Durst

von Jo Nesbø 
4,7 Sterne bei212 Bewertungen
Durst
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

P

Die ganze Reihe um Harry Hole ist eine ständige Steigerung der Spannung und erreicht in ''Durst'' eine ganz neue Liga des Thrillers.

Mikakos avatar

Ich muss unbedingt mehr von Nesbo lesen!

Alle 212 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Durst"

Der neue Krimi mit Harry HoleEin Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann kennt Olegs Vergangenheit und setzt Hole unter Druck. Der Kommissar gibt schließlich nach und arbeitet hochkonzentriert mit seinen Leuten an dem Fall. In einer Atmosphäre der Angst zögern viele Frauen, sich weiter über die App zu verabreden. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548290713
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:624 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:10.08.2018
Teil 11 der Reihe "Harry Hole"
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.09.2017 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne152
  • 4 Sterne49
  • 3 Sterne9
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    P
    pmm_booksvor einem Monat
    Kurzmeinung: Die ganze Reihe um Harry Hole ist eine ständige Steigerung der Spannung und erreicht in ''Durst'' eine ganz neue Liga des Thrillers.
    Macht ''Durst'' auf mehr

    Dieses Buch ist eines meiner absoluten Favoriten. Man hat das Gefühl, Nesbø baue während der ganzen Harry Hole Reihe Spannung auf um sie dann in Durst auf den Leser los zu lassen.


    Die zum Teil brutalen und unmenschlichen Morde, welche jedoch realistisch gesehen tatsächlich passieren können, halten den Leser in einem Bann, von dem man sich nur durch das fertig lesen des Buches befreien kann.

    Dieses Buch empfehle ich wirklich allen, die gerne Thriller lesen, bei denen es auch mal ein wenig blutig sein darf. Doch Achtung wer mit der Reihe von Harry Hole begonnen hat kann nicht mehr aufhören...

    Zum Glück kommt nächstes Jahr mit ''Knife'' der nächste Band mit Harry Hole heraus und füttert uns hungrige Leser hoffentlich wieder mit fantastischem Lesestoff...  ;)

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    M
    michael_lehmann-papevor 2 Monaten
    Großartig von vorne bis hinten

    Großartig von vorne bis hinten

    „Etwas ragte aus seinem Hals. Es sah aus wie ein Strohhalm aus Metall. Aus der Spitze tropfte es rot in das Waschbecken“.

    Sei es die Geschichte an sich (die eines wohl erst „neuerdings“ „Vampiristen“, der Harry Hole durchaus bekannt ist (und umgekehrt). Und die eines großen Ehrgeizes (nicht nur bei einer Person, wie sich herausstellen wird). Und die großer Liebe (mit Gefährdungen). Aber auch die von Besessenheit auf allen Seiten, die allerdings zwischen den verschiedenen Protagonisten anders gelagert ist und ganz anderes zum Ziel hat), die Nesbo verschachtelt, aber nie wirr, ruhig, aber nie langsam, griffig aber nie oberflächlich erzählt.

    Seien es die Personen, und zwar durchweg, für die Nesbo sich Zeit nimmt, diese aber weniger mit langwierigen „Bohrungen“ in der Vergangenheit versieht, sondern glänzend die Brüche der Personen, die Leidenschaften, Antriebskräfte, Strategien, deren Egozentrik auf der einen, aber auch deren Verbundenheit auf der anderen Seite als aktive Handlungen aufzuzeigen versteht, beides ist im Gesamten einfach glänzend gelöst, unglaublich spannend geschrieben und, an den entsprechenden Stellen, auch mit konsequenter Härte (auch was Sympathieträger angeht) „blutig“ verfasst.

    Von der ersten Seite an, schon bei der Vorstellung jenes gezackten, schwarzen Mordwerkzeugs, kann der Leser das Buch kaum aus der Hand nehmen. Denn keine Spur, keine Indizien, am Ende keine Ahnung ist es, was der Mörder hinterlässt. Nur, dass ohne Skrupel und scheints mit intensiver Lust an dem, was er tut, vorgegangen wird.

    Kein Wunder, dass Harry Hole aus dem Ruhestand geholt wird. Kein Wunder auch, dass gerade eher mit seiner manischen Verbissenheit, sobald er beginnt, zu ahnen, wer hinter den Verbrechen stecken könnte, keine Ruhe mehr gibt oder sich lässt.

    Bis auch eher privat mit hineingezogen wird, bis auch seine persönliche Welt ins Wanken geraten wird.

    So viele Ideen und Wendungen, Überraschungen, Ohnmacht bis hin zu später diversen Spuren, die den Leser hochgradig beschäftigen werden, bietet Nesbo in seinem neuen Thriller auf, dass es fast für mehrere Werke reichen würde. Und dennoch wirkt nichts überladen oder überflüssig.

    Selbst der Schluss, der im ersten Anlauf eben nicht den Schluss markiert, sondern zu weiteren Enthüllungen führen wird, sitzt und passt wie angegossen auf diese Geschichte um Harry Hole, seine Geliebte, seinen fast Stiefsohn, seine alten Freunde (von denen es einen im Werk besonders hart treffen wird), sein handverlesenes Team, Nesbo kreiert eine realistische Bedrohung, öffnet den Blick für die Schwächen (und Stärken) seines Personals, lässt deren Ängste und Hoffnungen offen vor Augen treten und das ganze mit stets hohem Tempo.

    „Ja, es ist ein Fluch. Wir tun das, wozu wir zu gebrauchen sind“. Sogar, oder gerade dann, wenn man hasst, was man da tut.
    „Es ist ein Fluch, wenn man für das, was man liebt, nicht gut genug ist, wohl aber für das, was man hasst“.

    Einfach ist bei diesen Protagonisten auf allen Seiten und bei diesen Ereignissen aber sowieso nichts. Allerdings gut verständlich, emotional mitreißend und, am Ende, mit dem Wissen, dass „da draußen“ immer noch mehr an Bedrohung warten wird.

    Hervorragend.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    bookslifes avatar
    bookslifevor 2 Monaten
    Spannend bis zum Schluss

    Der erste Thriller den ich von Jo Nesbo gelesen habe, und somit auch mein erster der Harry Hole Reihe auf den ich rein zufällig gestoßen bin. Nichts destotrotz fiel mir der Einstieg sehr leicht und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir irgendwelche Informationen fehlen.
    Die Geschichte an sich war sehr spannend mit vielen Wendungen und Überraschungen, die ich so nicht erwartet hätte.
    Immer wieder versteckte Andeutungen, tolle Charaktere und Nesbos Schreibstil, lassen mein Thrillerherz aufblühen. 
    Dies wird nicht mein letzter Thriller des Autors bleiben.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    karatekadds avatar
    karatekaddvor 2 Monaten
    Harry Hole

    Er hat es wieder getan. Er konnte es nicht lassen. Hätte er sich was anderes einfallen lassen sollen? Hat er ja eigentlich, als er mit DER SOHN oder mit BLOOD AND SNOW auf den Büchermarkt kam. Aber trotzdem: H.H. lässt den Autoren, der ihn erfand, und die Leser wohl nicht los.

    Wie gefährlich ist Partner-Dating durch das Internet? Was kann ein Dozent an der Osloer Polizeihochschule zu den Ermittlungen im Fall eines nicht so sehr unbekannten Serientäters beitragen? Befragen wir Jo Nesbø und Harry Hole...


    Ja es stimmt, der ehemals ziemlich abgehalfterte Spezialist für Serienmorde, der trockene Alkoholiker  Harry Hole  ermittelt wieder. Familiär hat sich wohl einiges zum guten gewendet: Sohn  Oleg , in  DIE LARVE  noch mit Drogen erwischt, studiert inzwischen selbst an der genannten Hochschule,  Rakel,  seine Mutter, ist inzwischen Harrys Frau. So weit so gut...

    Auch die anderen sind noch mit von der Partie:  Katerine Bratt leitet die Mord-Ermittlungsgruppe,  Björn Holm ist der Kriminaltechniker, der korrupte  Truls Berntsen mischt Dreck unter den Lehm und Mikael Bellmann soll eventuell Minister werden. Dann sind da noch ein neuer junger Kollege, eine Hämatologe und zwei Psychologen.

    Die Morde erfolgen ziemlich vampiristisch. Da gab es mal in Asien (Heian-Periode – für Japankenner) Eisenzähne, mit denen man in der Lage war, einem anderen die Kehle durchzubeißen. Als das zweite Opfer eine Angestellte aus Harrys Stammlokal ist, steigt er ein und soll eine zweite Ermittlungsgruppe als Kontrapart leiten. Bald stellt sich heraus, der Mörder ist vielleicht kein Unbekannter. Die Eisenzähne hat er sich herstellen lassen wie Uma „The Pride“ Thurman das Hattori-Hanzo-Schwert.

    Diesmal kann man wieder viel über unmittelbare Polizeiarbeit „lernen“, Jo Nesbø betrachtet die Tatorte mit kriminalistischem Spürsinn, Spuren und Beweismaterial werden nicht einfach so benannt und für die Handlung halt gebraucht, ihnen zu folgen ist ebenso spannender Faktor wie die Personen, die sie erheben, wie zum Beispiel Björn Holm und Aune Skale der Psychologe. Ohne Negativbeispiel funktioniert das aber nicht so ganz und dafür muss der Polizeipräsident Bellmann herhalten, der der Auffassung ist, dass Oslo erstens nie friedlicher war und man dies daran erkennt, dass die Selbstmordrate höher als die Mordrate ist. Aha. Aber Bellmann ist eh „nur“ ein Karrierist.

    Wie immer bei Jo Nesbø drehen sich alle möglichen Ermittlungswege ständig in eine neue Richtung, die Verdächtigen wechseln sich reihenweise ab. Kaum eine Idee, die dem bloggenden Leser so kam, hielt bis zum Schluss: eigentlich gar keine.

    Natürlich ist Harry Hole der Mittelpunkt, so wie momentan DAS FÜNFTE ZEICHEN Gegenstand seiner Vorlesungen ist, ein eigener Fall. Persönlich verstehe ich ja nicht, warum Ermittler so oft ziemlich verkrachte Existenzen sind, den Hole mag ich trotzdem. Dem verzeihe ich sogar den alkoholischen Rückfall. Irgendwie muss der ja kommen, wenn Harry sich mit dubiosen Geld aus früheren Fällen eine Kneipe kauft um damit die Ermittlung voranzutreiben.

    Am Schluss ist alles klar. Oder eben nicht... 
    Klar allerdings ist die Bedeutung des Titels geworden: Zwei haben  DURST. Der  Harry Hole natürlich und der Typ mit den Eisenzähnen.

    Viel Spaß beim Lesen  und nein, man braucht  Jo Nesbø  nicht mit  Quentin Tarantino  vergleichen, nur weil ich den Vergleich da oben gewählt habe, der Hersteller der Eisenzähne hätte aber der Samurainachkomme  Hattori Hanzo  gewesen sein können. 

    © Bücherjunge

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    M
    Mirja103vor 2 Monaten
    Spannung pur bis zum Schluss

    Die Geschichten um Harry Hole werden mit jedem Buch spannender. Ich habe auch dieses Mal wieder sehr mitgefiebert und wurde immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Es war schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, da es bis zum Schluss spannend war.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    R
    RobertaGvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Standart-Krimi mit den üblichen Elementen, wenig spannend, relativ flache Charakteren aber gut geschrieben
    Mit Speck fängt man Mäuse

