Jo Nesbø Blood on Snow

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Inhaltsangabe zu „Blood on Snow“ von Jo Nesbø

Olav lives the lonely life of a fixer.

When you 'fix' people for a living - terminally - it's hard to get close to anyone.

Now he's finally met the woman of his dreams.

But there are two problems.

She's his boss's wife.

And Olav's just been hired to kill her.

From the bestselling author of BAFTA-nominated Headhunters, comes Jo Nesbo's Blood on Snow.

Ein berührender Thriller. Mal was ganz anderes. Sehr gut.

— Popi

Nette Urlaubslektüre.

— Argent

Ein schneller Thriller, der spannend, intensiv, undurchschaubar und glaubwürdig ist.

— Lesen_ist

Beginnt spannend, enttäuscht aber mit wenig Action, einem sympathischen aber recht konfusem Killer und ist allgemein zu kurz! keine 13€ wert

— Petra_84

Ein interessanter Protagonist und eine Story, in der nichts so ist, wie es scheint.

— LunasLeseecke

Nicht das letzte Buch von Nesbo.

— lisaaafr

Trotz einiger Mängel ein lesenswerter Nesbo mit einm starkem Protagonisten!

— cLooch

Für einen Thriller eindeutig zu wenig Spannung!

— kiwi_tina

Statt auf Spannung wird hier der Wert auf die Geschichte selbst gelegt.

— pattyliest

naja...

— nicigirl85

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  • Nicht schlecht, haut mich aber auch nicht vom Stuhl

    Blood on Snow

    Argent

    15. January 2016 um 08:19

    Der Roman liest sich flüssig und weglegen lässt sich der Roman nicht, obwohl er längst nicht so packend geschrieben ist wie z.B Headhunter. Mir fällt es richtig schwer die richtige Worte für das Buch zu finden. Die Idee ist interessant, die Art und Weise des Aufbaus auch und der Schluss ist irgendwie auch ganz nett und ein wenig überraschend, aber so richtig vom Stuhl gehauen hat mich das Buch nicht. Fazit: Nette Urlaubslektüre.

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  • Jo Nesbo - Blood on Snow

    Blood on Snow

    miss_mesmerized

    28. November 2015 um 18:07

    He could have had a normal life; he was gifted in a way. But his first murder prevented him from leading an ordinary life. Now, he is a fixer, a person who fixes problem, i.e. he is a killer. His next job is to end his boss’ wife’s life. However, he falls in love with her and assassinates her lover – his boss’ son. This means war and only one can survive. Jo Nesbo’s new series starts in a very promising way. Told with a first person narrator we are from the beginning on the murderer’s side which is rather atypical since normally we, as the readers, like to go with the good guys. Nevertheless, he is sympathetic and has some very charming traits albeit he is rather singular in his manners and character. This very unusual protagonist with the very plain name “Olav” promises a lot which remains to be fulfilled in the sequels.

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  • Blood on Snow - Der Auftrag - Jo Nesbø

    Blood on Snow

    Lesen_ist

    06. October 2015 um 19:15

    Inhalt Olav lives the lonely life of a fixer. When you ‚fix‘ people for a living – terminally – it’s hard to get close to anyone. Now he’s finally met the woman of his dreams. But there are two problems. She’s his boss’s wife. And Olav’s just been hired to kill her. Deutsch Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahezukommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich: Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten Meine Meinung Als riesen Fan von Jo Nesbø habe ich natürlich auch dieses Buch von ihm lesen müssen, obwohl ich immer noch auf eine Fortsetzung der Harry Hole Reihe warte. Es hieß zwar, Blood on Snow ist ein Einzelband, das scheint aber nicht der Fall zu sein. Der zweite Band »Midnight Sun« kommt schon im November und ein Charakter aus dem ersten Buch kommt auch dort vor. In diesem Buch ist Olav der Protagonist und er erzählt aus der Ich-Perspektive. Olav ist ein »Fixer«, was heißt, dass er ein Auftragskiller ist. Er hat aber nur einen Auftraggeber: Daniel Hoffmann. Hoffmann operiert in vielen Bereichen aber vor allem in Drogen und Prostitution. Olav hat gerade jemanden erschossen dessen Blut nun in den Schnee tropft. Es ist 1977 und es schneit in Oslo, ein starker eisiger Wind weht. Es ist nicht mehr lange bis Weihnachten, und wenn es weiterhin so kalt bleibt, wird es der kälteste Winter seit dem Krieg. Olav weiß, dass er als Zuhälter nichts taugt, er kann einfach nicht zuschauen, wenn Frauen geschlagen werden, von selbst zuschlagen kann gar keine Rede sein. Er taugt auch nicht als Dealer, weil er mit Zahlen auf Kriegsfuß steht. In Überfällen ist er auch nicht gut, weil er gelesen hat, dass mehr als die Hälfte der Bankangestellten danach psychologische Probleme haben. Da kommt Olav mit den Schuldgefühlen nicht zurecht. Er kann auch nicht das Fluchtauto fahren, weil er nicht unauffällig fahren kann! Aber als Fixer ist er gut. Er muss dabei kein Auto fahren und meistens sind es Männer, die es verdient haben. So denkt Olav. Aber jetzt hat Olav ein Problem; Hoffmann will, dass er seine Frau Corina tötet. Es soll auch wie ein Einbruch aussehen und nicht wie ein Auftragsmord, damit Hoffmann nicht verdächtigt wird. Eigentlich sollte man Olav nicht mögen, trotzdem findet man ihn sympathisch. Er ist ein Opfer seiner Kindheit, wie man später in der Geschichte erfährt. Er ist schwerer Legastheniker trotzdem liest er gerne und kämpft sich durch schwere Bücher. Schon das ist etwas, dass ihn liebenswürdig macht. Er erzählt in kurzen, prägnanten Sätzen, die wirklich auf den Punkt kommen, aber er kann auch sehr poetisch sein, in seinen Gedanken zumindest. Etwas zu Papier bringen ist schwer für ihn. Das Schicksal hat entschieden, dass er genau diesen Vater und diese Mutter haben soll, und der Verlauf seines Lebens ist fast vorprogrammiert. Als er das Haus von Hoffmann beobachtet, um festzustellen, wie er seinen Auftrag am besten ausführt, sieht er einiges, was er so gar nicht versteht und schon gar nicht ausstehen kann. Und er verliebt sich in Corina. Diese Geschichte ist nicht lang, die knapp 200 Seiten hat man schnell gelesen, aber es passiert viel in der kurzen Zeit bis zum Weihnachtsabend. Olav macht einen groben Fehler und muss folglich einen raffinierten Plan aushecken, um selbst überleben zu können. Der Spruch, »Der Feind meines Feindes ist mein Freund« kommt zum Tragen, aber »Wer anderen eine Grube gräbt ….«. Der Protagonist ist sehr widersprüchlich; kalter Killer mit Herz. Man sollte ihn verabscheuen, möchte ihn aber am liebsten in die Arme nehmen! Das Setting ist eisig kalt, eben Winter in Oslo, man spürt es fast in den Knochen. Ein Buch für kalte Winterabende unter einer warmen Decke mit einem heißen Tee. Die Geschichte funktioniert, harmonisiert. Ein ausgeklügelter Plot, der durch die ruhige, prägnante Erzählweise keinesfalls an Spannung verliert. Es ist unmöglich vorherzusehen, was passieren wird, die Geschichte dreht und wendet sich und das Ende trifft einen hart in die Magengrube. Ein kurzes, intensives Leseerlebnis. Ein schneller Thriller, der spannend, intensiv, undurchschaubar und glaubwürdig ist. Ein kalter Killer, den man ins Herz schließt. Ich weiß, warum Jo Nesbø einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist; er hat mich noch nie enttäuscht! Ich freue mich schon auf das zweite Buch in der Reihe!

