Jo Baker

 3.8 Sterne bei 242 Bewertungen
Autorin von Im Hause Longbourn, Ein Ire in Paris und weiteren Büchern.
Jo Baker

Lebenslauf von Jo Baker

Literaturgeschichte einmal anders: Die britische Autorin wurde in Lancashire geboren und hat in Oxford und Belfast Englische Literatur studiert. Ihren ersten Roman „Offcomer“ veröffentlichte sie 2002 bevor ihr mit „Im Hause Longbourn“ 2014 der internationale Durchbruch gelang. In Anlehnung an Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ schreibt sie die Geschichte von Elizabeth und Mr. Darcy aus der Sicht der Dienstboten. Auch in „Ein Ire in Paris“ orientiert sich die mit dem Theaterschriftsteller Daragh Carville verheiratete Autorin an historischem Stoff und erzählt die Geschichte von Samuel Beckett zur Kriegszeit. Jo Baker lebt mit ihrer Familie in Lancaster und unterrichtet neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin an der Universität kreatives Schreiben.

Alle Bücher von Jo Baker

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Im Hause Longbourn

Im Hause Longbourn

 (213)
Erschienen am 11.10.2016
Ein Ire in Paris

Ein Ire in Paris

 (15)
Erschienen am 23.04.2018
Die Glücksucherin

Die Glücksucherin

 (3)
Erschienen am 06.06.2006
Longbourn

Longbourn

 (9)
Erschienen am 05.12.2014
The Telling

The Telling

 (1)
Erschienen am 01.01.2010
A Country Road, A Tree

A Country Road, A Tree

 (1)
Erschienen am 05.11.2016
The Mermaid's Child

The Mermaid's Child

 (0)
Erschienen am 17.03.2015
Offcomer

Offcomer

 (0)
Erschienen am 02.12.2014

Neue Rezensionen zu Jo Baker

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Literaturwerkstatt-kreativs avatar

Rezension zu "Ein Ire in Paris" von Jo Baker

Eine Hommage an Samuel Beckett !!!
Literaturwerkstatt-kreativvor 3 Monaten

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Ein Ire in Paris“ von Jo Baker

September 1939 / Greystones – Januar 1946 / Paris

Samuel Beckett hält sich, während der zweite Weltkrieg ausbricht, in seinem Elternhaus in Irland auf. Seine Mutter nimmt ihm die Luft zum Atmen und somit auch zum Schreiben. Trotz des Krieges - der 1940 auch Frankreich erreicht hat - verlässt er seine sichere Heimat und kehrt nach Paris zurück. Einmal weil er seine Geliebte Suzanne wiedersehen will, aber auch weil er sich künstlerische Inspiration von seinen Freunde James Joyce und Marcel Duchamp erhofft. Als Freunde und Bekannte nach und nach verschwinden, schließt er sich dem französischen Widerstand, der Résistance an. 1942 wird er aber an die Gestapo verraten und muss untertauchen. Er geht mit seiner Partnerin Suzanne in die unbesetzte Südhälfte Frankreichs, nach Roussillon. Hier arbeitet er als Erntehelfer und Gelegenheitsarbeiter. Von dort geht es weiter nach Vaucluse und La Croix. Dort schließt er sich den französischen Partisanen (Maquisards) an. 1944 nach der Befreiung Frankreichs kehrt Beckett für einen kurzen Besuch nach Irland zurück, um dann freiwillig als Rotkreuzhelfer in Frankreich mitzuhelfen.


Fazit:

„Samuel Barclay Beckett (* 13. April 1906 in Dublin; † 22. Dezember 1989 in Paris) war ein irischer Schriftsteller. Er gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und wurde 1969 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein bekanntestes Werk ist „Warten auf Godot“ (En attendant Godot), das am 5. Januar 1953 in Paris uraufgeführt wurde.“

Jo Baker schreibt einen biographischen Roman von und über Samuel Beckett und widmet sich den Jahren von 1939 bis 1946. Denn erstaunlicherweise gibt es über sein Handeln im zweiten Weltkrieg keine Berichte und Beckett selbst hat seine aktive Zeit bei der Résistance nie publik gemacht. Erst in jüngster Zeit wurde mit der Veröffentlichung einiger Briefe und Tagebücher dieser Abschnitt vom Leben des Schriftsteller bekannt. Und Jo Baker schafft es nun auf hervorragende Weise Beckett vor dem geistigen Auge wieder lebendig werden zu lassen. Sie hat einen sehr flüssigen und ansprechenden Schreibstil und zeichnet ein sehr anschauliches Bild des Künstlers. Auch ihre düsteren Beschreibungen des zweiten Weltkrieges werden deutlich, ja fühlbar.

„Sie setzen sich auf das gebündelte Viehfutter, Kleider rascheln, Jacken werden aufgeknöpft, Taschen auf den Boden gestellt, Schnürriemen aufgezogen, Füße quälen sich aus knirschenden Schuhen.Wie sich herausstellt, trifft der Krieg die Füße besonders schwer.“

„Ein dumpfes Geräusch von Leder, das auf den Boden fällt, zwei Schläge. Ein Seufzen, dann das schmerzverzerrte Inspizieren von Blasen und wundgeriebenen Stellen.“

Natürlich hat Jo Baker für ihr Werk glänzend recherchiert, gleichzeitig aber auch eine Hommage an Samuel Beckett verfasst. Sie hat Ihn und sein Leben uns Lesern noch einmal anders präsentiert und seine literarischen Stücke – zumindest mir – ein ganzes Stück verständlicher gemacht. Hat mich Becketts „Endspiel“, welches ich Ende der 80èr Jahre im Theater gesehen hatte, schockiert und fassungslos zurückgelassen (was möglicherweise auch damit zusammen hängen mag, dass ich mit 20 Jahren noch recht jung war), kann ich heute diese Dystopie mit dem jetzt Gelesenen doch besser nachvollziehen. Auch kann ich mir heute gut vorstellen, mir das Theaterstück “Warten auf Godot“ anzuschauen, was seit dem damaligen traumatischen Erlebnis mit „Endspiel“ bis heute für mich nicht möglich war.

Jo Baker hat einen sehr packenden und faszinierenden Roman über Samuel Beckett geschrieben und gleichzeitig ein hervorragendes Stück Zeitgeschichte geschaffen.

Absolut empfehlenswert !!!


https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2018/09/21/eine-hommage-an-samuel-beckett-ein-ire-in-paris/


Besten Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.


Kommentare: 1
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Giselle74s avatar

Rezension zu "Im Hause Longbourn" von Jo Baker

Hinter den Kulissen
Giselle74vor 3 Monaten

Als ich Jo Bakers Buch über die Kriegsjahre Samuel Becketts las ( Ein Ire in Paris ), da wußte ich noch nichts von diesem Roman. Das ist ein wenig verwunderlich, ist er doch ein Bestseller zum einen und angelehnt an Jane Austen zum anderen. Und ich lese Jane Austen wirklich gerne. Wie auch immer, der "Ire in Paris" gefiel mir ausnehmend gut, ist für mich nach wie vor eines der besten in diesem Halbjahr gelesenen Bücher. In der obligatorischen Autorenvorstellung auf dem Umschlag stolperte ich dann über "Im Hause Longbourn". Und da ich, wie schon erwähnt, Austens Bücher liebe, musste dieser Roman unbedingt gelesen werden.
Jo Baker hat eine Parallelhandlung zu "Stolz und Vorurteil" verfasst, quasi hinter die Kulissen geschaut, genauer in die Dienstbotenräume. Während die Schwestern Bennet also ihre Heiratspläne schmieden, sind sie umgeben von dienstbaren Geistern, die Schuhe putzen, Unterröcke stopfen, Essen kochen und servieren, eben all die Arbeiten verrichten, die für Frauen von Stand nicht angemessen sind. Die Autorin hat Austens Roman dafür minutiös durchgearbeitet. Wenn in Austens Buch Kirschkuchen serviert wird, wird bei Baker welcher gebacken, wenn bei Austen Mr Darcy des Wegs geritten kommt, nimmt bei Baker James die Zügel entgegen. Das ist in der Grundidee eigentlich ganz spannend. So ein veränderter Blickwinkel kann ja Interessantes zutage fördern. Aber leider ist aus dieser guten Idee schlußendlich eine 08/15 Liebesschmonzette vor historischem Hintergrund geworden. Die Familie Bennet bleibt blass, ihre Angestellten sind Stereotypen. Die dicke resolute Köchin, der schöne und geheimnisvolle Hausdiener, die selbstbewusste anpackende Hausmagd. Um diese Geschichte so zu schreiben, hätte man Austens Roman wahrlich nicht als Vorlage benötigt.
Der Roman ist eine nette Ferienlektüre, durchaus unterhaltsam, ein bißchen romantisch, mit einem Worte : ganz nett. Mehr aber auch nicht. Und so hat es ein Gutes, dass mir der Beckett-Roman zuerst in die Finger geriet. Nach diesem historischen Schwank hätte ich ihn womöglich gar nicht mehr gelesen. Und das wäre wirklich ärgerlich gewesen. Daher mein Rat: lest Austen im Original und von Jo Baker lieber "Ein Ire in Paris". Denn das ist, ich wiederhole es gern noch einmal, wirklich hervorragend.

