Jo Cotterill

 4.7 Sterne bei 39 Bewertungen
Autor von Eine Geschichte der Zitrone, Looking at the Stars und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jo Cotterill

Eine Geschichte der Zitrone

Eine Geschichte der Zitrone

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Erschienen am 29.09.2016
Looking at the Stars

Looking at the Stars

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Erschienen am 04.06.2015
Love Bites

Love Bites

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Erschienen am 17.05.2012
Three's a Crowd

Three's a Crowd

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Erschienen am 13.06.2012
Tears of a Friend

Tears of a Friend

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Erschienen am 01.07.2013
Glee Club

Glee Club

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Erschienen am 15.02.2015
Sweet Hearts: Deep Water

Sweet Hearts: Deep Water

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Erschienen am 07.06.2012

Neue Rezensionen zu Jo Cotterill

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Krimifee86s avatar

Rezension zu "Eine Geschichte der Zitrone" von Jo Cotterill

Eine Geschichte der Zitrone von Jo Cotterill
Krimifee86vor einem Monat

Die anderen Kinder in der Schule wollen sich mittlerweile nicht mehr mit mir anfreunden. Ich spiele gern mit ihnen – es ist nicht so, dass ich Menschen nicht mag. Aber Bücher sind mir ehrlich gesagt lieber. Ich mag den stillen Raum, den sie in meinem Kopf schaffen; den Raum, der sich mit allem möglichen füllen kann, mit Magie oder Inseln oder dunklen Geheimnissen. [Seite 11]

Die elfjährige Calypso ist eine Einzelgängerin und eine Leseratte. Das ändert sich schlagartig als Mae neu in ihre Klasse kommt. Das Mädchen ist ebenfalls begeistert von Büchern und die beiden entdecken gemeinsam neue Welten. Im virtuellen Sinne, aber für Calypso auch im realen Leben. Denn ihre Mutter ist tot und ihr Vater hat sich sehr in seine eigene Welt zurückgezogen. Erst bei Mae lernt Calypso, was Familienzusammenhalt bedeutet. Kann sie es schaffen, auch ihren Vater aus seinem Schneckenloch zu holen?

Ich wünschte, man könnte Gefühle in Flaschen füllen, damit man sich später daraus bedienen kann, wenn man sie braucht. [Seite 115]

Das Buch ist komplett aus Calypsos Sicht geschrieben, was es einfacher macht, ihr und ihren Gedanken und Gefühlen zu folgen. Ganz klar ist es aber auch ein Kinderbuch, das in sehr einfacher Sprache geschrieben ist und in dem Gefühle sehr stark und eindrücklich geschildert werden. Mir als Erwachsener fehlte ein bisschen das Unterschwellige, das unter der Oberfläche brodelt. Hier hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Tiefe gewünscht.

„Lesen ist für alles gut. Man kann an Orte reisen, zu denen man im echten Leben nie käme. Man kann ein Mensch sein, der man nicht ist. Man kann Dinge tun, die man sonst nicht tun dürfte.“ [Seite 154]

Auch die Geschichte an sich ist für einen Erwachsenen leider sehr oberflächlich. Viele Dinge bleiben unbeantwortet oder sind nicht nachvollziehbar. Ich möchte hier nicht spoilern, spiele aber insbesondere auf diese ganze „Kinderhelden“-Geschichte an.
Auch Calypsos Vater bleibt für mich rätselhaft und seine Motive (Zitronen / Bücher) für mich unklar. Hier hätte ich mir mehr Aufklärung oder eventuell auch Kapitel aus seiner Sicht gewünscht, um das Ganze aufzulockern.

Menschen brauchen Menschen. Man kann sich nicht die ganze Zeit abkapseln, nur damit man nicht verletzt wird. Verletzt wird man trotzdem und dann ist man verletzt und allein. [Seite 214]

Trotz der vorherigen Kritik: Eine Geschichte der Zitrone ist eine nette Kindergeschichte. Sie hat eine starke Protagonistin, einen einigermaßen nachvollziehbaren Handlungsstrang und ein Ende, das Kindern eine Moral näherbringen soll und sicherlich auch dem ein oder anderen Erwachsenen nicht schaden kann. Ich vergebe daher gerne drei Punkte und auch durchaus eine Leseempfehlung.