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  • Leserunde zu "Blood on Snow - Der Auftrag" von Jo Nesbø

    Blood on Snow - Der Auftrag

    Marina_Nordbreze

    Der neue Jo Nesbø - Smarter killt keiner Bestsellerautor Jo Nesbø legt mit "Blood on Snow - Der Auftrag" den Grundstein zu einer neuen, aufregenden Krimiserie rund um einen Auftragskiller, der in der Klemme steckt. Bei seinem nächsten Auftrag muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Geld oder Liebe? Seid ihr bereits Jo Nesbø-Fan oder möchtet es gerne werden? Ihr solltet euch auf jeden Fall die Gelegenheit dieser Leserunde nicht entgehen lassen! Mehr zum Buch: Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich. Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten. Hier findet ihr die Leseprobe Mehr zum Autor: Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker und lebt in Oslo. Bereits sein Krimidebut, "Der Fledermausmann", wurde in Norwegen als "Bester Krimi des Jahres" ausgezeichnet und mit Rotkehlchen gelang ihm international der Durchbruch. Heute ist er der erfolgreichste Autor Norwegens, in 17 Ländern mit seinen Büchern vertreten, darunter die USA und England.  Zusammen mit dem Ullstein Verlag vergeben wir 25 Exemplare von "Blood on Snow - Der Auftrag" unter allen, die sich bis zum 23.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bewerben*, und folgende Frage beantworten: Eifersucht, Neid, Betrug - in welcher Situation würdet ihr einen Auftragskiller engagieren? Wir sind schon ganz gespannt auf eure Beiträge und drücken die Daumen für die Verlosung! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde - am besten innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches - sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken können.

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    • 590
  • Trifft den Leser ins Herz

    Blood on Snow

    Lienz

    „Blood on Snow“ ist der Auftakt zu einer Reihe von Kurzgeschichten, die inhaltlich lose miteinander verknüpft sein werden. Woher ich diese Vermutung nehme? Aus dem Ausblick auf den im Herbst erscheinenden zweiten Band. Ich habe die drei bislang auf amazon.de geposteten Rezensionen gelesen und möchte mich dazu äußern. Die in Englisch verfasste gibt meine Meinung zum Buch teilweise wieder, verkennt aber anscheinend wie ich auch, dass dies hier kein Roman, sondern eine Kurzgeschichte ist. Auch die erste der beiden deutschen Rezensionen verkennt dies und spiegelt meine anfänglichen Gedanken wider. Die zweite deutsche Rezension „Hingerotzt“ gibt (ein bisschen schäme ich mich jetzt schon) meinen Gedankengang wieder, bevor ich die Sache mit der Kurzgeschichte kapiert hatte. Zum Inhalt: Olav arbeitet als Auftragsmörder, weil er keinen anderen Job kann. Auftragsmörder bedeutet für mich Krimi- und Thrillerfan entweder eine Person mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung oder jemand, der sich aufgrund der Umstände emotional völlig von der Tatsache des Tötens distanzieren kann. Nichts Persönliches, sozusagen. Das ist Olav Johansen. Und doch wieder nicht. Denn es kümmert ihn, welche Auswirkungen seine Arbeit auf Unschuldige hat. Er ist ein Auftragskiller mit einem Gewissen. Dass ihn dieses Gewissen in Schwierigkeiten bringt, lässt sich an den eigenen fünf Fingern abzählen. Und er gerät mächtig in Schwierigkeiten. Dazu gehört auch ein Brief, den er, der Legastheniker, unter großer Anstrengung verfasst. Olav ist ein Mann – und des Mannes Glück/Schicksal sind die Frauen, hat ein Psychologe festgestellt. So ist es auch bei Olav. Drei Frauen spielen die tragende Rolle in Olavs Leben. Sie sind der Motor des Geschehens. Die erste Frau bringt den Stein ins Rollen, die zweite steuert seine Handlungen und die dritte – dazu schweige ich. Ebenso dazu, wie das Ganze für ihn ausgeht. Lest selbst! Ich wette, die Kurzgeschichte gefällt euch. Mein Eindruck: Als allererstes bin ich über meine eigene Erwartungshaltung gestolpert. Dass ich einer von den vielen großen Harry-Hole-Fans bin, hat mir schlichtweg ein Bein gestellt. Bis mir Jo Nesbøs Schreibkönnen dann doch die Augen geöffnet hat. Dieser erste Band der Reihe ist eine Kurzgeschichte par excellence. Olav konfrontiert den Leser ohne Umschweife mit der Geschichte. Die lakonische Sprache schafft zunächst eine für den romangewohnten Leser unerwartete Distanz zur Hauptfigur Olav. Obwohl Emotionen sehr stark betont sind, bleibt – der Prosaform Kurzgeschichte getreu – eine eigenwillige Distanz zwischen Olav und mir, dem Leser. Dieser Widerspruch prickelt im Lesergehirn. Jo Nesbøs handwerkliches Können zeigt sich erneut an dem Symbol, das er konsequent die ganze Kurzgeschichte hindurch im Hintergrund die Handlung tragen lässt. Mit diesem Symbol schafft er eine Mehrdeutigkeit, die mich als Leser fesselt. Und mir Olavs Leitmotiv offenlegt. Die Erzählung erfolgt grundsätzlich in der Vergangenheit, was heißt, es gibt Ausnahmen. Im vierten Kapitel wechselt auf einmal die Zeit in die Gegenwart, der Leser fühlt sich direkt angesprochen. Doch Olav spricht mich, den Leser, nicht an, sondern die Schlüsselfigur der Geschichte. Diese Erkenntnis zergeht, einen bildlichen Vergleich heranziehend, wie Vanilleeis auf der Zunge. Im letzten Kapitel – der Pointe – greift Nesbø zum Stilmittel des Perspektivenwechsels und trifft den Leser mitten ins Herz. Es kommt zu keinerlei Deutungen, Wertungen oder Lösungen der Situation. Diese bleibt dem Leser überlassen. Mich hat Nesbø damit vollständig erreicht, denn ich deute, werte und suche das ganze Buch hindurch die Lösung, hungrig danach weiterzulesen und mehr zu erfahren. Auf einmal erzählt Olav den entscheidenden Einschnitt in seinem Leben. Zuerst habe ich die Stirn gerunzelt. Dann kamen der Aha-Effekt und das breite Lächeln auf mein Gesicht. Die Pointe am Schluss bewirkt zweierlei: Erstens lässt mich Olav nicht los und ich muss über ihn nachdenken, kann nicht anders. Zweitens stellt sich schließlich das angenehme Gefühl der vorübergehenden Sättigung ein, da ich beginne, die Geschichte zu verdauen. Und wenn ich sie verdaut habe – da bin ich mir sicher! – bekomme ich Hunger auf den nächsten Happen Kurzgeschichte der Reihe „Blood on Snow“! Drei kleine Anmerkungen zum Schluss: Ich habe das Buch in der englischen Übersetzung gelesen. Und ich werde auch Günther Frauenlobs deutsche Übersetzung lesen. (Ich liebe dessen Übersetzungen.) Nesbø-Fans: Dieser erste Band der neuen Thriller-Reihe ist ein weiterer Beweis, dass der bei seinen Lesern so beliebte Autor richtig gut schreiben kann! Lasst euch diesen die grauen Zellen stimulierenden Lesegenuss nicht entgehen. Ich bin begeistert von Nesbøs Entschluss, eine von der Harry-Hole-Reihe vollständig abweichende Prosaform für seine neue Reihe zu verwenden. Kein neuer Romancharakter könnte die Figur Harry Hole je toppen. Die neue Prosaform hingegen entfacht den Appetit auf den „neuen“ Nesbø fulminant.

