Jo Pestum Zeit der Träume

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Inhaltsangabe zu „Zeit der Träume“ von Jo Pestum

Ein gutes, wenn auch extremes Bild der 50er bis 70er Jahre, 6 untersch. Sichtweisen auf die Hauptfigur

— NorbertS

Zeit der Träume ... Ein ausgesprochen gutes Buch, der Protagonist ist mir sehr sympathisch - trotz fehlenden Auftritts.

— jeannekaven
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  • Lesenswertes Buch über extreme Konflikte aus der Adenauerzeit

    Zeit der Träume

    NorbertS

    08. November 2016 um 21:36

    Zum Inhalt: Der Vater des Protagonisten Peter stürzt bei der Beerdigung in das offene Grab der Mutter, muss ins Krankenhaus gebracht werden. Dies ereignet sich in einem Dezember irgendwann Mitte der 70er Jahre. Peter stand dabei; und für mehrere der Anwesenden sah es so aus, als habe er seinen Vater vorsätzlich in das Grab gestoßen. Er selbst tritt nicht in Erscheinung, sondern sechs Verwandte und Bekannte erzählen von ihm. Viele Jahre lang war sein Aufenthaltsort unbekannt. Erst als seine Mutter todkrank wurde, kam er auf eine Nachricht seiner Schwester hin zurück. Nicht einmal die Schwester wusste, wo er sich aufhielt; sie erriet lediglich, dass es ein Ort sein könnte, wo sie als Kind einen glücklichen Kuraufenthalt erlebt hatten. Ansonsten waren sie in einem offenbar besonders tristen Essener Arbeiterviertel aufgewachsen. In den 60er Jahre wurden sie erwachsen, so dass der Großteil der Erzählungen wohl in der Adenauerzeit spielt. Das spießige und autoritäre Image dieser Zeit wird hier besonders krass dargestellt, mit extrem prüden Eltern und einem tyrannischen Vater, der auch nicht über sich hinaus wächst. Und auch die Reaktionen des Sohnes sowie seine Entwicklung in der Pubertät sind besonders extrem. Fazit: Man fühlt mit den Figuren mit, auch wenn sie nicht immer sympathisch sind – auch nicht die Hauptfigur Peter, der häufig schon egoistisch handelt und sich selbst schadet, anstatt sich einmal zusammenzunehmen wie sicherlich viele andere auch, die ähnlich unzufrieden mit den Bedingungen waren, in denen sie aufwuchsen. Es gab ein paar kleinere Widersprüche; aber trotz allem ein sehr lesenswertes Buch, ich musste damals immer wieder hinein sehen. Es darf durchaus neu aufgelegt werden!

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