    Nesbo ist ein echter Bestseller-Autor. Er weiss genau, welche Elemente nötig sind, um einen ansprechenden Krimi zu verfassen: Eine Prise anstössige Gewalt, immer mal ein bisschen Sex und für den Zeitnerv starke weibliche Charakteren. Verbunden mit dem lockeren, smarten Schreibstil liest sich das Buch leicht. Trotzdem war ich leider nur mässig begeistert; erstens aufgrund der relativ flachen Charakteren (der alkoholkranke Bulle, die taffe Ermittlerin, der machthungrige Politiker, der kranke Mörder usw.) nichts, was ich nicht schon in mindestens 2 Filmen seit 1990 gesehen hätte. Zweitens finden sich einige logische Lücken in der Erzählung. Beispielsweise wird dem Genie-Mörder Valentin zugemutet, dass er ein eigens angefertigtes Eisengebiss hat und über hervorragende Computer-Skills verfügt, gleichzeitig erachtet es das Ermittlerteam um Katherine als "unwahrscheinlich" dass er sich den Schlüssel für eine Wohnung hat kopieren lassen. Auch werden die Zugriffe auf Tinder nicht überprüft, es findet sich lediglich ein wager Hinweis darauf, dass Valentin von einem Internetcafe ein neues Facebook-Profil erstellt hat. In der Praxis würde dem Zugriffsstandort sowohl auf Facebook als auch auf Tinder (nötig z.B um Nachrichten auszutauschen) viel mehr Bedeutung beigemessen. Insgesamt also ein gut geschriebener aber wenig innovativer Standart-Krimi, der einem sicher durch ein regnerisches Wochenende bringt.

    Liebe Grüsse, Roberta

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Lilith79s avatar
    Lilith79vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Psychothriller mit vielen Wendungen und falschen Fährten
    Spannender Psychothriller mit vielen Wendungen und falschen Fährten

    "Durst" ist der neueste Thriller aus der "Harry Hole" Reihe von Jo Nesbo, aus der ich schon einige Bücher gelesen habe. Inzwischen ist Harry Hole offiziell gar kein Polizist mehr, sondern arbeitet als Hochschuldozent und ist mit seiner Ehefrau Rakel und Stiefsohn Oleg quasi häuslich geworden.

    In seiner alten Polizeidienststelle leitet die junge Polizistin Katrine Bratt die Ermittlungen und es erwartet sie ein besonders gruseliger Fall, eine junge Frau wird quasi ausgeblutet mit durchgebissener Kehle aufgefunden und es scheint als sei der Täter ein Mensch gewesen, ein Mörder der wohl Gefallen daran findet, das Blut seiner Opfer zu trinken. Zu finden scheint er die Opfer über die Dating-App Tinder...und schon bald nach dem ersten Mord gibt es ein zweites Opfer. Der ehrgeizige (und wirklich sehr unsympathische) Polizeichef Mikael Bellmann träumt indes von einer großen Karriere als Justizminister und möchte auf keinen Fall, dass ein ungelöster Mordfall seinen Aufstiegschancen im Wege steht, weswegen er um jeden Preis versucht Harry Hole wieder für die Ermittlungen zu gewinnen. Zu dem Sonderermittlungsteam kommt noch ein junger talentierter Polizist namens Anders Wyller und ein selbsternannter Professor für Vampirismus, der in der Vergangenheit für sein Forschungsfeld viel Spott einstecken musste, jetzt aber hochgefragt ist...aber grade als die Ermittlungen Fahrt aufnehmen wird auch noch Harrys Frau schwer krank...

    Soweit die Prämisse des Buches, auch wenn der Hintergrund etwas reißerisch daherkommt, handelt es sich um einen intelligenten psychologischen Thriller mit interessanten Charakteren in dem viele falsche Fährten gelegt werden und so einige erwartete und unerwartete Wendungen auftauchen. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn es für einen Psychothriller vielleicht nicht total innovativ ist, sondern eher ein klassischer Vertreter mit allen Zutaten, die man von so einem Thema so erwartet. Das Ende ist sehr spannend und führte bei mir durchaus dazu, dass ich das Buch die letzten 100 Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte, genau wie man es von einem guten Thriller erwartet. Einzige Schwäche des Buches war für mich, dass doch sehr offensichtlich einzelne Personen als "potentielle Verdächtige" inszeniert werden und es dann nur noch darum geht, wer von ihnen tatsächlich etwas zu verbergen hat und bei wem es sich um eine falsche Fährte handelte. Für sehr erfahrene Krimileser waren diese Konstrukte doch etwas sehr offensichtlich, was dem Lesespa0 aber trotzdem keinen Abbruch tat.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Kiritanis avatar
    Kiritanivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Erschreckend aktuell! Trotz seiner Länge sehr fesselnd - definitive Leseempfehlung
    Erschreckend aktuell!

