Macbeth

von Jo Nesbø 
4,0 Sterne bei19 Bewertungen
Macbeth
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Positiv (12):
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Eine beeindruckende Modernisierung von Shakespeares Macbeth

Kritisch (3):
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Konnte mich leider nicht überzeugen

Alle 19 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Macbeth"

Jo Nesbøs packender Thriller über die Gier nach Macht
Er kennt seine Feinde nur allzu gut. Inspector Macbeth ist der taffste Cop in einer maroden Industriestadt im Norden. Einen Deal nach dem anderen lässt er hochgehen, die Drogenbosse beißen sich an ihm die Zähne aus. Doch irgendwann wird die Verlockung zu groß: Geld, Respekt, Macht. Schnell aber wird ihm klar, dass einer wie er, der schon in der Gosse war, niemals ganz nach oben kommen wird. Außer – er tötet. Angestachelt von seiner Geliebten, schafft er sich einen Konkurrenten nach dem anderen vom Hals. In seinem Blutrausch merkt er nicht, dass er längst jenen dunklen Kräften verfallen ist, denen er einst den Kampf angesagt hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328600176
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:624 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:27.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.08.2018 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    bibliophiler1998s avatar
    bibliophiler1998vor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht überzeugen
    Konnte mich leider nicht überzeugen

    Mich hat der neue Krimi von Jo Nesbø sehr enttäuscht, weil die Handlung leider unglaublich langatmig und an ein paar Stellen unlogisch war, sodass ich mich durch die Seiten quälen musste. Der schwache Schreibstil war störend und hinderte mich am flüssigen und problemlosen lesen. Es gab zu viele Charaktere, die mich verwirrt haben. Inspector Macbeth war mir sehr unsympathisch, was auch dazu beigetragen hat, dass mich dieses Buch nicht gut unterhalten konnte. Ich vergebe nur sehr selten negative Bewertungen, aber leider kann ich bei diesem Krimi nur 1 von 5 Sternen vergeben.

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 19 Tagen
    Die Verlockung der Macht

    Macbeth ist ein gnaden- und kompromissloser Cop, der den Drogen-bossen der Stadt das Fürchten lernt. Er ist selber in der Gosse groß geworden und kämpft für eine neue Gerechtigkeit in der Stat. Nachdem er aber an der Macht geschnuppert hat, lässt er, angestachelt von seiner Freundin, alle Moralvorstellungen über Bord fallen und will sich den Weg nach oben ebnen. Auch auf diesem Weg lässt er seinen Gegnern seine Kaltblütigkeit spüren...

    Ich habe bereits mehrere Bände aus seiner Harry Hole-Reihe gelesen und schätze daher den Autor Jo Nesbo sehr. Sein neues Werk unter-scheidet sich aber in allen Belangen von seinen bisherigen, zumindest mir bekannten, Büchern. Hier setzt sich Jo Nesbo ausführlich mit dem sehr charismatischen Charakter seines Hauptprotagonisten Macbeth auseinander. Ein Mann der zunächst für seine Werte einsteht und diese aber dann in der Abhängigkeit einer großen Liebe und dem Einfluss von Drogen komplett außen vor lässt und dem verlockenden Ruf der Macht und der Gier erliegt. Nesbo beschreibt sehr bild- und temporeich den blutigen Weg auf der Leiter nach oben. Er hat auch kein Problem damit, wertgeschätzte Protagonisten aus dem Leben scheiden zu lassen und sorgt so, zumindest bei mir, immer wieder für überraschende Ent-wicklungen. Die Spannung bleibt so auch auf einem sehr hohen Niveau und endet erst mit einem fulminanten Showdown.

    "Macbeth" ist für mich ein besonderer Thriller, in dem Jo Nesbo eine ganz spezielle fiktive Welt um den Hauptprotagonisten aufbaut und so den namensgebenden Klassiker in einem völlig neuen Gewandt erscheinen lässt. Allein dieser Umstand macht das Buch für mich lesenswert und lässt es aus der Menge der vielen Thriller heraus-stechen. Ein tolles Buch, welches ich mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte und gerne weiterempfehle!!

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    MichaelSterziks avatar
    MichaelSterzikvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Shakespears Macbeth und seine Tragödie in unserer Zeit. Ein wahnsinniges Drama. Wenig spannend, dafür um so blutiger.
    Wahnsinnige Liebe

    Der englische Dramatiker Shakespeare verstand es das Publikum im 15./16. Jahrhundert mit Tragödien zu unterhalten. Und jetzt knappe 500 Jahre später, werden seine Werke noch immer von jeder Generation interpretiert und gerne als Film, Buch, Oper oder Musical adaptiert. Auch der norwegische Autor Job Nesbo hat für ein Projekt – „The Hogarth Press“, dass von Virginia und Leonard Wolf gegründet wurde, um in alter Tradition Shakespeare Werke zeitgenössisch zu interpretieren, dass Werk „Macbeth“ neu erzählt.

    Es ist ein ambitionierter Titel, der wahrscheinlich entweder begeistert, oder über den man sich ärgern mag. Der Autor wird auf ewig mit seiner Figur „Harry Hole“ verbunden sein. Diese literarische Bindung aufzubrechen und sich von einem integren, moralischen Ermittler zu lösen, um dann einen Charakter wie Macbeth zu begegnen ist schwer. In seinem Thriller „Macbeth“ hält sich der Autor grundlegend gut an die Charakterisierung der Figur Shakespeare. Macbeth ist ein Mörder, kein moralischer Mensch, seine haltlose Gier nach Macht ist sein dramatischer Untergang.

    Der Untertitel „Blut wird mit Blut“ bezahlt, zeigt schon sehr genau wo es hingeht. Es wird blutig, der Bodycount summiert sich recht schnell und unschuldig ist sowieso keiner. Wer Shakespeares Stück schon kennt, wird die Handlung und die Figuren sehr schnell wiedererkennen. Den sprichwörtlichen Weg des Schicksals und der Rahmenhandlung, hat der norwegische Bestsellerautor fast identisch übernommen.

    Die Handlung spielt nicht in unserer Zeit – „Macbeth“ Bühnenshow spielt in den 1970er Jahren in einer Stadt – Capitol, der sehr an Frank Millers „Sin City“ erinnert. Eine immerwährende Dunkelheit, ein Großstadtdschungel dessen Atmosphäre alles Licht und alles „Gute“ einfängt. Es geht auch nicht um ein Spiel um schottische Throne, die es zu erobern gilt. Der Thron ist hier das Amt des Chief Commisioners, oder später auch das des Bürgermeisters. Beide Ämter sind natürlich besetzt und beide Inhaber, denken gar nicht daran diese aufzugeben. Aber es gibt natürlich brachiale Eroberungsmöglichkeiten und genau darum geht es um. Die Gier nach Macht und Einfluss machen aus den moralischen und netten Menschen Macbeth, der hier Leiter einer polizeilichen Spezialeinheit ist, ein mordendes Monster, dessen moralischer Kompass absolut am Durchdrehen ist. Seine Frau – nennen wir sie ruhig „Lady Macbeth“ ist die Motivationsspritze, eine durchgeknallte drogenabhängige Casinobesitzerin. Derer Spiel wird ein Roulette des Todes sein.
    „Macbeth“ von Jo Nesbo ist eine Sammlung von Massakern, die nicht harmlos in Szene gesetzt wurden. Erschreckend dabei ist es, dass es bei den Charakteren kaum unschuldige gibt. Aus Polizisten die eigentlich Gesetz und Ordnung symbolisieren werden kaltblütige Mörder, die für ihren persönlichen Vorteil morden. Die unschuldigen Menschen, die im Wege stehen, die Liebe und Familie symbolisieren, sind die Bauernopfer, die einbezogenen, kalkulierten Opfer.
    Warum all diese Morde? Es ist die Liebe – die uns umbringt – entweder schnell oder langsam. In „Macbeth“ außerordentlich schnell. Die Täter empfinden eine perverse Liebe. Eine vertrauensvolle Zuneigung für ihre Vorgesetzten, ihre Familie und ihre ehemaligen Freunde. Verrat – ist ein zusätzlicher Motor. Shakespeare hat auch romantische Liebesgeschichten verfasst. „Macbeth“ ist eine „Liebesgeschichte“, allerdings ohne Romantik, dafür viel Tragik und Dramatik. Shakespeare hatte es halt drauf.

    „Macbeth“ von Jo Nesbo ist kein spannender Pageturner. Auch keine Liebesgeschichte wie „Romeo und Julia“, kein „Sommernachtstraum“, oder „Viel Lärm um nichts“, obwohl es an Ecken und Kanten innerhalb der Handlung knallt.
    Der Roman überzeugt durch eine Sinfonie des Todes – keiner ist unschuldig und am Ende interessiert nur noch, wer überlebt dieses Drama.
    Inhaltlich gibt es manche Längen, auf die man sich einstellen muss, aber auch spannende Actionszenen, die den Roman retten. Die Dialoge spiegeln das Gesamtbild wider: Liebe, Macht und was ist man bereit dafür zu tun, und welche Opfer sind nötig!?
    „Macbeth“ ist ein abgeschlossenes Buch und somit kann man sich entspannt zurücklehnen bis der 12 Band von „Harry Hole“ kommt. Der Titel: Das Messer.

    Fazit
    „Macbeth“ von Jo Nesbo ist ein blutiges Stück Shakespeare. Ein kleines, brutales „Game of Thrones“ im Genre Thriller. Empfehlungswert – denn am Ende gilt nur die Frage: Wer überlebt es?!

    Michael Sterzik





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    Kermelvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mal ein etwas anderer Jo Nesbo, aber gewohnt gut!
    Nesbo meets Shakesber

    Macbeth ist vielen geläufig und ich dachte eine Ahnung zu haben auf was ich mich einlasse- aber dem würde ich eines besseren belehrt. Nesbo nimmt uns mit auf eine Reise in die 70er, nach Schottland. Es herrscht Krieg, Drogen und Kriminalität gehört zum normalem Leben. Macbeth ist Polizist und war bis dahin auf einem guten Weg seinen Job richtig zu machen. Tja- und dann? Seiner Freundin reicht sein Erfolg nicht, sie möchte mehr und er kann leider der Versuchung nicht Wiedersehen und verstrickt sich immer weiter in die Finsternis der Menschen. Nesbo kenne ich von seinen großartigen Hole Thrillern. Auch das es in seinen Geschichten brutal zugehen kann weiß man als Fan. Mit Macbeth ist ihm etwas ganz anderes gelungen. Es ist kein typischer Nesbo, aber grade das macht einen guten Schriftsteller aus! Er ist fassettenreich und ich bin nur noch ein größerer Fan geworden! Dieser Thriller hat mich gepackt, gefesselt, hat mich mitfiebern lassen, mich sehr gut unterhalten. Wer das Orginal kennt hat in etwa eine Ahnung wie die Geschichte ausgeht. Aber das hat mir die Spannung nicht genommen. Ich vergebe fünf Sterne, eine absolute Lese-Empfehlung!

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor einem Monat
    Kurzmeinung: Auch nach 500 Jahren ist Shakespeare aktuell wie eh und je.
    Jo Nesbo - Macbeth

    Schottland, 1970. In Fife herrscht Krieg, die Motorradgang der Norse Riders hat das Drogengeschäft gut im Griff, hinter ihnen steht der unheimliche Hecate, die dunkle Macht, die aus dem verborgenen heraus über die Stadt herrscht. Es gibt nur einen Mann, der sie wird aufhalten können: Inspector Macbeth und sein SWAT Team. Doch Macbeth ist selbst drogenabhängig und hat wenig eigenen Antrieb, seine Frau Lady ist es, die ihn pusht und der ihr eigener Erfolg mit ihrem Hotel und Casino nicht genügt. Sie beansprucht den Platz der Königin der Stadt und Macbeth soll zuerst den obersten Posten bei der Polizei übernehmen und dann Bürgermeister werden. Macbeth schafft seine Gegner nach einander aus dem Weg, clever befehligt er die Menschen um sich wie Spielfiguren – doch er hat sich verkalkuliert und im Geheimen baut sich eine Gegenwehr auf.

    „Macbeth“ ist der siebte von den insgesamt acht geplanten Neuauflagen von Shakespeares Werken in der Hogarth Reihe. Wieder bekam ein großer Autor den Auftrag, den Klassiker in die Neuzeit zu transferieren und wie auch Tracy Chevalier hat Jo Nesbø sich für die 1970er entschieden, wenn er auch den Handlungsort in Schottland beibehielt. Dem norwegischen Krimimeister ist es dennoch gelungen, dem bekannten Stoff seine unverkennbare Marke aufzudrücken und es ist nicht leicht zu sagen, ob am Ende Shakespeare oder Jo Nesbø überwiegt.

    Die Handlung ist komplex angelegt, folgt jedoch relativ stringent der Tragödie, so dass man, da die Namen der Figuren ebenfalls übernommen wurden, bereits weiß, wie es ausgeht, hier ist ganz eindeutig der Weg das Ziel. Überzeugend gelungen ist die Übertragung in die Stadt der Neuzeit, die von einer Rockerbande kontrolliert wird, in der der Drogenhandel floriert und seine eigenen Könige hervorbringt. Es sind immer noch die gleichen Laster wie schon zu Beginn der Menschheit an, die die Figuren antreiben: Hochmut, Zorn und Neid leiten ihr Handeln und bestimmen den Verlauf. Was vor 500 Jahren bei Shakespeare stimmte, ist heute noch genauso zutreffend.

    Als Thriller hat der Roman alle wesentlichen Zutaten, die es braucht, um spannend zu sein: ebenbürtige Gegner, verstecke Doppelagenten, Sex und Liebe, alte Verbindungen, jede Menge Mord und Totschlag. Allerdings ist für mein Geschmack Nesbøs Macbeth ein wenig zu lang geraten, grade weil man den Ausgang kennt, wäre ein etwas stringenterer Zug Richtung Showdown wünschenswert gewesen, denn so entstehen doch vor allem im letzten Drittel einige Längen und bei den unzähligen detailliert ausgeführten Blutbädern hätten vielleicht auch auf das eine oder andere verzichtet werden können. Alles in allem, aber eine gelungene Umsetzung der Tragödie in einen Thriller.

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    StephaniePvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine unglaulich gelungene Adaption des Shakespeare Klassikers und ein absolutes Lesehighlight
    Macbeth

    Macbeth ist Polizist in einer schottischen Stadt, in welcher Drogenhandel, Bandenkriminalität, Korruption und Gewaltverbrechen an der Tagesordnung stehen. Auch Macbeth ist drogenabhängig und schafft es dennoch die höchste Position im Polizeiapparat zu erhalten. Doch dieser Aufstieg reichen dem Polizisten und seiner Geliebten nicht. Sie streben immer nach mehr Macht und schrecken dabei vor nichts zurück. Macbeth entwickelt sich zu einem Tyrannen, dem jedes Mittel recht ist um sein Ziel zu erreichen.

     

    Jo Nesbos Schreibstil ist extrem fesselnd und mitreißend. Mich konnte das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen. Ich muss aber sagen, dass sich der Schreibstil in „Macbeth“ etwas von den Büchern der Harry Hole Reihe unterscheidet, was allerdings der Spannung keinen Abbruch tut. Im Buch finden sich immer wieder ausführlichere Beschreibungen, die großes Kopfkino auslösen. Jo Nesbo kann mit der ersten Seite Spannung aufbauen und diese zunehmend steigern. Obwohl ich den Ausgang ahnte, konnte ich das Buch dennoch nicht weglegen und musste mir ganze Nächte um die Ohren schlagen (dies war bisher ausschließlich bei Jo Nesbo Büchern der Fall). Im Showdown wird die Spannung nochmals gesteigert, wodurch sie am Ende nervenzerreißend wird.

     

    Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und vielschichtig. Besonders gelungen finde ich, dass alle Charaktere sehr facettenreich beschrieben sind. Dadurch weist ausnahmslos jeder Protagonist gute und schlechte Seiten auf. Dies hat zur Folge, dass der Leser sein Bild zu den Charakteren immer wieder überdenken und ändern muss. Bei mir hat sich auch immer wieder die Sympathie in Antipathie und andersherum geändert, aber dennoch (oder gerade deswegen) zog mich das Buch so in seinen Bann und ich musste die gesamte Handlung über mit fiebern, obwohl der Ausgang schon vorhersehbar war (da ich die Vorlage von Shakespeare kenne).

     

    „Macbeth“ erscheint im Rahmen einer Buchreihe, in welcher verschiedenste Autoren Werke von William Shakespeare  neu verfassen. Wie der Titel bereits verrät hat sich Jo Nesbo an das Werk Macbeth gehalten und in seinem Thriller den Aufstieg und Fall deines Polizisten beschrieben. Ich bin ein riesengroßer Jo Nesbo Fan, allen voran seiner Harry Hole Reihe. Obwohl „Macbeth“ sich von dieser Reihe zum Teil deutlich unterscheidet, konnte es mich dennoch komplett mitreißen, fesseln und begeistern. Ich denke, dass Jo Nesbo Fans und Thrillerfans eine große Freude mit dem Buch haben. Ich hoffe auf weitere Bücher meines Lieblingsautors, da er mich erneut mehr als überzeugen konnte!

     

    FAZIT:

    Mit „Macbeth“ ist Jo Nesbo eine äußerst lesenswerte Adaption  des Shakespeare Klassikers gelungen. Mich konnte der Thriller von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen, da es für mich ein absolutes Lesehighlight war (wie bisher jedes Buch von Jo Nesbo). Meiner Meinung nach ist Jo Nesbo der beste Thrillerautor unserer Zeit, was er mit diesem Buch erneut beweisen konnte. Ich vergebe 5 Sterne!

    Kommentare: 2
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    jaylinns avatar
    jaylinnvor 2 Monaten
    Ein echter Jo Nesbø ist mir in jedem Fall lieber

    Allgemeines:

    Jo Nesbø ist einer der bekanntesten und beliebtesten Krimiautoren Norwegens. Seine Harry-Hole-Reihe ist weltberühmt. Mit Macbeth legt er einen Thriller außerhalb dieser Reihe im Rahmen des „Shakespeare-Projekts“ vor. Dieses wiederum ist verortet in der Hogarths Press, die 1917 von Virginia und Leonard Woolf gegründet wurde und zum Ziel hat, die besten zeitgenössischen Werke herauszugeben.

    Jo Nesbøs Macbeth ist im Penguin Verlag am 27. August 2018 als gebundenes Buch erschienen und umfasst 621 Seiten.

    Inhalt:

    „Er kennt seine Feinde nur allzu gut. Inspector Macbeth ist der taffste Cop in einer maroden Industriestadt im Norden. Einen Deal nach dem anderen lässt er hochgehen, die Drogenbosse beißen sich an ihm die Zähne aus. Doch irgendwann wird die Verlockung zu groß: Geld, Respekt, Macht. Schnell aber wird ihm klar, dass einer wie er, der schon in der Gosse war, niemals ganz nach oben kommen wird. Außer – er tötet. Angestachelt von seiner Geliebten, schafft er sich einen Konkurrenten nach dem anderen vom Hals. In seinem Blutrausch merkt er nicht, dass er längst jenen dunklen Kräften verfallen ist, denen er einst den Kampf angesagt hat.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

    Meine Meinung:

    Bevor ich anfing Nesbøs Macbeth zu lesen, war mir bewusst, dass dieses Buch anders als die Harry-Hole-Reihe sein würde, da es sich um eine Auftragsarbeit im Rahmen der Reihe „Hogarth Shakespeare Projekt“ handelt. Mir war auch bewusst, dass ich mich auf andere Protagonisten und somit auf ein Einzelwerk einstellen muss. Womit ich nicht gerechnet habe, dass der Übersetzer ein anderer ist und zudem nicht direkt aus dem Norwegischen, sondern aus der englischen Fassung, die wiederum erst aus dem Norwegischen übersetzt wurde, ins Deutsche übersetzt. Bereits nach zwei Seiten ist mir aufgefallen, dass der Stil dieses Buches so ganz anders ist als der der anderen Nesbøs. Und da habe ich dann im Impressum nachgesehen… Der Stil Nesbøs wird durch dieses Vorgehen wirklich ad absurdum geführt.

    Nun aber zum Inhalt: Nesbø hat einen bösen Thriller geschrieben, der im Drogenmilieu einer amerikanischen Stadt spielt. Es gibt zwei rivalisierende Banden, korrupte und weniger korrupte Polizisten, Intrigen, kaputte Typen und sonst auch alles, was ein guter Thriller braucht. Im Fokus der Handlung stehen Macbeth und Lady, seine Geliebte. Macbeth kommt aus einfachsten Verhältnissen, war drogenabhängig und steigt innerhalb des Polizeiapparates an die Spitze auf. Man weiß nicht, ob der Grund ist, dass er ein toller Ermittler ist, oder ob jemand im Hintergrund die Fäden zieht, um ihn für seine Zwecke zu benutzen. In jedem Fall neiden ihm eine Menge Leute diesen Aufstieg, denn eigentlich ist es in dieser Stadt ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur Karriere macht, wer aus einem guten Stall kommt. Lady, seine Geliebte, betreibt in der Stadt ein Spielcasino mit Niveau. Sie ist seine Seelenverwandte und Vertraute, aber ob sie wirklich ein ehrliches Spiel spielt oder ihn ebenfalls für Ihre Zwecke benutzen will, wird sich zeigen. Mir gefällt, dass alle Charaktere mehrere Facetten haben. Keiner ist nur gut oder nur böse und man muss beim Lesen immer wieder neu überlegen, wem man seine Sympathien entgegenbringt. Der Handlungsverlauf ist leider sehr vorhersehbar, so entsteht immer weniger Spannung. Das ist wirklich sehr bedauerlich und überhaupt nicht typisch für Nesbø.

    Der Übersetzer kann sich oft nicht entscheiden: Manchmal schwelgt er in ausschweifenden Beschreibungen (die so gar nicht Nesbøs Stil sind) und dann trifft er wieder richtig gut. Man ist als Leser dadurch hin- und hergerissen, was den Lesegenuss stark mindert.

    Fazit:

    Ein echter Jo Nesbø ist mir in jedem Fall lieber. Bücher wie diese sollte er besser nicht mehr schreiben.

    Kommentare: 2
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    Haversvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schwarz, dreckig und brutal - so wir wie es von den typischen Noir-Thrillern gewohnt sind!
    Bis mir das Fleisch gehackt ist von den Knochen…

    Der neue Thriller des Norwegers Jo Nesbø ist Teil des Hogarth Shakespeare Projekts, einer Reihe, in der international bekannte Autoren die Werke des englischen Klassikers „entstauben“, auf das Wesentliche reduzieren und neu interpretieren. Nesbø hat sich für eine Neuerzählung von „Macbeth“ entschieden, der Tragödie aus dem Jahr 1606, die den Aufstieg und Fall des königlich-schottischen Heerführers beschreibt.

    Er verlegt die Handlung in eine nasse, dreckige, heruntergewirtschaftete, dystopisch anmutende Industriestadt der siebziger Jahre, die geprägt ist von Drogenhandel, Gang-Kriminalität und Gewalt (vermutlich hatte er dabei Glasgow vor Augen, die damalige Verbrechenshauptstadt im Norden Großbritanniens). Gesetze sind dazu da, gebrochen zu werden, weil selbst die diejenigen, die für deren Einhaltung sorgen sollten, die Seiten gewechselt haben. Nicht so Inspector Macbeth, der als ehemaliger Drogenabhängiger weiß, welch verheerende Auswirkungen die Sucht haben kann. Anfangs noch seiner Mission verpflichtet, in der Unterwelt aufzuräumen und die Drogengangs zu zerschlagen, erwacht in ihm allmählich die Gier nach Macht und Einfluss, eine verheerende Kombination, die ihm von seiner Geliebten eingeflüstert wird. Um aber an die Spitze zu gelangen, muss er erst diejenigen verdrängen, die es sich dort oben gemütlich gemacht haben. Und dazu ist ihm jedes Mittel recht…

    Nesbø und ein Shakespeare-Stoff, geht das? Ich hatte so meine Zweifel, wurde aber eines Besseren belehrt. Man sollte nur nicht den Fehler machen, den vorliegenden Thriller mit den Büchern der Harry Hole-Reihe zu vergleichen. „Macbeth“ ist wesentlich schwärzer, dreckiger, und auch in Sachen Brutalität legt er hier noch eine Schippe drauf – ganz so, wie wir es von klassischen Noir-Thrillern gewohnt sind. Dabei verliert er jedoch nie das Original aus den Augen. Und wer damit vertraut ist oder die Vorlage kennenlernen möchte, wird Shakespeare ganz bestimmt zukünftig aus einem anderen Blickwinkel betrachten – falls er/sie dazu durch Jo Nesbøs Neuinterpretation angeregt wurde.

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    Schwamms avatar
    Schwammvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Großartige "Übersetzung" des Shakespeare-Klassiker Macbeth in die Neuzeit! Spannend bis zum Schluss.
    Macbeth. Auf dem Weg zur Macht - doch zu welchem Preis?

    Der Autor

     

    Jo Nesbø zweifelsohne eine der erfolgreichsten Schriftsteller Skandinaviens, machte sich in unseren Breiten sicherlich durch seinen grandiosen Ermittler Harry Hole und dessen mittlerweile 11 Bänden umfassende Geschichte einen Namen und landet damit einen Bestseller nach dem nächsten. Doch mehr als 400 Jahre nach dem Tod Shakespeares bringt nun Nesbø mit „Macbeth – Blut wird mit Blut bezahlt“ seinen wohl ambitioniertesten und sicherlich schwierigsten Roman auf den deutschen Markt. Denn in diesem versucht er das legendäre Stück vollkommen neu zu interpretieren.

     

     

    Worum geht es?

     

    Macbeth ist ein erfolgreicher Polizist innerhalb des SWAT-Teams und beliebt unter Vorgesetzten, Kollegen und Freunden. Selbst von ganz unten gekommen, versucht er das schlechte Image in Capitol wiederherzustellen, die Stadt selbst gezeichnet von Drogen, Korruption, Mord und dem Kampf zweier Verbrecherbanden, die die Vorherrschaft in der Stadt einnehmen wollen. Doch geblendet und geschickt manipuliert von seiner großen Liebe Lady, Besitzerin eines der größten Casinos in der Stadt, begeht er nicht nur seinen ersten heimtückischen Mord, der ihn schnell an die Spitze des Commissioners katapultiert, sondern gerät selbst in einen Strudel der Korruption, Drogenmissbrauch und Gewalt. Er driftet immer weiter ab, verrät seine Freunde und merkt nicht, dass ihn die Macht besessen macht. Plötzlich hat er nur noch ein großes Ziel: die alleinige Kontrolle der Stadt und plötzlich scheint der Stein, den er ins Rollen gebracht hat, unaufhaltsam und Macbeth bleibt nur noch eine letzte Chance.

     

     

     

    Fazit

     

    Macbeth. Sicherlich das wohl bekannteste und zweifelsohne das brutalste, aber auch ein authentisches Stück von Shakespeare. Es geht um Liebe, Verrat, Tod und Gewalt, Blutvergießen und dem Drang des Menschen nach Macht. Nesbø nahm sich dessen Herausforderung an, kreierte mit Capitol, einer erfundenen Stadt in den 70er Jahre, einen düsteren Handlungspunkt der Geschichte. Korrupte Polizei, dunkle Gassen und Straßen, Drogen und Gewalt, schon von Anfang an merkt man den düsteren Charakter der Geschichte. Der König aus Macbeth wurde zu Commissioner Duncan, der Chef über alle Polizeiabteilungen, Macbeth und sein bester Freund aus dem Kindesalter Duff sind die Untergebenen.

     

    Auf 600 Seiten zeigt uns Nesbø schnell, dass es in der Geschichte gar nicht wirklich nur darum geht, wer zu den Bösen und den Guten gehört, sondern vielmehr dreht es sich um die Hauptperson Macbeth, ein erfolgreicher Leiter des SWAT-Teams, der im Strudel der Stadt mitgerissen wird und gänzlich auf die dunkle Seite abdriftet. Ein Absturz zu Drogenmissbrauch, Gewalt, unzähligem und sinnlosen Blutvergießen, der blinden Liebe und alles nur mit einem Ziel: Den „König“ zu stürzen und selbst auf den „Thron“ zu kommen.

     

    Jo Nesbø schafft mit Macbeth sicherlich ein absolutes Überraschungsbuch. Denn die Protagonisten sind gut gewählt, in die Neuzeit versetzt worden, seine Schauplätze authentisch und bereits ab der ersten Seite führt er uns in eine Stadt, die den Leser schnell an Filme wie Sin City oder dem Serienhit Gotham erinnern. Die Geschichte ist überraschend, spannend bis zum Schluss und bringt dem Leser immer wieder in Gewissenskonflikte: Ist Macbeth wirklich böse oder wird er böse gemacht? Liegen seine Fehler in der Vergangenheit oder doch in der Gegenwart? Kann man den Guten trauen oder trügt der Schein?

     

    Macbeth ist wirklich sehr gut „übersetzt“ und Nesbø bringt seinen eigenen Stil mit in die Story, die nun, mehr als 400 Jahre, wiederauflebt, wenn auch in einer anderen Zeit.

     

    Daher absolut lesenswert.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 10 Stunden
    Kurzmeinung: Eine beeindruckende Modernisierung von Shakespeares Macbeth
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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    PenguinVerlags avatar
    Der Penguin Verlag verlost fünf Exemplare des internationalen Bestsellers »Macbeth. Blut wird mit Blut bezahlt«. Um teilzunehmen, sagt uns bitte , wer in »Macbeth« die folgenden Sätze sagt:

    »Meine Religion heißt Kapitalismus, und der freie Markt ist mein Glaubensbekenntnis. Aber jeder hat das Recht, seiner Natur zu folgen und um ein Monopol und die Vormachtstellung zu kämpfen. Und die Gesellschaft hat die Pflicht, sich uns entgegenzustellen. Wir spielen alle bloß unsere Rollen, Bonus.«


    Schreibt uns auch gerne, warum ihr den neuen Nesbø unbedingt lesen wollt . Das Penguin-Team wünscht viel Glück bei der Verlosung!

    Zur Buchverlosung

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 2 Monaten
    Ein neuer Nesbo! Darauf freue ich mich!
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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 4 Monaten
    Jo Nesbo ist mein Lieblings-Krimiautor und mich hat noch kein Werk von ihm enttäuscht.
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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 4 Monaten
    Eines meiner liebsten Stücke von Shakespeare als Thriller klingt mehr als gut
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    M
    Moplervor 4 Monaten
    Jo Meebo ist ein Genie.
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    unfabulouss avatar
    unfabulousvor 4 Monaten
    Ob Inspector Macbeth wohl ein wenig so wie Harry Hole ist? Ich hoffe es und bin gespannt!
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    WunderlandAlices avatar
    WunderlandAlicevor 4 Monaten
    Ich bin auf die spannende Unterhaltung sehr gespannt.....
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    Thaliomees avatar
    Thaliomeevor 4 Monaten
    Jo Nesbo ist einfach toll und auch dieses Buch hört sich wieder einmal spannend an.
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    B
    Buchverrueggtvor 4 Monaten
    Weil Jo Nesbø immer Spannung garantiert
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