. Marcus beginnt acht Jahre nach der Katastrophe, die Geschichte seiner Familie aufzuschreiben und dabei zu hinterfragen und zu verarbeiten. In den diversen Rückblicken erhalten wir neue Informationen, sehen die Dinge in einem anderen Licht und entdecken Details, die den drei Jungen von damals verborgen blieben, die sie noch nicht verstehen konnten. Und wieder einmal zeigt sich, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und dass jeder seine eigene Wahrheit hat. Meine Meinung: Dieses Buch hatte es wahrscheinlich nicht leicht mit mir. Ich habe "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" so geliebt und konnte es kaum erwarten, dass zweite Buch von Joel Dicker zu lesen. Aber dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Und unwillkürlich habe ich dann beim Lesen dieses Buch mit dem Erstlingswerk verglichen -und wurde nicht enttäuscht. Zwar können die Baltimores nicht ganz an das erste Meisterwerk heranreichen, aber eben nur ganz knapp. Joel Dicker kreiert hier ein weiteres Mal sehr plastische, echte Charaktere. Sie haben Ecken und Kanten, machen Fehler und gerade das macht sie so nah und menschlich. Sie lieben, leiden, sind neidisch, verzeihen -und als Leser erlebt man das alles mit ihnen, denn Dicker zieht uns so sehr in seine Geschichte hinein, bringt und die Personen so nah, dass man gar nicht anders kann, als all ihre Gefühle mit ihnen zu empfinden. Dabei behält er auch seinen herrlich unaufgeregten, eleganten und verzaubernden Schreibstil, der mich schon bei "Harry Quebert" so begeistert hat. Auch dieses Buch wird wieder in mehreren Zeitebenen erzählt. Das ist hier allerdings nicht ganz so gut gelungen, wie bei dem ersten Buch. Am Anfang war ich oft ein bisschen verloren und musste wieder zurückblättern, um mich an den Jahreszahlen zu orientieren. Aber dann findet man doch recht schnell in die Geschichte. Alles dreht sich um diese eine große Katastrophe. Schon auf den ersten Seiten wird sie erwähnt und erst ganz zum Schluss erfahren wir, worum es sich dabei handelt. Allerdings wird während des ganzen Romans immer wieder Bezug auf "die Katastrophe" genommen. Dieses Stilmittel empfinde ich normalerweise als etwas billige Masche zum Spannungsaufbau. Doch bei Dicker hatte ich diesen Eindruck nur ganz selten und auch nur ganz leicht. Irgendwie hat er es mit seinem brillanten Schreibstil geschafft, sogar dieses Stilmittel gut umzusetzen. Aber ich finde, das hätte er eigentlich gar nicht nötig. Denn wer Geschichten so grandios erzählen kann, der braucht eigentlich keinen extra Trick zum Spannungsaufbau. Neben den Zeitsprüngen und dem Verweis auf die Katastrophe ist mein einziger kleiner Kritikpunkt, dass ich die Person des Marcus Goldman als nicht ganz konsequent weiterentwickelt empfunden habe. Wir erfahren in "Die Geschichte der Baltimores" viel über seine Jugend. Doch diesen jungen Marcus konnte ich nicht ganz in Einklang bringen mit dem Bild, was ich in dem ersten Buch von ihm gemacht habe. Aber innerhalb des zweiten Buches sind die Entwicklungen der Charaktere und auch ihrer Beziehungen zueinander absolut stimmig, nachvollziehbar und glaubwürdig. Richtig gut gefallen hat mir die Entwicklung der Geschichte. Wir erfahren viel aus dem "aktuellen" Leben von Marcus Goldmann, aber auch aus seiner Vergangenheit. Wir bekommen Szenen aus seiner Jugend geschildert, wie er sie damals wahrgenommen hat, aber der ältere Marcus reflektiert die Geschehnisse von damals auch. Und nach und nach entblättert sich vor dem Leser die Geschichte der Goldmanns, zweier sehr unterschiedlicher Familien. Und immer dann, wenn man sich gerade eine Meinung gebildet hat, gibt Dicker eine neue Sicht auf die Dingen, die den Leser wieder alles hinterfragen lassen. Sehr gelungen fand ich die subtile Darstellung, dass, wenn die Geschichte einer Familie erzählt wird, es nicht DIE eine, gültige Wahrheit gibt, sondern das eben jeder seine eigene Sicht, seine eigene Wahrheit hat. Fazit: Insgesamt ist es wirklich ein hervorragendes Buch, dass nur ganz knapp hinter dem Meisterwerk "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" zurückbleibt. Es ist wahrscheinlich gemein, dieses Buch mit seinem Vorgänger zu vergleichen, da es ein unglaublich hoher Vergleichsmaßstab ist. Und dennoch schneidet "Die Geschichte der Baltimores" sehr gut ab. Es ist ein schön geschriebenes, spannendes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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  • Der geklaute Hund