    Ich habe mich beim Lesen so sehr geärgert, dass ich mich nicht schon früher an die Romane von Jo Nesbo getraut habe, denn ich bin regelrecht verliebt in Harry Hole. Einige mögen ihn als arrogant und eigenbrödlerisch abstempeln, aber gerade im Umgang mit seiner Frau bemerkt man, wie humorvoll und ehrlich er ist. Ich bin ein großer Fan solcher ‚Ermittler‘. Sie haben was eigenes, wirken nicht wie Übermenschen, die Identifikation mit solchen Charakteren fällt einem leichter und macht das Buch interessanter. 

    Das neuste Werk von Nesbo wartet mit einer großen Charakterbandbreite auf. Es sind Charaktere da, die der Leser sofort ins Herz schließt, wie Rakel und Oleg. Natürlich gibt es eine handvoll Menschen, die den Posten des Unsympathischen einnehmen. Die armen naiven Seelen sind auch mit an Bord und die gemütlichen Ermittler, dessen Privatleben eher einem Trümmerfeld, als einem Zuhause gleicht. Die perfekte Mischung, gepaart mit einer interessanten Storyline. Nesbo legt nicht einfach nur einen Geschichtsverlauf ab, er verflicht einzelne Stränge so gut zusammen, dass ein komplexes Geflecht entsteht, welches sich auf den ersten Blick nicht entwirren lässt. Nesbo jongliert zwischen Sympathie und Abneigung und zieht den Leser so in seinen Bann. Er versteht es unsympathische Charaktere interessant wirken zu lassen, sodass der Leser gar keine andere Wahl hat, als das Buch weiter zu lesen. 

    Die Story ist sehr aktuell und erschreckend einfach. Nicht die Taten an sich, sondern die Situationen in denen es passiert. Wir geben in der heutigen Zeit fremden Personen im Social Media Bereich viel zu viel preis und treffen uns fast kopflos mit völlig Unbekannten. Dies macht sich der Mörder in Nesbos Buch scheinbar zum Vorteil. Eine blutige (also wirklich blutige) und rasante Jagd nach einem Vampiristen-Mörder auf knapp über 600 Seiten. Auf keiner der Seiten dachte ich, dass das Tempo mal angezogen oder entschleunigt werden könnte. Lediglich zum Schluss dachte ich kurz:“Das war es?“ Ich war unzufrieden, wurde dann doch noch zufrieden gestellt, auch wenn mir das Ende nicht gefiel. Mit Ende meine ich die Aufklärung und den Menschen hinter den grausamen Morden. Es passte für mich nicht und wirkte überzogen, als hätte man sich kurz vor Schluss für ein anderes Ende entschieden. Und das fand ich wirklich schade, es war so ein tolles Buch. 

    Interessant hingegen war, dass das Buch mit einem offenen Ende aufwartete. Das hätte ich nicht erwartet und ich glaube, dass Hole noch ein weiterer Bekannter im nächsten Buch begegnet.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nesbo beherrscht das Spiel mit vielen unerwarteten Wendungen in seinem 11.zugegeben äußerst brutalen Band perfekt. So muss ein Thriller sein
    Mörderisches Tinder

    „Meinst du, dass der Mörder tief in seinem Inneren verraten will, wer er ist?“ Harry antwortete nicht. „Nicht, wer er ist, aber was“, sagte Katrine. „Er zeigt Flagge.“ „Darf ich fragen, was das bedeutet?“ „Bitte“, sagte Katrine. „Frag unseren Experten für Serienmorde.“


    Harry starrte auf den Bildschirm. Es war jetzt nicht mehr das Echo eines Schreis. Es war ein Schrei. Der Schrei des Dämons. „Das bedeutet…“, sagte Harry, entzündete das Feuerzeug, hielt die Flamme vor die Zigarette und nahm einen tiefen Zug.

