Jo Kyung Ran

 3.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Feine Kost.

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Jo Kyung RanFeine Kost
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Feine Kost
Feine Kost
 (7)
Erschienen am 10.11.2010

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widder1987s avatar

Rezension zu "Feine Kost" von Jo Kyung Ran

Nach was schmeckt das Leben...
widder1987vor einem Jahr

Klappentext: Eine leidenschaftliche Köchin, eine betrogene Frau, ein teuflischer Plan Liebe geht durch den Magen – wer wüsste das besser als die leidenschaftliche Köchin Yiwon. Doch seit Kurzem ist sie allein in ihrer Traumküche. Denn der einzige Mann, den sie je geliebt hat, ist anderweitig auf den Geschmack gekommen – ausgerechnet bei einer Schülerin aus Yiwons Kochkurs. Quälende Eifersucht beherrscht von da an Yiwons Denken und Fühlen. Bis ihre wachsenden Rachegelüste eines Tages in dem Plan münden, ein meisterhaftes, alles übertreffendes Menü zu kochen, mit dem sie ihren Geliebten wieder für sich gewinnen will – ein Menü nach einem teuflischen Rezept ...

Fazit: Der Titel 'Feine Kost' basiert auf der im Kontext einer autographischen Lebens- und Liebesgeschichte eingebetteten 'Kochlehre' der koreanischen Autorin Jo Kyung Ran.

Auf knapp 280 Seiten begleitet der Leser die Köchin auf Schritt und Tritt via 'Ich'- Erzählform und eine Kauderwelsch auf gegenwärtigen Lebenssituation mit ohne überleitenden Rückblicke in die Kindheit bei Oma und der Entdeckung der Leidenschaft der Kulinaria wie der Liebe und einer Mischung aus Kochanleitung und (ausgewählter)Zutatenerklärungen, was den Leser einen mit geschmacklosen Oberflächlichkeit geschilderten Handlungsapparats in flüssig sanft dahin plapperenden Schreibstil entgegen rauschen lässt.

Wer dem Buchrückentextzufolge mit saftigen und geschmacksniveauen gesticktes Lesemenü erwartet, bekommt eine zu langgekochte bitter-salzige und kalte Wörtersuppe serviert, der jeglicher Zusammenhängigkeit im Handlungsverlauf, Story und Thematik fehlt und ein staubtrocknes wie fahles Lesevergnügen 'verlaiben' muss...1,5 Sterne

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dzaushangs avatar

Rezension zu "Feine Kost" von Jo Kyung Ran

Rezension zu "Feine Kost" von Jo Kyung Ran
dzaushangvor 7 Jahren

Mit „Feine Kost“ bekommt der Leser einen Text der etwas anderen Art in die Hand. Es geschieht, im Sinne von zum Beispiel Action oder der Erzählung eines bestimmten Handlungsstrangs, nicht wirklich viel. Das Wesentliche wird schon auf den ersten Seiten schnell zusammengefasst.

Die 32 jährige Ji-Won findet schon seit jeher ihre Erfüllung im Kochen. Sie lässt sich entsprechend ausbilden und wächst tatsächlich zur begnadeten Köchin heran. Sechs Jahre lang ist sie die rechte Hand des Chefs im Restaurant „Nove“, dann macht sie sich mit einem eigenen Kochstudio selbstständig. Ihr Laden beginnt sich gerade zu etablieren, da bricht der Traum in sich zusammen. Sie erwischt ihren langjähriger Lebensgefährten mit einer anderen Frau. Sie trennen sich, Ji-Won verfällt in Depression und muss in Folge dessen auch ihr Kochstudio wieder schließen. Sie hat nicht nur ihren Mann verloren sondern auch die Lust am Kochen und, was vielleicht noch viel schlimmer wiegt, ihren Geschmackssinn.

Ji-Won kann nicht mehr tiefer abstürzen und es verwundert somit nicht, dass die koreanische Autorin Jo Kyung Ran den Beginn der Handlung zeitlich in den tiefsten Winter, nämlich in den Januar dieses Schicksalsjahres, legt.

Der Leser steigt sodann, über den größten Teil des Romans hinweg, tief in die Gefühls -und Gedankenwelten von Ji-Won hinab. Verliert sich fast in ihren inneren Monologen, (Traum-) Bildern und Grübeleien, ihrem Philosophieren über das Leben, das Kochen, die Liebe und ihren Möglichkeiten des Scheiterns, ihren Rückblicken auf Kindheit, Jugend und Ausbildung.

Wunderschön, mal sehr intensiv und eindringlich, oft auch hauchzart, wird so von ihrem vergangenen Leben und seinem Scheitern erzählt. Und davon, welche Bedeutung das Kochen, die Auswahl der Zutaten und die Art der Zubereitung darauf hatten und vielleicht wieder einmal haben. Welch erfrischende, aufmunternde, tröstende, Kraft spendende Wirkung Lebens-Mittel haben. Wie sich elementare Gefühle von Einsamkeit, Trauer oder Freude mit Kochzutaten ausdrücken lassen.

Fühlt sich Ji-Won in den ersten Tagen nach der Trennung so, als hätte man ihren Körper in eine riesige, heiße Pfanne gelegt in der sie allmählich zu einem kleinen Punkt schrumpfen und dann verschwinden würde, ohne das es jemand bemerkt, geht die weitere Entwicklung, fast in Zeitlupe, dahin, dass sie sich, bei einem Blick in den Spiegel, daran erinnert, dass ihre Augen wieder leuchten, ihre Haut wieder prall und die Muskeln wieder fest werden könnten, wenn sie sich nur etwas Schönes und Leckeres kochen würde.

Stück für Stück kehren die Lust am Kochen und ihr Geschmackssinn zurück. Ji-Won macht sogar so etwas wie Karriere an alter Wirkungsstätte im „Nove“. Wenn da nur nicht immer wieder dieser Stachel des Scheiterns der großen Liebe in ihre Seele stechen würde....

Zum Ende des Romans, ein halbes Jahr ist vergangen und der Leser erwacht so langsam aus einer merkwürdigen Trance, zieht die Handlung ein klein wenig wieder an. Denn: Rache für die erlittene Pein muss sein.

Alles in allem bietet der Roman feine, vielleicht sogar feinste Kost – aber dennoch lautet mein Rat, nach Möglichkeit zuerst mal etwas davon zu probieren, denn es wird nicht jedem schmecken.

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Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Feine Kost" von Jo Kyung Ran

Rezension zu "Feine Kost" von Jo Kyung Ran
Wolkenatlasvor 8 Jahren

Ein teuflisches Rezept

Der Roman "Feine Kost" der 1969 in Seoul geborenen und in ihrer Heimat sehr bekannten Autorin Jo Kyung Ran ist erfrischend unterhaltende und informative Lektüre.

Als die Köchin und Kochschulenbesitzerin Ji-Won ihren Freund, den Architekten Sok-ju, beim Sex mit ihrer Schülerin Sae-jon erwischt und von ihm verlassen wird, stürzt sie in eine tiefe Sinnkrise. Sie schließt ihr Kochstudio und bewirbt sich wieder im Restaurant "Nove", in dem ihre Karriere begonnen und sie ihren mittlerweile Exfreund kennengelernt hatte.
Da Sae-jon ein Problem mit Hunden hat, lässt Sok-ju seine Hündin Polly, quasi wie eine tägliche Erinnerung an sich, bei Ji-Won zurück.
Ji-won steigert sich zunehmend in eine eifersüchtige, obsessive Rage hinein und versucht, Sok-ju mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zurückzuholen.

Immer wieder schweift Jo Kyung Ran in das kulinarische Reich ab, stellt Querverbindungen zum Leben oder zur Liebe her. Man spürt, wie genau sich die Autorin auf diesem Gebiet auskennt, wie genau hier recherchiert wurde.

"Heutzutage ist Moschus sehr verbreitet, der auf die Menschen eine aphrodisierende Wirkung. Im Zeitalter von Königin Elisabeth I. legten sich die Frauen geschälte Äpfel unter die Achseln. Waren sie mit Schweiß befeuchtet, gaben sie sie ihren Geliebten, damit diese daran riechen konnten. Duft ist die Erinnerung, die am längsten bleibt. Menschen bleiben nur für kurze Zeit, aber der Duft setzt sich über die Zeit hinweg ..."

Das ist auch eine der wenigen Schwächen des Romans, der die großteils recht vergnüglichen und immer bösartiger werdenden Gedankenstränge der Protagonistin überzeugend vermittelt.

"Je dunkler, desto besser. Das gilt nicht nur für Kaviar und Oliven, sondern auch für Sojasoße. Sie muss würzig sein, dunkel wie Karamell und nicht zu dickflüssig. Und wie bei Salz ist es wichtig, dass man immer die richtige Menge verwendet. In einer Edelstahlschüssel bewegen sich die aufeinandergestapelten Krebse. Einer krabbelt mit Hilfe seiner Scheren bis zum Rand der Schüssel hoch. Wäre er ein Hummer, hätte ich sofort die Sehnen an den Scheren durchtrennt, denn Hummer sind unter den Schalentieren die kampffreudigsten. Lässt man mehrere Hummer in einem Gefäß, fressen sie sich gegenseitig auf ..."

Effektvoll verbindet Jo Kyung Ran die Sinnlichkeit dieser verschiedenen Ebenen: Essen wird erotisch, und die Erotik streift ins Kulinarische ab, mit Verlauf des Romans verschmelzen die Sinne und überschlagen sich in den letzten Kapiteln, die fast logischerweise ins Makabre abschweifen. Immer häufiger treten die dunklen Seiten der Protagonistin zutage, die nur mehr ihren Plan im Sinn hat, nämlich Sok-ju durch das ultimative Rezept in einem letzten Abendessen zurückzuerobern.
Sie schmiedet einen teuflischen Plan, der auf ein ganz besonderes Gericht, nämlich "(frische) Zunge mit Trüffelsoße" hinzielt.

Am Ende ist man ob der Entwicklung schockiert und wundert sich trotzdem nicht, da man es ja quasi kommen hat sehen, freut sich aber, dass die Autorin diese makabren Schlussszenen geradlinig durchgezogen hat.
"Feine Kost" ist spannend und unterhaltend, überzeugt aber doch nicht auf der ganzen Länge, weil die Handlung mitunter ein wenig vorhersehbar ist, manche Vergleiche etwas bemüht sind, hie und da zu viel Recherchiertes wiedergegeben wird, verschiedene Geschehnisse dann doch ein wenig zu beliebig wirken und den Figuren teilweise eine Art Tiefenprofil fehlt.

Nichtsdestotrotz: Gute, böse, makabre und obsessive Unterhaltung ist garantiert.

(Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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