    Die Geschichte der Baltimores

    walli007

    19. September 2016 um 11:47

    Die Goldmans aus Baltimore waren immer die Besseren und die Goldmans aus Montclair so etwas wie die armen Verwandten. So jedenfalls sieht es Marcus Goldman, der Sohn der Montclairs. Für ihn ist es das Tollste auf der Welt, seine Ferien und lange Wochenenden in Baltimore verbringen zu dürfen. Dort gehört er zu den Goldman-Cousins, ein Triumvirat bestehend aus Hillel, dem Sohn der Baltimores, dessen Ziehbruder Woody und eben Marcus. Was für eine tolle Kindheit haben die drei Unzertrennlichen. Gemeinsam wollen sie die Welt erobern. Natürlich gibt es Veränderungen, je älter sie werden. Zum Beispiel als die Villa in den Hamptons von den Nevilles erworben wird. Zum einen erweitert sich ihr Club durch den liebenswerten aber schwerkranken Scott und dessen zwei Jahre ältere Schwester Alexandra, die den Jungen die erste Sehnsucht schenkt. Berichtet wird die Geschichte der Baltimores und der Goldman-Cousins von Marcus. Etliche Jahre nachdem ein einschneidendes Ereignis ihr Triumvirat auseinander gebrochen hat, lebt Marcus zeitweilig in Florida. Hier will er mit seinem neuen Roman beginnen. Ablenkung erhält er von seinem älteren Nachbarn Leo, ebenso wie von einem Hund, der ihm zuläuft. Versucht, das Tier einfach zu behalten, macht er sich aber doch auf die Suche nach dem Besitzer, und - es gibt keine Zufälle im Leben - es ist seine Jugendliebe Alexandra, mit der er sich fortan zunächst heimlich den freundlichen Duke teilt.  Wie um den Baltimores ein Denkmal zu setzen, entwickelt sich diese Geschichte langsam von der glücklichen Kindheit, in der es auch schwere Stunden gibt, bis hin zu dem Ereignis, das die Katastrophe genannt wird. Doch immer bleibt der Bezug zur Gegenwart erhalten, in der Marcus und Alexandra sich wieder treffen und noch einige Steinchen zusammengefügt werden müssen, um ein vollständiges Bild der Geschichte der Baltimores vor Augen zu haben. Zum Glück hat sich Joël Dicker mit dem Schreiben seines zweiten Romans etwas Zeit gelassen. Nach dem herausragenden Erstling war es sicher nicht ganz einfach, seinem Stil treu zu bleiben und dennoch ein ganz anderes Buch zu schreiben. Mit der Familiengeschichte der Goldmans ist ihm dies allerdings bestens gelungen. Zwar fühlt man sich schon an sein Erstlingswerk erinnert, aber das Drama um die Goldmans hat etwas eigenes. Eine Familie, in der etliches unausgesprochen bleibt, in der das Beste gewollt wird, in der jeder seine Schwächen hat, in der die Freundschaft schließlich ungebrochen bleibt und in der die Liebe groß genug ist, um Marcus Goldman zum Schriftsteller werden zu lassen, damit er sie erzählen kann: die tragisch-komische und berührende Geschichte der Baltimores.

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