    „Dass er spielen will.“ (Auszug Seite 151)

     

    Mörderisches Tinder

    In Oslo wird eine junge Frau nach einem Date brutal ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei hat es mit einem höchst komplexen Fall zu tun, denn sie finden keine Einbruchspuren. Tatwaffe scheint ein altertümliches Eisengebiss zu sein und dem Opfer fehlt ein halber Liter Blut. Als eine zweite Frau auf ähnliche Weise getötet wird, deutet das auf einen Serientäter. Auch sie suchte mit der Tinder-App nach Kontakten. Die Ermittlungen unter der Leitung von Katrine Bratt stecken in einer Sackgasse. Auch die Presse verstärkt mit ihrer Berichterstattung den Druck zum „Vampiristenfall“.

    Und der Experte für Serienmorde hat den Polizeidienst quittiert. Seit drei Jahren gibt Harry Hole als Dozent an der Polizeihochschule Vorlesungen, ist mit seiner großen Liebe Rakel verheiratet und führt mit ihr und ihrem Sohn Oleg ein stabiles, mehr oder minder glückliches Leben. Denn da sind ja noch die bedrückenden Alpträume, die den trockenen Alkoholiker immer wieder heimsuchen.


    Die Legende ist zurück

    Holes alter Chef und Erzfeind Mikael Belheim hat Angst um seine Karriere und will HH wieder im Team haben. Der ehrgeizige Polizeichef setzt ihn mit dem Wissen um Olegs Drogen-Vergangenheit unter Druck und trifft damit einen wunden Punkt bei Harry, dem seine kleine Familie sehr wichtig ist. Er scheint sein Leben im Griff zu haben, ist umgänglicher geworden und hat dem Alkohol abgeschworen. Das alles will er nicht wieder aufs Spiel setzen. Trotzdem entscheidet er sich dafür und bildet parallel zu der Ermittlungsgruppe um Bratt ein kleines Team, zu dem auch ein Vampirismus-Experte gehört, der Psychologe Hallstein Smith und der junge Polizeianwärter Anders Wyller.

    Denn Hole hat einen Verdacht bezüglich des Täters. Er denkt an einen lang gesuchten Sexualstraftäter, den er nie fassen konnte. Die Art und Weise wie der gerissene Täter vorgeht, entspricht nicht komplett seinem bekannten Muster und deutet auf einen zweiten Täter hin. Durch seine exzessive Arbeitsweise verfällt HH schnell wieder in altbekannte Verhaltensmuster. Das verstärkt sich noch, als Rakel lebensgefährlich erkrankt, denn es reißt dem abgeklärten Ermittler praktisch den Boden unter den Füßen weg und setzt ihm sehr zu.


    Sie versuchte, seinen Blick festzuhalten, ihn festzuhalten. Aber kaum merkbar, so wie die Farbe des Meeres sich von Grün zu Blau verändert, geschah es. Sein Blick richtete sich wieder nach innen. Und sie wusste, dass er, noch bevor das Lachen verstummt war, wieder von ihnen wegtrieb, hinein ins Dunkel. (Seite 180)


    Serienmorde

    Wenn ich den Klappentext gelesen hätte, ohne zu wissen, dass der Autor Jo Nesbø heißt, hätte ich mich gelangweilt und auch etwas angeekelt abgewendet. Nicht schon wieder Serienmorde und immer größere Kreativität in der Schilderung abartiger Gewaltverbrechen. Auch die Etablierung von Tinder, diese moderne Online-Platform, bei der man problemlos und schnell Kontakte knüpfen kann für eine Nacht oder mehr, wirkt kalkuliert. Aber es ist halt ein Nesbø und der elfte Fall für Harry Hole und es passiert das, was immer passiert, wenn ich einen Thriller des norwegischen Starautors lese. Schon nach wenigen Seiten stellt sich ein Sog ein und ich klebe an den Seiten. Was also unterscheidet einen Harry-Hole-Thriller von anderen Krimis dieser Art?


    in Erklärungsversuch

    Vier Jahre nach „Koma“ ist Jo Nesbø ein knallharter und explizit brutaler Thriller gelungen, mitreißend geschrieben und stilistisch und dramaturgisch auf hohem Niveau. Er beherrscht das Spiel mit vielen Verdachtsmomenten, Cliffhangern sowie überraschenden Wendungen perfekt und mischt diese in „Durst“ noch gekonnt mit Horrorelementen. Das können auch andere Autoren, aber Nesbø ist wirklich der Meister der falschen Fährten und Irreführungen. Typisch für den Autor erweisen sich die Dinge oft anders, als sie den Anschein haben.

    Für mich ist Nesbø einfach ein literarischer Krimiautor, sein intensiver Schreibstil entfacht ein fesselndes Kopfkino. Durch sein außergewöhnliches Talent spielt er mit der Sprache und ist in vielen Passagen hoch philosophisch.

    Man trifft eine Menge alter Bekannter wieder, alle authentisch und facettenreich gestaltet, die aber auch konsequent weiterentwickelt werden. Und mittendrin der Protagonist Harry Hole, dieser ambivalente, kantige und höchst widersprüchliche Charakter.

    Viele Perspektivwechsel in diesem ausgeklügelten Plot, die auch einen Blick hinter die Fassade des Täters ermöglichen, erhöhen die Spannung. Bis zum spannenden Showdown auf schmelzendem Eis mit einem angeschlagenem Einzelgänger Harry, dessen ohnehin schon ziemlich lädierter Körper weiter gezeichnet wird.


    Fazit

    Jo Nesbø überrascht mich immer wieder mit seinem Einfallsreichtum und ja man ahnt es schon, der Titel „Durst“ bezieht sich sowohl auf den Vampiristen als auch auf Harrys Achillesferse, den Alkohol.

     

    Kommentieren0
    27
    Teilen
    S
    Stiefelivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein super Werk von Jo Nesbø .
    Mein Durst wurde gestillt...

    Der Titel ist passend zu meinem Gefühl 
    endlich der 11. Fall von Harry Hole.
    Wie gewohnt von Anfang bis Ende sehr 
    spannend und flüssig zu lesen. 
    Auch in diesem Fall sind die Dinge anders 
    wie es den Anschein macht und führt zu 
    überraschenden Wendungen.


    Für mich immer wieder sehr beeindruckend 
    sind die starken Charakteren und die 
    Nachvollziehbarkeit.


    Fazit:
    Ein muss für jeden der spanende Krimis 
    liebt!

    Kommentieren0
    3
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Marina_Nordbrezes avatar

    Das Warten hat ein Ende: Der neue Harry Hole ist da!

    Fans und Neueinsteiger aufgepasst: Bestseller-Autor Jo Nesbø lässt in "Durst" zum elften Mal seinen norwegischen Ermittler Harry Hole in einem hochspannenden Fall ermitteln, der euch dieses Mal in die moderne Partnersuche mitnimmt. In Oslo geht ein Serienkiller um. Sein Revier: Tinder. All seine Opfer hat er über die Dating-App kennengelernt und danach umgebracht. Obwohl sich Harry Hole aus der aktiven Polizeiarbeit zurückgezogen hat, soll er in diesem Fall ermitteln ... denn der Mörder ist ihm nur allzu gut bekannt. 

    Über das Buch     
    Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann setzt Hole unter Druck. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist. 

    "Der unumstrittene König des skandinavischen Kriminalromans." – The Times 

    >> Mehr erfahrt ihr in der Leseprobe

    Über 
    Jo Nesbø     
    Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker und lebt in Oslo. Bereits sein Krimidebut, "Der Fledermausmann", wurde in Norwegen als "Bester Krimi des Jahres" ausgezeichnet und mit Rotkehlchen gelang ihm international der Durchbruch. Heute ist er der erfolgreichste Autor Norwegens, in 17 Ländern mit seinen Büchern vertreten, darunter die USA und England.

    Gemeinsam mit Ullstein vergeben wir in unserer Leserunde – nach der norwegischen Formel – 25 Exemplare von "Durst" plus einem kleinen GoodieWas du tun musst, um dabei zu sein? Bewirb dich bis einschließlich 20.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte folgende Frage:   

    Was würdet ihr Harry Hole empfehlen, wie er sich auf seinen Tinder-Profil-Bildern darstellen soll, damit er Interesse bei den Damen weckt?
    In Uniform? Beim Joggen? Mit einem Album von Neil Young unterm Arm? Oder doch an der Bar?


    Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen.         

    Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Wenn das Eis unter dir bricht …

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks