Der Tag der Lerche

von Jo Walton 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Der Tag der Lerche
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

DunklesSchafs avatar

Raffiniert, erschreckend realistisch und mit der richtigen Prise politischer Brisanz. Hervorragend!

Alle 1 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Tag der Lerche"

Im Sommer 1949, acht Jahre nach dem Friedensschluss mit Hitler, treibt Großbritannien unaufhaltsam einer düsteren Zukunft entgegen. Hitler wird zu einem Staatsbesuch erwartet, und in einem Londoner Vorort explodiert eine Bombe und reißt zwei Menschen in den Tod.

Inspector Carmichael würde Scotland Yard und auch das Land lieber heute als morgen verlassen, seit er gezwungen wurde, einen Mörder zu decken: keinen Geringeren als Premierminister Mark Normanby. Nun kommt er einer Verschwörung von königstreuen Patrioten, Kommunisten und IRA-Kämpfern auf die Spur, die ein Attentat auf den Premierminister und auf Hitler planen.

Doch die Attentäter sind auf die Hilfe der Schauspielerin Viola Lark angewiesen, die nur für das Theater lebt und mit der Rolle als Hamlet den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht hat. Die Zeit gerät aus den Fugen, und alle müssen Entscheidungen treffen, deren Folgen nicht abzusehen sind.

Im zweiten Band ihrer Krimi-Trilogie beschreibt Jo Walton, wie der Faschismus in Großbritannien Fuß fasst - wenn die Geschichte denn anders verlaufen wäre. Spannend und erschreckend überzeugend entsteht das Porträt einer Gesellschaft, in der die Angst regiert, der Verrat überall lauert und niemand mehr unschuldig bleiben kann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783946503187
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:300 Seiten
Verlag:Golkonda Verlag
Erscheinungsdatum:23.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne0
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    DunklesSchafs avatar
    DunklesSchafvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Raffiniert, erschreckend realistisch und mit der richtigen Prise politischer Brisanz. Hervorragend!
    Tödliches Theater: Der Tag der Lerche - Jo Walton

    Mark Normanby ist Premierminister, Hitler ist auf Erfolgskurs und Antisemitismus auf dem Vormarsch in Europa – Jo Waltons Alternativwelt geht in die zweite Runde. Inspector Carmichael ist wieder im Dienst, nachdem er im letzten Fall einen Maulkorb verpasst bekommen hat, desillusioniert und mit vielen Zweifeln. Gemeinsam mit Sergeant Royston untersucht er ein Bombenattentat auf die berühmte Schauspielerin Lauria Gilmore. Waren es Terroristen? Das muss schnell herausgefunden werden, denn Hitler hat sich zum Staatsbesuch angekündigt – inklusive Theaterbesuch.

    Wie auch im letzten Teil ist der Krimi aus zwei Perspektiven geschrieben: Inspector Carmichael und Viola Lark, eine Tochter aus gutem Hause, die es zum Theater verschlagen hat. Sie wird als Hamlet besetzt – in dieser Zeit üblich – und soll vor großem Publikum spielen, nämlich vor Normanby und Hitler. Eine große Chance für ihre Karriere, doch dann rücken wichtigere Dinge in den Vordergrund, als sie von den Leuten angesprochen wird, die mit dem Bombenattentat zu tun haben.

    Die beiden Sichten verleihen dem Leser mehr Wissen und manchmal muss man sich die Haare raufen, weil man etwas weiß, was die Figur gerade noch nicht weiß. Obwohl die Perspektiven immer schön abwechselnd sind, stören sie den Lesefluss keineswegs und gehen harmonisch ineinander über. Man ist dann immer gleich gespannt, wie es bei dem anderen weitergeht.

    Bei Inspector Carmichael ist eine deutliche Veränderung zum Vorgängerband festzustellen. Er hat viele Zweifel, ob er den Job weiterhin ausüben soll und wie es mit ihm weitergehen wird. Gemeinsam mit seinem Lebensgefährten bespricht er sogar, das Land zu verlassen. Eine „angedrohte“ Beförderung macht dies vorläufig zunichte. Die Stimmung ist insgesamt noch ein wenig düsterer und bedrückender, durch Carmichael fühlt man die angespannte Situation in Großbritannien nach der Machtergreifung Normanbys und den Sympathisanten mit Nazi-Deutschland noch deutlicher.

    Die alternative Geschichtsschreibung hat sich zum ersten Teil hin kaum verändert, der Nationalsozialismus ist weiterhin auf dem besten Weg sich in Großbritannien zu festigen. Es gibt viele Kleinigkeiten, die sich langsam aber stetig verändern. Kleinigkeiten, die man bei Beginn eines faschistischen/nationalsozialistischen Systems häufig feststellen kann. Diese knabbern ja langsam aber hartnäckig an der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft, bis sie sich gefestigt haben und man sie kaum mehr los bekommt. Und doch sind die meisten Leute einig oder haben zumindest keine Einwände. Es sind eben nur wenige, die Angst vor dem herrschenden System haben und gleichzeitig aber den Mut haben, es ändern zu wollen.

    Auch wenn „Der Tag der Lerche“ wieder einen politischen Hintergrund hat, ähnelt es trotzdem einen klassischen, englischen Krimi. Es ist irgendwie schon eine Meisterleistung, wie es der Autorin gelingt, diese Subgenres zu verbinden. Der alternative Geschichtsverlauf bietet in dem Fall das gewisse Extra. Natürlich ist er die Basis  - ohne die Alternativwelt gäbe es den Krimi in dieser Form nicht, doch durch diesen Kniff wird das Buch auf die Ebene eines Politthriller gehoben.

    Ganz fies ist diesmal übrigens der Schluss – denn Inspector Carmichael folgt seinem Gerechtigkeitssinn und verzweifelt dann daran fast. Sehr tragisch und man konnte richtig mit fiebern. Ein Wehrmutstropfen bleibt, aber natürlich sichert das den Fortbestand der Reihe, die ja erst mal auf drei Bände angelegt ist. Ich hoffe nun, bald folgt „Das Jahr des Falken“ und vielleicht ja doch noch der ein oder andere Band. ;-)

    Fazit:
    Klassischer Krimi kombiniert mit Politthriller – Inspector Carmichael löst diesmal einen Fall im Theater. Raffiniert, erschreckend realistisch und mit der richtigen Prise politischer Brisanz. Hervorragend!  

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks