Joachim B. Schmidt Am Tisch sitzt ein Soldat

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Inhaltsangabe zu „Am Tisch sitzt ein Soldat“ von Joachim B. Schmidt

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  • Ein schön geschildertes Stück Island

    Am Tisch sitzt ein Soldat

    VampirFionn

    26. October 2014 um 15:33

    Die Geschichte spielt im Jahr 1967 mit Rückblenden in die Vergangenheit. Jón, der in Hamburg Medizin studiert, wird nach Hause, an den Myvatnsveit gerufen, als seine Mutter im Sterben liegt. Sein Vater ertrank beim Schafabtrieb im Gletscherfluss, als Jón noch ein Kleinkind war. Zur Familie gehören außerdem Jóns behinderter Bruder Palli und die herrische Tante Rósa. Wer über Island schreibt, und das einigermaßen authentisch tun möchte, läuft Gefahr, dass nicht alle Leser die Handlungen der Protagonisten nachvollziehen können. Liebevoll eingestreute isländische Dinge werden schlicht nicht wahrgenommen, oder im schlimmsten Fall bleibt der Zugang zur Geschichte verwehrt. Ob es schwierig ist, in diesen Islandroman hineinzufinden, kann ich als Island-affine Leserin nicht adäquat beurteilen, nur soviel: Beim Lesen von ‚Am Tisch sitzt ein Soldat’ hatte ich dasselbe wohlige Islandgefühl wie bei Werken isländischer Autoren. Wohlig, obwohl das Wetter typisch isländische Kapriolen schlägt und dem sympathischen Protagonisten Jón oft übel mitgespielt wird. Der Autor beweist, wie schon im Erstling ‚In Küstennähe’, seine Liebe für knorrige Typen und liebenswerte Außenseiter. In Verbindung mit Alkohol und trostlosen Landschaften ein beliebtes und bewährtes Merkmal isländischer Romane, ebenso die Suche nach dem früh verstorbenen (oder gänzlich unbekannten) Vater. Wer viele Islandromane liest fürchtet, dass mindestens die Hälfte der Inselbevölkerung ohne Vater aufwachsen musste. Geschickt arrangiert Joachim B. Schmidt einzelne Episoden zu einem schön geschilderten, aber rauen Stück Island. Kribbelnde Spannung treibt den neugierigen Leser voran, und ehe er sich versieht, geht die kurzweilige Lektüre mit einem überraschenden Knall zu Ende. Meine Empfehlung für jeden Islandfan und alle, die es werden möchten.

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