Jo Lendle

 3,7 Sterne bei 59 Bewertungen
Autor von Alles Land, Was wir Liebe nennen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jo Lendle

Jo Lendle wurde 1968 geboren und studierte Kulturwissenschaften und Literatur in Hildesheim, Montreal und Leipzig. Bei der DVA sind seine Romane »Was wir Liebe nennen« (2013), »Alles Land« (2011), »Mein letzter Versuch, die Welt zu retten« (2009) und »Die Kosmonautin« (2008) erschienen. »Eine Art Familie« ist sein erster Roman bei Penguin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jo Lendle

Cover des Buches Alles Land (ISBN: 9783442745944)

Alles Land

 (13)
Erschienen am 09.09.2013
Cover des Buches Eine Art Familie (ISBN: 9783328601944)

Eine Art Familie

 (10)
Erschienen am 30.08.2021
Cover des Buches Was wir Liebe nennen (ISBN: 9783442749638)

Was wir Liebe nennen

 (11)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches Die Kosmonautin (ISBN: 9783442740154)

Die Kosmonautin

 (6)
Erschienen am 04.01.2010
Cover des Buches Verdammte Scheiße, schlaf ein! (ISBN: 9783832196585)

Verdammte Scheiße, schlaf ein!

 (7)
Erschienen am 20.07.2011
Cover des Buches Mein letzter Versuch die Welt zu retten (ISBN: 9783442742394)

Mein letzter Versuch die Welt zu retten

 (7)
Erschienen am 11.07.2011
Cover des Buches Akzente 3 / 2016 (ISBN: 9783446251793)

Akzente 3 / 2016

 (2)
Erschienen am 26.09.2016

Neue Rezensionen zu Jo Lendle

Cover des Buches Eine Art Familie (ISBN: 9783328601944)EmmaWinters avatar

Rezension zu "Eine Art Familie" von Jo Lendle

Schlaflosigkeit, Narkose und Tagebücher
EmmaWintervor 6 Monaten

Ein literarischer Leckerbissen:

Anker im sturmgepeitschten 20. Jahrhundert ist die Hausgemeinschaft von Ludwig Lendle, seinem Patenkind Alma Grau (fast gleichaltrig) und der Haushälterin Fräulein Gerner. Mit ihnen streifen wir die Wirren der beiden Weltkriege, die Teilung Deutschlands und die Errungenschaften der Pharmakologie.

In kurzen Kapiteln und kleinen Szenen wird das Leben von Waisenkind Alma, die ihren Patenonkel Professor Lud Lendle ebenso heimlich liebt, wie sie heimlich seine Tagebücher liest, ebendiesem und dem Fräulein mit den geschichtlichen Ereignissen in Deutschland höchst geschickt verflochten. Dabei schimmert vieles oft nur durch, wird angedeutet oder in einem Nebensatz "versteckt". Die Dialoge und Gedanken der Personen werden eher nüchtern dargestellt, allerdings hat der Autor einen ganz eigenen Ton gefunden. Oft kurze, knackige Sätze, durchsetzt mit Witz und Ironie, Melancholie und treffenden Beschreibungen. Das liest sich fast durchgängig ganz leicht, verleitet aber dazu, die vielen klugen Sätze zu schnell zu lesen.

 "Die Zeit flatterte an ihm vorüber, während er selbst stehen zu bleiben schien. Sein Leben, so viel war ihm mittlerweile klar, würde langsamer verstreichen, wenn er mehr erlebte. Dafür aber hätte man sich getrauen müssen, das Leben auf sich wirken zu lassen. Sich herzuschenken, es so tief zu inhalieren, dass es einen berührte. Er dagegen atmete flach hindurch." (S. 178)

Lud ist fasziniert vom Schlaf und fokussiert seine Forschungstätigkeit ganz auf den künstlichen Schlaf, die Narkose. So lenkt er sich ab, von der Person, an die er immer wieder denken muss. Alma sucht derweil im Wald, was sie von Lud nicht bekommen kann. Dann gibt es noch Luds Bruder Wilhelm und dessen Familie, aber dem Professor ist seine kleine WG näher. Am Küchentisch wird über Jahrzehnte politisches, persönliches und wissenschaftliches Geschehen diskutiert.

Erstaunlicherweise hatte ich bisher nichts von diesem Buch gehört. Wenn man sich ein wenig in diesen besonderen Sprachstil eingelesen hat, ist es ein Vergnügen. Ich wünsche dem Buch von Herzen noch viele Leser*innen.

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Cover des Buches Eine Art Familie (ISBN: 9783328601944)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Eine Art Familie" von Jo Lendle

Ein Buch im Einklang
HEIDIZvor 8 Monaten

Jo Lendle - seines Zeichens Schriftsteller und Verleger des Carl Hanser Verlages - hat mich in den letzten Tagen mit seinem Roman "Eine Art Familie" bestens unterhalten.

 

Die Leser/innen lernen Alma kennen und eine Familie - drei Menschen - drei eigenartige Menschen - die zufällig zusammenkommen - es sind also drei Biografien, die uns im Buch unterhalten. Lud bezeichnet sie als eine Art Familie und gibt dem Buch den Titel.

 

Es geht im Buch nicht um den Zusammenhalt einer Familie, sondern vielmehr um den Zerfall, der sich beginnend vom Kaiserreich, über den Nationalsozialismus, über die DDR bis in die BRD der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erstreckt. Lendle erzählt die Geschichte einer deutschen Familie - SEINER FAMILIE !!!

 

Die Geschichte ist komplex - sie er zählt Geschichte - Historie Deutschland - ist Zeitdokument und Familienepos in einem - hat mich fasziniert und perfekt unterhalten, vom literarischen Stil absolut passend und hervorragend flüssig und fesselnd zu lesen.

 

Leseprobe:
 ========

 

Nachts lag Lud wach und dachte nach über das Prinzip der Verstrickung. hatte er sich etwas zuschulden kommen lassen? Ließ er sich noch immer etwas zuschulden kommen? Er fühlte sich wie begraben von einem unsichtbaren Gebirge.

 

Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen.

 

Ich empfand das Buch gleichzeitig als emotional, als informativ, als fesselnd, ernsthaft, romantisch, fantasievoll, aber auch leicht und locker flockig zu lesen - eine gesunde und gelungene Mischung, die ich zu 100 Prozent empfehlen kann.

 

Absolute Empfehlung !!!

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Cover des Buches Eine Art Familie (ISBN: 9783328601944)Buecherfreundinimnordens avatar

Rezension zu "Eine Art Familie" von Jo Lendle

Was niemals geschehen ist…
Buecherfreundinimnordenvor einem Jahr

Das Buch legt einen grandiosen Start hin, deshalb habe ich es gekauft. Das Schicksal des Waisenkindes Alma wird ohne Pathos erzählt, frei von Kitsch, aber dafür mit Tempo und Wortwitz. Alma landet auf ihrem anfänglichen Irrweg bei Ludwig, der ihr Patenonkel ist - obwohl nur wenige Jahre älter und auch nicht leiblich mit ihr verwandt. Auch Ludwig ist zunächst ein Original, er erforscht den Schlaf, wird irgendwann Professor- und ist homosexuell. Almas Neigungen zu ihm sind schön und gut, doch daraus kann nichts werden. Irgendwann weiß das auch Alma , sie stöbert verbotenerweise in Ludwigs Tagebuch. Und nun? Nichts, und das ist hier das Problem. Ludwig forscht, gerät unter den Nazis in die Giftgasforschung, die Wehrmacht hat überall die Finger drin, kein Wunder bei dem Thema. Und Alma? Langweilt sich anscheinend, treibt es wahllos mit Männern, ohne dass man als Leser/in so recht begreift, was sie sich davon erhofft. Schließlich fängt sie sich eine Geschlechtskrankheit ein, soso… Und? Warum erzählt Herr Lendle mir das alles? Sprachlich gekonnt, doch ohne zielgerichtete Entwicklung? Schade! Ich hatte mir durchaus mehr erhofft! Drei Punkte für die schönen Metaphern und Vergleiche, zu mehr langt es nicht bei mir…

Kommentare: 22
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