Kurzmeinung: Eine Geschichte der Zitrone ist eine ganz niedliche Familiengeschichte, die zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist.

Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

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NiWas avatar

Rezension zu "Eine Geschichte der Zitrone" von Jo Cotterill

Eine süßsaure Geschichte
NiWavor 6 Monaten

Calypso ist einsam und ahnt es nicht einmal. Erst als Mae neu in die Klasse kommt, wird ihr bewusst, wie allein sie immer war. Rasch spinnt sich eine Freundschaft, weil beide Mädchen Bücherwürmer sind.

"Eine Geschichte der Zitrone" ist eigentlich ein Kinderbuch, das sich von Inhalt und Thematik her genauso an den erwachsenen Leser richtet.

Calypso lebt mit ihrem Vater allein. Ihre Mutter ist gestorben und damit auch der behütete Teil ihrer Kindheit. Denn sie und ihr Vater haben sich daran gewöhnt, sich von der Außenwelt abzuschotten. Sie lieben ihre Bücher - jeder auf seine Art - und fristen ein zurückgezogenes Dasein, das sich vor allem verschließt.

Als das neue Mädchen Mae in die Klasse kommt, fasst Calypso den Mut und freundet sich mit ihr an. Mit dieser Freundschaft kommt Freude in Calypsos Leben. Sie ahnte nicht einmal, wie schön es sein kann, nicht allein zu sein.

Es ist ein Buch über Freundschaft, Trauer und Einsamkeit, das mir teilweise sehr an die Nieren gegangen ist.

Calypsos Einsamkeit durchdringt die Seiten. Das Mädchen ist so gut wie auf sich allein gestellt. Sie kümmert sich mehr um ihren Vater als man es umgekehrt behaupten könnte. Doch sie nimmt die Situation an wie sie eben ist, weil sie es auch nicht anders kennt. Sie geht zur Schule, liest gerne Bücher und hat allerhand mit dem Haushalt und täglichen Pflichten zutun.

Ihr Vater hat sich in seiner Trauer verkrochen, indem er ein Buch über Zitronen schreibt. Hauptberuflich arbeitet er als Lektor und widmet sich nebenher seiner Leidenschaft. In seiner Zitronengeschichte kann er sich, seine Trauer und die Welt vergessen. Leider verschließt er auch vor seiner Tochter die Augen und kriegt nichts auf die Reihe.

Als Mae in Calypsos Leben tritt ändert sich alles. Endlich hat Calypso eine Freundin und erkennt, was ihr bisher gefehlt hat. Außerdem merkt sie erstmals, wie schief ihr Familienleben läuft.

Calypso habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist ein liebes Mädchen, das sich um ihr Heim und ihren Vater so gut wie möglich bemüht. Sie schaut, dass er nicht auf's Essen vergisst, liebt das Lesen und ihre Bücher über alles und trauert heimlich um ihre Mutter, weil ihr Vater keine Rührseligkeiten zulässt. Dabei möchte man sie am liebsten in die Arme schließen, sie mal richtig drücken und knuddeln, weil solche Gesten in ihrem Leben fehlen.

Es ist bezaubernd wie sich die Freundschaft zwischen Calypso und Mae entwickelt. Die Mädchen finden sich, sie verbindet die gleiche Leidenschaft - natürlich Bücher - und gemeinsam starten sie etliche Projekte, die sogar Calypsos Vater aus seiner Lethargie reissen. Doch in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht.

Manchmal ist dieses Kinderbuch wunderschön, dann wieder traurig-depressiv. Auf jeden Fall hält es viel Stoff zum Nachdenken bereit.

Neben den entzückenden Szenen und leichten Passagen um die Freundschaft der Mädchen, nimmt ein Großteil der Geschichte sehr düstere Züge an. Für ein Kinderbuch ist es mir um eine Spur zu ernst und zu traurig. Natürlich kann ich als Erwachsene nicht abschätzen, wie Calypsos Leben tatsächlich auf zwölfjährige Kinder wirken mag. Mich hat es jedenfalls teilweise stark mitgenommen.

Sprachlich ist das Buch Calypsos Alter angepasst. Sie erzählt ihre Geschichte selbst und schafft es, Beweggründe und Entwicklungen nachvollziehbar darzustellen. Auch für den erwachsenen Leser sind ihre Gedankengänge glaubhaft dargestellt und haben mich trotz des kindlichen Charakters überzeugen können.