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    • 5
  • Leise rieselt die Spannung

    Blood on Snow

    Omni

    14. July 2015 um 14:10

    „Blood On Snow“ ist ein im Jahre 2015 erschienener, aus der Ich-Perspektive des Protagonisten verfasster, Thriller aus der Feder des in Oslo geborenen Bestseller-Autoren Jo Nesbø, übersetzt aus der norwegischen Sprache ins Englische von Neil Smith. Einleitende Worte oder Warum gerade dieses Buch „Bedenken Sie, wir lernen nicht für die Schule (wirkungsvolle Pause), sondern für das Leben!“ Kluge Worte, die aus dem alten Rom ausgehend bis heute von unterschiedlichster Stelle unser ach so modernes Leben erreichen und in meinem Ohr grundsätzlich mit der Stimme von Theo Lingens Paraderolle des Oberstudiendirektors Dr. Gottlieb Taft widerklingen. Nicht jeder Pennäler, und auch jene, die es mal waren, wird diese Weisheit guten Gewissens unterschreiben wollen, fühlt sich doch ihre ursprüngliche Version aus der Feder des Philosophen Seneca nur allzu oft sehr viel trefflicher an. Dort heißt es nämlich: Non vitae, sed scholae discimus – Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. Und fürwahr, während sich diverse Plutimikationen und Fremdsprachenkenntnisse auch nach dem endgültigen Verlassen der Bildungsstätte als durchaus hilfreich erweisen, bleibt bei manchem (versuchsweise) Gelernten der tiefere Sinn für ein erfolgversprechendes Meistern der eigenen Existenz für lange Zeit oder gar immer verborgen. Und so trägt jeder ehemalige Eleve sein ganz persönliches Erkenntnis-Konglomerat auf seinen Schultern. Ich beispielsweise benötigte länger als eine Dekade um meinen Frieden mit Goethe zu schließen und war nach der Oberstufenlektüre von William Goldings „Lord Of The Flies“ vollumfänglich davon überzeugt, niemals nicht freiwillig ein englischsprachiges Buch zu lesen. Erst heute sagte ich diesem Dogma den Kampf an, kamen doch mehrere begünstigende Begebenheiten zusammen: Ein wunderschöner Schottland-Urlaub, welcher aufzeigte, dass es durchaus ratsam sei, die eingerosteten Sprachskills ein wenig bis sehr deutlich aufzufrischen, die Tatsache mehr als ein Jahr lang kein Buch mehr aus dem von mir so innig geliebten Krimi- und Thrillergenre mehr angerührt zu haben und schließlich Jo Nesbøs Name, der seit Ewigkeiten, inzwischen vehement anklagend, auf meiner imaginären To-Read-Liste prangerte, ohne erhört zu werden. Als ich bei Blogg Dein Buch nun „Blood On Snow“, die mit 208 Seiten auf den ersten Blick recht kurz geratene, aber für einen Englisch-Newbie gerade feinstens überschaubare, Geschichte um einen Auftragskiller, der sich in sein nächstes Opfer verliebt, entdeckte, ward das Schicksal meiner Englisch-Doktrin besiegelt. Wir werden sehen, ob diese dank Herrn Nesbø langfristig ad acta liegt. Buchdaten 1. Auflage, 09. April 2015, Herausgeber: Harvill Secker, Übersetzung ins Englische aus dem Norwegischen: Neil Smith, Taschenbuch, 208 Seiten, Preis: 11,99£ (in Deutschland für 12,95€ erhältlich), Bei der Verlagsgruppe Penguin Random House, Genre: Krimi/Thriller, ISBN: 97818465586031. Auflage, 09. April 2015 Klappentext Olav lives the lonely life of a fixer. When you ‘fix’ people for a living – terminally – it’s hard to get close to anyone. Now he’s finally met the woman of his dreams. But there are two problems. She’s his boss’s wife. And Olav’s just been hired to kill her. Zum Autor / Zum Übersetzer Jo Nesbø Betrachtet man das familiäre Umfeld des am 29. März 1960 in Oslo geborenen Jo Nesbø, darf man hinlänglich zu dem Schluss kommen, dass seine Entwicklung hin zu einem der meistgelesenen Krimi-Autoren (20 Millionen verkaufte und in mehr als 40 Sprachen übersetzte Bücher) weltweit, wenn nicht schicksalhaft vorbestimmt, dann doch immerhin sehr durch seine Eltern begünstigt wurde. Diese, ein Lehrer und eine Bibliothekarin, sensibilisierten ihren Sprössling schon früh im Umgang mit vielfältigster Literatur, lasen ihm vor und erzählten ihm Geschichten. Obschon Nesbø entsprechend früh als außerordentlich phantasievoll galt, schlug er als Heranwachsender einen gänzlich anderen Weg ein als erwartet: Seine Leidenschaft galt dem Fußball, besonders den Tottenham Hotspurs. Er wollte professioneller Spieler werden, schaffte es in die erste norwegische Liga – bis ein Kreuzbandriss sämtliche weiteren Ambitionen begrub. Zum Umdenken gezwungen schlug der junge Norweger einen anderen Weg ein, beendete die Schule mit Bestnoten und absolvierte im Anschluss an der Norwegischen Handelshochschule eine Ausbildung zum Diplom-Kaufmann und Finanzanalyst, während derer ihn in Gestalt der Musik eine neue Leidenschaft packte. Mit seiner Band Di Derre erreichte er in den Charts seiner Heimat Platz 1, derweil er beruflich mit Aktien handelte. Dieser Spagat zwischen dem Leben eines Popstars und dem seriösen Finanzjob war auf Dauer nichts für Nesbø, der sich infolgedessen eine Auszeit in Australien gönnte, von der er mit seinem ersten Roman „Flaggermusmannen“ im Gepäck zurückkehrte, geschrieben aus Langeweile auf dem Rückflug. Dieser erste Teil der mittlerweile weltweit berühmten Harry-Hole-Ermittlerreihe aus dem Jahre 1997 gewann damals alsbald den renommierten norwegischen Riverton-Preis für die beste Kriminalromanveröffentlichung. Inzwischen hat der genrestereotypisch antiheldische Kommissar bereits zehn Fälle gelöst und erfreut sich global unerhörter Beliebtheit. „Blood On Snow“ ist nach „Headhunter“ (2008) und „Der Sohn“ (2014) Jo Nesbøs dritter Standalone-Krimi. Außerhalb von Mord und Totschlag verfasst der Osloer darüber hinaus (völlig jugendfreie) Kinderbücher. Neil Smith Der britische Übersetzer kann sich nach eigener Aussage keinen schöneren Beruf als den seinen vorstellen und gehört seiner Passion entsprechend zu den besten seines Faches, was ihn speziell unter den Krimijunkies im englischsprachigen Raum eine eigene Fananhängerschaft eingebracht hat. Neil Smith studierte in London Skandinavistik und lebte einige Jahre in Stockholm. Inzwischen ist er in Norfolk, Großbritannien, sesshaft geworden und zeichnet sich vor allem für die Übersetzung der Werke schwedischer Thrillerautoren verantwortlich, so beispielsweise Liza Marklund (Annika-Bengtzon-Reihe), Mons Kallentoft (Malin-Fors-Reihe) und Erik Axl Sund. Inhalt 1977 hält für die Bevölkerung Oslos einen außergewöhnlich eisigen Winter bereit. Schneeflocken tanzen, angefeuert vom beißenden Wind am Nachthimmel und Olav hat gerade einen Mann erschossen. Damit verdient er seinen Lebensunterhalt, arbeitet er doch für einen der beiden einflussreichsten Gangsterbosse der norwegischen Hauptstadt, welcher mithilfe des von ihm organisierten Drogenhandels und Prostitution die niederen Bedürfnisse der Kapitalbewohner befriedigt. Und eben jener Daniel Hoffmann hat auch schon den nächsten Auftrag für seinen großgewachsenen Fixer – einen, delikater als jeder der vorangegangen Jobs: Olav soll die mutmaßlich fremdgehende Angetraute seines Bosses höchst selbst eliminieren. Hoffmann gestattet kein Zögern seitens seines Killers, und so ist es beschlossene Sache – Corina ist dem Tod geweiht. Und auch Olav hat die Ahnung, dass dieser Mord mit Problemen behaftet sein wird. Nicht etwa weil es um eine Frau geht, nein, den Tod hat seiner Ansicht nach jeder, der Böses auf die eine oder andere Weise tut, verdient, geschlechterunabhängig. Sorgen bereitet ihm vielmehr die