Jo Walton

 3.3 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von In einer anderen Welt, Der Clan der Klauen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jo Walton

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Cover des Buches In einer anderen Welt9783734160684

In einer anderen Welt

 (41)
Erschienen am 15.08.2016
Cover des Buches Der Clan der Klauen9783492265928

Der Clan der Klauen

 (8)
Erschienen am 01.11.2005
Cover des Buches Die Stunde der Rotkehlchen9783946503132

Die Stunde der Rotkehlchen

 (5)
Erschienen am 17.07.2017
Cover des Buches Das Jahr des Falken9783946503194

Das Jahr des Falken

 (1)
Erschienen am 21.09.2018
Cover des Buches Der Tag der Lerche9783946503187

Der Tag der Lerche

 (1)
Erschienen am 23.02.2018
Cover des Buches FarthingB01K90V7I4

Farthing

 (5)
Erschienen am 06.02.2014
Cover des Buches Among Others9781472106537

Among Others

 (3)
Erschienen am 01.04.2013
Cover des Buches My Real Children9781472115638

My Real Children

 (2)
Erschienen am 05.03.2015

Neue Rezensionen zu Jo Walton

Neu

Rezension zu "Tooth and Claw" von Jo Walton

Nette Grunidee, schwache Umsetzung
Der_Buchdrachevor 2 Jahren

Ich weiß gar nicht, wie lange ich das schon auf dem Schirm hatte. Viele, viele Jahre jedenfalls. Es wird beworben als »Stolz und Vorurteil mit Drachen«, was ganz lustig klang, wie ich dachte, wenn auch auf eine andere Weise als »Stolz und Vorurteil und Zombies«. Ich meine, Drachen, was kann da schon schief gehen? Eine ganze Menge offensichtlich. Noch immer bleibt mir ein richtig, richtig gutes Drachenbuch verwehert. Auf knapp 300 Seiten hatte ich keinen einzigen Moment wirklich eine Ahnung, wer hier eigentlich wer ist. Das ging damit einher, dass ich quasi permanent den Faden verloren hatte und der Handlung absolut nicht folgen konnte. Wirklich: Ich könnte nicht mal den Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben. Die Grundidee zumindest ist ganz nett, wobei sich die Drachen eigentlich eher wie Menschen verhalten, bei denen lediglich Kanibalismus gang und gäbe ist. Der Unterschied ist einfach nicht groß genug.

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Rezension zu "Die Stunde der Rotkehlchen" von Jo Walton

Farthing
rallusvor 2 Jahren

Um die Gegenwart zu begreifen, ist es unumgänglich, die Vergangenheit zu kennen. Das gilt sowohl für Menschen, als auch für die Geschichte. Geschichte und die Reaktionen der Menschen wiederholen sich und so erkennt man bestimmte Verhaltensmuster von Menschen, aber auch der Geschichte sehr schnell wieder. Wichtig ist ein Gesamtüberblick, der sich aus der Gegenwart nicht immer entschlüsseln lässt. Erst rückblickend wird Geschichte umfassend verstanden. Nichtsdestotrotz begehen wir als Menschen und Menschheit aber auch immer dieselben Fehler. Danach will man es natürlich gewusst haben. Klar. Und dann beginnt das Jammern, hätte man nicht dieses oder jenes … Fehler sollten nicht noch einmal begangen werden.

In der Literatur wird das Thema ‚Was wäre wenn?‘ gerne in den sogenannten ‚Parallelwelten‘ aufgenommen. Dieses Thema beschäftigte schon die alten Griechen in der Antike und dient sicherlich auch der Aufarbeitung von Geschichte. Thema des vorliegenden Buches ist die Hypothese, dass Hitler im zweiten Weltkrieg Frieden mit England geschlossen hat, um sich ganz dem großen Feind, dem Bolschewismus, zu widmen. Dieser Friede, auch ‚Farthing-Friede‘, wurde von einer kleinen Geheimgesellschaft initiiert, die sich in England gebildet hat. Hauptinitiator des Friedens war 1941 Sir James Thirkie, der acht Jahre später plötzlich tot auf dem Landsitz der Familie Farthing aufgefunden wird.