Für mich ist „Eine Geschichte der Zitrone“ eine süßsaure Geschichte über ein trauriges Mädchen, das aus einem gefühlsleeren Zuhause ausbricht, und damit das Leserherz bewegt.

Kommentare: 3
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tinstamps avatar

Rezension zu "Eine Geschichte der Zitrone" von Jo Cotterill

Eine Geschichte der Zitrone
tinstampvor 7 Monaten

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Die 11jährige Calypso ist ein sehr einsames Mädchen. Seit dem Krebstod ihrer Mutter vergräbt sich ihr Vater in seinem Arbeitszimmer, wo er an seinem Buch "Eine Geschichte der Zitrone" schreibt. In seiner Arbeit versucht er den Tod seiner Frau zu überwinden und verdrängt doch nur seine Trauer. Dabei vergisst er gänzlich auf seine kleine Tochter Calypso, die auf sich selbst gestellt ist. Sie flüchtet gerne in die Welt der Bücher und besitzt ein eigenes Lesezimmer (der Traum jedes Bücherwurms), welches früher das Atelier ihrer Mutter war. Für ihr Alter ist sie sehr selbstständig. Neben ihren Hausaufgaben für die Schule übernimmt sie das Kochen, falls ihr Vater nicht wieder vergessen hat einzukaufen, ebenso wie die Wäsche. Calypso nimmt nach und nach die Elternrolle ein und kümmert sich um ihren Vater, der teilweise sogar aufs Essen vergisst. Es tat mir im Herzen weh, wie einsam Calypso ist und welche falschen Ideale ihr Vater ihr vermittelt.
Als Mae neu in ihre Klasse kommt und sich eine zarte Freundschaft zwischen den Mädchen anbahnt, entdeckt sie, dass die Worte ihres Vaters, dass man am Besten alleine klar kommt, um seine innere Stärke zu finden, vielleicht doch nicht so ganz stimmen. Mit Mae fühlt sie sich fröhlich und unbeschwert. Das Mädchen ist genauso ein Bücherwurm, genauso wie sie. Als sie immer öfters bei Mae's fröhlicher Familie ihre Freizeit verbringt, erkennt Calypso, wie wichtig es ist eine Familie zu sein und zusammenzuhalten. Sie kommt immer mehr ins Grübeln und fühlt sich vom Vater alleingelassen. Als er sein Buch beendet hat und kein Verlag es verlegen will, fällt er in ein tiefes Loch, die in eine handfeste Depression ausartet. Erst Mae's Mutter erkennt, was sich bei Calypso zuhause abspielt und schreitet ein....

Die Charaktere entwickeln sich mit der Zeit zusehends. Diese Entwicklung ist plausibel und es wird auch sehr gut erklärt, warum sich Calypso verpflichtet fühlt für ihren Vater zu sorgen. Durch eine Psychologin und einer Art "Kinderselbsthilfegruppe" lernt sie andere Kinder kennen, die sich ebenfalls um einen Elternteil kümmern müssen. Hier haben mich einzelne Schicksale wirklich zugesetzt. Doch auch für Calypso wird eines Tages diese Last zu viel...

Schreibstil:
Die bittersüße Geschichte lässt sich trotzdem sehr angenehm lesen. Sie wird aus der Sicht von Calypso in klarer und leicht kindlicher Sprache erzählt. Trotz der leichten, aber bildhaften Erzählweise erweckt die Autorin beim Lesen eine Tiefe und jede Menge Emotionen in mir. Calypsos Gedanken, ihre Ängste und ihre Traurigkeit werden genauso spürbar, wie ihre Lebensfreude. Der Roman ist warmherzig und einfühlsam.

"Ich wünschte, man könnte Gefühle in Flaschen füllen, damit man sich später daraus bedienen kann, wenn man sie braucht" - Seite 115

Mit nur knapp 256 Seiten bleibt dieser eher ruhige und tiefgründige Roman nachhaltig in Erinnerung.

Fazit:
Eine bittersüße Erzählung über Verlust, Trauer, Depression, aber auch über Freundschaft, Zusammenhalt und Familie. Ein Coming-of-Age Roman für Jugendliche und Erwachsene, die gleichermaßen verzaubert.

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