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Monika58097s avatar

Rezension zu "Ein Ire in Paris" von Jo Baker

Ein düsteres Stück Zeitgeschichte
Monika58097vor 4 Monaten

Es gibt Bücher, von denen bin ich einerseits fasziniert und andererseits kann ich doch nicht wirklich warm werden mit ihnen. "Ein Ire in Paris" gehört dazu. 

Der Zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Samuel Beckett, der im Roman nie wirklich genannt wird, ist noch bei seiner Mutter Zuhause, doch hier kann er nicht schreiben. Ihm fehlt die Luft zum Atmen. Er fühlt sich eingeengt. So packt er seine Sachen und reist zurück nach Paris, zurück zu seiner Geliebten Suzanne, doch so einfach, wie Beckett sich das Leben in Paris in Kriegszeiten gedacht hat, ist es nun mal nicht. 

Immer mehr Freunde verschwinden. Niemand kann sagen, was mit ihnen passiert ist. Schließlich entscheidet sich Beckett, der auch in Paris an seiner Schreibblockade leidet, sich der Résistance anzuschließen. Falsche Papiere müssen her. Die Gruppe wird verraten. Ein Leben nun im Untergrund, immer auf der Flucht, immer auf der Hut. Ein Leben von der Hand in den Mund. Hunger, Durst, Entbehrung, Erschöpfung. 

Jo Baker schreibt so, dass die Düsternis fast greifbar ist. Sie beschreibt das Leben, die Landschaften bildhaft und einprägend, doch die Personen selbst sind mir irgendwie fremd geblieben. Der Schreibstil ist ungewohnt, ungewöhnlich, nicht so ganz meins. Trotzdem ist ein lesenswertes Buch, eine Romanbiografie, die die dunkelste Zeit in Samuel Becketts Leben betrachtet.

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Gespräche aus der Community

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Blonderschattens avatar
Guten Morgen ihr Lieben Büchereulen 

Ich wünsche euch allen einen schönen 2. Advent. 
Ab heute habt ihr wieder bis zum Freitag, den 12.12. um 23:59 Uhr Zeit, euch für das Weihnachtspäckchen zu bewerben.

http://worldofbooks4.blogspot.de/2014/12/2-advent.html

Hinterlasst zur Teilnahme einfach einen Kommentar unter dem Beitrag auf meinem Blog und schon seit ihr dabei =) Es ist keine Voraussetzung Follower meines Blogs zu sein um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, würde mich jedoch sehr freuen 

Viele liebe Grüße und noch einen schönen Adventssonntag 
Euer Blonderschatten
Zur Buchverlosung
TinaLiests avatar

Ein Wiedersehen mit Mr. Darcy und den Bennets aus "Stolz und Vourteil"

Jane Austens Roman "Stolz und Vorurteil" hat bereits Millionen von Leser begeistert und in seinen Bann gezogen. Mr. Darcy und die Familie Bennet sind weltbekannt und auch verschiedene Verfilmungen haben zur Bekanntheit des Klassikers beigetragen. Die britische Autorin Jo Baker hat sich in ihrem Roman "Im Hause Longbourn" mit den Schicksalen hinter Jane Austens Geschichte beschäftigt und erzählt sie aus Sicht der Dienstboten auf dem Familienanwesen Longbourn.

Mehr zum Buch:

Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft.

Hier geht es zur Leseprobe!
Wenn ihr schon vorab mehr zu den Romanfiguren von "Im Hause Longbourn" erfahren möchtet, dann schaut mal hier vorbei!

Möchtet ihr erfahren, welche Dramen Sarah und die anderen Hausangestellten erleben? Möchtet ihr "Stolz und Vorurteil" einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen? Dann bewerbt euch für die Leserunde und erfahrt, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt!

Wir vergeben gemeinsam mit dem Knaus Verlag 25 Exemplare von "Im Hause Longbourn" von Jo Baker für eine Leserunde. Verratet uns einfach, warum ihr den Roman gerne lesen möchtet und was für euch den Reiz einer solchen Geschichte ausmacht und bewerbt euch somit für eines der 25 Exemplare!


*Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur aktiven und zeitnahen Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten, sowie zum Schreiben einer abschließenden Rezension.
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