Nähe, die durch ein solch heikles Vorhaben zwischen ihm und seinem Geldgeber entsteht. Doch als wäre die Angelegenheit nicht bereits so, wie sie ist, prekär genug, ändert sich alles, als Olav sein Zielobjekt zum ersten Mal sieht: Die junge Dame ist das schönste Wesen, welches jemals seinen Weg gekreuzt hat, und dieses Gefühl, das ihr bloßer Anblick in ihm auslöst, kann nur eines bedeuten – Liebe. Trivia Schon im Jahre 2013 fand „Blood On Snow“, zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch gänzlich ungeschrieben, den Weg in die Medien. So ward davon die Rede, dass es sich um eine dreiteilige Serie handele, für deren ersten Teil sich niemand geringerer als Leonardo DiCaprio bereits die Filmrechte gesichert habe. Erscheinen sollte der Auftaktband im Frühjahr 2014, und das nicht etwa unter dem Namen Jo Nesbøs, sondern unter dem Pseudonym Tom Johansen. Auf der Online-Präsenz der WAZ war darüber hinaus zu lesen, dass dieser Name vom Norweger nicht willkürlich gewählt wurde, sondern selbst Teil der Romanserie sein würde, „[…]eine Art Fiktion in der Fiktion“. Fakt ist, Stand jetzt: Jo Nesbø persönlich ziert in großen Lettern das Buchcover und in „Blood On Snow“ findet kein Tom Johansen Erwähnung, aber: Olav ist seines Zeichens ein Spross jenes Geschlechtes, und es wird – eine Ankündigung diesbezüglich findet sich auf der letzten Seite des vorliegenden Buches – eine Fortsetzung geben, die die Ereignisse des Auftaktes offenbar lose aufgreift. Man darf also gespannt sein. Meinung Diskussion um die literarische Gattung Unter den globalen Lesern und Rezensenten von „Blood On Snow“ ist vielerorts im Netz eine leidenschaftliche, wenn auch höfliche Debatte darüber ausgebrochen, ob ein Roman mit 208 Seiten, welche dann auch noch mit verhältnismäßig großen Lettern bedruckt sind, überhaupt ein solcher ist oder nicht vielmehr das Wort Kurzgeschichte des Pudels Kern trefflicher bezeichnet. Weiterhin wird in Frage gestellt, ob sich so wenig Papier überhaupt eignet, dem spannungsvollen Genre des Thrillers gerecht zu werden und angemessenen Tribut zu zollen (auch damit soll sich hier später befasst werden). Da wären wir also wieder beim Thema Bildungseinrichtung und demjenigen Gehalt an Wissen, welches man imstande ist, hinaus in die weite Welt zu tragen und fernab der Schulmauern in seinem alltäglichen Leben gekonnt einzusetzen – und allzu gerne würde ich an dieser Stelle die weiße Flagge schwenken und um Gnade winseln, so sich doch nur jemand anderes berufen sähe, die Frage nach der literarischen Einordnung von Jo Nesbøs aktuellem Werk mit einer korrekten, unumstößlichen Antwort zu versehen. Doch bin ich der Tor, welcher hier nun steht (vielmehr sitzt) und so ist das nun Folgende meine persönlich gefühlte Lösung, mit Sicherheit jedoch kein Allheilmittel. Meiner Ansicht nach handelt es sich bei „Blood On Snow“ um eine Novelle, was für mich immerhin insofern praktisch ist, dass dieses literarische Konstrukt relativ schwammig definiert ist und meine Vermutung entsprechend gute Chancen hat, sich bei schlüssiger Argumentation als mögliche Interpretation zu etablieren – frei nach dem Motto „Wenn es sonst nichts ist, dann muss es wohl eine Novelle sein“. Kurzgeschichten habe ich in meinem Leben schon einige gelesen (genaugenommen mehr als mir mitunter lieb war), und für mein Empfinden ist Jo Nesbøs aktuelles Werk schlichtweg zu lang, ausführlich, genau und vor allem intensiv, um sich in jene Schublade zu betten, obschon natürlich das eine oder andere Merkmal dafür spräche, wie etwa die spartanische Charakterisierung der Personen. Dennoch, ich bleibe bei meiner Kategorisierung, denn „Blood On Snow“ grenzt sich auch vom gemeinen Romanwerk ab, welches seine Protagonisten (und meist auch die Gegenspieler) von allen Seiten beleuchtet, ihnen ausführliche Leidensgeschichten auf den Leib schreibt und sie allerlei, auch für das Vorantreiben der Handlung unwesentliche, Wege gehen lässt, auf welchen der Leser sie begleiten darf. Die überschaubare Länge des Buches, etwa im Vergleich zu Nesbøs Harry-Hole-Reihe, damit zu erklären, dass es der Auftakt einer Serie ist, halte ich für puren Nonsens, schließlich gibt es allzu viele Trilogien, welche allein vom Seitenumfang her etwas gegenteiliges beweisen. Doch wie dem auch sein, „Blood On Snow“ ist eine Geschichte, die es zu Papier gebracht hat und die es verdient, gelesen zu werden, ganz gleich welcher Spezies man sie nun zuordnen möchte. Charaktere Die Charaktere des Buches werden überwiegend nur sehr oberflächlich skizziert, was, wie bereits erwähnt, der literarischen Gattung des Werkes zuzuschreiben ist und dem Autor dementsprechend nicht negativ ausgelegt werden sollte. Gleichwohl zeichnet sich von Olav Johansen, Protagonist, Auftragskiller und Erzähler in der Ich-Perspektive, mit voranschreitender Handlung ein genaueres Bild – nicht allzu offensichtlich, doch zwischen den Zeilen mehr als deutlich greif- und lesbar. Geschickt lässt Nesbø Vergangenes aus dem Leben seines Antihelden mittels nonverbalen Monologes in die aktuellen Geschehnisse einfließen, was den norwegischen Hünen trotz seiner zwielichtigen Art, sein Geld zu verdienen, verstehbar und sympathisch macht. Besonders letzteres ist für mich persönlich wichtig, werde ich doch nicht müde an unterschiedlichster Stelle zu betonen, dass eine Geschichte, egal wie kurz oder lang sie auch sein mag, ohne liebenswerten (auf die eine oder andere Art) Hauptdarsteller niemals eine richtig gute sein kann. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass nicht jeder es vermag, mit Olav zarte Bande der Zuneigung zu knüpfen. In diesem Fall wird definitiv eine Menge des Charmes der Story und des Lesevergnügens allgemein verloren gehen – äußerst schade drum, hat der Fixer, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, doch neben der Seite, die er auf der Straße gezwungen ist an den Tag zu legen, noch eine fragile, phantasievolle, gar intellektuelle Facette, die es bei genauem Hinsehen zu entdecken gilt. Bezüglich Carina hingegen gibt es nicht allzu viele Schätze zu bergen. Vielmehr gilt abermals Herrn Nesbø ein großes Lob, der es mit wenigen Worten, die er jener Dame in den Mund legte, geschafft hat, sie von Anfang an unsympathisch zu finden – auf diese Weise macht das Fiebern um Olavs Leib- und Seelenheil gleich doppelt Freude. Überhaupt ist es erstaunlich, wie gut die Oberflächlichkeit ihre Funktion erfüllt. Die Synapsen im eigenen Hirn arbeiten, denken, vermuten, irren, liegen richtig und zeichnen schließlich ihre eigene Geschichte für jene Fakten, die der Autor eben nicht auf dem Silbertablett servieren möchte. So hat man am Ende selbst vom nichtigsten Handlanger Hoffmanns Pine ein Bild, welches Nesbø begonnen und dem Leser zur Vervollkommnung vertrauensvoll übergeben hat. Sprachstil Zunächst sei erwähnt, dass das Lesen eines Thrillers in englischer Sprache sich als weniger anstrengend erwies als anfangs von mir vermutet und befürchtet. Auch hier spielt eventuell das literarische Genus in meine eingestaubten Karten, zeichnet sie sich doch durch eine kurze, prägnante, nicht allzu ausufernde Schreibe aus. Wenngleich die Zuhilfenahme des Wörterbuches bei einigen wenigen Vokabeln meinerseits unvermeidlich war, tat dies dem fließenden Lesevergnügen keinen Abbruch. Vielmehr war der Text auch in jenen Situationen verständlich, bei welchen das