Wie auch in ihrem prämierten Buch: „In einer anderen Welt“ baut Jo Walton den Kriminalfall, diesmal aus der Sicht von zwei Personen, in tagebuchähnlicher Form, behutsam auf. Lucy ist die Tochter des Hauses Farthing und hat sich durch ihre Liebesheirat mit dem Juden David keine gesellschaftlichen Freunde geschaffen. Juden sind in England zwar geduldet, aber wegen des Friedens mit Hitler, der diese auf dem Kontinent interniert und verfolgt, immer ein Dorn im Auge der Engländer. Lucy hat ihren eigenen Kopf und die Angst um ihren Mann und die Abtrennung von ihren gesellschaftlichen, engen Wurzeln bestimmen ihr Denken und Tun.

Das England des Jahres 1949 ist noch stark vom Adel und der englischen Gesellschaft geprägt. Inspektor Carmichael von Scotland Yard, welches bei diesem hochbrisanten, politischen Mord, hinzugezogen wurde, ist der zweite Ich-Erzähler dieses Buches. Er hat einen sehr wachen Geist und merkt schnell, dass dieser Fall ihm über den Kopf wächst, ja, dass über seinen Kopf hinweg Entscheidungen getroffen werden. Im Grunde genommen geht es nicht darum, den wirklich Schuldigen des Mordes zu finden. Es geht darum, den politisch richtigen Schuldigen zu finden.

Jo Walton führt den Leser behutsam in ihre Alternativwelt ein und verknüpft diese geschickt mit dem Mordfall, um dem Leser Hintergrundinformationen ihrer Welt zu liefern. Ihre sehr empathische Art zu schreiben lässt die Personen sehr warm und nahe wirken. Die eingeflochtenen Beschreibungen der herrschenden Zustände in England und auf der Welt sind sehr schlüssig und wirken nie aufdringlich. Man hat wirklich das Gefühl so und nicht anders hätte es durchaus ablaufen können.

Damit kommen wir zu einem sehr perfiden Punkt des Buches. Die Schrecken und Toten des zweiten Weltkrieges und des Naziregimes sind bekannt. Wäre es, nachträglich gesehen besser gewesen, Hitler hätte den Frieden mit England gehalten, was sicherlich ein klügerer Schachzug, als ein Krieg an allen Fronten gewesen wäre, oder ist ein Ende mit Schrecken, wie es abgelaufen ist, dieser Alternativwelt vorzuziehen? Diese Frage ist deswegen so perfide, weil so oder so, beides ein leidvolles und schreckliches Erlebnis bedeuten würde. Und die Frage nach Pest oder Cholera erübrigt sich.

Als Widmung stellt Jo Walton folgendes vorab:

„Für alle, die sich jemals mit den Ungeheuerlichkeiten der Geschichte beschäftigt haben, schaudernd eigentlich, doch vor Überraschungen sicher, als ginge es um die Autopsie eines toten Drachen, nur um im nächsten Augenblick den sehr lebendigen Nachkommen des Drachen gegenüberzustehen und ihnen ins offene Maul zu starren.“

Diese hintergründig lauernde Heimtücke der geschichtlichen Bedeutung, gepaart mit dem wirklich schönen sanften Schreibstil macht dieses Buch zu einem bemerkenswerten Beispiel von gedankenvoller und hintergründiger Literatur. Eine echte Perle, die der Golkonda Verlag liebevoll im Hardcover neu aufgelegt hat. Das erste Buch der Serie um Inspektor Carmichael.

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S

Rezension zu "Farthing" von Jo Walton

Ich trete dem Drachen gegenüber!!!
StefanieFreigerichtvor 2 Jahren

Achtung! Achtung! ICH (ja, ich) bin begeistert (!) – über ein Buch mit „alternate history“, somit einem Untergenre von Science Fiction. Das hier ist sozusagen S/F „soft“ beziehungsweise Science Fiction (gefühlt) ohne Science Fiction (es wurde für Preise in dem Genre nominiert, auch wenn lb es unter „Krimi“ listet). Über weite Teile liest sich das ganze auch wie ein cozy Krimi – das hatte mich in der Leseprobe beruhigt (unbedingt bitte testen für jeden, der hier ähnliche Vorbehalte hat wie Ich – es lohnt sich!!!). Was mich dann weiter zögern ließ: alternative Geschichte spielt ein „was hätte sein können, wenn“ durch, in diesem Fall die Folgen des Flugs von Rudolf Hess nach Großbritannien, um einen separaten Friedensvertrag auszuhandeln (https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_He%C3%9F#Flug_nach_Großbritannien). In diesem Buch ist die Ausgangslage, dass es acht Jahre zuvor zu diesem separaten Frieden tatsächlich kam.


Der Grundgedanke gruselte mich – die Leseprobe beginnt mit folgendem und überzeugte mich zum Kauf:
"This novel is for everyone who has ever studied any monstrosity of history, with the serene satisfaction of being horrified while knowing exactly what was going to happen, ....
....rather like studying a dragon anatomized upon a table, and then turning around to find the dragon's present-day relations standing close by, alive and ready to bite."
bzw. (nicht so toll übersetzt)
„Für alle, die sich jemals mit den Ungeheuerlichkeiten der Geschichte beschäftigt haben, schaudernd eigentlich, doch vor Überraschungen sicher, als ginge es um die Autopsie eines toten Drachen, nur um im nächsten Augenblick den sehr lebendigen Nachkommen des Drachen gegenüberzustehen und ihnen ins offene Maul zu starren.“ (Hervorhebungen durch mich)
Ja, insofern kann ich historische Romane zur Nazizeit (bislang eher) lesen, eben WEIL ich das Ende vor Augen habe – aber gut, ich stelle mich dem lebenden Drachen.


Es gibt zwei Hauptpersonen in diesem Buch:  einmal Lucy Kahn, geborene Eversley, die mit ihrem Mann David, einem britischen Juden, 1949 ihre Eltern besucht (Jude zu sein ist nach dem Separatfrieden KEIN Vergnügen in Großbritannien, es gibt Quoten für die höhere Ausbildung, zukünftige Kinder werden wohl keine Debütanten sein und so weiter). Die Eltern Lucys gehören zum sogenannten „Farthing Set“, der Gruppe, aus der heraus es zu dem Friedensschluss kam; namensgebend ist das Landgut der Familie und der Handlungsort der Geschichte. Es kommt dort während des Besuchs zu einem Mord, dem Toten wurde ein Davidstern angeheftet. Aufklären soll dies die zweite Hauptperson der Geschichte, Inspektor Carmichael. Er erkennt bald: “There is one law for rich and poor alike which prevents them equally from stealing bread and sleeping under bridges.“ S. 187 (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen)


Der Beginn des Buches suggeriert mitnichten „alternative Geschichte“, weshalb mir der Einstieg leicht fiel – Lucy besucht 1949 ihre Eltern. Der Plauderton erinnert mich angenehm an etliche Agatha Christie - Krimis (sonst für mich ein Sakrileg, dieser Vergleich). Allmählich werden erste Details eingestreut, die die Zeit klären und das „alternative Setting“. Geschickt der Wechsel zwischen Lucy als Ich-Erzählerin, die eindeutig im Rückblick erzählt, und Inspektor Carmichael in personaler Erzählsituation, also dritte Person mit Innensicht des Inspektors, wesentlich distanzierter dadurch. Die Mordermittlung deckt einige sehr bizarre Umstände auf, Zeugenaussagen lassen Fragen offen und der Leser kann durch die wechselnden Perspektiven durchaus sehr stark mitkombinieren. Mit dieser klassischen Situation des „whodunnit“ lullte mich Autorin Jo Watson quasi ein.

Dann folgt ein Attentatsversuch, die Ereignisse überstürzen sich und die politische Situation drängt sich umso mehr dem Leser auf. Wie die jüdische Köchin der Familie so treffend sagt: “It wasn’t Hitler who broke my window. It wasn’t one mad German – it was the hate that everyone has inside them against the Jews.“ p 243 Ja, ich hatte schon Recht damit, dass mich dieses „alternative Geschichte“-Ding gruselt. Ich hatte schon früh so einige Theorien nach dem altmodischen Krimi-Denken und wurde dann doch überrascht, speziell auch davon, wie wirkungsvoll diese „Verpackungsart“ für das Thema ist.


Ich bin absolut beeindruckt und empfehle dieses Buch, gerade auch in heutiger Zeit angesichts des länderübergreifenden Erstarkens politischer Kräfte, die ich nicht an der Macht sehen mag. In deutscher Sprache unter dem Titel: „Die Stunde der Rotkehlchen“ (nach dem Symbol der Bewegung); dieses Mal meckere ich nicht über die Übersetzung, denn ein Farthing ist eine englische Münze, die im deutschsprachigen Raum wohl kaum jemand kennt. https://en.wikipedia.org/wiki/Farthing_(British_coin) – mit dem besagten Rotkehlchen auf der Rückseite. Außerdem ist Farthing der Name des Landsitzes der Handlung (andererseits tragen die Folgebände ebenfalls die Namen von Münzen, während die deutsche Ausgabe „nur“ eine weitere Krimireihe suggeriert, das ist nun mit Verlaub lahm). Die Grundidee ist also ein Alternativ-Buch zu „The Man in the High Castle“/“Das Orakel vom Berge“ von Philip K. Dick, für Großbritannien statt die USA (eines meiner Folgebücher, jetzt gewiss).

6 Sterne.


Manko? Der „Athenian“-Teil erschien mir etwas zahlenmäßig überbeansprucht, soll das jetzt Zuspruch ausdrucken über die einmalige Nutzung für den Plot oder aus Solidarität oder was? (nicht weiter erklärbar ohne Spoiler). Stört aber nicht wirklich.


I will face the dragon!

Mind! I am (yes, ME) exstatic about an "alternate history" book, which is indeed a sub-genre for S/F. You might call it "soft S/F" or rather "S/F without S/F", though it was nominated for S/F prizes (no roboters, or flying phone booths - forgive me, but reading "The Time Machine" was hell to me). Mostly, it reads like "cozy crime", which soothed me when trying with an excerpt (PLEASE do TRY for anybody with the same prejudice as me, it is worth it). What made me hesitate further: alternate history means playing with "what might have been if", in this case with the consequences of Rudolf Hess, once Hitler's deputy, flying to Scotland to try and obtain a separate treaty of peace with Great Britain
( https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolf_... ). The book assums that peace would have been made eight years ago.

That ground plot scared me - those words from the excerpt convinced me:
"This novel is for everyone who has ever studied any monstrosity of history, with the serene satisfaction of being horrified while knowing exactly what was going to happen, ....
....rather like studying a dragon anatomized upon a table, and then turning around to find the dragon's present-day relations standing close by, alive and ready to bite."
Yes, this is exactly how SO FAR I was able to read e.g. historical mysteries set in Nazi-Germany, having in mind that it ended. So: I will face the dragon!

There are two main characters in the book. There is Lucy Kahn, nee Eversley, who in 1949 with her husband David, a British Jew, visits her parents (after the separate peace, being a jew in Britain means facing a quota for higher education and if they have kids, no debutant presentation, only to start with). Lucy's parents are part of the "Farthing Set", the group who actually made that specifice peace happen. Namegiving has been the family's estate, it is also the setting for the book. While visiting, a murder happens, the body will be found with a Star of David attached. The second main character, Inspector Carmichael, is to solve the crime, but soon realizes: “There is one law for rich and poor alike which prevents them equally from stealing bread and sleeping under bridges.“ p. 187 Savor this!

The book's beginning does not at all hint at alternate history which made it easy for me, with Lucy visiting her parents. The conversational tone reminded me of some Agatha Christie's (a comparison normally sacrosankt to me). Then first details strewn in clarify about time and that "alternate setup". Skilful changing between first-person narrator Lucy, obviously looking backwards at everything, and the Inspector, third person perspective, but with insight - still, giving you more of a distance. The investigation uncovers some bizarre circumstances, testimonials of witnesses open more questions, and thanks to those two perspectives, the reader may really investigate along. Author Jo Watson really lulled me in with this classical "whodunnit" situation. Then, an attempted assassination, the events rush, and the real political situation even more comes tumbling down over the reader. As the family's jewish cook says so apt: “It wasn’t Hitler who broke my window. It wasn’t one mad German – it was the hate that everyone has inside them against the Jews.“ p 243 I feel like having been right to say that this "alternate history" - thing scares me... Early on, I had some classical mystery-related theories, and was even more surprised at how effective this kind of "wrapping" is for the topic.

I am absolutely impressed and highly recommend this book, especially being German AND in times like ours with forces trying for power in many places that I just do NOT wish to see in power.
Available also in German language as "Die Stunde der Rotkehlchen" (The Hour of the Robins), as a farthing is a coin rather unknown to most Germans https://en.wikipedia.org/wiki/Farthin.... It has a robin on the back and Farthing is also the name of the family estate of Lucy's family and the robin is the symbol for the fictional movement to enable the peace treaty. So the basic "what if" behind the book is similar to The Man in the High Castle, only not for the USA, but for Great Britain. I plan the latter as one of my next reads, now.

6 stars out of five.

Points of irriation? I wondered on the stress on the "Athenians", their number seemed rather high. Needed for the plot? Trying to express solidarity? Fine with me, I just wondered.

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