Gehirn nicht für jedes Wort ad hoc das exakte deutsche Pendant bereithielt. Fernab der forensischen Autopsie meiner Englisch-Fähigkeiten lässt sich der Sprachstil von „Blood On Snow“ in zwei Ebenen untergliedern, was erstaunlich ist, da es, von einem einzigen Kapitel abgesehen, immer Olav ist, aus dessen Perspektive der Leser Teil der Geschichte wird. So haben wir auf der einen Seite die Schilderung der Ereignisse (fast ausschließlich im Präteritum), das Vorantreiben der Story, Dialoge mit Gangstern und deren Vorgesetzten. Der Sprachstil ist lakonisch, flapsig und wenig bis gar nicht ausschmückend. Etwa wird Olav niemals schnell, ängstlich, überrascht oder in welcher Form auch immer nicken, nein, er nickt einfach. Das ist ok, passt es doch auch thematisch in die gesellschaftlichen Kreise, in welche Jo Nesbø hier entführt. Dann ist da noch die andere Seite, diejenigen Worte, die der Auftragskiller nicht laut ausspricht, sondern dem Leser in Form von Gedanken und Erinnerungen zur Charakterstudie zur Verfügung stellt. Hier wird es ausschmückender, prosaischer und gehobener, was nicht zuletzt daran liegt, dass der auf den ersten Blick etwas tumb wirkende Wikinger ein Faible für gehobene Literatur hat. Die unterschiedlichen Sprachebenen behindern sich gegenseitig nicht im Geringsten und sorgen ebenso wenig dafür, dass der Lesefluss unterbrochen wird. Die Geschichte bleibt ein homogenes Ganzes, in welchem nicht nur die Wortwahl, sondern auch die Verwendung unterschiedlicher Tempora niemals zufällig, sondern immer präzise akzentuiert und für einen speziellen Zweck bestimmt zu sein scheint. Handlung / Idee Ganz offensichtlich scheint Jo Nesbøs Idee, die „Blood On Snow“ zugrunde liegt, wie zuvor ausgeführt, genau der Stoff zu sein, aus dem hollywood’sche Träume gemacht sind. Ganz sicher existieren auf dieser Welt unzählige Bücher, in deren Mittelpunkt ein Auftragskiller steht, und nicht minder verlässlich ist wohl die Annahme, dass es unter diesen Werken einige gibt, die das hier verwandte Liebesmotiv von potentiellem Opfer und Täter aufgreifen. Immerhin kannte ich vor „Blood On Snow“ überhaupt kein derlei geartetes Buch, weswegen Vergleiche in Form von „Autor XY hat das aber viel spannender als YX umgesetzt“ per se ins eisige Nass eines Osloer Fjords fallen. Darüber hinaus müsste ich schwerstens nachdenken, ob ich überhaupt schon einen Thriller gelesen habe, der Liebe nicht nur zu einem unter vielen, sondern zu einem zentralen Gegenstand macht. Spontan fällt mir keines ein, womit ich nicht sagen möchte, dass Jo Nesbø hier einen nie dagewesenen Geistesblitz bezüglich seiner Story hatte. Vielmehr ist „Blood On Snow“, das in seiner deutschen Fassung übrigens „Der Auftrag“ heißen wird (gähn), eine mehr als gute Gelegenheit für eine kleine, aber dennoch feine Weisheit, welche sich bis heuer noch immer bewahrheitet hat: Lieber eine gute, wenngleich nicht neue, Idee stimmig und spannend verpackt, als eine völlig hanebüchene Geschichte ohne Hand und Fuß, jawohl. Spannung Die Geschichte um Olav startet ohne wortreiche Exposition direkt mit dem Protagonisten, und der Leser wird Zeuge, wie er seinen, im wahrsten Sinne, Knochenjob verrichtet. Auch weiß man dank des Klappentextes relativ präzise woran man ist, weswegen ein guter Anfangsteil des Buches mehr dem Aufbau einer Beziehung zwischen Johansen und dem Rezipienten als dem Erzeugen bodenloser Spannung gewidmet ist. Doch nicht zuletzt dank der vielen unausgesprochenen, verborgenen Gedankenanstöße zwischen den Zeilen, die dem geneigten Krimikonsumenten einiges an Eigeninitiative abverlangen, entwickelt sich nach und nach eine suggestive Spannung, die vielleicht nicht das sein mag, was sich viele erhofft hatten, die aber dennoch große Wirkung entfaltet – einiges ist nicht so wie es scheint, manchmal möchte man Olav die Worte „Tu es nicht“ ins Gesicht schreien und an anderer Stelle wiederum kommt es genauso wie man es befürchtet hatte. Dennoch steigt die Spannungskurve mit Voranschreiten der Ereignisse merklich an und arbeitet auf die Klimax hin – ein von Jo Nesbø außerordentlich gut inszenierter Teil des Buches. Und auch das Finale ist ernüchternd und befriedigend zugleich, lässt Raum für Spekulationen während es einige Fragen unabänderlich beantwortet. Abschließend widmen wir uns der noch offenen Frage nach der Angemessenheit der Seitenanzahl und diesbezüglich darf ich feierlich verkünden: Ja, so wenig Papier kann dem Genre Thriller definitiv gerecht werden und „Blood On Snow“ ist spannender als so mancher dickbäuchige Wälzer, der im Regal imposant und in der Hand nur mehr öde wirkt. Fazit Möglich, dass einige Fans der Harry-Hole-Reihe in „Blood On Snow“ nicht das gefunden haben, was sie sich erhofft und gesucht hatten, schließlich wachsen und spezifizieren sich Erwartungen, je besser man sich mit einer Materie auskennt. Diese Problematik hatte ich als Nesbø-Debütant selbstverständlich nicht, kann aber sagen, dass mich das vorliegende Buch extremst neugierig auf das anderweitige Schaffen des Autors gemacht hat. Gerade die trotz der Kürze geschaffene Intensität und die Fähigkeit des Norwegers, die Phantasie des Lesers auf Hochtouren zu bringen, haben meiner Meinung nach außerordentliche Beweiskraft für die Tatsache, dass hier einer der ganz talentierten Schreiberlinge am Werk war, der nicht eines Holzhammers bedarf, um seine Kunst möglichst in mundgerechten Häppchen an den Mann zu bringen. „Blood On Snow“ ist zwar keinesfalls DAS große Meisterwerk genrespezifischer Novellen, doch ist es eine der besten, die ich jemals gelesen habe. Ich erinnere mich besonders an die „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“-Sammlung von Stephen King, von der ich überwiegend maßlos enttäuscht war. Für mich steht bereits jetzt fest, dass ich auch die kommenden beiden Teile der Serie lesen werde – meine Neugierde diesbezüglich ist definitiv geschürt und geht sogar so weit, dass ich mit dem Gedanken spiele, die deutsche Ausgabe von „Blood On Snow“ auch noch alsbald zu lesen, nur um sicherzugehen, dass ich keinen versteckten Denkanstoß übersehen habe. So ist das, wenn man süchtig ist, und ich bin sicher, dass Jo Nesbø dank dieses sehr gelungenen Appetizers auch zukünftig auf meiner Liste konsumierter Rauschmittel stehen wird. Wessen Lesevergnügen unabdingbar davon abhängt, dass er möglichst viele, auch grausame, blutige, Details, Gefühle, Situationen und Lösungen formschön drapiert serviert bekommt (auch ich bin beispielsweise leidenschaftlicher Verfechter von geschlossenen Enden), der sollte den Kauf von „Blood On Snow“ eventuell noch einmal überdenken, schließlich sind 12 britische Pfund nicht gerade ein Pappenstiel für ein Taschenbuch, welches man bequem an einem Abend auslesen kann. Wer sich jedoch darauf einlassen kann, den Inhalt komprimiert und zur eigenen Weiterverarbeitung präsentiert zu bekommen, dem sei Jo Nesbøs Werk guten Gewissens ans Herz gelegt, obschon auch ich mir, so zufrieden ich nach dem Lesen auch sein mag, an einigen wenigen Stellen einen Hauch mehr Klarheit gewünscht hätte. Doch wer weiß, vielleicht bekommt man diese ja im nächsten Teil? Und selbst wenn nicht, bleibt die irgendwie erfreuliche Erkenntnis, dass ich schon lange nicht mehr so viel über ein Buch und dessen Ausgang nachgedacht habe wie im Falle von „Blood On Snow“ – und das ohne einen Funken Verbitterung.

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  • Leserunde zu "Blood on Snow" von Jo Nesbø

    Blood on Snow

    PenguinRandomHouseUK

    From the bestselling author of the Harry Hole series, comes  Blood on Snow: Drugs. Death. Murder. Revenge - and a hitman with two big problems.  Pünktlich zum Start des neuen Projekts von Jo Nesbo verlosen wir 50 Leseexemplare in englischer Sprache! Bewerbt Euch jetzt und seid einer der ersten Leser der neuen Krimireihe. Titelbeschreibung Olav lives the lonely life of a fixer. When you ‘fix’ people for a living – terminally – it’s hard to get close to anyone. Now he’s finally met the woman of his dreams. But there are two problems. She’s his boss’s wife. And Olav’s just been hired to kill her. Author Jo Nesbo played football for Norway’s premier league team Molde, but his dream of playing professionally for Spurs was dashed when he tore ligaments in his knee at the age of eighteen. After three years military service he attended business school and formed the bandDi derre (Them There). Their second album topped the charts in Norway, but he continued working as a financial analyst, crunching numbers during the day and gigging at night. When commissioned by a publisher to write a memoir about life on the road with his band, he instead came up with the plot for his first Harry Hole crime novel, The Bat. He is regarded as one of the world’s leading crime writers, with The Leopard, Phantom, Police and The Son all topping the UK bestseller charts, and his novels are published in 48 languages. Mehr Informationen zum Autor gibt auch auf unserer Webseite - www.jonesbo.co.uk Einfach bewerben und unser Lostopf wird entscheiden. Good Luck! All the best from London, Ulrike @ Penguin Random House UK

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    • 502
  • Wenn nichts ist, wie es scheint.

    Blood on Snow

    LunasLeseecke

    20. June 2015 um 22:39

    Klappentext Olav lives the lonely life of a fixer. When you 'fix' people for a living - terminally - it's hard to get close to anyone. Now he's finally met the woman of his dreams. But there are two problems. She's his boss's wife. And Olav's just been hired to kill her. Meine Meinung Jo Nesbø hat einen sehr einfachen und schnörkellosen Schreibstil. Sein Protagonist Olav hat mir trotz seiner etwas merkwürdigen Art sehr gefallen. Er ist ein Killer, aber auf der anderen Seite ist er ein kleiner verwirrter Junge, der in seiner Kindheit unter seinem Alkoholiker- und Schläger Vater und der Schwäche seiner Mutter gelitten hat. Er hat viel Fantasy und ist ziemlich einfallsreich, trotz seines Jobs als Killer ist er ein feinfühliger Mann. Die Story war sehr spannend, und vor allem am Ende gab es viel Action und sehr viel Überraschung. Mich hat das Ende sehr überrascht, und es hat so einiges offenbart, womit ich nicht gerechnet hätte. Es war mein erster Nesbø und ich muss sagen, es hat mir recht gut gefallen. Am Anfang hatte ich ein paar kleine Schwierigkeiten, aber dann ist es immer besser geworden.  Fazit Ein gelungener Thriller, auch wenn ich natürlich keine Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Nesbøs habe. Zum Ende hin mit einer klaren Steigerung und viel Action und Gefühl.

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  • Blood in Snow

    Blood on Snow

    MissSweety86

    19. June 2015 um 20:31

    Inhalt: Olav ist ein Auftragsmörder der besonderen Art. Er ist der Meinung das er nur für diesen Job zu gebrauchen ist. Drogen bestimmen sein Leben und als sein Boss Daniel ihm den Auftrag gibt seine Frau Corina zu töten verändert sich so einiges für Olav. Meinung:  Es war mein erstes englisches Buch und es hat mir gut gefallen. Auch das man etwas über Olavs Vergangenheit erfährt fand ich gut. Fazit: Für mich war es mein erster Nesbo und ich werde mir auch seine anderen Bücher zulegen. “Blood on Snow“ von Jo Nesbo ist im Harvill Secker Verlag erschienen. Kostet 11,99 £ und hat 198 Seiten.

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  • Nicht das letzte Buch von ihm

    Blood on Snow

    lisaaafr

    17. June 2015 um 22:05

    Blood on Snow ist ein Buch von Jo Nesbo und es war mein erstes von ihm. Inhalt Der Protagonist Olav ist ein  recht eigenartiger Auftragskiller. Er ist der Meinung, dass er diese Tätigkeit die einzige ist, für das er zu gebrauchen ist. Eines Tages bekommt er einen Auftrag und soll die Frau vom Chef töten, nun hat er aber sich in sie verliebt. Und nun hat er ein Problem- was soll er machen?   Ich durfte das Buch im Zuge einer Leserunde lesen. Der penguin books Verlag aus London hat mir dieses Buch auf englische Sprache zu Verfügung gestellt. Das Englisch ist leicht verständlich, da das Niveau nicht so hoch ist.  Von Jo Nesbo hatte ich bis jetzt noch kein Buch gelesen, aber er war mir ein Begriff, deswegen waren meine Erwartungen auch ziemlich hoch und ich muss sagen, er hat mich nicht enttäuscht.  Die Geschichte ist nicht vorhersehbar. Die Spannung wurde erst nach ein paar Kapiteln ordentlich angezogen. Das Buch ist nicht besonders dick (nur 200 Seiten), deswegen liest es sich sehr schnell. Die Charaktere waren gut, aber ein bisschen klischeehaft. Ich werde auf jeden Fall noch mehr Bücher von Nesbo lesen.

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  • Blood on snow - Auftakt einer neuen Reihe

    Blood on Snow

    Blondie89

    15. June 2015 um 09:44

    Cover Das Cover spricht sehr an und strahlt eine gewisse Spannung aus - die Farben sind in Schwarz/Weiß/Grau gehalten und der Titel als Kontrast in Rot. Die Schrift ist erhaben und das Cover ist auf dem Buchrücken noch einmal aufgegriffen. Daumen hoch! Charaktere Der Hauptcharakter Olav ist ein Auftragskiller in Oslo. Er wird als liebenswert und nachdenklich beschrieben, trotz seines Berufs. Es gibt immer wieder Rückblicke in seine Vergangenheit, die sein Verhalten verständlich machen. Die Weiteren Charaktere würde ich als Nebencharaktere beschreiben,  da hier nur oberflächlich auf Sie eingegangen wird. Aufbau Der Roman hat knapp 200 Seiten, welche in großer Schrift beschrieben sind. Daher lässt sich das Buch recht schnell lesen. Das Englisch ist auf einem niedrigen Niveau gehalten, somit auch verständlich für Nicht-Muttersprachler.  Fazit Mich hat es gefreut, wieder ein Buch auf Englisch zu lesen, dennoch konnte mich die Geschichte nicht mitreißen. Ich habe keinen richtigen Zugang zu den Charakteren bekommen. Die größte Spannung und Wendungen passierte in den letzten 3 Kapiteln - dies war dann fast zu viel.

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  • Nichts für Nesbo –Neulinge

    Blood on Snow

    Birgit-B

    12. June 2015 um 20:58

    Blood on Snow handelt von einem recht eigenartigen Auftragskiller namens Olav. Er hat sich keinen einfachen Beruf erwählt, doch bezeichnet er diese Tätigkeit als das einzige, für das er zu gebrauchen ist. Eines Tages gerät er in ein heikles Dilemma: er verliebt sich Hals über Kopf in die Frau seines Chefs. Als wäre das nicht genug, erhält er den Auftrag, sie aus der Welt zu schaffen. Mit hohen Tieren aus seinem Milieu ist nicht zu spaßen, das weiß Olav genau. Was soll er also tun?   Ich durfte das Werk im Zuge einer Leserunde in englischer Sprache kennen lernen und da das Niveau nicht allzu hoch ist, ließ es sich gut und verständlich lesen. Da mir Jo Nesbo natürlich ein Begriff ist, ich aber noch nichts von ihm gelesen hatte, waren meine Erwartungen recht hoch. Leider hat  dieser Thriller meinen Geschmack nicht getroffen. Bei sehr großer Schrift hat das Werk gerade einmal 200 Seiten, so lies es sich flott lesen, auch wenn für mich wenig Spannung spürbar war. Die Charaktere wirkten klischeehaft, die Sprache platt, die Handlung merkwürdig und übertrieben und obwohl mir das Ende richtig gut gefallen hat, kann ich das leider nicht vom ganzen Buch sagen. Auf den letzten Seiten habe ich gemerkt, wie genial Nesbo schreiben und welche Bilder er kreieren kann, und hätte mir das für die ganze Geschichte gewünscht. Ich bin nun sehr neugierig, wie mir andere Thriller des Autors zusagen, das vorliegende Werk ist meiner Meinung nach nichts für Nesbo-Einsteiger, gegebenenfalls etwas für Fans. Und Geschmäcker sind selbstverständlich verschieden!

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  • Blood on Snow

    Blood on Snow

    cLooch

    05. June 2015 um 14:15

    Blood on Snow   erschienen bei Harvill Secker  zum Preis von 12,95 Olav ist Auftragskiller. Er arbeitet für den Heroindealer Daniel Hoffmann. Der nächste Auftrag, den er erledigen soll, ist aber ein Auftrag der Extraklasse. Denn diesmal soll nicht ein Konkurrent oder Feind getötet werden. Diesmal ist das Opfer Corina. Die Frau, in die sich Olav verliebt hat. Und das nächste Problem ist, dass Corina die Frau seines Chefs ist. Das Buchcover erinnert stark an das des Buches „Der Sohn“, ebenfalls von Jo Nesbo. Die Figur des Protagonisten Olav ist einzigartig und zieht die Sympathie des Lesers gleich auf seine Seite. Die Erzählung erfolgt in der Ich-Perspektive und hat einen lyrischen Stil. Für einen Auftragsmörder hat Olav einen untypischen Charakter. Er sorgt sich um seine Mitmenschen und handelt auf seine eigene Art und Weise. Seine Kaltblütigkeit und seine liebevolle Seite sind wie Feuer und Eis. Seine Liebe zum Lesen ist ein zentraler Punkt, der ihn auch durch die Geschichte begleitet. Olav führt uns in der Geschichte immer wieder in die Tiefen seines Selbst und gibt uns einen Einblick in das Leben seiner Kindheit. So tragisch sein Leben ist und war, ist der Übergang zwischen Realität und Vergangenem eine erstklassige Abrundung des Romans. Dem Charakter werden Leben und Tiefe verliehen, die dem Leser den Protagonisten verstehen lässt. Corina wird eher oberflächlich behandelt und gerne hätte ich mehr über diese Frau erfahren. Die Frau, die für Olav alles riskiert und die ihn so einfach den Verstand rauben konnte. Auch die anderen Nebencharaktere, die zwar eine zentrale Rolle einnehmen, werden nur beiläufig erwähnt und als Leser tut man sich schwer, sie wirklich in die Geschichte zu integrieren. Die Dünne des Buches schreckt so manchen ab, doch genau das macht den Reiz der Geschichte aus. Ohne überflüssige Lückenfüller bekommt man genau das zu lesen, was wirklich der Kern des Thrillers ist und Nesbo schreibt auf den Punkt. Bis zum Schluss ist das Lesen ein Genuss und Nesbo hat nicht verlernt die Spannung aufrechtzuerhalten. Jede Geschichte, die er schreibt, ist für eine Überraschung gut, so auch in „Blood on Snow“. Jo Nesbo hat einen lesenswerten, schon fast poetischen, Thriller geschrieben. Die flüssige und fesselnde Sprache macht das Buch zu einem kurzen und prägnanten Leseerlebnis. Gerade durch die Einfachheit der Worte hinterlässt das Buch einen bleibenden Eindruck.

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  • Gangsterballade

    Blood on Snow

    Bella5

    Jo Nesbos Roman (oder ist es eine Kurzgeschichte?) ist eine Hommage an das pulp fiction Genre. Seine Geschichte oszilliert zwischen Ernsthaftigkeit und Kitsch, sprachlich ist sie dabei durchaus poetisch, was aber in einem gewissen Gegensatz zum Erzählten steht. Vielleicht ist gar der Ich-Erzähler ein unreliable narrator, also ein unzuverlässiger Erzähler, denn er schien sich von Kindesbeinen an in eine alternative Realität zu flüchten und zog die fiktive seiner von Gewalt und Verwahrlosung geprägten Welt vor. Der Held und das Geschehen stecken voller Widersprüche, und wie in einer griechischen Tragödie kann der Protagonist seinem Schicksal nicht entrinnen, der Ödipus - Komplex liegt auf der Hand. Der Autor setzt meines Erachtens all diese Versatzstücke bewusst ein, und heraus kommt ein schönes Stück Schund. Der Auftragskiller Olav Johansen soll in den 1970er Jahren ausgerechnet die Frau seines Auftraggebers, Daniel Hoffmann, töten. Olav kommt das alles spanisch vor - er türmt also mit Corina, verliebt sich in sie, um sich schliesslich mit dem grössten Rivalen Hoffmans, dem "Fischhändler, " zu arrangieren. Doch kann Olav tatsächlich seinem Schicksal entrinnen ? Nesbos Geschichte über den Killer Olav fängt geradezu klassisch an. Der plot ist wirklich nicht neu. Olav ist ein Antiheld, wie er im Buche steht, oder zumindest will er das den Leser glauben machen: Dyslexisch, aber mit Zulassungsbescheid von einer Universität, (vermeintlicher) Frauenversteher und zugleich eiskalter hitman, höchst belesen und doch in gewissem Maße naiv. Die anderen Figuren im Roman gleichen Archetypen - die devote Mutter, der grausame Vater, der jedoch Charaktereigenschaften an den Sohn vererbt hat; saufende Russen, fast clowneske Kleinkriminelle und überlebensgroße "Paten". Die Frauenfiguren sind Sirenen, perfekt oder versehrt, vor allem aber eines: durchtrieben. Die Handlung ist sehr schematisch, mit Szenen, die man eigentlich schon aus Film und Literatur kennt - Querverweise, Zitate, alles eine Hommage, Persiflage, Karikatur. Leitmotivisch fällt dazu der Schnee, es ist skandinavisch bitterkalt. Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, und wenn er noch einen Tick spannender gewesen wäre, hätte ich 5/5 Sternen vergeben.

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    • 10
  • Liebenswerter Killer ....

    Blood on Snow

    Lesestunde_mit_Marie

    03. June 2015 um 08:46

    Recht schlank und kompakt kommt dieser im Frühjahr 2015 erschienene Thriller von Jo Nesbo daher, den ich auf Englisch lesen durfte. Dieser etwas andere Thriller von Jo Nesbo ist für mich auch eher eine Charakterstudie eines Auftragkillers aus der Innenperspektive. Der Protagonist und Ich-Erzähler, der Auftragskiller Olav Johansen, steht mit seinen Darstellung teilweise im krassen Widerspruch zur Handlung, wobei Nesbo sehr bewusst mit dem Widerspruch spielt. Die gewählte Sprache ist über weite Strecken regelrecht poetisch, was streckenweise ebenfalls in einem gewissen Gegensatz zum Erzählten steht. Olav ist in seiner Selbstwahrnehmung ein Antiheld, ein regelrechter Looser: Dyslektisch ist er mit devoter Mutter und gewalttätigem, größtenteils absentem Vater groß geworden. Nach und nach gewinnt man aber den Eindruck, dass wir es hier mit einem durchaus intelligenten und gefühlvollen Menschen zu tun haben, der zum einen einen Zulassungsbescheid von einer Universität hatte und sehr belesen ist und zum anderen äußerst einfühlsam und sensibel erscheint. Dann wiederum sehen wir den Berufskiller, der seine Aufträge ohne mit der Wimper zu zucken eiskalt ausführt. Das beängstigende, so habe ich es zumindest empfunden, ist, dass der Leser den eiskalten Killer sympathisch findet und regelrecht mit ihm empfindet und leidet. Die Morde werden als zwangsläufig dargestellt. Hierbei spielt natürlich die Erzählperspektive des Ich-Erzählers, der eine subjektive, einseitige DarstelRecht schlank und kompakt kommt dieser im Frühjahr 2015 erschienene Thriller von Jo Nesbo daher. Dieser etwas andere Thriller von Jo Nesbo ist für mich auch eher eine Charakterstudie eines Auftragkillers aus der Innenperspektive. Die anderen Figuren im Roman sind eher archetypisch, der brutale Vater, die unterjochte Mutter, die lieblich, unschuldig daherkommende, verführerische Sirene, der alles beherrschende Ganove und sein Konterpart im Revier sowie die etwas unscheinbare, aufrechte, wirklich Liebenswerte. Fazit: Zwar kommt dieser etwas andere Nesbo stellenweise ein wenig kitschig und stereotyp daher, doch ich fühlte mich gut unterhalten und war fasziniert von diesem widersprüchlichen Charakter und der Sympathie die er ausstrahlte.

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